Mitglieder an. Die Schüler des Großherzoglichen Athenäums hatten ein Concert zum Besten der Sammlungen gegeben, an denen die Betheiligung eine rege und allgemeine war.
— Auf die Beschwerden der Deputation aus der Provinz Sachsen über die Verfügung wegen der Sonntagsieter erwiderte der Mtl,ister des Innern: Er stelle in Aussicht, daß Seitens de8 Oberpräsidenten und dcö ProvtnztalrathS der Provinz Sachsen eine nochmalige Erwägung der Verordnung stattfinden werde, von der eine zufriedenstellende Lösung der Frage zu erhoffen sei. Die Verordnung selbst verbiete übrigens nur das öffentliche Hervortreten des Handelsverkehrs. Es sei mit Rücksicht hierauf zu erwarten, datz die Polizeibehörde fortan die Verordnung so handhaben werde, datz biS zur definitiven Regelung der Angelegenheit allzu empfindliche, beziehentlich bet E'latz der Verordnung nicht vorausgesehene Beschränkungen des Verkehrs vermieden werden würden.
Berlin, 12. März. Die „Berl. Polit. Nachr." schreiben: Die mexikanische Regierung macht gewaltige Anstrengungen, den Strom deutscher Einwanderung wenigstens theUweise von den Vereinigten Staaten auf ihr eigenes Territorium hinüberzuleiten. Mexikanische, resp. im Auftrage der dortigen Regierung handelnde Agenten sind hier zu Lande thätig, um für die Auswanderung nach Mexiko Propaganda zu machen. Sie versprechen per Kopf einen Zuschuß von 50 Dollars zu den Besörderungskosten, sowie, daß für die Auswanderer alsbald nach ihrem Eintreffen am Bestimmungsorte Sorge getragen werde. An Geldmitteln scheint es dem mexikanischen Gouvernement nicht zu fehlen, da die Budgetverhälnisie sich günstig anlassen und nach einer unparteiischen Schätzung im lausenden Jahre einen Einnahme-Ueberschuß von 8 Mill. Dollars in Aussicht stellen.
Daß die Bedingungen des Prosperirens deutscher Colonisation von ganz anderen Faktoren abhängen und die Möglichkeit ihrer Erfüllung für Mexiko noch nicht nachgewiesen ist, scheinen unö hinreichend triftige Erwägungen, um dem bezüglichen Projekt der mexikanischen Regierung gerade keine besonderen Sympathien entgegen zu bringen.
Telegraphische Depeschen.
Wolff'- telegr. Correspondeirr-Brrreau.
Berlin, 13. März. Abgeordnetenhaus. Da8 Haus nahm heute die Hundesteuer in der Fassung derComm ssion zusammen mit dem Antrag Risselmann un, wonach die Bestimmung des $4», daß die Steuersätze nur von fünf zu fünf Jahren geändert werden können, erst am 1. April 1887 In Kraft tritt. Das HauS hielt mit 180 gegen 123 Stimmen den Commissionsbeschluß auf Streichung der Bestimmung des § 5 der Reg erungtzvorlage aufrecht, wonach Oificiere zwar Hundesteuer bezahlen, dieselbe aber an Militär-Wohlthätigkeitsanstalten entrichten sollen.
Morgen: Anträge und Petitionen.
— Generallieutenant von Häntsch ist an Verdy'S Stelle zum Director des allgemeinen Kriegsdepartements ernannt worden.
— Seit gestern wurde der Geldbriefträger Cossäth vermißt. Derselbe wurde in einem Hause der Adalbertstraße ermordet gefunden, an dem Inhalte seiner Geldtasche fehlten 1000 AL. Ein in dem betreffenden Quartier wohnender Chambergarntst, der sich Sander nannte, hatte eine Postanweisung von 30 «AL durch ihn za empfangen. Der verschwundene Sander scheint diese Anweisung in Potsdam selbst aufgegeben zu haben.
Pesth, 13. März. Abgeordnetenhaus. Bei der heutigen Fortsetzung der MittelschuldedaUe sprach sich der Ministerpräsident TiSza über die von den sieben- bürgischen Sachsen befolgte Politik tadrlnd aus, ind m man dort, wo sie Unterstützung suchten, bald zu der Überzeugung gelangen werde, daß sie falsche Propheten gerann seien Der Unwille der Irregeleiteten werde größer sein als der auS deren Unterstützung erhoffte Nutzen. Der Redner betonte die politische Einsicht und Weisheit des großen deutschen Volkes, sowie besten Achtung für die inneren Angelegenheiten anderer Staaten.
Lyon, 13. März. Der Appellationshof bestätigte das Urtheil vorn 19. Januar gegen 14 der hervorragendsten Anarch ft en, ermäßigte aber bet 17 andern, die appellilt halten, die Strafe um ein Drittel. Fürst Kropotkin hatte nicht appellirt. — Louise Michel ist hier angekommen.
Rom, 13. März Die Meldung der w£emp§" nutz La Goletta über die durch den italienischen Viceconsul erfolgte Befreiung eincs von einer Schildwache verhafteten italienischen Staatsangehörigen wird von der „Agenzta Stefan»" dahin richtig gestellt, daß der von einer französischen Patron lle verhaslete Italiener Canino auf daS einfache Ersuchen deS zufällig herbeigekommenen italienischen ViceconsulS wieder fre gelass n worben sei. Die französische Militärbehörde verlange jetzt die Auslieferung Canino'g, der sich im italienischen Viceconsulat befinde, weil derselbe die französische Schildwache insultirt haben solle; Canino beteuert seine Unschuld und fänden über die Rechtsfrage zwischen dem italienischen Consul und dem französischen Residenten Erörterungen statt
New-Bork, 13. März. Schotzsekretär Folger ist an der Malaria erkrankt, von den Aerzteir ilt demselben eine Seereise anempfohlm. Präsident Arthur ist gleichfalls erkrankt und begibt sich zur Wiederherstellung seiner Gesundheit demnächst nach Fort Monroe.
Lokaler.
Gießen, 14. März. (Sterblichkeit in Gießen.) Die Zahl der Todesfälle während der Woche vom 4. bis 10. März belief sich im Ganzen auf 12 und zwar wurden 5 Kinder und 7 Erwachsene betroffen Von den ersteren, welche sämmtltch das zweite Lebensjahr bereits überschritten hatten, erlagen 3 dem Scharlach, eins starb an Diphtherie, erns an Gehirnentzündung. Bel den erwachsenen Personen war Todesursache: Lungen entzündung 2mal, Lungenschwindsucht, organische Herzkrankheit, Blasenenizü.idung, Eitervergiftung je einmal. In einem Falle konnte eine Todesursache nicht angegeben werden, da vor dem Tode keine ärztliche Beobachtung stattgefunden hatte. G.
△ Gießen, 14. März. Den in diesen Tagen herausgegebenen Programmen der hiesigen vöyeien Lehranstalten entnehmen wir die nachsteyenden, auch einen größeren Les rkrtis ir tereffirenben Angaben.
Die Höhere, aus 7 Klassen bestehenbe Mädchenschule wurde am Schluß des Schuljahres von 180, die erweiterte Mädchenschule (5 Klassen) von 148, die Vorschule (3 Abheilungen) von 206 Schülerinnen, im Ganzen von 534 Kindern besucht. Der höchste Bestand war 580, die sich her Confefsion nach in folgender Weise vertheilen: 491 evangelisch, 36 katholisch und 53 israelitisch.
Die derselben Aussicht unterstehende Stadtmädchenschule zählte zu Beginn des Schuljahres 691 Schülerinnen (die Addition aus den einzelnen Klassen würde 701 ergeben!), die in 10 Klassen unterrichtet wurden. Die Frequenz in einzelnen Klassen ist sehr hoch, in den beiden obersten Klassen mehr als 80, in der vierten 95 und in der siebenten Klasse gar 1211
Die Stadtknabenschule wurde von 579 Schülern in 7 Klassen besucht. Hier ist die Frequenz noch stärker; die vierte Klasse enthielt 104, die fünfte Klasse 107 Schüler!
Der Bestand der Volksschulen stellt sich somit auf 1270 Kinder, von denen 1191 evangelisch, 75 katholisch, 3 israelitisch waren und 1 einer anderen Confession ang»hörte.
In der Fortbildungsschule wurden 210 Knaben in acht Abtheilungen unterrichtet.
Die Realschule besuchten 652 Schüler, wovon auf die Realschule 1. Ordnung 288, auf die 2 Ordnung 187 und die 3 Vorklassen 167 Schüler kamen. Dem religiösen Bekenntnisse nach waren 587 evangelisch, 28 römisch-katholisch, 1 deutschckaiholisch 33 israelitisch und 1 andersgläubig. '
Den Schulnachrichten l'egt eine höchst anziehende, elegant geschriebene Abhandlung des Herrn Dr. Hermann Mensch über den „Pantheismus in der poetischen Literatur der Deutschen im 18. und 19. Jahrhundert" bet.
40 DaS Gymnasium wurde am Anfang des Schuljahres von 374 Schülern in 12 Klassen besucht, zu denen im Laufe des Schuljahres noch 26 hinzutraten. Am Ende
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Darmstadt, 12. März. Für die Wasserbeschädigten unseres Landes sind biS jetzt bei dem Hülss Comite eingegangen
aus Darmstadt und Bestungen 75,400 «AL
des Schuljahres war der Bestand 382. Von diesen waren 320 Schüler evangelisch, 15 kathol sch und 47 Israeliten. Dem Programm ist eine Abhandlung von Herrn Dr. P. Dettweiler beigegeben: „lieber Den freieren Gebrauch der zusammengesetzten Adjectiva bet Aeschylos" 2. Theil.
Die Gesammtzahl aller Schüler, die die öffentlichen Schulen Gießens im verflossenen Schuljahre besucht haben, beträgt demnach 3086 (ein Regiment Soldatenh und zwar 1271 Mädchen und 1815 Knaben.
Gießen, 14. März. Wie den Lesern aus dem Jnseratentheil unseres Blattes bekannt fein dürfte, singen Donnerstag unb Freitag Abenb im Saale bes Caf4 Leibte Tyroler Sänger Rainer jr.»Bögler. Rainer jr., der Sohn des den Gießener« sehr wohl bekannten Ludwig Rainer, ist, wie aus allen Berichten, welche über die Concert-Auffüh» ungen geschrieben sind, in die Fußstapfen seines Vaters getreten. Bögler, der bei Ludwig Rainer uns durch seinen schönen Baß erfreute, ist noch immer der alte. Seine Stimme klingt noch immer so klüftig und wohllautend, wie vor 8 Jahren. Die anderen Mitglieder der Gesellschaft, Dam«-» wie Herren, sind auch mit guten Stimmmitteln und schöner Figur ausgestattet und bietet die Gruppe Rainer- Bögler auch dem Auge ein hübsches Bild. Zu wünschen wäre, baß sie auch btesmal, wie in früheren Jahren, ein volles Haus finden möchten.
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Die Ankäufe erfolgen unter Controle detz Verbandes der hessischen lanbwirth- schastlichen Genossenschaften, welche hierzu eine Concurrenz ausgeschrieben hatte, z» welcher auch schöne und vreitzwürdige Muster eingegangen waren. Soweit möglich, wurden bet Ankauf die Ortschaften im Überschwemmten Gebiete berücksichtigt unb namentlich auch her gesammte Bedarf an Gerste in hessischen Orten angekauft. Der Bedaif an Kartoffeln nur bester Sorten soll erst später ang’kauft werden und liege» Angebote von 3 «AL 50 pro Center vor. Von den zur Vertheilung gelangende». Saatfrüchten wird voraussichtlich nur ein Viertheil von den Empfängern zurückoergütet werden. Ursprünglich waren auch die Anforderungen viel größer gewesen, Dank bet genauen unb umsichtigen Erhebungen war es indessen möglich, einen nicht unwesentlichen Theil bei erhobenen Anforderungen a!S unberechtigt zu streichen.
Äraflfuttermittel würben dis jetzt tm Werthe vom 75,029 AL zur Vertheilulltz gebracht unb zwar an Kleie 34,216 .A, Palmkuchen 22,330 «AL, Retsmehl 17,162«AL unb Fleischfuttermehl 1319 JL.
Zur blncbn Unterstützung an bie Hinterbliebenen von bei dem Hochwasser umgekommenen Personen war ber Betrag von 2500 «AL zur Verfügung gestellt worben. Im Kreise Groß-Gerau war bekanntlich ein Verlust an Menschenleben nicht zu beklagen g wesen, wohl aber im Kreise Bensheim. Nach sorgfältiger Prüfung ber Sachlage würben bewilligt b^r A Grietzheimer IV. Wittwe zu Lampertheim, beten Mana. Tochter unb zwei Enkel bei dem Oppauer Unglücksfall ertrunken waren, 1200 AL, ber Roß Wittwe von Nordhausen, be> en Mann ertrank, 800 «AL. Sodann würben noch an zwei Bensheimer Feuerwehrleute, welche durch ihre aufopfernde Thätigkeit während ber Uebeischwemmung Schaben an ihrer Gesundheit erlitten, Unterstützungen mgebilligt und zwar erhielt her Feuerwehrma'-n Rittersberger 50 AL, der Feuerwehrmann Schuhmacher Deppert 450 AL
Kassel, 10. März Einer anscheinend in größerem Maßstabe betriebene« Fälschung von Postwerthzeichen ist man dieser Tage in unserer Stadt auf bie Spur g kommen. Wir erfahren darüber das Folgende: Bei zwei hiesigen Engrosgeschäfte« >n Kurzwaaren, Besatzart'kel rc. bestellte seit einiger Zeit ein neu gewordener Kunde in einer auswärtigen Stadt — ang blich tn Elberfeld — wiederholt kleinere Waaren- posten und fügte auffällige, weise immer den Betrag in ungestempelten Marken der deutschen Relchspost bei. Fiel dies auch wohl auf, so achtete man doch nicht weiter darauf. Zufäll'gerwetse bekam nun aber bas eine Haus baoon heute Kenntniß, bafc auch das andere derartige Aufträge in gleicher Weise erhielt und durch gleiche Münze bezahlt wurde. Man g'ng der Sache näher unb ermittelte denn nun, baß eS sich um e ne unb bieselbe Persönl'chkeit hanbelte. In Folge besten wurden die Freimarken dem hiesigen Postamie oorgelegt unb dieses stellte alsbald fest, daß es gefälschte Werthzeiche« waren. Der Telegraph spielte — die volle Firma des Absenders war ja genau auf5 gegeben — unb nach kurzer Zeit kam bie Nachricht zurück, baß bie betreffende Persönlichkeit, angeblich ein Lithograph, schon hinter Schloß und Riegel sitze.
Berlin, 12. März. Angesichts des auffälligen Witterungswechsels ist folgende vom Newyorker Herald an sein Londoner Bureau übermittelte Kabeldepesche von Interesse: Em gefah'-voller Sturm überschreitet den Ocean nördlich vom 45. Breitegrade und wird bie Küsten Englands und Norwegens zwischen dem 12. und 14. d. M- erreichen, auch die nordfranzösische Küste berühren. Der ganze Ocean ist sehr stürmisch Das Eis ist sehr weit nach Süden oorgedrungen.
— sSchnevfenjagd ] Allenthalben klagen bie Jäger, baß in diesem Jahre die Schnepfen nicht kommen wollen, obwohl sie tagtäglich, wohlausgerüstet mit Schmier- stiefeln, gesp cktem Rucksacke unb federgeschmücktem Wildschützenhute, in die Wälder ziehen. Steht doch tu Ihrem Jagdl xikon:
„Reminiscere, — putzt die Gewehre, Oculi, — da kommen sie, Lütare, — das ist das Wahre! Judica, — sind sie auch noch da, Palmarum-TraHarum —
Quaaimodogeniti, — dann gehen sie!"
Aber die wohlschmeckenden Langschnäbel trotzen diesem Jägerspruche, sie striken unb kommen nicht, sintk-malen bei ihnen der Gregorianische Kalender noch nicht eingeführt worden, nach welchem pro anno Reminiscere bereits auf den 18 Februar und Ralrnaru» auf den 18. März fällt. Die Herren Nimrode mögen sich jedoch trösten! Heitere unb bewährtere Jagdspiüche lauten: „Josephas (19. März) die Schnepfe da sein muß; aa)t Tage vorher, — nimm mit Hund unb Gewehr!", sowie: „Ist bie erste Schwalb' im Ort, sind b>e Frühjah'sschnepfen fort 1" Die beste Zeit sowohl zur Suche als zum Morgen- unb Abenbstriche fällt zwischen den 14. und 22. März; selten geht ein Jager an biefen Tagen unbefriebigt nach Hause. Zudlm dürfte in diesem Jahre durch de« eingetretenvn Schneefall im Gebirge die Schnepfenjagd in den Niederungen eine recht ergiebige werden; darauf: „Waidmanns Heil!" , ,, .
- Im Spital zu Konstanz weilt augenblicklich der vor Jahren vielfach genannte und auch schon einmal todtgesagte Apostel für Mäßigung und Abhärtung, Ernst Mahner. Sein Bravourstück — in der kalten Jahreszeit über einen Strom zu schwimmen — wird der Alte sobald nicht wieder anSführen. denn ** tfl tu Folge eines Falles am vollen Gebrauch des einen Armes gehindert. Mahner
Hessen, mit Ausnahme von Darmstadt-
Bessungen 159.000
zusammen aus Hessen
anderen deutschen Staaten und der ReichShauptkasse
400,000 „
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Da noch fortwährend Geldbeträge eingehen, wird die ©efammifumme voraussichtlich 1 Million «AL erreichen In Ausgabe sind vorgesihen für den Ankauf von Futtermitteln und Saatgut 400,000 «AL, für weitere Vergütungen an Mobiliarschäden, Vieh in letzter Lmie auch für beschädigte Grundstücke ca. 400,000 AL.
Der Bedarf an Saatgut ist nunmehr festgeftellt und soll angekauft und zur Vertheilung gebracht werden:
Sommerkorn
264
Gentner
im Werthe
von
2508
AL
Sommerweizen
612
6732
ff
Gerste
3048
y
21336
ff
Hafer
3954
29880
ff
W'cken
225
1800
PferdezahnmaiS
14
ff
tf
126
Luzerne
68
ff
y
ff
4760
■
Rothklee
60
ff
H
ff
6300
ff
Esparsette
320
ff
5760
n
Kartoffeln
37752
ff
w
ft
132132
ft


