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Telegraphische Depeschen.

Wolff s telexe. Corvespondenr-Bureau.

Berlin, 11. April. Reichstag- Der Präsident theilte mit, daß er von den vor- ,'andenen Liebesgaben vorläufig 5000 <A für die Weichselüberschwemmten nach Danzig eschickt. Das Haus nahm nack unerheblicher Debatte Paragraph 57a (Versagung '^Wandergewerbescheme) an- Stolle bekämpfte die Bestimmung, daß in der Regel ^MtLMMMen^e^Wanderschein versagt werden soll. Nach langer Debatte nahm

Berlin, 10. April. sDie Hinrichtung des Mörders Karl August ßonrab.} Von einem Augenzeugen geht uns über die Hinrichtung des Mörders Conrad folgender Bericht zu. Schon von 5 Uhr Morgens an hatte sich auf dem Platze vor dem Haupt- etngange des Zellengefängnisses zu Moabit eine zahlreiche Menge Neugieriger ein? gefunden und nur Wenigen, vielleicht 50 bis 60 Personen an der Zahl, war durch Cilauvmßkarten des Staatsanwalts der Eintritt in das Innere des Zuchthauses von 6 Uhr an gestattet. Diesen wurde als Versammlungsort der lange Corridor des Hauptgebäudes angewiesen, wo sie bis kurz vor der Hinrichtung verweilten- Unter den Anwesenden befanden sich Ger.chtsbeamte aller Grade, die Stabträthe Friebel und Schmidt, einige Poltzeiosfiziere und nur drei Vertreter der Presse. Während dieser langen Hülsen Stunde herrschte eine fast lautlose Stille und nur Wenige sah man im Flüstertöne mit einander sich unterhalten. Fünf Minuten vor der festgesetzten Zeit wurden die Zeugen und Zuschauer durch einen Oberbeamten zur Richtstätte geleitet, welche sich in dem an das Hauptgebäude anstoßenden Hof befand und wo bereits die Staatsanwaltschaft mit dem Ches. Ersten Staatsanwalt des Landgerichts I., Herrn Angern, fäaimtltd) in ter Amtsrobe, anwesend waren Das Schaffst war an der einen Schmalseite des Hofes in einer Höhe von etwa 3 Fuß errichtet- In der Mitte desselben stand der braune Block, umgeben von einer Sandmaffe. Seitwärts am Geländer lag auf einem mit einer weißen Serviette bedeckten kleinen Tische das entblößte Richtbeil. Der Zeiger an der Uhr wies gerade 6V2, als auf einen Wink die Arme­sünderglocke in dem anstoßenden, durch eine hohe Mauer getrennten zweiten Hofe zu lauten begann. Bald darauf öffnete sich die kleine Pforte des Gefängnisses, aus welcher der Delinquent den Richtplatz betrat. Ein Aufsichtsbeamter schritt ihm voran, zwei gleiche dem Conrad zur Seite, hinter ihm der Prediger Heimke des Untersuchungs­gefängnisses im Talar, mit dem Geistlichen desZellengefängniffes. Conradtrug seinen Civilanzug, einen bräunlichen jacketförmigen Rock und Beinkleider von gleicher Farbe, ein Chemisett mit Umklappkragen und schwarzem Shlips; der Kopf war unbedeckt. Wählend Conrad die Steinstufen in den Hof hinabstieg, musterte er mit scheuem Blick die Anwesenden. Bis zum Schaffst waren es nur wenige, vielleicht 20 Schritte. Aw Fuße desselben stellte er sich dem Staatsanwalt Angern gegenüber, welcher ihm nochmals mit lauter Stimme das gegen ihn am 5- October wegen fünffachen Mordes gefällte Urthetl des Schwurgerichts vorlas, ebenso die Cabinetsordre, nach welcher der König auf das ihm zustehende Recht der Begnadigung Verzicht leistet. Diese Ordre wurde von allen Anwesenden entblößten Hauptes angehört. Conrad, dessen Gesicht eine aschgraue Farbe angenommen hatte, stand regungslos da, die beiden nach tunen gekehrten Hände krampfartig zusammengezogen; kein Laut kam Über feine Lippen. Nunmehr wandte sich der Staatsanwalt an den Henker, mit den Worten:Herr Krauts, ich Übergebe ihnen hiermit den Delinquenten", ihm die Cabinetsordre hinreichend. Conrad stieg die zum Schaffst führenden Stufen, begleitet von 2 Scharfrichtergehülfen, festen Schrittes hinan, trat vor den Block, zog selbst seinen Rock aus, währenddem ihm der Nacken entblößt wurde. Während des Nteberknteens soll er gesagt haben, zu den GehÜlfen gewandt:Bitte, halten Sie mich", worauf diese ihn aber schon an den Schultern niedergedrückt und den Kopf im Block mit der Lederbinde sestgeschnallt hatten. Fast im selben Augenblicke holte Krauts zum Hiebe aus. das Beil sauste durch die Luft und fuhr mit lautem Krach in den Block, den Kopf vom Rumpfe trennend, womit der Gerechtigkeit Genüge geleistet war. Die ganze Execution hatte nur wenige Secunden gedauert; Conrad war ohne Gebet des Geistlichen an der Richtstätte und ohne Be- kenntniß aus dem Leden geschieden- Schnell wurde der dis dahin auf dem Schaffst gestandene Sarg geöffnet und der Körper in diesen hineingelegt. Der Kopf war nach der Enthauptung an dem Vordertheil des Blockes in den Sand hinabgegl'tten, während der Körper sich umdrehte und auf den Rücken zu liegen kam. Die Beerdigung erfolgte bald nachher auf dem hinter dem Zellengefängniß gelegenen Anstaltskirchhof, wo Conrad neben einem am Sonnabend zu Grabe getragenen Sträfling die letzte Ruhestätte fand. Heute in aller Frühe waren noch zwei Schwestern des Conrad, die eine mit ihrem Mann, im Gefängniß anwesend, um von ihrem Bruder Abschied zu nehmen. Die Vollstreckung des Urtheils wurde der Bevölkerung durch Plakate an den Anschlags? faulen bi-fannt gegeben.

Metz, 9. April. Als die Straßburger Tabakmanufaktur eine Verkaufsstelle nach der andern in Altdeutschland eingehen lassen mußte, glaubte man nicht, daß den Verkaufsstellen in den Retchslanden ein gleiches Schicksal beschieden wäre, da man sich die langen Jahre hindurch an den Regietabak und die Monopolctgarren gewöhnt

das Haus § 57B unter Streichung der Bestimmung an, daß der Wanderschein versagt werden kann, wenn der Nachsuchende Kinder besitzt, für deren Unterhalt unb Unterricht nicht genügend gesorgt ist. § 58 (Zurücknahme des Wanderschetns) wurde entgegen dem Anträge Baumbach auf Streichung unverändert genehmigt. Bei § 59 (Festsetzung der Fälle, worin das Hausirgewerbe ohne Wanderschein statthaft tft) wurde die Debatte vertagt- , . , . . . .

Die Unfallversicherungscommission ist heute zusammengetreten und einigte sich Über die geschäftliche Behandlung der Vorlage dahin, die allgemeinen Grundsätze, wttche der Vorlage zur Basis dienen, zu beraten, um festzustellen, ob auf Grund der Vorlage eine Verständigung möglich sei.

Die Wahlprüsungscommission beschloß die Wahl Schorlemer-Alst's wegen Wahlbeeinflussung fettens der Geistlichkeit zu beanstanden.

In Abgl oidnetenkrelsen ist das Gerücht verbreitet, daß dem Landtage eine kirchenpolilische Vorlage zugehen werde, welche ßatitube für Messelesen und Sacrumento spenden gewahre. Unterrichteterseils wird versichert, daß krine Vorlage vorhanden sei, wenn schon der Reichskanzler einem Abgeordneten gegenüber sich privatim für Ge­währung der Freiheit des Mffselesens und des Sacramentsspendens ausgesprochen haben soll.

Der neue türkische Botschafter Said Pascha hielt heute seine feierliche Auffahrt bei Hofe und überreichte dem Kaiser sein Beglaubtgungsschreibcn mit einer Ansprache, welche der Kaiser huldvoll erwiderte. Salb Pascha wurde hierauf auch von der Kais-rin in Audienz empfangen.

Prinz Friedrich Karl ist heute Mittag zucückgekehrt und begab sich von Großbeeren zunächst nach Nikolskoe zur Gruft feiner Eltern. Nachmittags kam er von dort nach Berlin.

Die Provinzialcorrespondenz bespricht das Staatsraths-Project unb weift die Vorwürfe zurück, als ob bie gegenwärtige Vorbereitung ber Gesetzentwürfe mangelhaft sei unb ber Staatsrath gegen Parlament unb Staatsministerium ausgespielt werben solle. Weitgehende politifche Gesichtspunkte lagen dem Projecte fern, es handle sich ausschl-eßlich um Erwägungen administrativer Zweckmäßigkeit. Der Staatsrath soll wesentlich dazu berufen fein, als commifsarisches Organ des Gefammtministeriums bie Entwürfe der Refsortminifterien sachlich und formell zu prüfen, insbesondere die Zweck­mäßigkeit und Noihwend'gkeit zu begutachten, den Zusammenhang ber Entwürfe mit ber bestehenben Gesetzgebung aufrecht zu erhalten unb bie Wibersprüche ber rebacttonellen Unklarheiten zu beseittgen, für welche Thätigkeit bie Mtnisterial-Fachcommifstonen nicht geeignet seien. Ein befonberer Vorzug liege in der Gläubigkeit unb der Zusammen­setzung des Staatsrathes, wodurch die Trabttion der Verwaltung gewahrt unb ein sach­gemäßes Urthetl ermöglicht werde.

Jahren einen Jahreszuschuß bis zur Höhe von 3 pCt. des jeweils eingezahlten, im Höchs,btt a»e auf eine Million s-stg-s-tzt-n Akti-nkapitals insoweit zu gewahren, als die Jahreserlrägnisse der Gesellschaft zur Deckung der Betriebs osten und zur Gewährung einer fünfvrocenlia'M Dividende an die Actionare nicht ausreichen; 2. zu den Betriebs­kosten sind die erforderlichen Abschreibungen an den Vermögensstücken der Genossen­schaften zu rechnen wobei solche bet Gebäulichkeiten 2 pCt., bet Ketten, Schiffen, Mafchmen und Geräthen höchstens 7 pCt. ber ursprünglichen Anschaffungskosten in den ^nzelnen^ Jahr:n nicht Übersteigen dürfen; 3. das eingezahlte Aktienkapital ist bei Nestsekuna bes Staatszuschusses in Folge der Zinsgarantie nur insoweit in Rechnung L ziehen als Melde zur vollständtgen Herstellung und dem Betriebe ber Kabel- ober ttettensch'leppfchifffahrt auf genannter Mainstrecke nothwendig ist unb verwendet wurde; 4 die Aktiengesellschaft ist verpflichtet, von dem nach Abzug ber in pos. 1 unb 2 auf­geführten Kosten sich ergebenben jährlichen Reinertrag, welcher unb insoweit er 5 pSt. des nach pos. 3 verwenbeten Aktienkapitals übersteigt, die von dem Staate in Folge der Abschlüsse früherer Jahre geleisteten Zuschüsse zu ersetzen, beziehungsweise zurück- zuerstatttn.^ n April- Der Reichstagsabgeordnete für Hamburg, Julius Sandtrnann, wurde heute früh ertrunken im Billeflusse gefunden. ES wird ein Selbst­mord wegen finanzieller Zerrüttung angenommen. Der Verstorbene betrieb ein großes Tabak-Importgeschäft, in welchem er Verluste erlitt- Sandtrnann war Führer des hiesigen Fortschritts unb persönlich sehr beliebt- Der Fall erregt allgemeine Bestürzung unb Teilnahme.

Kranöreich.

Paris. 10. April. Die Zufuhr lebenber Hammel aus Deutschland nach dem Pariser Markt nimmt dieses Jahr außergewöhnliche Demensionen an. Allwöchentlich passiren zwei Specialzüge die Grenze, welche jeder aus etwa 35 Viehwaggons in zwei Etagen bestehen und jeder etwa 13,000 Hammel ihrem Bestimmungsorte zuführen, Bekanntlich spielt das Hammelfleisch in dem Pariser Lebensnnttelbedars eine der wichtigsten Rollen.

Paris, 10 April. Präsident Grevy hat ein Dekret erlaßen, durch welches oie Organisation des Hotel des Invalides modificirt wird. Der Posten des Gouver­neurs desselben wird aufgehoben und die Zahl der in demselben befindlichen Invaliden auf 400 reducirt. Hierdurch werden jährlich 160,000 Francs gespart. In den Theck des Hotels des Invalides, welcher nunmehr disponibel wird, sollen Lureaus des Kriegsministeriums verlegt werden, irjL . m m .

Die seitens der Marine mit dem Kropatschek-Gewchre angcstellten Versuche haben zu keinem befriedigenden ResuUate geführt. Die in Versailles ntedergesetzle Com­mission setzt die Versuche, betreffend die Umwandlung des ichtgen Gewehres in ein Repetirgewehr, fort. ___ r r ,

Marseille, 10. April. Gegen 7000 Hafenarbeiter haben die Arbeit eingestellt; Ruhestörungen sind nicht vorgekommen.

England.

London, 9. April. Eine unbeschreibliche Aufregung herrschte gestern m Birmingham. Sprengstoff zur Zerstörung ber halben Stabt befanb sich in feinen Mauern und dieser Sprengstoff konnte sich dank seiner mangelhaften Zubereitung von einem mm anbern Augenblicke entlaben. Man hatte ihn sorgfältig mit E's umgeben unb bas fenische Laboratorium, wie ber Laden in Ledsam-Strect jetzt genannt wirb, abgeschlossen; aber plötzlich warb ber Polizei bie schreckliche Gewißheit, daß das Nttro- glncerin in gefrorenem Zustande ber Selbstentladung noch mehr zngeneigt als in feiner gewöhnlichen öligen Form: und so eilte der Polizeichcf unb ein L>achverstanbiger noch fpat am Samstag Abenb nach ber Unglücksstätte, um den Unhold seiner E-senthüllung zu entflelben unb ihn in Sägemehl zu setzen. In der Nachbarschaft aber fanb ob ber entsetzlichen Kunbe eine wahre Auswanderung statt. Unterdessen kamen die von brr Stabt verschriebenen Fachmänner von dem Laboratortum der Firma Nobel u. Co- aus Glasgow an, welche bekanntlich das Patent für die Dynamit- und Nttroglycerin- berettung besitzt. Nachdem sie die Werkstaite Whiteheabs untersucht, kamen sie sofort zu dem Schluffe, daß Whitehead ein gründlicher Kenner ber Nttroglycerinberettung, unb zweitens, daß feine Werkstätte bis jetzt nur durch ein Wunder ber Zerstörung Ent­gangen fei. Neue Bestürzung! Der Mann aus Glasgow aber streckte seinen Arm kaltblütig in die Masse, rührte sie um unb goß die auf der Oberfläche schwimmende alkalffche Flüssigkeit ab und mischte bas zurückbleibenbe Nitroglycerin mit Erbe, eS da­durch in Dynamit verwandelnd, das leichter zu transporttren tft. Schwieriger war die Behandlung einer großen, über 200 Pfund wiegenden Korbflasche mit Inhalt, auf dessen Oberfläche eine 3 Zoll dicke Schichte von fäuregefattigtem Wasser schwamm, dessen Wegnahme gefährlich war. Ein Versuch, das Svrengöl mittels eines Saug- aebers abzuziehen, scheiterte an der Zähigkeit des Stoffes, unb es blieb nichts anberes übrig, als bas Gefäß in ein großes Faß zu leeren unb den Inhalt wiederum mit Erbe zu vermengen. Berichte aus Birmingham haben die Angst, die sich wahrend dieser Operationen auf den Gesichtern ber Umstehenden zeigte, mit großer Anschaulich­keit ausgemalt. Leiber blieb noch bie bittere Aufgabe übrig, den in sieben Eimer ge­packten Dynamit durch die Straßen einer Stadt, bie von Feniern strotzen mochte, zu bringen. Voran fuhr ein Wagen mit dem Oberconftabler, einem Gensdarmen unb einem Chemiker. Dann kam die Ladung, die in einem ber größten Gefängnißwagen Birminghams Platz gefunben hatte. Geheimpolizisten hielten je einen Eimer zwischen den Beinen, um denselben vor Schlottern zu bewahren, während auf dem Bocke unb hinten revolverbewaffnete Sicherheitsdearnte die Menge scharf beobachteten. Hintendrein . folgten in zwei geschlossenen Wagen verschiedene Geheimpolizisten. Die Nachricht von der Wegschaffung des Dynamits reiste schneller als der Dynamit selbst. Daher warb der seltsame Zug überall von Neugierigen empfangen und da sich das Gerücht ver­breitete, die Ferner wollten eine Bombe unter den Dynamitwagen werfen, laßt sich die Aufregung ber ganzen Stadt leicht denken- Auf der Cloakenfarm, die ungefähr 4 Meilen von der Stadt liegt und eine Ouabratmeile groß ist. begann ber Wagen in so unheimlicher Weise zu schwanken, daß die Insassen bestürzt hinaussprangen. Doch kam er ohne Unfall an. Der Fachmann aus Glasgow begann damit, zunächst eine kleine Quantität des Stoffes zu verbrennen, was wiederum einige ängstliche Augen­blicke verursachte, denn das Volksbewußtsein kann sich noch keinen Sprengstoff denken, dessen Entzündung nicht durch Feuer erfolge. Als daher ber Chemiker das brennende Stteichhölzchen an den Dynamit hielt, überlief es die meisten kalt, doch dauerte die Angst nicht lange, denn das Zeug brannte ohne Knall an, erzeugte einen unter grollendem Geräusch sich bildenden braunrotben Dampf und verzehrte sich rasch, unb nachbem alle Eimer ausgeleert, mürben sie ausgewaschen unb nach der Polizeistation gebracht. So verflog der Alpdruck, welcher gestern auf Birmingham lag, unb wer kein Ire ist, wird mit Sehnsucht der heutigen Unterhaussitzung entgegenblicken, in welcher der Minister des Innern ein neues Sprengstoffgesetz einbringen wirb. Diese Sprengstoffoorlage (Explosive SubsUnces Bill 1883), welcpe Sir W. Harcourt heute einbringen wird, be­steht aus neun Paragraphen unb ist sehr streng abgefaßt. Sie bestraft die binden Urbeber ungesetzlicher unb böswilliger Explosionen mit Gefängnißstrafe bis zu zwei Jahren und Zuchthausstrafe aufls Leben; Die inbireden Urheber unb Helfershelfer mit zwei- beim, zwanzigjähriger Zuchthausstrafe; ferner behandelt sie feben, ber im Besitze gefährlicher Sprengstoffe befunben wird, ohne sich über seine gesetzliche Berechtigung dazu auszuweisen, mit zwei- bis vierzehnjähriger Freiheitsentziehung. Der Attorney- General hat in ber Zeugenvorladung eine fast unbegrenzte Freiheit unb kann sogar beugen, die des Fluchtversuchs verdächtig sind, bis zu Beginn des Proceffes einsperren lassen. - Der bei der Untersuchung von Sprengstoffen viel genannte Professor Abel tft von der Königin ob seiner Verdienste um bie Sprengstoffwissenschaft in den Ritter^ stand erhoben worben.

DieNordd. Allg. Ztg." rrflart bie G-rüchte über d e beabsichtigte Er- «enuna des Fürsten Bismarck zum Herzog von Lauenburg ohne jeden Anhaltspunkt und ganzfich aus ber Lust gegriffen.

Paris, 11. April. DieAgence Havas" veröffentlicht folgende Nach­richten ans Tonkin: Die Ankunft der vomCorr^ze" gebrachten Verstärkun­gen hatte gegen Ende Februar d. Js. unter den Anhängern der anamitischen Mandarinen große Erregung hervorgerufen. Letztere versuchten den Flußarm, welcher nach Hanoi führt und den die Citadelle von Mamdink beherrscht, abzu- fperren, der französische Befehlshaber am Fluffe sah sich daher zur Erhaltung der Verbindung genöthigt, am 27. März die Citadelle zu besetzen. Ebenso ge­setzte derselbe die Stellung von tzonghay in der Bai) von Along, der französische Vertreter am Hofe von Hue, der bereits der Gegenstand von allerhand Be­lästigungen war, die sich leicht verschlimmern konnten, hielt deshalb seine Abreise für geboten und ist mit seinem ganzen Personale gegenwärtig in Saigon ein­getroffen.

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Wien, 8.

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