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Dienstag den 11. September

Nr. 210.

1883

Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlvhn Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Marl 50 Pf.

Bureau: Schulstraße 7.

Erscheint täglich mit Ausnahme des Msntags.

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I Verhalten im Gefecht von Audi (14. Juni) und am Tage der Eroberung Dargo's,

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capitels. Im Jahre 1846 zur Garde zurückver'etzt, erfolgte die Ernennung des Prinzen mm Commandeur der 1. Garde-Kürassier-Brigade, welche er im Frühjahr 1849 bei Ausbruch des ungarischen Feldzugs von St. Petersburg über die Ostseeprovinzen und L Lithaaen an die ungarische Grenze führte. Die Waffenstreckung Görgey's vor dem . ffrldmarschall Fürst Paskewitsch bei V'lagos beendigte den Feldzug. bevor die russische

Garde in Action treten konnte. Dieselbe bezog Quartier für einige Wochen in Litthauen,

von dem Gardecorps zur Armee des Kaukasus versetzt, übernahm der Prinz in dem blutigen dreimonatlichen Feldzug des Feldmarschalls Fürsten Michael Woronzoff gegen

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der Residenzstadt Schamyl's (18. Juli) als Führer einer freiwilligen Sturmcolonne erhielt er das Ritterkreuz des Militär St. Georgen Ordens durch Beschluß des Ordens-

Der deutsche Exporthandel nach Griechenland hat sich im Lause der letzten Jahre zwar nicht wesentlich gesteigert, ist aber gleichwohl noch bedeuten­der Entwickelung fähig. Als lohnende Absatzartikel wären in erster Linie zu nennen: Damenhüte, Handschuhe, Schnüre, Bänder; ferner Gold- und Silber- arbeiten, alles Dinge, welche den Griechen zur Zeit vorzugsweise aus Frankreich und England zugeführt werden. Wie in diesen, so würde auch in andern Branchen die deutsche Industrie zweifelsohne concurrenzfähig sein oder gemacht werden können, wir nennen nur die Confections- und Weißwaaren-Branche, wenn das System der Handlungs-Reisen bei unsern Exporthäusern mehr Be­achtung und so grundsätzliche Anwendung fände, wie es beispielsweise Seitens der Schweizer Firmen der Fall ist, deren Reisende den Orient und so auch Griechenland bis in das Innere des Landes durchwandern und regelmäßig wiederkommen, um sich Aufträge und nähere Kenntniß der Kunden zu holen.

Berlin. So schmeichelhaft die englischen Preßsttmmen, welche dieser Tage auf das Unumwundenste die Ansprüche Deutschlands auf die europäische Führerrolle an­erkannten, für unser Rationalbewußtsein klingen, so charakteristisch sind sie für den Geist der Resignation, welcher durch die Politik Englands selbst gehl. Im Stillen sagt sich wohl ein jeder Brite, gleichviel welcher Parteirichtung er sich beizählen mag, daß die Tage von Abukir und Trafalgar, von Vitoria und Waterloo, wo England im Zenith seiner Größe stand, unwiederbringlich dahin sind und nicht nur das kontinentale, sondern auch das maritime Prestige Albions sich im Ri-dergange befindet. Letzteres wird zwar direkt nickt zugegeben, aber es fehlt nicht an Erscheinungen auf dem Ge­biete des ungeheuren Colonialreiches, welche ursächlich damit im Zusammenhänge stehen. Obgleich zur Zeit an allen Orten des britischen Weltreichs Friede herrscht, kann doch nicht gesagt werden, daß dieser Zustand ein vertrauenerweckender wäre. In Egypten steht die Sache der Ruhe und Ordnung einzig auf den englischen Bajonetten; in Afghanistan ringt der englische Sovereign in hartem Kampfe gegen den russischen Rubel; in Indien droht die Jlbert's Bill eine tiefe Revolution In die Gemüther der Ein­geborenen zu tragen; auf kanadischem Boden treibt das Fenierthum fein Unwesen; in Südafrika sind Kaffern und Boeren mit den Leistungen der englischen Regierung gleichermaßen unzufrieden; am Cap sprechen es die holländischen Ansiedler Afrikanders offen aus, daß die Tage der britischen Suprematie gezählt sind, und in Australien endlich Hal das Zögern des Mutterlandes in der Affaire von Neu-Gutnea böses Blut gemacht. Ziemlich allenthalben bricht das Gefühl sich Bahn, als betrachte das liberale Regime die Colonien im Grunde nur als recht lästige und gemrliche Anhängsel. Die Folge davon ist, daß sich eine gewisse An'mosität in das Verhältniß der Colonien zum Mutterlande einzunisten beginnt und an den Grundfesten der Principien rüttelt, an welchen das gemeinsame politische Regime des Mutterlandes und der Colonien sich regelt. Die Fehler der auswärtigen Politik des Gladstone'schen Cabinets sind in den Colonien viel schärfer beurtheilt worden als daheim und man betrachtet daselbst die momentane Ruhe im br-tischen Weltreiche nur als eine sehr prekäre.

München, 8. September. Der Congreß für Völkerrecht berieth in seiner heutigen Schlußsitzung die betreffs der Conflicte der Strafgesetze und der Civilgesetze von der Commission gefaßten Beschlüsse und sollen die Details hierüber im nächsten December durch die vom Congreß herausgegebene Zeit­schrift veröffentlicht werden. Eine vom deutschen Juristentag an den Congreß gelangte Sympathie-Adresse wurde zur Verlesung gebracht. Die nächste Session des Congresses soll Anfangs September 1885 in Brüssel stattfinden, in der Zwischenzeit sollen die Commissions-Arbeiten über das internationale Wechsel­recht, über Seeasseccuranzen und über den Conflict der Handelsgesetze gefördert werden. Der englische Oberadmiralitäts-Richter Phillimore wurde zum Ehren­mitglied ernannt.

Veränderungen nur nach und nach, vielleicht nach Armee-Corps vor der Hand nur bei einzelnen Regimentern, vor sich gehen. Möglicherweise soll auch vorerst nur ein Versuch gemacht werden, wie sich die angestrebte Neuerung bewährt. Die in Rede stehenden Aenderungen sind außerdem in einem gewissen Zusam­menhänge mit dem ungünstigen Avancement speciell bei der Infanterie, insofern jetzt nicht selten der Fall eintritt, daß ein Stabsosficier erst einige Zeit in der Stelle des 13. Hauptmannes und dann noch einige Jahre als etatsmäßiger dem eigentlichen Frontdienst mehr oder weniger entzogen wird, um dann vielleicht erst nach 5 bis 6 Jahren das Commando eines Bataillons zu erhalten. Es liegt aber auf der Hand, daß bei den heutigen gesteigerten Anforderungen an die Thätigkeit eines Bataillons-Commandeurs frische und junge Kräfte hier am Platze sind, während jetzt nicht selten Stabsofficiere, die bereits das 50. Lebens­jahr überschritten haben, als Bataillons-Commandeure fungiren. Außerdem ist die Thätigkeit als etatsmäßiger Stabsosficier vorzugsweise auf Dinge gerichtet, welche die Sorge für das Bekleidungs- und Ausrüstungswesen, später vielfach die Amtsthätigkeit des Regiments-CommandeurS in Anspruch nehmen, sodaß der Oberstlieutenant als der natürliche Stellvertreter und Anwärter auf die Stelle des Regiments-Commandeurs sich unmittelbar vor dem Einrücken in diese Charge genügend orientiren und vorbereiten kann. Auch ist es mit Nachtheilen ver­knüpft, wenn der als Bataillons-Commandeur fungirende Oberstlieutenant den Regiments-Commandeur vertritt und dann jedesmal erst das Commando seines Bataillons abgeben muß. Bei den diesjährigen großen Herbstübungen des 11. Armee-Corps werden die Regimenter, welche Chefs oder Inhaber aufweisen, besonders zahlreich vertreten sein. Kein anderes deutsches Armee-Corps ist in dieser Beziehung so reich ausgestattet. Wir nennen nur den König von Italien, die Großherzöge von Hessen und Sachsen, die Herzöge von Meiningen und Coburg-Gotha, den Landgrafen von Hessen und den Fürsten von Walbeck, welche sämmtlich der Großherzog von Hessen sogar viermal Regimenter besitzen und auch theilweise an deren Spitze bei der großen Parade erscheinen werden. Immerhin sind noch einige Regimenter des 11. Armee-Corps ohne Chefs, sodaß sich bei der Anwesenheit der verschiedenen auswärtigen gekrönten Häupter doch vielleicht für den einen oder andern cheflosen Truppentheil eine

Deutschland.

Darmstadt, 8. September. Se. Königl. Hoheit der Großherzog einpsingen heute den Professor Dr. Kaltenbach von Gießen, den Bürgermeister Liessem aus Alzey, den Lehrer Roth aus Astheim; zum Vortrag den Staats- minister Frhrn. v. Starck und den Hosjägermister v. Werner.

Se. Königl. Hoheit der Großherzog beabsichtigen morgen Vormittag im Saalbau dem fünften Deutschen Schriftstellertag beizuwohnen.

Darmstadt, 8. September. Se. Königl. Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht:

Am 29. August dem Steuercommiffär des Steuercommiffariats Heppen­heim, Steuerrath Wilhelm Stein, das Ritterkreuz 1. Klasse des Verdienst- Ordens Philipps des Großmüthigen zu verleihen.

Se Königl. Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht:

Am 29. August den ordentlichen Professor in der medicmischen Fakultät der Landes-Universität, Dr. Felix Marchand, auf Nachsuchen seines Dienstes mit Wirkung vom 1. October d. Js. an zu entlassen.

Darmstadt, 9. September. Die Generalversammlung des deutschen Schriftstellertages wurde heute Vormittag unter dem Vorsitze von Friedrich Friedrich (Leipzig) eröffnet. Seilens der Negierung wurde dieselbe durch den Staatsminister v. Starck, Seitens der Stadt Darmstadt durch den Oberbürger­meister begrüßt. Um 12 Uhr findet ein Vortrag des Professors Gosche (Halle) überLuther als Schriftsteller und Dichter" statt, dem der Großherzog bei­wohnen wird. Mittags sind die Theilnehmer zu einer Festtafel, Abends zu der FestvorstellungAntigone" im Hoftheater vereinigt.

Darmstadt, 9. September. Am morgenden Tage begeht Seine Großherzogliche Hoheit Prinz Alexander fein fünfzigjähriges Militärdienst-Jubiläum. Höchstderselbe trat mit 10 Jahren am 10. September 1833 als Seconde > Lieutenant in das Groß- berzogl'che Leibgard'-Regiment cm und zwar bei der Leibcompagnie, mit welcher er einige Tape später bet einer Parade der Gioßherzogl'chen Division vor feinem Vater, dem Großherzog Ludwig II., ausrückte. Des Gioßherzogs Leibcompagnie des Leibgarde- Regiments commanbirte damals Hauptmann Dietz; Premier - Lieutenant von Diemar und Seconde - Lieutenant Schenk waren bie Compagnie - Ossiciere. Der junge Prinz wurde 1836 zum Premierlieutenant, 1839 zum Hauptmann und 1840 zum Oberst im Leibgarbe-Regiment befördert. Im Ium des nämlichen Jahres trat Prinz Alexander in russische Dienste als Garde-Rittmeister (mit OberstlicutenaMsrang) im Kürassier- Regiment der Chevaliers-Garde Ihrer Majestät der Kaiserin, und wurde im August 1840 bereits zum Oberst und im Oktober 1843 zum Generalmajor und Commandeur der 2. Leichte Garde-Cavallerie-Brtgade befördert- Am 16. Oktober 1842 war der Prinz zum zweiten Inhaber des Großherzoglichen 2. Infanterie-Regiments ^Großherzog" und am 18. December 1843 zum Großherzoglicken Generalmajor ernannt worden. Am 18. December 1844 erfolgt: die Ernennung zum Chef des faiferlid) russischen Borissog- lebsky'schen Ulanen-RegimentSPrinz Alexander von Hessen" Nr. 17. Im März 1845

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worauf der Prinz an der Spitz' seiner Reaimenter den zweimonatlichen Rückmarsch noch St. Petersburg antrat Im Jahre 1850 erbi.lt er das Commando der Garde- Kürassier-Dfmsion. Im Jahre 1852 verließ bann Prinz Alexander den russischen Dienst Md trat als jüngster Generalmajor in die kaiserlich österreichische Armee ein; im Herbst 1853 zum Truppen-Brigadier in Gratz ernannt, erfolgte 1854 feine Versetzung Wr Armee des Feldmarschalls Grafen Radetzky nach Italien, wo er zuerst eine Covallerie- drigade zu Verona, bann 1857 eine Infanterie-Brigade zu Mailand befehligte. Im ^Idzup 1859 gegen die Franzosen und Piemontesen wurde der Prinz für fein tapferes Verhalten in dem Treffen von Montebello, 20. Mai, zum Feldmarschall L'eutenant und Divisionär befördert und gleichzeitig zum Inhaber des 46 Infanterie-Regiments er­nannt Die Schlacht von Solstrir.o, 24. Juni, gab dem Prinzen die Gelegerheit, sich m der Spitze einer Division des 7. Armee-Corps und im Verlauf dieser blutigen schlacht des ganzen 7. Corps hervorzuthun. Mit feinen heldenmüthigen Truppen ge- 1Qr0 es ihm, die französische Garde und das Corps des Marschalls Mac Mahon aufzuhalten und das Schlachtfeld bis nach vollendetem Rückzug der österreichischen Armee über den Mincio zu behaupten. Für diese Waffenthat erhielt der Prinz durch unstimmigen Beschluß des Capitels bas Ritterkreuz des Maria-Theresia-Ordcns. Nach dem Frieden von Villafranca wurde Prinz Alexander zum Commandanten des 7- Armee­korps ernannt, welches auf Kriegsfuß verblieb, während bie übrigen drei Armeecorps die Festungen besetzten. Er hatte sein Hauptquartier zu Treviso und spater zu Padua.

Jahre 1862 verlieh ihm der Kaiser an Stelle des 46. Infanterie-Regiments das w^^ra^er:^e9^mcnt' welches Feldmarschall Prinz Philipp von Hessen-Darmstadt 1701 errichtet hatte. Dieses Regiment führt den Namen des Prinzen und wurde 1867 ln ein Dragoner - Regiment umgewandelt. Aus Familienrücksichten 1863 in Dis­ponibilität getreten, übernahm der Prinz 1866 im Feldzug gegen Preußen auf den Wunsch feint § Kriegsherrn das ihm von dem König von Württemberg angetragene Gommanbo des 8. beulschen Bundescorps unter dem Oberbefehl des Prinzen Carl vom Bay-rn. Zum Großherzoglich Hessischen General der Cavallerie im Jahre 1866 ttciannt, erfolgte 1868 die Beförderung des Prinzen zum K. K. österreichischen General on Cavallerie. (D. Z.)

, Berlin, 8. September. Die Absicht unserer Militär-Verwaltung, in Msicht der dienstlichen Thätigkeit der Oberstlieutenants und der etatsmäßigen däabsosficiere der Infanterie die seither bestehende Praxis aufzuheben, dürfte oevnnächst greifbarere Gestalt gewinnen. Da aber die Enthebung der Oberst- lle-ntenants von den Functionen eines Bataillons-Commandeurs und ihre Er- yelbung zu etatsmäßigen Stabsofficieren immerhin eine bedeutende Umgestaltung ^lM__B.efeblsverbältnissen berbeifübren muß, so ist es wahrscheinlich, daß dieje^

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Amis- und Anzeigkblatt für den Kreis Gießen.

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