Ausgabe 
10.2.1883
 
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Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags.

Trittau: Schulstraße 7.

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Wolff'S telegr. Correspondenz-Bureau.

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Gießen, 10. Februar. (Sitzung der Stadtverordneten vom 8. Februar.) An­wesend Herr Gürgermetster Bramm, Herren Beigeordneten Keller und Hetz, von Seiten der Stadtverordneten die Herren: Batst, Dtery, Gail, Grüneberg, Haustein, Homberger, Kauf, Ad. Noll, Aug. Noll, Petri, Pfann- müller, Scheel, Schopbach, Vogt, Wenzel und Wortmann. Die Voranschläge der Armenkasse und der Plock'schen Stiftung, von welchen erstere sich in Einnahme und Ausgabe auf 39331,09 X. letztere auf 4718,60 X stellt, werden genehmigt. Unter:Bau und Unterhaltung von Kunststratzen" kommt etn Schreiben Grotzb. Bürgermeisterei Hausen zur Verhandlung, nach dessen Inhalt die Herstellung einer Kreisstraße von Hausen nach Annerod resp. Steinbach angeregt und die Stadt

Berlin, 9. Febr. Abgeordnetenhaus. Bei Berathung der Secundärbahn- Vorlage erklärte Minister Maybach, er habe für die nothleidenden Elfelgegenden bereits die Einführung des Nothstands-Tarifs angeordnet, lieber die Erwerbung der Braunschweiger Bahn und den Anschluß nach Luxemburg schwebten die Verhandlungen noch. Die Regierung halte sich verpflichtet, Alles zu thun, was zur Hebung des Verkehrs beitrage, durch den Bau von Secundarbahnen und Vollbahnen, die Vorlage, betr. den Kölner Bahnhof, wofür 24 Mill, gefordert werden, werde dem Hause demnächst zugehen. Die Vorlage geht schließlich an die um 7 Mitglieder verstärkte Budgetcommission. Nächste Sitzung Dienstag Abend 7 Uhr (Kanalvorlage). ...

Der Reichstag setzte die Etatsberathung fort und lehnte die für das Postdienstgebäude in Glatz geforderte Posten ab und verwies das von den Mieth- verhältnissen der Postverwaltung handelnde Etatskapitel an die Budgetcomnnssion. Der an die Budgetcommission verwiesene Posten für den Bau einer Kaserne in .Großenhain fühlt zu einer langen Debatte. Die Budgetcommission beantragt | 4cn Posten zu bewilligen. Auch Moltke tritt für die Bewilligung ein, ebenso Windthorst, der sächsische Bevollmächtigte v. d. Planitz und Minnigerode be« fürroorten die Annahme, während Hermes und Richter die damit verbundene Officier-Speiseanstalt abgelehnt wissen wollen. Die ganze Forderung wird in namentlicher Abstimmung mit 159 gegen 102 Stimmen genehmigt, womit der Etat 1883/84 in zweiter Berathung erledigt ist. Der ganze Etat pro 1884/85 . wird kapitelweise abgelehnt. Fortsetzung morgen.

Hamburg, 9. Februar. Zu der in der Angelegenheit derCunbna morgen vor dem hiesigen Seeamte stattsmdenden Verhandlung sind nur die Zeugen vomSultan" vorgeladen und zwar: der Kapitän Cuttill, der erste Steuermann Bullard, der zweite Steuermann Walker, der Maschinist Collier, der Zimmermann Watkinson, der Bootsmann Tethet und die Matrosen Rey­nolds und Hird. Letzterer war zur Zeit der Collision desSultans" mit der Cimbria" auf dem Ausguck, Tether und Reynolds waren am Ruder. Die Beugen sind bereits in der Voruntersuchung vernommen, sollen morgen ihre Aus­lagen wiederholen und beeidigen und mit den geretteten Dfficieren derCimbria" iii's Kreuzverhör genommen werden. Die nächste Sitzung des Seearntes findet künftigen Dienstag statt, zu derselben sind die Zeugen von derCimbria" vorgeladen. ,

Paris, 9. Februar. DerTemps" bestätigt, daß Präsident Grevy am Mittwoch Ferry zu sich berief, um demselben die definitive Cabinetsbildung zu übertragen, sobald die Prätendenten-Frage von den Kammern entschieden sei. Ferry erroieberte dem Präsidenten Grövy gestern, daß er nach der vorgenommc- nen Prüfung der politischen und parlamentarischen Lage es nicht für möglich hielte, die Constituirung eines neuen Cabinets zu übernehmen.

Die Anklagekammer hat in der Untersuchung wider den Prinzen Napo­leon auf Einstellung der Untersuchung erkannt, der Prinz ist auf freien Fuß gesetzt worden und nach seiner Wohnung zurückgekehrt.

Straßburg, 9. Februar. DieEffaß-Lothringstche Zeitung" schreibt: Fran­zösische Blätter haben bet Beschreibung Der Bestattung Gamvetta's die Nachricht ver­breitet, daß im Zuge der Leidtragenden verschiedene elsaß-lothringische Städte vertreten gewesen seien. Obwohl von vornherein anzunehmen war, daß diese Nachricht nur auf Demonstrationen einzelner Persönlichkeiten und nicht auf eine von Organen der Gemeindeverwaltung abgeordnete Vertretung zurückzuführen sei, so ist es doch immer­hin nicht ohne Interesse, ausdrücklich festzustellen, daß nach inzwischen gemachten Er­hebungen keine einzige der in der französischen Presse namhast gemachten elsaß-loth­ringischen Städte bet dem fraglichen Anlaß offtciell vertreten gewesen ist, daß vielmehr nur die Kundgebungen der in Parts ansässigen elaßUothrtngischen Emigranten, so­wie die Kundgebungen einzelner weniger Landesangehörtgen, welchen zur Vertretung elsaß-lothringischer Städte jedes Mandat fehlte, zu jener Nachricht Anlaß gegeben haben.

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Darmstadt, 9. Februar. Se. König!. Hoheit der Großherzog haben Mergnadrgst geruht ftänbigen jjejerenten der akademischen Administrationtz- Eommisfion Regierungsrath Georg Haberkorn zu Gießen den Charakter als Geheimer Regierungsrath zu verleihen.

iofo«: t A Tndus.

( Eis-VereinO Wie uns mitgetheilt wird, ^im Anzahl Manner aus allen Ständen hiesiger Stadt zusammengetreten, um einen "Eis-Verein S" gründen, der den Rroecf hat,^ durch Beschaffung und Erhaltung guter Eisbahnen das so sehr beliebte und für die Gesundheit so sehr zuträgliche Schlittschuhlaufen zu sofern. In erster Linie soll dieser Kwcck durch Schaffung einer Eisbahn auf einem überschwemmten Mesen-T rain das auch in weniger stringen Wintern zugänglichst errelcht werden und ^wWmit gewiß nicht nur alle Schlittschuhläufer undSchl'ttschubäufeE sondern namentlich die Eltern einverstanden, da damit alle Gefahr ausgeschlossen ist.

Die in Aussicht genommene Wiesenfläche auf dem linken Ufer der Wieseck^von der Qteaelet bis zum Steg am Philosophenwald ist dem Verein auch bereits von der StaLt in liberalster Weise zur Verfügung gestellt worden und bam't gewiß in allen Kreisen Anklang fivdende Unternehmen gesichert- Näheresi später

Gieren 10 Februar. Am 5. ds. Mts, wurde von Jägern in der Nähe des Kreis Marburg ein etwa 4 Wochen altes Kind m einem Stroh- Ä «KSSÄ w Ä? noch und wurde der dortigcn Or.sb-Hörd- üheraeben Die Mutter des fraglichen Kindes wurde in der Person einer Drenftmagd aus^^nh^sen ermittelt und^ gestern dahier verhaftet. S.ehattedasK.nd von bier fort angeblich nach ihrer Mutter, gebracht, und sich wiederhierherbegeben.

9 * anaa s»e gestrige Notiz. Schießen eines Soldaten betr., anlangt, fp sit feft-

gestellt "worden daß^ stL1 bie Solbaten tn ihrer Wohnung am Hamm unter sich mit ®d)k6en beieu"tiflt laben und nur aus Furcht vor Strafe bie Anzeige machten, der Verletzte sei auf der Straße geschossen worden.

Gießen zu einer ent^pre^^enben 93ettta99letftung erfud)t

indeß ein Bedürfniß für diese Straße nicht an und spricht sich infolge dessen ablehnend gegen dieses Gesuch aus. Dem Gesuche des Etsvereins, welcher sich nach den bar- gelegten Grundsätzen die Förderung des Schlittschuhlaufens angelegen fein laßt.und bebufs Herstellung einer sicheren Eisfläche um Ueberlassung der am linken Ufer der Wieseck gelegenen städtischen Wiesen petittontrt, wird Genehmigung .ertheilt, wogegen der Etsverein die entstehenden Kosten für^entsprechende Dorrichtlmgen

des Wassers rc. übernimmt. Dem Gesuche um Ueberlassung der Turnhalle an einen Th eil drs hiesigen Regiments behufs Abhaltung von Festlichkeiten zur F^r des Geburtstages Sr. Majestät des Kaisers wird nicht ftattgegeben. - Das Gesuch des Kommissionärs I Blitz um vorläufige Genehmigung zur Erbauung eine Villa in der HohlgegenÜber dem Wilsonffchen Haufe am Leihgeßerner

As,, ctrtrtfpfaitnn hrr Rflasteruna der Wetzsteingaste bis an Oswald s Garten wird auf L-kÄhr'b-^^7ÄusM^ - Die zu328 JL veranlagte

Herstellung eines Wasserabflusses vom Brunnen vor dem G ail schen Hause in der Neustadt wird genehmigt, dagegen die beantragte Einfriedigung des Schoorgrabens an solchen Wegstellen, welche direct den Graben führen, nicht befürwortet. .-7. ^er definitiv Abschluß des Vertrags zwischen der Stadt Gießen und der Firma Slüb w ftellung der Quellwasserleitung wird der aus der technischen,(r>^^anr- und luriMschen Eommission gebildeten Gesammt-Commisston überwiesen. Dem Verein für Ceflügel- und Ägelzucht wird zur ^Aufbewahrung seiner Requisiten ein^Kellerraum m mum Realschulgebäude gegen 20 X jährliche Pacht überlasten. Nach ^^bhmigung der Klageerhedung gegen den Ortsarmenverband Ktrchvers wegen Uebernahme der Kosten des hier erkrankten I0h8. Becker II. von da, sowie von Kostendecreturen geheime

Vermischte 4.

Efckwege Vor dem hiesigen Schöffengericht kam demEschweger

f ; Nackdem betfelbe vorgeführt, besehen und gemustert worden war,

®n«Sen unb « am folgenden Tage bet d°n Metzgern um den Werch d s ®Mürrba6bSea b°^lt'w?rd^°Dem Bauern w°llt-°ab-r biefe salomonische Weisheit zum Fleischbeschauer, erkundigte sich über den^Schlach ü Viehhändler die

den reellen Werth desselben bescheinigen, -o^fo g si aef*öh. Das Ergebniß Sache beim Gericht anzuzeigen, was auch leitens des Bauern S^Awölbentticher Ge­ber Verhandlung war die Verurtheilung des einen JJ tzg .. Gefängntß davon sängnißstrafe, während sein College etwas § «tt 14 ^ D,e

kam: außerdem wurde beiden eine Geldstrafe von b0 now . das RechtS- Herren konnten sich indessen über dieses Urtherl nicht S erfolgtem Urtheil der mittel der Berufung ergriffen. Der Bauer dagegen «J® machen.

BerufSinstanz feine Ansprüche auf ^SerichUichem W g g^^r'schen Hauses auf

Frankfurt. 9. Februar. Im zwei n Sto^ oeo r. |IU ^aIbcr)tabt

der großen Bockenheimergasse (Nr. l3) wu d Die Kinder und der Mann

Mann, Frau und zwei Kinder, Un Gas erstickt gesund : M bemetfbar.

waren tobt, an der Frau waren, als man sie fand,. nocy^ ^^sen sein. Bet näherer Die Verhältnisse der Familie solle» durchs ^°obtfn befanbeu, ergab sich, daß die Besichtigung des Zimmers, in welchem e^ Die Leichen des Mannes und der Schrauben deS GaskrahnenS aus der O lag ^rflU lebt noch; sie hat starken beiden Kinder wurden in das Spltal gcvraa)

Schaum vor dem Munde. Rta." noch Folgendes mitgetheilt: Das

lieber ba6 Erelgntß wirb derFranks. ? u[)r felncr Kammer herunter DfenstwSbchen kam, wie «ewoh r, z^^ Morgen, an bcr Thüre beS in die Wohnung b-r Herrschaft unb rwpu . schule (Elifabethenschule) zu

Schlafzmtmer«, um die Kinder »um ü Mädchen klovftc nun heftiger und

wecken: ihr würbe ab -nicht g-°mw»r'er t,a8 Mädchen, weil e« bc<

geschehen sein könnte. « eilte c,n

Gefundene Gegenstände:

1 Muff, 1 Paar Handschuhe, 1 goldene Brache, 1 Geldbeutel mit Inhalt, l Fensterflügel, 1 Taschentuch, 1 Säckchen Salz, mehrere Schlüget.

Gießen am 10. Februar 1883. GroßherzogltcheS Poltzetamt Gteszen.

Fresenius.

Kiehener Anzeiger

Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen.

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