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dahingestellt sein.

König Alfonso von Spanien ist am Sonntag Abend in Wien eingetroffen und wurde auf dem Westbahnhofe vom Kaiser Franz Josef,, dem Kronprinzen Rudolf, den Erzherzogen Albrecht, Wilhelm und Eugen, der spani­schen Gesandtschaft u. s. w. empfangen. König Alfonso gedenkt etwa 8 Tage in der österreichischen Hauptstadt zu verweilen und sich dann zu den Kaiser- manövern nach Homburg v. d. H. zu begeben.

Der Kronprinz von Portugal ist am Montag Vormittag m Berlin eingetroffen und im königlichen Schlosse abgestiegen; derselbe wird auf Einladung des Kaisers ebenfalls den Manövern bei Homburg beiwohnen.

Die österreichisch-ungarischen Politiker erwarten mit.Span­nung den Verlauf der pacifikatorijchen Aktion des nach Agram entsendeten Generals Baron Ramberg. Seine Mission hat allerdings unter gerade nicht günstigen Auspicien ihren Anfang genommen; die Wiederanbringung der unga­rischen Wappen in Agram ist nicht ohne Tumulte vor sich gegangen, auch kam hier am Samstag wiederum zu ernsten Ruhestörungen, die vorwiegend unen antisemitischen Charakter trugen und vom Lande werden mehrfache Zu­sammenstöße zwischen den Bauern und den Gensd'armen gemeldet, wobei mehrere Bauern getödtet oder verwundet wurden. Baron Ramberg wird nun zu zeigen buben, ob er im Stande ist, seine Proklamation bezüglich der baldigen und energischen Wiederherstellung gesetzlicher Zustände in Kroatien wahr zu machen.

Der französisch-chinesische Streitfall ist jetzt, nachdem stch die drohenden Aussichten auf den sofortigen Ausbruch eines Krieges zwischen Frank- ^ich und China wieder gemindert haben, in das bekannte Stadium derdila- t arischen Behandlung" getreten. Ob bei den Verhandlungen, welche zwischen französischen Ministerium und dem chinesischen Botschafter, Marquis Tseng, geführt werden, sich ein modus vivendi erzielen lassen wird, läßt sich noch micht sagen, indessen scheint in Frankreich das erste kriegerische Feuer wieder verraucht zu sein und die Chinesen drängte es nicht allzusehr , mit den Fran- z.asen anzubinden. Außerdem hat es den Anschein, als ob England zwischen Varis, und Peking vermittele, was bei dem Interesse Englands, einen französisch- Hinesischen Krieg vermieden zu sehen, nur erklärlich ist, denn derselbe würde dem Handel Englands mit China, dessen Werth man aus ca. 2 Mill. Frcs. 'chätzt, in jedem Falle ungeheure Nachtheile bringen. Im Uebrigen verweben IHlch nut den'Mittheilungen über die französisch-chinesischen Verhandlungen Ge- Mchte über den bevorstehenden Rücktritt Challemel-Lacour's, des Leiters der

Politische Uebersicht.

Gießen, 13. September.

Auf die parlamentarische Fluthwelle in der Vorwoche des Sedanfestes ist in der innern Politik noch einmal eine gewisse Ebbe gefolgt, wenn dieselbe auch nur von kurzer Dauer sein wird. Es liegt in der That kein einziges bemerkenswerthes Ereigniß vor, welcher Umstand aber gerade nicht beklagenswerth erscheint, da uns eine längere Ruhe und Sammlung wirklich noth thut. Einzig die Ausschüsse des Bundesrathes repräsentiren noch das parlamentarische Leben, nachdem deren Constituirung in der Sitzung vom 27. August, mit welcher die neue Session des Bundesrathes begonnen hat, erfolgt ist. Das Plenum selbst hat sich kurz nach Schluß der außerordentlichen Reichstags-Session wieder vertagt und wird nur zusammenberusen, sobald es die Geschäfte erheischen; für eine solche Berufung liegt indessen zunächst kein weiteres Material vor. Es sei hierbei erwähnt, daß die Zusammensetzung der Ausschüsse, sowohl derjenigen, welche der Kaiser ernennt, als jener, welche der Bundesrath erwählt, nur unwesentliche Veränderungen gegen die vorjährige Bildung aufzuweisen hat.

In der Reichshauptstadt beschäftigt man sich sehr lebhaft mit den 'm kommenden October stattfindenden Neuwahlen zur Stadtverordneten-Ver- sammlung. Denselben ist von vornherein ein eminent politischer Charakter aus­geprägt, wenngleich es sich hierbei anscheinend nur um eine communale Ange­legenheit handelt; die Fortschrittspartei, welche bisher auch in der Berliner Stadtvertretung durchaus vorherrschend war, sieht sich zum ersten Male auf diesem Gebiete ernstlich angegriffen und zwar von zwei Seiten zugleich. So­wohl von Seiten der Conservativm und Antisemiten, als auch von Seiten der Socialdemokraten, die bei dieser Gelegenheit unter dem wohltönenden Namen der Arbeiterpartei auftreten, macht man der Fortschrittspartei in der Berliner Stadtverordneten-Versammlung das Feld energisch streitig und es ist kein Zweifel, daß eine Niederlage der letztgenannten Partei bei den Communalwahlen ihre Rück­wirkung auch auf die Landtags- und Reichstagswahlen äußern würde, obwohl letztere in keinem directen Zusammenhänge mit den communalen Wahlen stehen. Auf fortschrittlicher Seite scheint man auch den Ernst der Situation einzusehen und sich auf eine kräftige Abwehr der von rechts und links zu erwartenden Angriffe vorzubereiten und in diesem Falle wäre allerdings eine durchgreifende Veränderung in der bisherigen communalen Vertretung Berlins schwerlich anzunehmen.

Die amtlicheElsaß-Lothringische Zeitung" meldet, daß der Bezirkspräsident von Lothringen, Herr v. Flottwell, auf sein Ansuchen vom 1. October d. Js. an, in den Ruhestand versetzt wird. Zu seinem Nachfolger ist, wie das genannte Blatt ferner mittheilt, der. Kreisdirector in Mülhausen, Frhr. v. Hammerstein, ernannt worden. Man bringt die Demission des Herrn v. Flottwell mit einem beabsichtigten energischeren Vorgehen der Regierung gegen die Metzer Protestpartei in Verbindung, mit welchem Rechte, lassen mir

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Vorstand.

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Ieutschland.

Darmstadt, 12. Sept. DieDarmst. Ztg." veröffentlicht nachstehenden aller- hochsten Erlaß., ba6 Mem 3. Infanterie-Regiment (Leib-Regiment) Nr. 117 Haarbüsche von schwarzer, die Spielleute deS Regiments von rother Farbe erhalten sollen. _

Jagdschloß Wolssgarten, 12. September 1883.

Ludwig.

Ich bestimme hiermit, daß Mein Feld - Artillerie - Regiment Nr. 25 (Groß- herzoglrches Artillerte-Corps) aus den Schulterklappen statt der seitherigen Nummer Meinen Namenszug führen soll.

Jagdschloß Wolfsgarten, 12. September 1883. n v ,

(gez.) Ludwig.

Darmstadt, 12. September. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben All rgnad^gst^g September Seiner Erlaucht dem Herrn Grafen Eberhard zu Erbach-Erbach das Comthurkreuz 2. Klasse des Verdienstordens Philipps des ^^^Darmstadt^ 12?September. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben 21m612b September dem Ministertal-Canzleiinspector 3atbe das Ritterkreuz 2. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmüthtgen ru verleihen

Darmstadt, 12. September. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben 6(5q?tember dem Provinzialdirector der Provinz Rheinhessen ch ler zu Mainz das Comthurkreuz 2. Klasse, - dem Krcrsrath Dr. U si n Bensheim, dem Oderconsistorialrath und Supenntendenten Dr. Köhle zu L)armnadr, dem Decan des Decanats Eberstadt, cd. Pfarrer zu Pfungstadt Müller, dem orden chen Professor cn d-r Landes-Universität Dr. Laspeyres zu Gießen, dem ordentlichen Professor an der Technischen Hochschule Dr. Nell zu D^mstodt, dem D>r°ctor der bnßpren Mädlbenscbule tu Oüenbach Sommerlad, dem Oderlandesgerich^srath Maurer Dornstadt.^dem LandaerIchtsdireetor Conradi zu Mainz, dem Ersten Staatsanwall am Landgericht der Provinz Rheinhessen! SchNppe, zuI Mainz, dem Landgerichtsrath Pfannmüller zu Gießen, d°m Landg-rtchtsrath Weyland zu Darmstadt, dem Oberamtsrichter Hempel zu Lauterb°ch das,R"teekreuz I. Klaste, hem Ker'cbtssckrtiber des Amtsgerichts N'.dda Stork das Ritterkreuz Klaffe, dem Gemeint-, Kirchen- und Sparkasserechner Thon zu Langen das silberne Kreuz des Verdienstordens Philipps des Großmüihigen, - zu verleihen.

Darmstadt, 12. September. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Allergn^digft geatzt: evangelischen Pfarrer^Ludwig Fr ohnhäuser zu

Arbeiter Adam Schmidt daelbst, dem Gemeinderathsmitglied Adam K otz' zu H« ' dem^Wirth Adam Dörner zu Worms das Ehrenzeichen für Verd enite während der Wassersnoih 1882/83 zu uerleihen.

für September. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben

Allergnädigst^ge^uht^^^ Ministerialsecretär 1. Klasse bei dem Ministerium der Finanzen Finanzraih Otto Hörr, dem Forstmeister des Forstes Waldmichelbach,

Hie Djcha, irimantr be§ icheS M die Arbeiten eint?M itint und NaWiulf-'ll rO.MnbitM^* ; Gleiberg' eben W t

2LS Freitag den 14. September 1888.

Gießener Anzeiger

Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen.

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auswärtigen Politik Frankreichs und die zweifelhaften Erfolge, welche die fran­zösische Politik bis jetzt in Ostasien trotz deö Vertrags in Hue zu ver­zeichnen hat, scheinen diese Gerüchte zu rechtfertigen. Der Transport-Dampfer Aveyron" ist am Montag mit 600 Mann und 6 Kanonen von Toulon nach Tongking in See gegangen. Von den Pariser Blättern wird die Nothwendig- keit betont, weitere Verstärkungen nach Tongking zu entsenden. Der Ballon Ville de Boulogne", welcher am Montag früh 5 Uhr in Boulogne aufstieg, ist nach sechsstündiger Fahrt in Folkestone (England) niedergegangen.

Für die schlimmen Zu stände in den russischen Ostsee-Provinzen spricht wieder ein Vorfall der jüngsten Tage. In der Nacht üom 8. zum 9. September ist in Dorpat (Livland) der Holz enthaltende Keller des Univer­sitätsgebäudes in Brand gesteckt worden. Bei den Löscharbeiten wurde mit Petroleum getränktes Papier und Watte vorgesunden; außerdem sind an meh­reren andern Stellen in Dorpat Brandstiftungen versucht worden; es scheint wirklich, als ob man sich in den Ostsee-Provinzen allmätig irischen Zuständen nähert. Mit Befriedigung wird indessen die Nachricht erfüllen, daß es gelungen ist, die Mörder des Baron Nolde in zwei Wirgenser Bauern zu ermitteln.

In Zürich tagte am vergangenen Sonntag eine allgemeine Versammlung schweizerischer Arbeiter. Dieselbe beschloß beim Bundesrathe an­zuregen, daß er den übrigen Staaten bestimmte Vorschläge über ein europäi­sches Fabrikgesetz unterbreiten möge. Bei der Verschiedenheit der Fabrikverhältnisse in den einzelnen europäischen Ländern lassen sich jedoch diese Dinge nicht über einen Kamm scheeren und ein euroväisches Fabrikgesetz dürfte daher auf unüber­windliche Hindernisse stoßen.

Das vom Fürsten Alexander von Bulgarien jüngst erlassene Manifest, welches den Bulgaren die Verkündigung einer neuen Verfassung in Aussicht stellt, wird von österreichischen Blättern als der Ausdruck eines Com- promisses zwischen den bulgarischen Liberalen und den nach Sofia delegirten russischen Ministern betrachtet. In seinem Wesen habe demnach das Manifest hauptsächlich den Zweck, dm russischen Einfluß in Bulgarien dauernd zu etabliren, was allerdings den Bestimmungen des Berliner Vertrages widerstreite, da derselbe Bulgarien zu einem Vasallenstaate der Pforte, aber nicht Ruß- kmM, mache.

In Nordamerika hat sich am Sonntag die Vollendung eines Werks vollzogen, das sich würdig den schon bestehenden und dem Verkehr dienenden großen Unternehmungen der Union anreiht. Am genannten Tage hat unter der Theilnahme der hierzu geladenen deutschen Gäste die feierliche Einweihung der Northern-Pacific-Bahn stattgefunden, wodurch eine neue directe Verbindung zwischen dem östlichen Asien, Nordamerika und Europa hergestellt worden ist.