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man vor Hunger. Der Minister des Innern constatirte, die R<de Castagnac'S zeige, wem der gestrige Tag Befriedigung gewähre Matlle nannte den Minister einen Ver- läumder und wurde deshalb zur Ordnung gerui n. WaloeckRousseau bemerkte weiter, eS feien keine wirklichen Arbeiter, welche die Bäckerläden plünderten und von Hunger sprächen, während man 60 Francs in ihren Laschen finde. Der gestrige Tag sei ohne Anwendung von Gewalt vorübergegangen; aber wenn etneS TagcS durch Zuthun der Partei des Herrn Cassagnac, oder irgend einer anderen, die Dinge ander« verlaufen sollten, so werde auch ihre Unterdrückung in anderer Weise vor sich gehen. Der Deputirte du Mun möchte wissen, was die Regierung zu thun gedenke, um der wtrth- schaftltchen Krisis abzuhelsen; mit Cavallerie-Chargen löse man sociale Fragen nicht. Hierauf wurde die Discussion geschlossen und in der Abstimmung die von der Regierung acceptirte einfache Tagesordnung von 406 Abstimmenden einstimmig angenommen. Das Gericht verurtheilte heute 19 wegen der gestrigen Kundgebung angeklagte Personen zu Gefängntßstrafen dis zu 6 Monaten; 7 Angeschuldigte wurden freigesprochen.

Telegraphische Depeschen.

Lyolff's telegr. Sorrespondenz-Bureau.

Baden-Baden, 11. März. Der russische Reichskanzler Fürst Gortschakoff ist heute früh um 4 Uhr gestorben. Die beiden Söhne desselben sind hier anwesend.

London, 11. März. Gestern Nachmittag trat die Donau-Conferenz zur letzten Sitzung zusammen, welche von 5 bis 61/? Uhr dauerte. Sämmtliche Vertreter der Mächte waren erschienen. Sicherem Vernehmen nach sind in der­selben alle Protokolle unterzeichnet worden.

Belgrad, 11. März. Eine Deputation von diplomatischen und militä- rischen Würdenträgern wird Serbien bei der Krönung des Kaisers von Ruß­land vertreten.

Pari-, 11. März. Heute Mittag 1 Uhr war wenig Publikum aus dem Stadthausplatze, dessen Zugänge von Polizei bewacht sind. Um 1 Va Uhr wurde der Platz plötzlich von verschiedenen Gruppen besetzt, aber von den Polizei- Agenten ohne Widerstand wieder geräumt. Um 2 Uhr fand eine abermalige Besetzung des Platzes von einem auf etwa 1500 Menschen geschätzten Hausen statt. Mit Hülfe von 15 berittenen Municipal-Gardisten wurde derselbe aber von den Agenten zerstrent. Hierbei wurden 5 Verhaftungen vorgenommen. Die Gruppen scheinen sich nach dem place du träne zu begeben, der ebenfalls von der Polizei bewacht wird. Die Menge, welche um den Stadthausplatz sich angesammelt hat, besteht zumeist aus Neugierigen.

Um 4 Uhr wurde die Circulation auf dem Stadthauüplatze gänzlich un­tersagt , aber an den Häusern entlang hatten sich zahlreiche Neugierige ange­sammelt. Auf dem place du träne herrscht Ruhe. Auch anderweit wird keine ernstliche Zusammenrottung signalisirt. Vorsichtshalber waren an den Brücken­köpfen der Concordien- und Jnvaliden-Brücke Kavallerie-Piquets aufgestellt. Dieselben rückten um 2Va Uhr wieder in ihre Kasernen ein. Im Ganzen also viel Neugierige und wenig zahlreiche Manifestirende. Es sind in Allem etwa 15 Verhaftungen vorgenommen worden.

Petersburg, 11. März. Zur Feier des Geburtstags d.s Kaisers Attxanv r III. waren gestern Abend das große Theater und das Alexander-Theater unentgeltlich und ausschließlich den Zöglingen der unteren Lehranstalten zur Disposition gestellt. Irn großen Theater foud em Ballet statt, welches der Kaiser und die Kaiserin mit ihrer Gegenwart beehrten. Während der Zw schenakte wurden der Jugend in den Foyers und den Sälen Tbee und Erfrischungrn gereicht. Dort erschien auch das Kaiserpaar, von endlosem Jubel und Hurrah der Jugend begrüßt. E n Empfang fand gestern Abend nicht statt.

Lokales.

einer Frau nach dem Verbleib des Knaben beantwortete er ausweichend, indem er er­klärte, er habe den Knaben anderswärts in Pflege gegeben. Später trennte sich Mangliers von seiner Frau. Im August v. I. stattete die von ManglierS verlassene Frau bei der Polizeibehörde Anzeige, daß ihr Mann feit mehreren Monaten m>t einer geschiedenen Frau in wilder Ehe lebe, und erbat sich die Hülfe der SicherheitSbehörde zur Wiedererlangung ihrer noch irn Besitze des Mannetz befindlichen Hausgeräthe. Bei dieser Gelegenh.it theilte die Frau noch mit, daß ihr Mann im Jahre 1872 eines Tage- früh Morgens seinen 7 Jahre alten taubstummen Sohn aus erster Ehe angekleidet und sich alSdann mit dem Kinde entfernt habe. Nach einigen Tagen lei der Mann ohne das Kind zu ückgekehrt. Ihre Nachfragen nach dem Kinde, die sie später bet Ver­wandten, Bekannten und in Erziehungsanstalten gehalten habe, fetn resultatlos ge­blieben: das Kind sei spurlos verschwunden gewesen. Als Mangliers demnächst bei der Veimhmung wegen des Knaben zur Rede gestellt wurde, verwickelte er sich in mancherlei Widersprüche. Zunächst gab er an, er habe denselben in Rosenthal untere gebracht Als ihm nachgewtesen wurde, daß diese Aussage unwahr fei, erklärte er, er habe im Jahre 1872 fein Kind an einen polnischen Maurer, der zu jener Zeit bei dem Neubau eims Fabrikgebäudes am Lehmdamm beschäftigt war, verschenkt. Der Crimi- nalbeamte Stiller, welcher mit den Ermittelungen beauftragt war, machte indeß die bet jenem Bau beschäftigt gewesenen Maurer ausfindig und widerlegte sodann auch diese Ausflucht Mangliers. Schließlich wollte der letztere den Knaben in einem Schanklocal an einen ihm nicht weiter bekannten Mann verschenkt haben. Diese widersprechenden Angaben und die sonstigen Ergebnisse der Nachforschungen veranlaßten schließlich gestern die Verhaftung des MaurerS. Nach anfänglichem Leugnen fühlte sich Mangliers end­lich gestern Abend, vom Gewissen gepeinigt, zu dem Geständniß gedrungen daß er duich ein Verbrechen sein Kind beseitigt habe. Er sagte aus, er sei am 2. März 1872, also genau 11 Jahre vor seiner Verhaftung, mit dem Knaben nach Scheitnig gegangen und habe dort in der Kleppel'schen Restaurat on dem Kinde Speisen und Spirituosen zum Genüsse verabreicht. Nachdem er dann mit dem Knaben noch mehrere andere Restaurationen b sucht und den Kleinen trunken gemacht, hatte er denselben schließlich an das Ufer der alten Oder in nördlicher Richtung von der Fürstenbrücke geleitet und dort an einer tiefen Stelle in den zu jener Zett angeschwollenen Strom hinadgestoßen. Als er sich bann überzeugt hatte, daß der Knabe den Tod gefunden, hätte er sich ent; fernt und wäre tagelang vlanlos umhergeirrt Seit jener Zen sch int Mangliers häufig von Gewissensbissen gefoltert worden zu sein, denn er wurde öfters zu Thränen ge- rüh't, wenn er beim Anblick eines Kindes wegen seines eigenen Knaben befragt wurde. Der Umstand, daß gerade gestern der Jahrestag der 2. März die Erinnerung an das Verbrechen wieder in lebendigster Weise wachrief, scheint den Verhafteten zur Ab­legung eines GeständnisieS bewogen zu haben.

In Nürnberg wird am Ostersonntag der erste deutsche Rudertag ftatb linden, zu welchem sich Delegirte aus fast sammtltchen RudercludS Deutschlands ein­finden werden.

Handel und Verkehr.

Grün berg, 10.' März. (Fruchtpresse.) Weizen «X 18.86, Korn JC 15.06, Gerste 13.00, Hafer JL 12.60, Erbsen 00.00, Lein JL 00.00, Sarnen JC 00.00, Kartoffeln JL 8.00.

Frankfurt, 10. März. Aus dem heutigen Markt kostete der Gentner Heu 2.803.50, (Stroh 1.702.00, Eier das Hundert 5.207.50, Stück 6 H, Butter

1. Qualität JL 1.40, 2. Oualität JL 1.30, Kartoffeln per Zentner JL, 4.258.50. Blaukraut per Stück 35 H, Wirsing 69 Rothkraut 1518 H das Stück, Gans per Pfd. 00 JL, Huhn JL 1.502,00, 1 Ente 3.00, 1 Taube 6070H, Hahn jl 1.502.00.

731) Ueber die Höhe der Kosten, welche die Einrückung einer Anzeige in ein, oder mehre Zeitungen verursacht, wird man sich niemals enttäuscht sehen, wem, mal. von der Annoncen - Expedition von M .< ANEtVSTElfV «f? VOGLEH in Frankfurt a. M. (Karlsruhe, Stuttgart oder München 1 zuvor Auskunft einfordert, die auch hinsiohts der für den jeweiligen Zweck geeigneten Blätter auf Grund reicher Erfahrungen und gründlicher Beobachtungen zuverlässigen Rath ertheilt

Repertoir der vereinigten Stubttljeater zu Frankfurt a. M.

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Gießen, 12. März. Dein Wunsche vieler unserer Leser entsprechend, werden wir von beute an für die Folge in unserer Sonntags- oder Dienstags-Nummer das Repertoir der Frankfurter vereinigten Stadttheater für die laufende Woche veröffentlichen-

Wenn man gehofft hatte, den Winter mit seinen Zuthaten im Rücken zu Haden, io ist uns dnse Hoffnung gründlich zu Eis und Schnee gemacht worden. Nach einem wahren Frühjahrswetter, welches wir z. B am v-rflossenen Montag genießen konnten, hab'N wir seit Dier stao e nrn W'nter mit Schne» sturm und -Fall daß wir eher an Weihnachten als an Ostern denken dürfen. Daß unter der Unbill dieses Wetters unsere armen gefiederten Lieblinge leiden, brauchen wir nicht weiter za verstchern. Wir bitten im Namen der armen Burschen, daß ihrer gedacht und die Futterplätze für dieselben besorgt werden.

März: Mignon.

März: Nachmittags 3Vr Uhr: Kinder-Vorstellung. Aschen­gläserne Pantoffel. Ermäßigte Eintrittspreise. Außer

Schauspielhaus.

März: Don Carlos.

Wir beehren uns anzuzeigen, daß wir

Herrn S Elsoffer in Gieften

Haupt-Riederlage unserer Fabrikate übertragen haben.

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allen Neuheiten Der Saison reichlich aukig'stattet ist.

S« Weimer sheim Wchfolger

Von der Übersichtskarte des Weltpostvereins mit Angabe der über­seeischen Postdampfschiffslinien und der Postverbindungen nach außereuropäischen Deutschen Consulatsorten, bearbeitet im Kursbureau des Reichspostamts, ist eine neue Auflage hergestellt worden.

Exemplare sind durch Vermittelung des unterzeichneten Postamts zum Preise von 1 «X zu beziehen.

Kaiserliches Postamt.

Ritsert.

Opernhaus.

Montag den 12. März geschlossen

Dienstag den 13. Marz: Die lustigen Weiber von Windsor. Komische Oper m 3 Akten mit Ballet von O- N'colat- T-xt nach Shakespeare's gleichnamigem Lunspiel von Mosenthal. 75 VoisteUung Im Abonn. Kleine Preise. Ans 1/a7 Uhr

M ttwoch den 14. Mäiz: Volksvorstellung bet ermäßigten Preisen. Das Käthchen von Heilbronn- Außer Abonnement.

Donnerstag den 15. März: Neu einstudirt: Fi es ko, von Schiller.

Freitag den 16 März g schlossen.

Samstag den 17 März: Cosi fau tutte. Hierauf zum ersten Male: Des Malers Traumbild Ballet.

Donnerstag den 15. März geschloss-n.

Freltag d.-n 16. Marz: D er Geizige. Hierauf: Gefährliche Leute.

Samstug den 17. März: Der lustige Krieg.

Sonntag den 18 März: Die Maler. Hierauf zum ersten Male: Der emer und jein Sohn. Local-Scherz in 1 Akt von G. Beck-

Vermischte-.

Breslau, 3. März. Ein schweres Verbrechen, welches vor langer als einem Jahrzehnt begangen wurde, ist gestern endlich durch das Geständniß des Schuldig-n an den Tag gekommen. Ueber den Tatbestand ist Folgendes zu berichten: Der hierorts ansässige, jetzt etwa 45 Jahre alte Maurer Friedrich Mangliers hatte sich im Jahre 1865 yerheirathet, verlor aber schon nach zwei Jahren seine Frau durch den Tod. Aus dieser Ehe verblieb ihm ein taubstumm s Kmd, ein Knabe Namens Fritz. Im Jahre 1870 verdeirathete sich Manglieis zum zweiten Male. Das von seiner ersten^Fran ^nt^rlcffene Kind scheint ihm demnächst lästig geworden zu fein. Am 2 z 1872 verließ er m't dem damals 7 Jahre alten taubstummen Knaben seine Wohnung und kehrte nach etwa 8 Tagen ohne d rs Kind nach Hause zurück. Die Frage

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Wir bitten unsere Haupt-Niederlage, die vertragsmäßig verpflichtet ist, zu Fabrikpreisen zu liefern, bei Bedarf mit gütigen Entbietungen zu betrauen. Cöthen und Falkenau a. Eger, im März 1883.

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März: Was Ihr wollt. Lustspiel in 5 Akten von Shake­speare. Abonn. A, 56. Vorstellung. Mtttelpretse. Anfang 1/27 Uhr.

Mittwoch d<n 14. März: Valentine.

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