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Gießen, am 12. Januar 1883.

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Kirchliche Anzeigen der Stadt Gießen.

Evangelische Gemeinde.

Gottesdienst:

Sonntag den 14. Januar (2. nach Epiphanias.

Vormittags 9', Uhr: Pfarrer Dr. Naumann.

Nachmittags 5 Uhr: Pfarrer Dingeldey.

Feier des heiligen Abendmahls im Abendgottesdienst: die Beichte findet unmittelbar vor dem Abendmahl statt.

Donnerstag, den 18 Januar, Abends 8 Ubr, im Gymnasium: Bibel- stunde, Briet Pauli an die Galater Kap. 5,1326, Pfarrer Dr. Naumann. otr Die PfarrgeschSfte in der Woche vom 14. bis 20. Januar besoral Pfarrer Dr. Naumann. u

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Die londwifthschastlichen Vereine und Consumoeretne, die Gauenbauvereine WDie die Landgemeinden können, wenn ste ein.- aememschastltche Bestellung machen :me entsprechende Provision genießen. Die Vorstände der Geme-nden, der Vereine die Herren Feldgeschworenen und alle Besitzer Dttten wir, sich int ihren Bestellungen an oben genanntes D?pot zu wenden. Interessenten, welche als Agenten sich nühlicij und die Provision erwerben wollen, mögen unter Angabe non Referenzen sich oolthm wenden. Die Verkäufe verstehen sich zu obigen Preisen Netto comptant und zwar bei Beträgen unter JL 20 nur unter Nachnahme.

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Icflcn domh'H ober and) je nach Stund' juv öcv rechnung <uif iflrunbkxiK dc» nttchfttoitzcnden tivvfeit» vvurlcv brivirft, cbeufo wirb daiclds! ub.-t 'Mu* loofiutg von afseclen, übet Anian, tu Orr-e ,iönÖiste i niciiLpapkren :c. bereitwiU(gft SluSkuufi cnbcNl

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Fllr dte Wosserbeschädigten im Großherzogthum gingen weiter ein (SnUertr au8 öarba» 31 70^, Vorfchußoerein Hungen 50 U(Miete auJ®rtnbra

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Tieft1 ^< 90 ^ Schloiser Edmund Nagel 3 Opfer aus d-r cd. Kirche dahier 7 SoUecte aus Lumda 38 JL, Knegerverein Groß-Linden 20 JL 10 & ftirchen' faffe Wies eck 30 JL, Collccte aus Geilshausen 52 JL 96 Dr. W- Diehl 3 ' jl W h' 10^ 5 JL. Frau N. 9i. w JL, Eoll'Ne aus ArnsduVg

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Dr- -Vireng (2. Gabe) 20 JL, Rechtsanwalt Dr. Gutfleisch (2. Gabe) 50 JL u ^aatsanwalt Zimmermann (2- Gabel 15 JL, Genchtsaccessist Dr. Löwe (2. G.)' i?rtrafl - in Don ber Kapelle des 2. Großherzogl. Hess Jnianterie-R^aiments 'io'^.^veranttalteten Conrerts 190 10 Landgerichtsvräfident Knorr (3. Gabe)

; au Hosratb Wehn (2. Gabe) d jl Summa 4600 JL 66 H. Hierzu die

.rüher qurttirten 18352 JL 43 zusammen 22953 JL 09 *

der °G°;^"">°r «00 ^66^ b-sch-migt mit herzlichem Danke und

Katholische 6emeinöc.

2. Sonntag nach Erscheinung des Herrn.

,, ... ,®on "* "br an: Beichte 8 Uhr: Frühmesse und Slustheilung der h. Communion. /JO Uhr: Hochamt und Predigt. 2 Uhr: Andacht.

Gottesdienst in der Synagoge.

. Srnlag Abend 4'^ Uhr, Samstag Morgen 8 Uhr, Samstag Mittag 3 Uhr lsamstag Abend 515 Uhr.

Maurerarbeit, veranschl. zu »M. 321.19, Zimmerarbeit

Di- WereiitsötiikK m Ajcrlin

'2Ietini OZrseNsttmft:

(öninbetmita 1: 301\' ;iin:ic . Mark: emittir: und vulldczadlt: G Millionen Mark,

Übernimmt die BOorgrmg d.H Siu un> Verkausv doricngailgigcr Wrnhpapiere

zum osficiellcn Taqc^cour^ der Berliner B. rse, sowie die ÄnHtuhrung sonstiger bank» und dötten flc'it>äftU(bcr Crbrefl, inx^elouderc auch die to- fubrmiß von Börsen-ZeilgesLätten zu coulanteste: ikotnfliingvn.

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trose ber Hkersoosungen. die ^inhosuug neue gouponsstogea wird den Kunden der Bank tvsteil- s eel unter Berechnung be> -itorto» besorgt. Ber iucrlbiiitü der in frember Militzrinblbaren (>nnvono cinine 3dt vor 'Verfall zum teweiltgru Börsen 0"mirfc.

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bieten und durch sie am meisten gefährdet sind. Aber auch ältere Bäume gewähren ihnen Angriffspunkte, namentttch an schadhaften von Rinden entblößten oder an wunden Rindenstellen, die ihnen den Zugang zum Spl nt gestatten. Hier bringen sie dieselben grindigen Wucherungen zu Wege, verhindern bad Vernarben der Wunden und schaffen sich Vertiefungen und Veistecke, in denen man ihnen ohne Entfernung der Wucherungen und Glatten der Oberfläche absolut nicht bekommen kann An diesen Schlupfwinkeln sitzen sie klumpenweise in allen Größen al8 eine schmierige grauweiß- hornlose Masse, -reiche sich immer wieder auÄdehnt, wenn der sorglose Besitzer der Bäume sie unbeachtet läßt Auch an den Wurzeln hat man sie gefunden, wo die Wirkungen ähnliche wie an den oberen Theilen sind Hier oben, ooer in der Erde am Fuße der Bäume über­wintern sie vorzugsweise. Mit dem Erwachen des thierischen Lebens finden sich auch die Blutläuse an dm obenbeziichneten Stellen ein als Larven und als erwachsene flügellose Geschlechttzthiere. Rach mehreren Häutung n werden sie geschlechtsreif und zeigen bei 1,5 Mm. Länge einen gewölbten Km per von röthlich-drauner Giundfarbe, welche durch we-ße und bläuliche Wollfäden mehr oder weniger verdeckt wird Jede Laus bringt, sobald erwachsen, lebendige Junge zur Welt Es finden sich 3040 Eier tm Mutterleibe und ebensoviel Junge können geboren werden In der Regel finden 8 Bruten in einem Jahre statt, wodurch sich die schädliche und so rasche Ausbildung des Jnsecies erklärt, denn nimmt man mi Durchschnitt 30 Junge an, so gibt dies bei der ersten Brut 30, bet der zweiten 900, bei der dritten 27 000 und so fort, bei der achten Brut 57 Milliarden Läuse.

Bei dm beiden letzten Generationen werden auch Larven geboren mit Flüg-l- ansätzm. Aus ihnen enistchen bei der letzten Häutung geflügelte Blutläuse. Dieselben sitzen anfangs zwischen den flügellosen Läusen, sobald sie sich entwickelt, erhebt sich eine nach der anderen, um in der Nachbarschaft Gründer einer neuen Kolonie zu werden. Die Erfahrung hat gezeigt, daß die letzte Generation gegen Nässe und Kälte weniger empfindlich ist, oft lange in den Winter hinein an den Zweigen sitzen bleibt, sich erst nach und nach in die Nindenrisse, grindigen Wucherungen uno an den Wurzelhals der Bäume zurückzichl, von wo auö un Frühjahre die ersten Läuse erscheinen, wenn sie nicht im Herbste vernichtet wurden

Es geht hieraus hervor, wie schwierig es ist, dieses so sehr gefährliche Ungeziefer zu beseitigen. Dre größte Achtsamkeit und Energie ist nölhig; denn wenn nur w-nige Znsccten leben bleiben, so vermehren sich dieselben so rasch, dag In kurzer Zeit die Bäume wieder davon bedeckt sind und d e Verfolgung von Neuem beginnen maß.

Zunächst ist im Frühjahr, wenn die Colonien noch klein sind, mit der Zerstörung vorzugehen und muß man dabei auch auf die vereinzelt in den Knospenwinkeln sitzenden Läuse sein Augenmerk zu richten. Ferner ist im Sommer vor dem Erscheinen der geflügelten Läuse eine zweite giündliche Verfolgung oorzunehm-n, bam t diese nicht zur Entwickelung gelangen.

Von allen bis jetzt angewandten Mitteln zur Vertilgung ist daS von Herrn HofgärMer Noack in Bessungen empfohlene das wirksamste. Die Flüssigkeit verbreitet sich leicht und bringt in alle Ritzen und Vertiefungen, so daß man sie nur mittelst einer Bürste oder eines Pinsels auf eine kranke Stelle zu bringen braucht, um alle daselbst befindlichen Läuse zu tobten. Ehe sich die Blutläuse im Wmter meist unter die Erde in die Nähe der Wurzeln ziehen, ist auch das halfen her Wurzeln zu empfehlen.. Dasselbe geschickt, indem man Kalkwasser auf die vorher blosgelegteu Wurzeln gießte

Alle Mitt-l formen aber nur bann die Blutlaus gründlich vertilgen, wenn sie allgemein angewende' werden, denn wenn Jemand seine Bäume ganz befreit Hut und der Nachbar unterläßt es, so werden dem ersteren doch wiever die Blutläuse zugeführt und die ganze Ardett war umsonst. Die Losung muß fein :

^Allgemeine Vertilgung".

Ans diesem Grunde kann auch die Vertilgung der Blutlaus durch die Behörde obligatorisch gemacht und den (Säumigen mit Strafe gedroht werden. Man sollte ober gar nicht auf solche Verordnungen erst wartrn, sondern jeder Apfelbaumbesitzer sollte, sobald sich die ersten Spuren der Blutlaus zeigen, sogleichmit großer En-rg e «.die Vertilgung vornehmen, namentlich da ihm ein so bequemes M tlel geboten w-rd-.

Das Vertilgungsmittel wird nebst Gebrauchsanweisung obgegeb n im Central- depct des Herrn Carl Gaulö, Generalagent, Haus-Str. 73 zu Darmstadt

eine Büchse von tfg. 4 k JL 2,50 pr. Büchse,

«chiffSdericht. Mitgcthcflt von dem Agenlen des Norddeutschen Llovd fn Zremcn. C. W. Dietz Nachfolger, Gießen. U0b lR

!8 fernen, 8. Januar. Der Postdampfer Werra, Capt. I. Barre vom Noiddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 30. Deeember von Newyork abgeganaen ar' ** ß'ftcrn 7 Abends wohlbehalten in Southampton angekommen und hat nach Landung der für dort bestimmten Paffagiere, Post unb Ladung 9 Uhr ''benb« bie Reise nach hier fortgesetzt. Derselbe überbringt 167 Paffagiere und volle Ladung.

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^rftfit?cttej.2475/8, Staatsbahnactten 279Vg, Galizier 251V«, Lombarden 116^Nord- weftbahnactien - Darmstädter-Bankactien 148'/ Oärschlesische E-R -Alck - Oefterr. Silberrente 66, 4% Ungar. Goldrente 72V° 4b/. lM^ '

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Gießen den 12. Januar 1882.

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