1883
Freitag den 11. Mai
Nr. 107
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Erscheint tLgtich mit Ausnahme des Msmtags.
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Politische Uebersicht.
Giesten, 10. Mai. «
Die Nähe der hohen Feste pflegt sich gewöhnlich auf parlamentari- ' schem Gebiete zuerst bemerklich zu machen und so ist es auch mit dem diesjährigen Pfingstfeste der Fall, denn das preußische Abgeordnetenhaus ist bereits am Montag in die Pfingstferien gegangen, während ihm der Reichstag gestern ,
Reichstage hat am Sonnabend die erste Berathung j des Etats pro 1884/85 begonnen. Die Redner der Liberalen beklagten die Einbringung desselben, doch sagte der nationalliberale Führer, Herr v. Bennigsen, eine aewiffenlmfte Prüfung der Vorlage in der Commffsion zu. In der am Montags fortgesetzten Genetaldiscussion über den Etat pro 1884/85 hie t Abg. Eugen Richter eine sehr lange Rede, in welcher der foltschrittliche Führer an die Mittwochs-Debatte über seinen bekannten Antrag an die Militärverwaltung anknüpste und den Reptilienfonds, die exceptionelle Stellung Bismarck s, unsere parlamentarischen Verhältnisse und noch tausend andere Dinge in den Kreis seiner Betrachtungen zog und schließlich die Verweisung des Etats an die Commission beantragte. Herrn Richter antwortete Finanzminister Scholz, wobei Letzterer die von genanntem Abgeordneten gegen den Reichskanzler gerichteten Angriffe mit großer Entschiedenheit zurückwies, worauf Abg. v. Kardorff eme Widerlegung der Bamberger'schen und Richter'schen staatsrechtlichen Lehren über Monarchismus und Parlainentarismus versuchte. Nachdem noch von Seiten des Centrums Herr Windthorst für die Berathung des Etats im Plenum plaidirt, wurde der Antrag Richter in Folge der stärkeren Besetzung der linken Seite des Hauses mit 105 gegen 97 Stimmen angenommen. Am Dienstag trat der Reichstag in die dritte Lesung der Holzzoll-Vorlage ein und lehnte dieselbe mit 177 gegen 150 Stimmen ab.
Der preußische Eisenbahn-Minister, Herr Maybach, tritt, nach seiner eigenen Erklärung im Abgeordnetenhause, zur Stärkung seiner ge* schwächten Gesundheit, in diesen Tagen eine längere Urlaubsreise an. hoffentlich kehrt er von derselben aus seinen Ministerposten zurück.
Während der Abschluß des deutsch-italienischen Handelsvertrages nunmehr perfect geworden ist, schwinden die Aussichten auf das Zustandekommen des deutsch-spanischen Handelsvertrages immer mehr und der Abbruch der bisher noch zwischen Berlin und Madrid gesührten Verhandlungen würde daher auf keiner Seite mehr überraschen.
Die Polen treten jetzt mit immer kühneren Forderungen auf. Am Sonntag wurde in einer zu Posen stattgesundenen polnischen Volksversammlung beschlossen, eine Petition an den Cultusminister v. Goßler zu richten, in welcher um gänzliche Aufhebung der Verfügung vom 7. April d. Js., bett, die ausschließliche Anwendung der deutschen Sprache bei Ertheilung des katholischen Religionsunterrichtes, gebeten wird. Einem solchen Verlangen dürfte die preuß. Regierung doch schwerlich nachgeben.
Die in Wien tagende sog. Conferenz ä quatre hat ihre Verhandlungen in diesen Tagen beendigt. Die Conferenz, auf welcher Oesterreich, Serbien, die Türkei und Bulgarien durch je einen Bevollmächtigten vertreten waren, sollte bezüglich der Orientbahnen eine Einigung herbeiführen und ist dieselbe auch erfolgt, da der Wortlaut der Eisenbahn-Convention mit Einstimmigkeit genehmigt wurde; die Unterzeichnung der Convention soll noch im Laufe dieser Woche vor sich gehen.
Die Mahlen in der französischen Deputirtenkammer zur Budget-Commission haben immer eine gewisse Bedeutung gehabt, da sie das Stärkeverhältniß der Parteien stets in besonderer Weise zum Ausdruck bringen. Auch die diesjährige Wahl der Mitglieder der Budget-Commission, welche am vergangenen Sonnabend stattgefunden hat, brachte das Stärkeverhältniß der Haüptparteien der französischen Deputirtenkammer in recht bezeichnender Weise zum Ausdruck, indem die Rechte von der Vertretung in der Commission vollständig ausgeschlossen wurde. In der Zusammensetzung des Budgetausschusses erscheint aber der Umstand bemerkenswerth, daß in ihm die Gambettisten, im Gegensatz zu früher, jetzt am zahlreichsten geworden sind. Da das Cabinet Ferrv einen im Wesentlichen Gambettistischen Charakter trägt, so kann man den Ausfall dieser Wahlen als einen bedeutenden Erfolg des Ministeriums betrachten. Bei der Wichtigkeit des Budgetausschusses, der auf die Entschließungen der Kammer einen maßgebenden Einfluß ausübt, ist der jüngste Erfolg der
PreiS vierteljährlich 2 M^rk 20 Pf. mit Bringerlohn.
Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf.
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t ein geräumiger auf sogleich zu
Betreffend: Remunerirung des Feldschutzpersonals in dem Rechnungsjahr 1882/83. G.eßen, am 3. Jhai 1883.
Das Großherzogliche Kreisamt Gießen
an die Groklier^oalichen Bürgermeistereien des Kreises.
Zur Belohnung besonders pflichtgetrener Feldpolizeibediensteter ist unsprobet^^eMsprech^
Ihnen daher auf, uns diejenigen Bediensteten Ihrer Gemeinden, welche aus F, l 4 p früheren Jahren Remunerationen erhalten haben, so
L $ gebracht so müssen aus den Berichten die persönlichen und dienstlichen Verhältnisse genau hervorgehen.
oben bemeßen Termin einlaufen, bleiben in diesem Jahr unberücksichtigt.
Dr. Boetman n. ___
Aichener Anzeiger
Amts- md Anzeigeblatt für den Kreis Gießen.
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eflützel- und Äusbewahrung ^eigneten Lagcr- CHcrten nimmt en/M dienst.
leicht abzu- ntjpr. Provision gebeten, ihre inWfW
Gambettisten ein beachtenSwertheS Symptom. Auch bei der Wahl des Präsidenten der Budget-Commission siegten die Letzteren indem nach zweimaligem Wahlgangs Sidi Carnot, Finanzminister unter Gambetta, mit 17 von 31 St. zum Vorsitzenden gewählt wurde.
ä Herr Glavstone macht noch immer keine Miene, trotz seiner entschiedenen Niederlage in der Angelegenheit der Eidesbill, einem konservativen Ministerium das Feld zu räumen. Stillschweigend schreitet er über die erlittene Schlappe hinweg und allgemach legt sich auch die >m Lande durch die Verwerfung der Eidesbill hervorgerufene Erregung. Daß der von den Conservatwen entfachte Sturm nur mit künstlichen Mitteln bewerkstelligt worden ist, beweist übrigens der Umstand, daß die Unterschritten unter der Massenpetition gegen die Eidesbill zum größten Theile fingirt gewesen sind und wird vrese Asiane wobt noch zu einem Nachspiele im Gerichtshöfe führen.
j ^„Rumänien sind die Neuwahlen zur Deputirtenkammer zum Theil beendigt. Sowohl bei den Wahlen der Vertreter des Burgerstandes, wie des keinem Grundbesitzes siegte die Regierungspartei; zwar stehen die Wahlen des Bauernstandes noch aus, doch ist dem Cabmet Bratiano schon letzt eme Dreiviertel-Majorität in der neuen Kammer gesichert.
Die Pforte hat endlich einen neuen Candidaten für den Gouverneurs-Posten des Libanon gesunden. Es ist dies Wassa Effendi, der bisherige Gouverneur von Adrianopel und haben die Mächte bereits ihre Zusilm- munq zu seiner Ernennung gegeben. Das Protokoll über die Crnennimg Wassa Effendi' sollte in der Dienstaqs-Sitzung der Libanon-Conferenz unterzeichnet roer* L uL die Befächigung und bisherige Thätigkeit Wassa Efseudsis ist noch wefiiq bekannt, doch muß die Pforte eine hohe Meinung von ihm haben, daß sie ihn zur Uebernahme eines so schwierigen Postens, rote es deriemge eines Gouverneurs des Libanon ist, berust.
Dein Präsidenten des norwegischen Staatsministeriums, Selm er sind wegen der vom Odelsthing beschlossenen Anklage gegen das Ministerium zahlreiche Zustimmungs-Adressen aus allen Theilen des Landes ruqeqangen. Ferner bereitet man, außer in Christiania selbst, ^^^denen aröfleren Städten Norwegens Versammlungen der conservativen Wähler vor. ES soll^ auf denselben ^der Entrüstung über den Beschluß der Volksvertretung Ausdruck verlieben und gegen das Verfahren des Odelsthing, als unvereinbar mit dem Grundgesetze und gefährlich für den Frieden des Landes, Protest eingelegt werden. ~
Darmstadt, 9. Mai. Se. Königl. Hoheit der Großherzog haben Allsrgnädigst geruht^.tragenden Rath in der Mmisterml-Abtheilung für Forst- und Cameralverwaltung Dr. August Draudt zum Mmistenalrat) . dem Ministerium der Finanzen zu ernennen. Dienliaa den 22. d. M-
m. Darmstadt, 9 Mat. Auf der Tagesordnung der Dienstag 'oen Ver-
stattfindendcn 29. Sitzung der -wetten Kammer der S aeventuell kündtgung neuer Einlaufe, B"tchtsanzetgen und Scrtba für die
Beratdung über die m Folge der MandatSnied g g ^tztagsabgeordnelen, so- KreiSstadt Friedberg erforder ich gewordene ] * in Folge der Beförderung
wie über dre im 4 Wahlbezirk der ^10öl"^@A6i;r(1In“g?i£bter exforberltc^ gewordene des Großherzogl- Amtsrichters Arnold zum Overamlsncyl ।
Neuwahl- ix.au I'nnesordnung weiter: 1- Das von
AlS Berathungsgegenstande enthält die Tag s o g 6omniiftlon 3ur Unter- Grotzh. Minislertum her Finanzen m^ttheilte GutachtM Äffischen Strombauten snchung der hefstfchen Stronlbauverholtnsifc^ unb Gutsbesitzer, sowie den Antrag heroorgerufenen Beschwerden hessischer Gem Antrag des Abg. Haas auf
des Abg. Metz, die Rheincorrecüon für dle
OrganiNrung eines behordlM)en lelegraPMlaien v i Grotzh- Ministeriums der bethelligtm EE-tndsn der Wdnniebcrung, ^,°'^°^Lo°rimssmi» betreffenb und Finanzen, den Gesetzesentwurf, die des Abg. Frhr- von Nord eck zur
di- dazu gedöitgen Ant-age, f«®*c bb‘" 0 unb d-n Antrag der Abgg-ordntt-n Rabenau, die ^andesmltuiaeseMdun« »r, Herstellung eines die Landes-
Fehr, von Nordeck zur Rabenau und M : < 4 Antrag der Abgeordneten culturgesctzgebung umsassend-n S»m'nclw'rr^ d^^ unb Dtttmar auf Herstellung Tecklenburg, Frhr. von N"d°cr zur vr
von lithographirten Kaufte te«. Befinden des Fürsten Bismarck lauten
Berlin, 8. Mai. 0 r i Behandlung des Fürsten ist wie-
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