worben. Die Regierung verlangt in dieser Vorlage die Bewilligung deß Betrage« von 148,500 X zur Ausführung der Ilcderemkuntt in t der Kgl. Prcutz Regierung wegen Rcguiirung gen- Rheinstrecke zu Lasten von Ueberschüssen oeS Hauptooranschlagö über Staats Einnahmen und Ausgaven pro 1882—65. Dieser B-trag sitzt sich auü folgenden Posten zusammen: L Thetlweffe Abtragung einer Buhne bei Gaulüheim und Anlage von Paralleldubnen 30 000 X, 2. Senkung der Buhne an der Fuldaer Aue 4000 X. 3. Hälfte der Kosten für die Beseitigung der W'nkcler Aue und des Winkeier Wörtbchcn« 49 000 X, 4. (SocnturUe Abkämmung von Buhnen 3000 X, 5. Zubau der Bucht am linken Ufer oberhalb Frei-Weinheim 53,000 X, 6. Zudau de« Parallelwerks an der Eltviller Aue 8500 X. und 7. Adkämmung der Adschiußduhnen an der Eltvtller Aue 1000 X«
Der RamenS deS Gesctzg bungsauSschuffeS der -wetten Kammer von dem Abg. Arnold erstattete umfangreiche Bericht über den Gesetzesentwurf, die Enteignung von Grun?eigenthum betreffenb, ist von dem Ausschuß festgestellt und befindet sich bereit« tm Druck, doch wird dieser Gegenstand voraussichtlich bei dem bevorstehenden Zusammensein der Kammer noch nicht zur Berathung tm Plenum gelangen-
Darmstadt, 8. Januar. Die Grotzh. Staatsregierung hat an die Stände deS GrotzherzogthumS nachstebende Propositionen gelangen lassen:
.Bereits nach dem Eintritt der Ueberschwemmungen, welche Ende November o. I. daS Rhein- und Mamgebtet heimsuchten, hegte die Grotzh. Regierung die Absicht, an die Stände deS GroßherzogthumS eine Vorlage gelangen zu lassin, worin denselben der Vorschlag gemacht werden solle, zur Wiederherstellu' g der durch die Hochfluthcn in einzelnen Gemeinden deS GrogherzogtbumS zerstörten und beschädigten Gebäude eine angemessene Summe von Staatsmitteln zu bewilligen.
Zur Ausführung dieser Absicht erschien eS zunächst nothwendig, eingehende Ermittelungen über die Höhe deS an Gebäulichkeiten erwachsenen Schadens zu veranstalten und wurden demgemäß unterm 6. Decemder v. I. die Großh. KreiSämter mit geeigneten Weisungen »ersehen- ,
Bevor eS indessen möglich war, die etngeleiteten Erhebungen zum Abschluß zu bringen, traten von Neuem, Ende de« vorigen und Ansang deS laufenden MonatS, insbesondere in den Flußgebieten des Rheins, des MamS und be« 'Neckar«, in ungeahntem Maße UeberschwemmungSkatastrophen em, welche an Ausdehnung und zerstörenden W rkungen die früheren Ueberfluthungen bet Weitem übertrafen
In Folge hiervon haben sich die Verluste, deren Deckung aus eigenen Mitteln der beschädigten Gemeinden und Privaten unmöglich sein würde, erheblich gesteigert und wird daher in größerem Umfang, als dieS früher der Fall gewesen sein würde, für den Staat die Ausgabe bei öffentlichen Hülfeleistung erwachsen- Zur Zeit ist c« unmöglich — auch nicht zu ermefien, wann dieS möglich fern wird — die thatsächlich vorhandenen Schäden aufrunehmen und abzuschätzen Gleichwohl glaubt die Großh- Regierung nicht länger zögern zu sollen, die Zustimmung der Stände dazu etnzudolen, daß den Waffeideschädigten im Großherzogthum StaatShlllfe zu Thetl werde. Da jedoch nach dem soeben Bemerkten ein ziffermäßiger Nachweis des detzfallsigen Bedürfnisses dermalen noch nicht erbracht werden kann, so bleibt nach Lage der Sache nichts übrig, als den Ständen im Allgemernen die Zwecke zu bezeichnen, für welche StaatShüife geleistet werden soll, und zur Gewährung der letzteren eine Pauschsumme in Anspruch zu nehmen, wobei die Nachforberung einer weiteren Bedarfsumme, sobald sich die Hohe deS Bedarfs ziffermäßig belegen lassen wird, vorbehalten werden muß.
Nach Ansicht der Großh. Regierung wird die Staa'shülse zunächst für die Beschaffung vorläufiger Unterkunftsräume für die durch Uederschw.mmung aus ihren Behausungen venriebenen Einwohner und deren Vieh einzutreten haben ES sind zwar zur Bergung des aus dem UeberschwemmungSgebiet geretteten Viehs die Baracken de« Artillerieschießplatzes bei Gneshe m mit dankenSwerthcster Bereitwilligkeit von der Kgl. preußischen Militärbehörde zur Verfügung gestellt worden und hat ebenso die Stadt Darmstadt in anzuerkennender Weise die Stallungen des städtischen Viehmarkles zur Unterbringung von Vieh aus den überschwemmten Orten eingeräumi. Diese Maßregeln werden indeß durchaus nicht genügen, um dem bestehenden Bedürfniß obzuhelfen, da eS erforderlich fein wird, Monate lang für Menschen und Vieh Unte: kunfi zu beschaffen. Es ist daher die Absicht, auf Staatskosten Barockenlokale in thunlichster Nähe der lieber - schwemmungsgebiite berichten zulasten, welche für einige Monate den Bedrängten eine Zuflucht gewähren können.
Sodann wird in Erwägung zu ziehen sein, ob nicht durch technische Veran staltungen die Entleerung der überschwemmten Gebiete vom Wasser beschleunigt werden kann. Die Kosten solcher Veranstaltungen werden umsomehr vom Staate Über- nommen werden müssen, als solche nur unter einheitlicher Leitung au-geführt werden können und die Jnteresten einzelner Gemeinden möglicherweise untere nanbcr collidireu können.
Von Staatswegen wird ferner — und dies wird eines der hauptsächlichsten Ziele der zu gewährenden Staatshülfe fein — für die Wiederherstellung der dessen bibüntigen Besitzer der durch Wasser geschädrgten oder zerstörten Häuser in ihre frühere Vermögenslage gesorgt werden müsten.
Eventuell und wenn die durch die Prioatwohlthätigkeit zur Unterstützung der Ueberschwemmten gesammelten Summen nicht ausreichen sollten, wird der Staat sich nicht entschlagen können, den Waffe« beschädigten, deren Viehstand zu Grunde gegangen ist und welche nach ihren Verhältnissen nicht in der Lage sind, einen Ersatz eintreten zu lasten, zur Anschaffung von anderweitem Vieh Beihülfe zu leisten. DaS Gleiche gilt von dem Ankauf von Futtervorräthen an Stelle de« zu Grunde gegangenen Futters, sowie von der Lieferung der erforderlichen Saatfrucht und der nothwendigen Saatkartoffeln.
Für die vorstehend erörterten Zwecke nimmt die Großh Regierung von den Ständen des Großherzogthum« vorläufig bie Bewilligunge ner Summe von 500,000 X n Anspruch, indem sie sich Vorbehalt, demnächst — wenn sich die Höhe deS durch die Ueberschwemmungen verursachten Schadens im Einzelnen seststellen läßt — wegen des über diese Summe hinaus sich ergebenden Bedarfs den Ständen weitere Vorlage zu machen.
Die erwähnte Summe von 500 000 X würde ebenso wie ber später zu bewilligenbe Mehrbetrag auf bem Wege bes Anlehens aufzubringen sein.
Mit Allerhöchster Ermächtigung Seiner Königlichen Hoheit beS GroßherzogS beehren sich hiernach bie unterzeichneten Ministerien, an bte Stänbe beS Großherzog- Ihum« baS Ansinnen zu richten:
„ber Großherzoglichen Regierung zu ben angegebenen Zwecken ben im Wege bes AnlehenS zu beschaffenben Betrag von 500,000 zur Verfügung zu stellen "
Darmstabt, den 7. Januar
Großh Ministerium beS Innern Großh. Ministerium unb ber Justiz-der Finanzen.
TelkstraphMt Depetchen
Wolft'S telegr. (Corret^onbenvBureatt.
Berlin, 9. Jan. Reichstag. Berathung ber Interpellation Richter, betreffenb bie Einfuhr amerikanischer Fleischwaaren- Richter begrünbet feine Interpellation Bundescommissar Marcaro erklärt, bie Angelegenheit liege bem Bunbeyrathe vor ein Beschluß sei aber noch nicht gefaßt; so lange ber Bundesrath sich nicht schlüssig gemacht habe, sei es nicht möglich, über bte Stellung des Bnndesrathcs in tiefer Frage Ans tunst zu ertheilen- Sollte ber Bundesrath bas Verbot der Einfuhr beschließen, so zweifle er nicht, baß ber Reichstag nachträglich bavon Kenntniß erhalten werbe. Wid)tcr beantragt Besprechung ber Interpellation. Kapp sucht bie sanitätlichen Maßregeln ber Unionsregierung als genügende Sicherheit in sanitätlicher Hinsicht barzulegen. Hieraus ergriff ber Reichskanzler Fürst Bismarck bas Wort um zu erklären, er habe soeben eine kaiserliche Crbre erhalten, nach welcher ber Kaiser zur Linberung bes Nothstanbes unb um ben Gebauten zum Ausdruck zu bringen, baß bas gesammtc Reich ben schweren Nothstanb ber einzelnen Theile bes Reichs mitempsinbet, aus bem Dispositionsfonb bet Reichshauptkasse 600,000 Mark bewillige. Er, ber Reichskanzler, sei beauftragt, die Verwendung dieser Summe mit möglichster Beschleunigung herbeizuführen. (Lebhafter allseitiger Beifall.) Um diesem Befehle möglichst schnell nachzukommen, wünsche er eine Verständigung mit den den überschwemmten Gebietsthellen angehörendcn Abgeordneten, denen er die ganze Summe überwiesen sehen möchte. Er ersuche deshalb die Abgeordneten Bayerns, Badens, Würtembergs, Hessens unb Preußens ihn heute Abend um 9 Uhr zu besuchen, um mit ihm über die Verwendung dieser Summe vertraulich zu berathen. (Lebhafter allseitiger Beifall.) — Bei ber alsdanu fortgesetzten
Besprechung ber Interpellation widerlegten Staatssecretär Burchardt und Bundes- commissär Wöhler die einzelnen Ausführungen Richters und Kapps, während Barth unb Ahlhorn für die Interpellation eintreten Nächste Sitzung Donnerstag.
— In der Prozeßsache gegen Prof. Mommsen wegen Beleidigung oes Fürsten BiSmarck erkannte die 4. Strafkammer des Landgerichts ebenfalls auf kostenlose Freisprechung, da sie der Versicherung des Angeklagten glaubte, er habe in seiner Rede das System, nicht eine bestimmte Person gemeint.
Berlin, 9. Jan. Dem Vernehmen nach wird die für morgen erwartete Rothstaudsvorlage der Negierung eine Summe bis zu 3 Mill. JL für die überschwemmten Gegenden zuv Verfügung stellen, welche theils für einzelne geschädigte Personen, theils für Communen, theils für Sickerungsbauten (Dämme, Deiche) verwendet werden sollen. Für die beiden ersten Kategorien können bis zu 1,200,000 Jl. ohne Gewähr der Rückerstattung bewilligt werden.
Mainz, 9. Januar. Gestern Abend ist an dem Mombacher Thor die Holzbrücke der Arnoldi'schen Nraterialienbahn eingestürzt, durch den Unfall wurden 3 Personen getödtet und 6 Personen verletzt.
Berlin, 9. Jan. (^Pnvat-Depesche). In der gestrigen Besprechung bei Fürst Biüntarck wurde beschlossen, von den durch den Kaiser bewilligten 000,000 JL je 100,000 JL für Hessen, die Rheinpfalz und Preußen, je 40,000 JL für Elsaß, Baden, Bayern, 20,000 JL für Württemberg sofort vertheilen zu lassen, den Rest als Reserve zurückhalten und nach 8 Tagen zu vertheilen. Die Besprechung dauerte bis Mitternacht. Der Elsässer Grad, sowie alle Vertreter der Rhein-Mainufer-Staaten nahmen an der Besprechung Thell.
Berlin, 9. Januar. Die Bewilligung von 600,000 JL für die noth- leidenden Ueberschwemmten aus dein Dispositionsfonds des Kaisers wird allge- meüt den besten Eindruck machen. Indem das Oberhaupt des Reichs einen so großen Theil des ihm etatsmäßig zur Verfügung gestellten Fonds jenem Zwecke widmet, wird einerseits die Dringlichkeit der Hülfe anerkannt, andererseits aber auch — und darauf möchten wir ein Hauptgewicht legen — daß bei Calami- täten, wie wir sie jetzt erlebt haben, das Reich einzutreten hat, daß gemeinsame Roth gemeinsame Hillfe fordert. Die Privatwohlthätigkeit hat stets demgemäß gehandelt und nie nach Grenzen und StaatSzugehorigkeit gefragt und sie wird gewiß fortan, wenn sie auch die staatlichen Faktoren von demselben Geiste beseelt findet, noch reger mit denselben wetteifern. Die Zmvendung des Kaisers wird bann» eine kräftige Wirkung auf das ganze Reich ausüben, und Bundestag wie Reichstag werden daraus den Impuls schöpfen, der Frage näher zu treten, ob und in welcher Weise die Reichsgesetzgebung einzutreten haben wird, um künftigen Gefahren des Hochwassers entgegenzutreten.
£ o f a l e
Gießen, 10. Jrnuar. (Sterblichkeit in Gießen) Die Zahl b." TobeSfälle in ber Woche vom 31. December 1882 bis zum 6 Januar bdiug im Ganzen 6. ES wurden betioffen 2 Ätnber im ersten Lebensjahre, von benen bas eine ber Lungenschwindsucht, daS andere Krämpfen erlag E n Kind von 5 Jahren starb an Zubcrculofe deS Ged'ins, bei einem Knaben von 10 Jahren, der rasch geftorben war, ließ sich die Todesursache nicht angeben E ne Frau starb an Altersschwäche unb bie Leich' eines jungen ManneS, ber wahrscheinlich verunglückt war, würbe in bem Schoorgraben auf; gefunden *;
Gießen, 10. Januar, kPolizeibericht pro 1882]. Im verflossenen Jahre wurden durch die Schutzmannschaft im Ganzen 1037 Personen arretirt. Unter diesen befanden sich 4x3 Bettler, 37 Landstreicher, 33 Obdachlose, 33 wegen Ruhestörung, 8.') Betrunkene, 37 Prostituirte, 68 wegen Diebstahls u. s. w. In sanitätspolizeilicher Beziehung würben 98 Anzeigen erstattet. Die Sicherheitspolizei erforberte im Ganzen 2516 Anzeigen, barunter wegen Ruhestörung allein 1039. Sittenpolizei erforderte 265 Anzeigen, darunter wegen Unerquäleret 52 und Übertretung ber Feierabenb- ftunbe 113 Gewerbepolizei 185 Anzeigen, darunter Vergehen gegen die Droschkenordnung 98. In Bezug auf Straßenpolizei wurden 735 Anzeigen erstattet, darunter wegen mangelnder Straßenreinigung 120, Straßenverspcrrung 80, Vergehen gegen die Fahrordmlug 330. — Außer vorstehenden Anzeigen wurden noch im Interesse der Bau-, Feld: unb Feuerpolizei, Steuer und Octrot 1/5 Anzeigen gemacht. — Wenn vorstehende Ziffern nur den rein polizeilichen Dienst betreffen, so hatte die Schutzmannschaft im verflossenen Jahre außerdem noch nachst hende Besoraungen zu erledigen: Ladungen 946, Briefe 3167, Steuerzettel 12669, Anforderungs.zettel 1388, Militärordres 395, Impft zettel 152, Meldungen 179, Umtragen 166, Vernehmungen bei Gericht 220, Ver fügungen 2175, Ermittelungen 757, Ausschreiben und Transportpapiere 885, Vor fübrungen 47, Ansagen von Einquartierung 743, Revisionen 996. — Revisionen wurden vorgenommen: Milch 37, bei Bäckern unb Brothändlern 39, Octroi 114, bei Kaufleuten bezüglich ber Aufbewahrung von Pulver unb sonstiger explosiven Stoffen, Petroleum rc. 136, Maßregeln gegen Verbreitung von Viehseuchen 37, Fabriken, bezüglich ber Beschäftigung jiljzenblicher Arbeiter 65, Dampfkessel-Revisionen 28, sowie ferner noch 238 Revisionen in gesunbheits-polizeilicher Beziehung.
** [0 o neertverein ] Wir glauben bem Interesse ber Abonnenten zu dienen, wenn wir für bas am 14. b. M ftattfinbenbe Eoncert einige Notizen zur Crientirung voransschicken.
Die Mozart' fchc Symphonie in C-dur, ber man ben Namen ber Jupiter Symphonie gegeben hat, wohl um die Majestät und den Glanz derselben zu bezeichnen, ist in mehr als einem Betracht die größte und höchste. „Vor allem," sagt O. Jahn in seinem Leben Mo zart's „fällt die Würde und Feierlichkeit in ber ganzen Haltung auf, welche im er ft en Satz in einen glänjenben Pomp hinüberstreift, an besten statt sicher Ausbreitung unleugbar auch das Behagen an dem prächtigen Klang seinen Antheil Hai. Aber diese äußere Pracht ist die Aeußerung eines wirklich vornehmen SinneS; tüchtige Kraft und männliche Würde durchdringen das Ganze. Leidenschaftliche Er regung tritt nicht hervor, aber neben lebendiger Kraft anmuthige Zartheit und eine hoch gehobene Heiterkeit. Die Tiefe der Empfindung offenbart in höherem Grade das Andante, welches in seiner schönen Ruhe und auch die leidenschaftlichen Regungen unb Kämpfe offenbart, aus denen sie hervorgegangen ist- — Das Menuett ruft das heitere Motiv des ersten Satzes wieder ins Gedächtniß. Es ist ein elastischer Schwung in der Bewegung, für welche die Hebung ber Kräfte Spiel und Genuß ist, von einer Feinheit unb einem Adel getragen, daß sich der Hörer in ein reineres Element entrückt glaubt, in welchem er leicht unb mühelos lebt wie die homerischen Götter. Da Finale ist jenes Meisterwerk staunenswerther eontrapmiktischer Kunst, welches auch dem dieser Meisterschaft und ihrer Bedingungen völlig unkundigen Zuhörer den voll kommen befricbiaenbcn Eindruck eines prachtvollen, aus bem freien Zusammenwirken ber cbelften Kräfte hervorgehenden ritterlichen Spiels macht."
Die etwa 18jährige Violinkünstlerin Frl- Marianne Eißler aus Wien, eine Schülerin Leonards, hat sich bisher überall wo sie aufgetreten, in Halle, Gaffel, Elberfeld, Kiel, Brünn, Aachen und in verschiedenen Städten Hollands, die volle Gunst des Auditoriums errunaen. Man rühmt an ihr eine sein durchgebildete virtuose Technik und ein sympathisches, anmuthendes Ausdrucksvermögen, — Etgenschasten, die man bei einer so jungen Dame kaum für möglich halten sollte. — Die Ouvertüre zur „Melusine" hielt nicht bloß ÄKendelssohn-Bartholdn für bie beste, bie er geschaffen hat, auch anbere Leute urtheilten so. „Jebenfalls," schreibt er in einem von Leipzig am 30. Januar 1836 an feine Schwester Fanny Hensel in Berlin batirten Briese, „ist sie bie innerlichste; was aber bie musikalische Zeitung darüber fabelt, von rothen Eorallen und grünen Seethieren lind Zauberschlössern unb tiefen Meeren, bas geht ins Aschgraue unb setzt mich in besonberes Staunen." lieber bie Entstehung der „Melusine" schreibt er von Düsseldorf am 7. April 1834: „Ich habe diese Ouvertüre zu einer Oper von Eonrabin Kreutzer geschrieben, welche ich voriges Jahr um biefe Zeit im Königstäbter Theater hörte. Die Ouvertüre (nämlich bie von irrentzer) wurde <U c»p<> verlangt und mißfiel mir ganh apart: nachher auch die ganze Oper, aber bie Hähnel nicht, sondern die war sehr siebenswürbig, unb namentlich in einer Scene, wo sie sich als H echt präsentirt unb sich bie Haare macht, ba bekam ich Lust, auch eine Ouvertüre zu


