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madjen, die die Leute nicht da capo riefen, aber die es mehr inwendig hätte, und was mir am Sujet gefiel, nahm ich."

* Gießen, 9. Januar. (Theater.) Der Schwabenstreich. Lustspiel in 4 Acten von Fr. von Schönthan.

Ein Blick in den gefüllten Saal erfüllte uns mit der Hoffnung, daß es dem Director Schubert gelingen werde, sich ohne jede Subvention und nur mit eigenen Mitteln eine ganze Saison hier zu behaupten. Wenn Herr Schubert es erreichte, Greßen in die Reihe derjenigen Städte einzuführcn, denen nicht der Zufall eine wandernde Schauspielertruppe sendet, sondern die d>e Pflege eines stehenden Theaters aus eigener Initiative als eine ihrer Zierden betrachten, so wäre daS ein Ziel aufs innigste zu wünschen. Freil'ch gehört ein ungewöhnliwer Entschluß, Arbeitskraft und Ausdauer dazu, um alle Schwierigkeiten zu überwinden, welche bie lokalen Ver­hältnisse diesem Unternehmen in den Weg stellen, sodann ein gediegenes Repertoire und ein tüchtiges Ensemble. In dem letzteren ist ein wesentlicher Fortschritt zu verzeichnen.

Der Hauptreiz des Stückes liegt in dem blendenden Beiwerk, den heiteren Situationen und der lebenswahren Zeichnung der Charaktere. Der Versuch, in unfern Zeitgeist des aieifbarsten Realismus den Gedanken hineinzutragen, daß alles Glück nur >m Schooße der Familie zu suchen sei, ist nur leise angedeutet. Im Ganzen beschränkt sich die Handlung auf die Geißelung einer Modethorheit, nämlich der, sich unter die literarischen Producenten aufgenommen zu sehen, und die Ausbeulung eines Liebesverhältnisses -ringt hin und wieder ein starker pulsirendes Element hinein. Wahr und voll ver­körpert wurde der literarische Gutsbesitzer von Herrn Heinritz vom Stadtlheater zu Würzburg. Von einigen stereotypen Bewegungen und der Schwäche des Organ« abgesehen, scheint dieser Gast ein trefflicher Charakterdarsteller zu sein. Eine wahre Prachtschöpfung war der Tamburin' des Herrn Kudale, der eine Proteusnatur, wie sie jedem echten Künstler cigrn sein muß, jede Rolle neu und plastisch zu gestalten weiß. Die Damen Herzenskron und Hauptmann (Mutter und Tochter) sowie die Herren Adatura und Pohl spannten alle Kräfte an, um der Novität den wohlverdienten Beifall zu erringen.

Von den Arbeitern der Maschinenfabrik von Heyligenstädt u. Co. hier wurde zum Besten der Wasserbeschäd'gten eine Sonntagsfeier in der Weise veranstaltet, daß dieselben den verflossenen Sonntag zur Arbeit verwandten und den auf diese Weise verdienten Lohn im Betrage von 130 X unverkürzt den Wasscrbeschädlgten zu­kommen ließen. Es verdient diese die Arbeiter ehrende Handlungsweise um so mehr Anerkennung, als gerade zur jetzigen Zeit bie Arbeiter auf jeben Pfennig Derbienst an­gewiesen sinb unb möchten sich doch Diejenigen, welche reichlich mit trbischen Gütern gesegnet sind, bfefe Hanblungswefie zum leuchtenden Vorbilb bienen lasten.

Eine seither hier wohnhafte Wittwe, welche Laufbienstc versah, ist gestern mit einem ihr anvertrauten Betrag von 125 X, den sie irgendwo bezahlen sollte, flüchtig .geworben.

Verwischte».

Darmstadt, 8. Januur. Die Direktion der Großh- technischen Hochschule zu Darmstadt theilt mit, daß in Folge eines unvorherges.henentzZwischenfalles der Beginn -der Vorlesungen deS Herrn Pros. Dr. Mittler über Elektrotechnik auf Samstag den

13. Januar verlegt worden ist. Die Vortragszeit von 6 bis 7 Uhr Abend« ist beibehalten. '

Darmstadt, 7. Januar. Gestern besuchte Herr Oberbürgermeister Ohly im Namen des Landes Comite's für die Wasserbeschädigten die Gemeinde Lorsch in welcher 1100 Geflüchtete aus Bürstadt mit ihrem Vieh untergebracht sind. Bürgermeister Schönherr erklärte auf das Bestimmteste, daß er keinerlei Unterstützung von hier, die ihm angeboten wurde, bedürfe, indem die Gemeinde mit allem zum Unterhalte von Menschen und Vieh Erforderlichen versehen sei. Auch das Anerbieten, einen Theil der Leute in den gesunden und heizbaren Räumen des Griesheimer Lagers unterzubringen wurde dankend abgclehnt-

Das Kreisamt Bensheim hat die Hülfeleistung für die beschädigten Gemeinden des Kreises vortrefflich organisirt und läßt es an Fürsorge nirgends fehlen.

ryrankfnrl a. M.,^07Januar, Nachmittags '2 UH^Min. (Telegraphischer Coursbericht. Mitgetheilt durch das Bankgeschäft Albert Kaufmann in Gießen.) Creditaciien 248, Staatsbahnactien 281%, Galizier 252%, Lombarden weftbahnactien, Darmstädter-Bankactien, Oberschlesische E

Oefterr. Silberrente 66Vie, 4% Ungar. Goldrente 72%, 4% 1880er Ruffen 683/1, 5°/o 1877r Russen 86%, 2. Orient-Anleihe 54%, Spanier 61 «/16, 5% Rumänische Rente 91%, 4% Unific. Egypter 71%, Disconto Comm. 1883/4, Gotthardbahnactien 115%. Tendenz:.

116% Nord- -B.-Act.,

Für die Wafferbeschädigten im Großherzogthum gingen weiter bei un5 ein. Böker 1 X, Bautechniker Allvater 3 X, Kriegerverein Reiskirchen (zur Nachahmung empfohlen) 20 X, H. Lohmann 3 X Jung 25 CH Flllmann 2 X, Aus Minna und Sophiens Sparbüchse 1 X, Lehrer Ebeling 5 X, Frau Curtmann 5 X, H K. 10 X, Prof. Schürer 10 X, Lehrer Römer (2. Gabe) 4 X, Frl. Aug Römer 1 X, Landg.-Dlrector Stammler (2 Gabe) 20 X, Heinr. Möser 30 X, Frau Gg Ebel (2. Gabe) 5 X, Frau I G. Appel (2. Gabe) 2 X Spielobend bei Stender 2,20 X, $rau Steuerrath Schuster 20 X, ß. Rothenberger 3 X. I. Sch. 5 X, Prof. Gotischick 6 X, WeinhändUr Zinßer 20 X, 3. Knabenschule 1,50 X, Tischgesellschaft imPrinz Carl" für einen verst. '/» Schoppen Wetn 3,80 Wwe. Vitrianus 5 ^i., Prof. Clemrn 20 X Carl Dernuth (3- Gabe) 3 X, H. Rudolph Wwe. (2. Gabe) 10 X, AuS der Sparbüchse von Theodor und Richard Franz, Queckbom 1 X, Frl. M. v. Harthausen (2. Gabe) 10 X, N. N. 2 X, Louis Lotz (2 Gabe) 10 X, Wilh. Schrnall 10 X. Ergebnitz einer gerichtl. Expertise durch A. K. 16 X. C. L- Münch (2. Gabe) 5 X, K. Gerlipp 2 X, Otto Kernpff 40 X, von den Beamten und Arbeitern der Maschinen­fabrik Heyligenstädt u. Co. lOu X Turnverein Gießen (2. Gabe) 75 X Jnsgesaman 518,57 X Mst den gestern quittirtenBeträgen nunmehr 4566,18 X

Allen freundlichen Gebern herzlichen Dank sagend, bittet um weitere Gaben Die Expedition desGießener Anzeiger*.

Kirchliche Antigen der evangelischen Gemeinde Gießen.

Donnerstag, den 11.Januar, Abends8 Uhr, im Gymnasium: Misstons- stunde: Die Mission unter den Kolhs in Ostindien, Pfarrer Dingeldey.

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Allgemeiner Anzeiger.

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in den Gräflich Solms-Laubach scheu Waldungen.

Versteigert werden:

I Dienstag den 16. Januar d. I.

im Jlüdorfer Walde (1V2 Kilometer von der Bahnstation Mücke entfernt): 274 Eichenstämme (worunter 1 Mühlwelle 158,26 cbm,

3 Buchen-Adschnitte von 5771 cm Durchm. 5,32 cbm, 22,5 rm Fichtenstangen in Holzschichten von 58 in Länge, rm 50 Buchen-Schett- und Prügelholz, 75 Eichen-Scheit- und Prügel, 80 Buchen- und Eichen-Stöcke, 190 Buchen- und Eichen-Astreiser,

132 Eichen-Stammreiser in Schichthausen.

Zusammenkunft Vormittags 9 Uhr auf dem Klein-Eichen-Jlüdorfer Vicinalwege in dem einen der Schläge.

II. Donnerstag den 18. Januar d. I, Vormittags 11 Uhr, aus dem Jägerhaus (zwischen Laudach und Schotten):

125 Erlenstämme von 2032 cm Durchm. ----- 42,22 cbm.

Letztere werden vorgezeigt und dann im Ganzen ausgeboten.

Au demselben Tage werden Bestellungen auf Buchen-Stammholz (Wagnerholz rc.) aus den Districten Hoherain, Scheppmalvdickung und Schiffenderg entgegengenomilien.

Laubach, den 7. Januar 1883.

270________________________Gräfliche Forstverwaltung.

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