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Vermischtes.

Heute Nacht ist in einem Hause der Ostanlage ein Einbruch versucht worden. Der Einbrecher, welcher an dem Fenstertrttt im unteren Stockwerk arbeitete und habet eine Scheibe zerbrach, wurde von den wachgewordenen Bewohnern gestört.

Strophe des alten Lutherliebes an. Mit einem dreimaligen Hoch Rogge's auf dm Kaiser, in das die 800 Festtheilnehmer und das nach Tausenden zahlende Publikum jubelnd unter Tusch und Fanfaren der Kapellen einstimmten, endete das Höchsts-

Belfort, ein Zusammenstoß Basel statt. Bis Leichtverwundete.

Aranüreich.

12 August. Heute früh 4 Uhr fand im Bahnhof Belfort der Schnellzüge Calais-Delle-Basel und Calais-Altmünsterol- iebt bekannt 1 Todter, 8 schwer Verwundete und viele (Fr. Ztg )

Lokales.

Gietzen, 13. August. Vor einigen Tagen wurde bautet ein IWhriges Dienst- mädchen wegen verschiedener Veruntreuungen entlassen; gestern Morgen entdeckte die Herrschaft den Verlust einer goldenen Broche, eines Medaillons und zweier Ohrringe. Die Gegenstände sind wieder zur Stelle gebracht und gegen die Diebin ist Anzeige erhoben.

Gestern Abend 9 Uhr drangen zwei betrunkene Soldaten in ein Haus der Mühlgasse ein. Sie hatten sich jedoch in der Hausnummer geirrt und wurden durch gütiges Zureden veranlaßt, fragt Haus zu verlassen. Im Hofe vor dem Hause wurden sie jedoch von einem Bewohner eines Nachbarhauses derart körperlich mißhandelt, daß ihre Ueberbringung in das Lazareth nötbig geworden. Der muthmaßliche Thäter wurde vorläufig festgenommen und in das Haftlokal abgeführt. Während dieses erfolgte, erbrachen andere Soldaten die Fensterläden und schlugen im Hause des Ver­hafteten eine größere Anzahl Fensterscheiben ein. Es fano ein grotzer Auflauf von Menschen in der Mühlgasse und Neustadt statt.

- Gestern Abend machten sich etn Unteroffizier vom hiesigen Regiment und ein Buchbindergeselle das Vergnügen, aus dem Fenster der Seibel'schen Wirtschaft in der Frankfurterstrabe mit einem scharf geladenen Revolver zu schießen. Anzeige ist dieserhalb

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Belgien.

Xoutnai, 11. August. Der Domherr Bernard ist in dem gegen ihn wegen Vertrauensmißbrauchs und Beiseiteschaffung bischöflicher Gelder geführten Proceffes freigesprochen worden.

Spanien.

Madrid, 11. August. Der König und die Königin sind gestern Abend anaekommen und von der Bevölkerung mit enthusiastischen Zurufen begrüßt. Der König präsidirt dem Ministerrathe und begiebt sich morgen nach San Jldesonso.

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Die sranMsche Regierung erwartet tSglich Nachrichten welche Waddington so,°rt nach Eingang m "heilen wird Beim ausrichiigsten Wunsch einer besned>genden Losung Keifens beider Regierungen könne er keinen Grund denken, weßhalb die Losung keine ® btaenbe fein foCe 8 Solche Losung würbe aber nicht g fSrbett, eher erschwert.

S bie etnaeaangene Information gegenwärtig mittheilen wollte. Gtanvtlle ant- wartete b-m Bischos von Rohster, er habe sich mit bem deutschen Botschafter betreffs der Frage des Bischofs von Jerusalem in Verbindung gesetzt und habe allen Grund, . eine befriedigende Antwort zu erwarten.

London, 11. August. Das Oberhaus erledigte gestern in der Special- borathung die englische Pachtbill. Mehrere von der Regierung bekämpfte Amen­dements wurden mit großer Majorität angenommen.

Das Unterhaus genehmigte in dritter Lesung die Bill gegen Wahl- Beeinfluffungen.

Rußland.

Petersburg, 11. August. Der Führer der Expedition zur wissen- schastlichen Erforschung Central-Asieus und Tibets, Prschewalsky, ist gestern vom Kaiser in einer Abschieds-Audienz empfangen worden. Derselbe begiebt sich dem­nächst mit dem Unterlieutenant Roborowsky, einem Volontär und 4 Soldaten nach Kiachta. Die Dauer der Expedition ist auf etwa 2 Jahre bemesten.

Aegypten.

Alexandrien, 11. August. Bis heute früh sind hier in den letzten 24 Stunden wiederum 22 Personen an der Cholera gestorben.

Kairo, 11 August (Telegramm desReuter'scheu Bureaus') Wah­rend der letzten 24 Stunden bis gestern früh 8 Uhr starben an der Cholera: In Kairo 39, in Suez 5, in Rosette 8, in den Provinzen Garbieh 10-), Da- kalieh 3, Behara 51, Charkieh 295, Ghizeh und Atfe 6, Gallubieh 21, Ghirghe 71, Bernisuef 54 und Fayum 115 Personen.

-Sinnig d Jii XII i Stfllllgvor -finnigen M werbe ^chrtigun, tien,

Erfurt, 8. August. Die alte Hauptstadt Thüringens hatte zur Lutherfeier ein FesttagSkleid angelegt. Ein Wald von Masten, mit frischem Glün jumwunden, zieht sich vom Schmtdtstedterthore nach dem Anger, mächtige Gmrlandengitter zieren die Straßen, Portale sind allenthalben gebaut und die Fahnen und Fähnlein zu zählen, würde wohl Niemandem möglich sein. Bis in die entlegensten. Gäßchen kann man den Häuserfchmuck verfolgen. Freilich inmitten der mit Blumen garnhhn Fronten der Häuser steht hier und da eins ohne Schmuck, da ein Fünftel von Erfurts Einwohnern katholisch ist. Eine Streitschrift, die ein katholischer Pastor angekündigt, wird den Fefi- jubel auch nicht stören. Und die Fcstesstimmung fehlt hier nicht. Ueberall jubllirende Menschen! Schon die in den letzten Tagen erfolgte Ankunft unserer akademischen Festgäste hatte halb Erfurt auf die Beine gebracht und jedem festlichen Einzüge der Herren Sudiosen, die mit Musik am Bahnhof abgeholt wurden, wohnten Tausende bei. Bei den Festgottesdienften predigten General-Superintendent Dr. Baur und Superin­tendent Rietschel, der Sohn des Schöpfers des Lutber-Denkmals in Worms. Der erstere nahm zum Text Lucas 22, Vers 32:Wenn Du dermaleinst Dich bekehrst, so stärke Deine Brüder." Die Predigt führte der nach Tausenden zählenden Feftgerneindc Luther vor die Augen, wie der Jüngling sich bekehrt und wie der Mann die Brüder gestärkt hat Der Predigt des Superintendenten Rietschel lag derselbe Text zu Grunde ; Ioh 20, Vers 19 (Friede fet mit Euch"), über den Luther bei seiner Durchreise I durch Erfurt, im April 1521, auf derselben Kanzel gepredigt hatte. Auf diese geschicht­liche Erinnerung Bezug nehmend, behandelte die Predigt den Frieden, den Luther persönl ch gefunden, und den Frieden, den sein Werk verkündete.

Der Festzug nahm, begünstigt vom herrlichsten Wetter, unter dem Jubel drr Bevölkerung in musterhafter Ordnung durch die festlich geschmückten Straßen feinm Weg, nachdem vor dem Schmidtftedter Thore der Empfang Luthers durch berittene Theilnehmer stattgefunden hatte. Den wahrhaft pomphaften, charakteristischen und malerischen Zug eröffnete berittene Polizei, dann kamen Landsknechte, ein städtischkr Herold mit Standarte, zwölf Fanfarenbläser, die Bergleute, die Gewerke und berittene Fleischer. Hierauf wurde unter Vortritt eines berittenen Trompetercorps das alte Erfurter Universitätsbanner, dahinter das Scepter getragen, dann folgten bic Berliner Studenten. Die nächsten Gruppen bildeten die Bonner, Breslauer, Erlanger, Frei­burger, Gießener, Marburger, Göttinger, Jenaer und Hallenser Studenten mit den Facultätsfahnen. Nun kam der Lutherwagen, ein einfacher Planwagen, naturgetreu unter Leitung Weirnar'scher Künstler hergerichtet. Seine Insassen waren Luther. Amsdorf, Petzensteiner und ein Pommerffcher studirender Edelmann; das Gtteite bildcten 25 Studenten, voran schritt der Zugführer Maler Frenzel und ein kaiserlicher Herold. Es folgten der Rector Johann Crotus und Eobanus Hesse, berittene Raths­herren und ebensolche zu Fuß, dann die Heidelberger, Greifswalder, Kieler, Rostocker, Münchener, Tübinger, Straßburger und Leipziger Studenten mit einer Gruppe der verschiedensten Un versitätsfahnen. Höchst imposant war die Gruppe der Torgauer Geharnischten, an deren Spitze Herzog Bernhard von Sachsen-Weimar emberrttt, d°- hmter Patrizier zu Pferde und zu Fuß; reizend und anmuthig die Gruppe der Patrizierinnen und Jungfrauen. Den Schluß bildeten Schützen, Gewerke, Innungen und Landsknechte. Großartig in seiner Art war ein mächtiger Blumenwsgen der Erfurter Gärtner. Als drr Luther-Wagen auf dem Anger angelangt war, machte derselbe vor der königlichen Commandantur Halt, von deren Fenstern aus die Prinze'iin Leuchtenberg, die Herzogin Elisabeth von Mecklenburg-Schwerin ünd deren beide älteste Brüder dem Festzuge zusahen und setzte sich erst wieder in Bewegung, nachdem die Sangerchöre ihn durch eine Fest-Cantate begrüßt hatten. EinGleiches geschah vorder August nerkirche. Um 5 Ubr langte der Zug auf dem Fnedrich-Wilhelmsplatze «i, wo er mit dem Gesänge:Ein' feste Burg" begrüßt wurde. Es war ein.bezauberndes Bild, ihn in seiner ganzen farbenreichen Pracht unter den Sonnenstrahlen auf du,m ... r fSM^nThguten des Domes und der Severinkirche übenazi

ist, aufmarschirt zu sehen. Lautlose S-tille herrschte, aiö Hos- und Garnisonsprediger Rogge aus Potsdam die neben der Fürstenloge errichtete Tribüne bestieg und nach einem Frstgesange der vereinigten Sängerchöre eine erhebende Ansprache hielt. Das Lutherfeft solle das deutsche Volk aufwecken; es rufe der evangelischen Christenheit ju: Das Wort sie sollen lassen stahn!" Sofort stimmte die Versammlung die erste

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lungene und in jeder Weise ungetrübte Fest.

Homburg v. d. H. Seine Majestät der Kaiser wird am 20. September in Homburg eintreffen und findet daselbst an diesem Tage, Abends halb 9 Uhr, uttec Direction des Musikdirektors Adam vom 1. Großh. Hess. JnfanteriestLeibgarde-Mqi- ment Nr. 115 etn großer Zapfenstreich vor dem Königlichen Schlosse statt. Außer den Sp elleuten der Regimenter 87, 88, 80 und 97 nehmen 13 Jnfanterie-Regiments-Musi'en. diejenige der Unterosficierschule zu Biebrich, des Pionierbataillons in (Saftei, die W Cavallerie-Regiments-Musiken und die drei Artillerie-Regiments'Musiken, zusamrun 24 Musikcorps Theil. Der große Zapfenstreich wird von dem Herrn Major v. hold, Adjutanten des General-Commandos, geführt.

Wiesbaden, 11. August. Nachdem sich nun bei einer gestern Abend haltenen Versammlung sämmtliche hiesige Turnvereine w'gen gemetnschaftlichcr U<>«= nähme des nächsten mittelrheinisch?n Turnfestes endlich geeinigt haben, wird bafi> bestimmt im Jahre 1884 hier stettfinden.

(Aus vollem Menschenlebens Nachstehende Todes-Anzeige in Pommer M Blättern entrollt m ihrer schlichten Sprache ein Bild von der Tragik des Lebens, fl j es ergreifender nicht gedacht werden kann:Todes-Anzeige. Mein lieber Sohn W unser guter Bruder, der Schiffskapitän Robert Wahl, hat im Alter von 39 Jar« j seinen Tod im Meere gefunden. Er ging mit feinem SchiffeEmilie" im Dct.tr vorigen Jahres von Plymouth nach Stettin ab, wurde am 1. December oor^ Jahres in der Nordsee von einem Dampfschiffe angesprochen und seitdem tst von V der ganzen Mannschaft und dem Schiffe nichts wieder gesehen und gehört worden, y i folgte f-intm gleichfalls im Meere gebetteten Vater ml 3 Brüdern und feinem W L Kriege gefallenen Bruder. In ihm betrauern wir meinen letzten hoffnungsvollen und unseren letzten geliebten Bruder. Allen seinen vielen hiesigen und auswärtgi Freunden und Bekannten zeigen diese Trauernachricht statt jeder besonderen Mel»^ hierdurch aufs Tiefste behöbt an Jasenitz, Juli 1883. Die trauernde Mutter W 4 Geschwister." Der Vater und 4 Söhne im Meeresgründe gebettet, ein fuw Sohn auf dem Felde der Ebre gestorben: welche überwältigende Lebenstragodie tn >w engen Raume eines Schifferhäuschens! Und solche Fälle sind nicht selten in un

Küstenbevölkerung.

(Ein theures Mandats Eine eigene, freilich etwas kostspielige Art, sich M Wiedererlangung seines Mandats zu sichern, erzählt man sich von einem franzoitty^ Deputirten. Derselbe hatte sich in seinem Wahlbezirk von den einflußreichsten Wähler in einer außerordentlich schmeichelhaften Rede soeben verabschiedet. Da d-ik es:Wie? Sie wollen uns verlassen und warum?" -Ich fürchte, das Vertrag meiner Wähler nicht mehr zu besitzen."Bah, wer hat Ihnen daS weis Nun, ich wette 3000 Francs, ich falle bei den nächsten Wahlen durch. p0*' schrieen ihm fünf, zehn Stimmen entgegen,die Wette gilt!"Ich halte sie 5 9" alle Zehn!" erwiderte der gute Deputirte. Er verlor seine 30,000 Francs, aber war wiedergewählt.

(Ueber das Füllmaterial der Zwischendrcken in WohnbSusern.j Auf Grao einer Reihe von Untersuchungen des Füllmaterials verschiedener Wohnhäuser in tW kommt R. Emmerich zu dem Resultate, daß kein Boden so stark mit stickstoffya g organischen Stoffen und deren Zerstörungsprodukten verunreinigt ser, ®te dob u material unter dem Fußboden der menschlichen Wohnungen. Die Gesammtmeng im Innern der Wohnhäuser säulnißfähigen Materials ist so groß, daß untn Umnar^ . durch die Fäulniß- und Zerfetzungsgase allein schon das Befinden ^r Bewoy , droht werden kann. Die Verunreinigung des Füllmaterials ist nicht nur sondern auch absolut größer im Erdgeschosse und dem 3., bezw- 4- Obergeicv li Vergleiche zu derjenigen des 1. und 2. Obergeschosses. Man findet auf der ijo i*«« der Zwischendeck-Füllungen in allen während längerer Zeit bewohnten Haus 2 bis 5 Mm. hohe Schicht, welche sich durch ihre grauschwarze Farbe deutlich - eigentlichen Füllmaterial unterscheidet und welche aus Zimmer- und Straßensta j

Zrünbei 'd-.* 1120, Mdn <X O.C

TelegraPhiW Depeschm.______

Frohsdorf, 12. August. Im Befinden des Grafen Chambord zeigt sich fortdauernd eine große Schwäche.

Pesth, 12. August. Dank den getroffenen umfassenden Maßregeln haben die Exceffe im Allgemeinen bis auf einzelne Ausschreitungen gegen die Polizei sich nicht erneuert.

Paris, 12. August. Ein hier heute Nachmittag eingetroffenes Bulletin über den Krankheitszustand des Grafen Chambord besagt, daß die dyspeptischen Symp­tome wieder zunehmen und der Kranke nach einer unruhigen Nacht sehr schwach ist.

Cettinje, 12. August. Die Trauung des Prinzen Peter Karageorgevic mit der Prinzessin Zorka, Tochter des Fürsten Nckua, wurde von dem Metropoliten unter Assiftcnz zahlreicher Geistlicher vollzogen. Derselben wohnten der Vertreter des Kaisers von Rußland, Graf Orloff.Deniffoff, das diplomatische Corps, viele Würdenträger und Offictere bet

Madrid, 12. August. Die amtliche Zeitung veröffentlicht das Gesetz, durch welches der spanisch-deutsche Handelsvertrag, der am 14 ds. Mts. in Wirksamkeit tritt, rcttificirt wird

Casamieciola, 12. August. Am Dienstag wird ein Theil der nicht mehr nothwendigen Soldaten die Insel verlassen.

Heute früh 7 Uhr wurde hier ein unbedeutender Erdstoß verspürt. Der Minister Genala hat sich nach dem Westabhange des Epomeo begeben, wo­selbst sich große Risse gebildet haben.

Petersburg, 12. August. Die Großfürsten Michael Nikolajewitsch und Georg Michaelowitsch sind gestern nach Schwerin abgereist. Der General- Gouverneur von Moskau, Fürst Dolgorukoff, erhielt einen zweimonatlichen Urlaub zu einer Reise in das Ausland. Aus Kronstadt geht dieser Tage der KreuzerEuropa" nach Kiel, um den heimkehrenden Marineminister >Ächestakoff abzuholen.

Bukarest, 12. August. Die Gerüchte, wonach ein Verbot der Mais- Ausfuhr in Aussicht stehen soll, sind gutem Vernehmen nach als unbegründet zu bezeichnen.

Beirut, 12. August. Gestern ist im hiesigen Lazareth ein weiterer Cholera-Todesfall vorgekommen.

Kairo, 12. August. Dem Vernehmen nach wird der Khedive bald hierher zurückkehren und bis zum Abgänge des heiligen Teppichs nach Mekka verbleiben, um dann erst wieder nach Alexandrien zu gehen.