Nachdem die Gensd'armen Militär herangezogen hatten, gelang es, die Menge zu zerstreuen. ______
Lokales.
Gießen, 7. September. Wie wir vernehmen, ist jetzt Herr S ti ef, welcher bis dato per Vertrag die Stelle des Stadtbaumetsters bekleidete, definitiv hier angestellt worden. Es bleibt somit der Stadt ein Beamter erhalten, der bet den umfangreichen städtischen Bauten sich durch Thättgkett, Gewissenhaftigkeit und wohlwollende Gesinnung das Vertrauen seiner Vorgesetzten, wie nicht minder die Achtung seiner Untergebenen m hohem Maße erworben hat.
Verwischtes»
Staufenberg, 6. September. Die Bewohner Staufenbergs gaben dem Vertrauen, welches sie in ihren seitherigen Bürgermeister, Herrn Vogel, setzten, dadurch Ausdruck, daß sie ihn bei der heute ftattgefundenen Bürgermeisterwahl wieder einstimmig zu ihrem Bürgermeister erwählten.
Pohl-Göns, 4. September. Am Freitag ereignete sich dahier ein bedauerlicher Unglücksfall. Der 7jährige Knabe des hiesigen Ortsbürgers Karl Ott wurde von seiner Großmutter aufs Feld geschickt, um dort eine Kuh zu weiden. Aus Langweile wahrscheinlich band sich der Knabe das eine Ende des Strickes, an welchen die Kuh gebunden mar, um den Leib. Durch einen bis jetzt unaufgeklärten Zufall wurde die Kuh scheu, ging mit dem Knaben durch und schleifte denselben etwa 500—600.Schritte. In der Mitte des Dorfes wurde die in völligem Galopp besindliche, fast wilde Kuh mit großer Mühe von mehreren Ortsbürgern aufgefangen. Aber welch' gräßlicher Anblick bot sich nun dem Auge dar! Der Strick hatte sich in Folge der Schleifung so fest um den Leib des Kindes zusammengezogen, daß es nicht möglich war, mit einem Finger durchzukommen. Der Kopf des Knaben war fast vollständig scalpirt, außerdem hatte er einen Beinbruch und sonstige schwere Verletzungen daoongetragen. Nach mehreren Stunden unsäglicher Leiden wurde das unglückliche Kind durch den Tod von denselben erlöst. Möchte diese Mittheilung zur Warnung dienen, nie wieder jüngeren Kindern allein irgendwie Vieh anzuoertrauen, da hierdurch schon so mancher Unglücksfall herbeigeführt worden ist. (W. B.)
Mainz, 4. September. sVom Brückenbaus Der Caisson des dritten und letzten Strompfeilers soll bis morgen vollständig versenkt sein und wird alsdann die Ausfüllung mit Beton vorgenommen. Man hofft, alle unter Wasser vorzunehmenden Bau- arbeiien bis 15. September beendet zu haben. — Bekanntlich wurde auf Anregung des Herrn Kreisraths in Bensheim von dem Centralhülfscomit6 für die Ueberschwemmten beschlossen, den von einer Ueberschwemmung bedrohten Riedgemeinden eiserne Rettungsnachen zu beschaffen, da diese. Orte bei der letzten Katastrophe keinerlei Material zur Fettung besaßen. Diese Nachen wurden der hiesigen Firma Gebr. Schultz zur An- gung übertragen und fand am Samstag im Beisein vieler Herren des Comitäs,
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Telegraphische Depeschen.
Wolff'S telegv. Correspondenz-Bureau.
Bromberg, 6. September. Das Verbot der für nächsten Sonntag geplanten Theater-Vorstellung zur Sobieski-Feier ist wieder aufgehoben morden.
Agram, 6. September. Feldzeugmeister Ramberg übernahm Mittags die Amtsgeschäfte von Pejacsevich. Die Agramer Zeitung „Narodnerwwine" veröffentlicht eine Proklamation Ramberg's, worin als Aufgabe bezeichnet wird, die Ruhe wieder her- zustcllen und das beleidigte Ansehen der Staatsgewalt durch Wiederanbringung der doppelsprachigen Wappenschilder herzustellen, um darzuthun, daß man politische Fragen mit Straßenkrawollen nicht lösen könne. Die Proklamation führt aus, je eher die übernommene Ausgabe gelöst werde, desto früher werde eine versöhnliche und befriedigende Lösung der Aufschriftenfrage möglich und warnt vor den Behauptungen, daß man die Sprache, Nationalität oder Verfassungsrechte antasten wolle.
Paris, 6. September. In Erwiderung auf den letzten Artikel der „Nordd. Allg. Ztg." erklärt das „Journal des Debats", es habe nicht gesagt, daß der Grundzug der deutschen Politik darin bestehe, Frankreich zu isoliren, sondern daß der Grundzug vielmehr darin bestehe, in Europa eine Ordnung der Dinge herzustellen, solchergestalt, daß keine Combination von Allianzen ohne Deutschland möglich sei. Das Journal vermag nicht etnzusehen, wie es dadurch eine Drohung wegen des Frankfurter Frtedensvertrags habe aussprechen können, daß eS auf das obige Werk der diplimatischen Kunst des Fürsten Bismarck hingewiesen habe. Die „Nordd. Allg. Ztg." sehe eine Herausforderung in jedem Artikel der französischen Presse. Es sei gerecht, anzuerkennen, daß die deutschen Staatsmänner weit entfernt seien, die aggressive Haltung der Berliner Presse nachzuahmen und daß sie ihren unbestreitbar guten Willen in Bezug auf die Verwickelungen im mittelländischen Meer und im Orient kundgegeben hätten, aber das sei kein Grund, daß Frankreich die Augen verschließe über den Zustand auf dem Continent. Wenn mun nun sage, daß ohne Zustimmung Deutschlands keine Allianz möglich sei, dann wird man angeklagt, den Krieg heraufzubeschwören. Suche man nur Verbündete, um Krieg zu führen? Wir haben Deutschland eine Reihe von Allianzen zur Aufrechterhaltung des Friedens schließen sehen. Wir denken doch des Friedens? Wäre diese Etiquette etwa falsch? das denken wir nicht. Wir denken, Deutschland hat diese Coalitionen gebildet, um, wenn nicht den allgemeinen Frieden, so doch wenigstens den Frieden Deutschlands sicherzustellen, seine Autorität zu vermehren und solide Grundlagen für seine Hegemonie zü legen- Das ist zweifellos: Dieser Zustand der Dinge bildet einen Grund der Schwächung für alle anderen Staaten, mit Ausnahme von Deutschland, weil er jede Allianz zwischen diesen Mächten ohne Deutschland hindert. Was uns betrifft, so suchen wir keine Verbündeten, um den Frankfurter Friedensoertrag zu brechen, weil wir wissen, daß wir keine finden würden. Aber es ist uns doch wohl erlaubt, die Mittel zu ftudiren, mit denen Deutschland seinen Besitzstand und seine Hegemonie gegen die Chancen der Zukunft bewahrt.
Paris, 6. September. Die „Union" veröffentlicht eine Note, worin der Graf von Parts als Chef des Hauses von Frankreich anerkannt wird. Der König von Spanien empfing heute Vormittag den Grafen von Paris. Dessen Sohn begab sich darauf nach Epinay, um das Dejeuner bei dem Herzog von Montpensier einzunehmen. Nachmittags empfing der König den Minister des Auswärtigen. Abends war auf der spanischen Botschaft großes Diner.
— Don Carlos ist in Venedig eingetroffen. Die französischen Royalisten statten demselben keinen Besuch ab. Don Carlos richtete ein Schreiben an Nocedal, den Führer der spanischen Legitimisten, worin er erklärte, Spanien gehöre ihm und werde ihm stets gehören.
Paris, 6. September. Ein Telegramm des Admirals Meyer an den Marineminister aus Hongkong von heute sagt: Es ist auch nicht ein einziges chinesisches Kriegsschiff vom Norden her angekommen, nur drei Transportschiffe mit 750 Mann chinesischer Truppen sind vor etwa 14 Tagen in Pakoi eingetroffen und etwa 1750 chinesische Milizen sind am Sonnabend und Sonntag mit einem chinesischen Handels-Dampfer in Canton angelangt. In Canton werden große Vorräthe von Proviant angesammelt.
London, 6. September. Nach einer Meldung aus Shanghai von heute ist der neue englische Gesandte in China, Sir Harry Parkers, dort angekommen. — Die „Times" meldet aus Hongkong von heute, ein Corresponüent in Hai-Phong schriebe, die Franzosen beabsichtigten, Canton und Pakhoi zu bloktten, wenn die chinesischen Truppen sich weigern sollten, sich von der Grenze zurückzuziehen.
Alexandrien, 6. September. Der Khedive empfing heute Nachmittag eine Deputation Europäer, welche eine Adresse überreichte, in welcher der Khed've wegen seiner Haltung während der Cholera-Epidemie beglückwünscht wird.
— Die „Egyp. Ztg." meldet, in Kreisen Eingeborener werde versichert, Malet ersuche infolge Instruktionen den Khedive, den Erlaß eines Dekrets, betreffend die Errichtung eines Staatsraths, zu vertagen bis zum Eingänge weiterer Mittheilungen Granville's.
— Bis heute Morgen 8 Uhr gab es in Ober-Egypten oierundfünfzig Cholera- Todesfälle. ___________________________________ _____
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Sachverständigen rc. die Probe eines solchen fert'ggeftellten Nachens statt. Dieselbe fiel vorzüglich aus. Der m t Luftkasten gebaute Nachen wurde mit ein.gen 30 Personen belastet, ohne daß der Tiefgang größer geworden wäre, die Jusasscn — Arbttttr der Schultz'schen Werft — hingen sich an bte eine Seite des Nachens ins Wasser und ließen sich nachziehen, der Nachen faßte Wasser, behielt aber trotzdem seine Tragkraft, kurz, es wurden alle möglichen Versuche ungefteUt, denen gegenüber der Nachen sich als Rettungswerkzeug im Augenblicke der Gefahr glänzend bewährte. Die anwesenden Herren sprachen sich sehr anerkennend aus. Die übrigen Nachen werden nun successive fertiggestellt, mit dem nötigen „Geschirr" versehen und dann den betreffenden Gemeinden überwiesen.
Frankfurt, 4 September. Die Bundesfahne der deutschen Turnerschaft, die bis zum nächsten deutschen Turnfest bekanntlich hier im Römer aufbewahrt wird, soll nach-einem gestrigen Beschluß des Gau-Ausschusses bei der Einweihung des National Denkmals zugegen fein. 12 Mann werden zu diesem Zweck deputirt. Von Seiten des Ausschusses der deutschen Turnerschaft werden außerdem noch bei der Feier gegenwärtig fern: Dr. Ferdinand Götz und Dr. Lion, beide aus Leipzig, Director Maul aus Karlsruhe und ber Vertreter des 9. Mutelrheinkreises, Emil Reuter aus Darmstadt. Einige Zeit nach den Einwelhungsfeierlichkeiten wird die Frankfurter Turnerschaft eine Turnfahrt auf den Niederwald veranstalten.
Frankfurt, 4. September. Großer Durst plagte den biederen Metzgermeister X. in ber K—gaffe, als er kürzlich bes Nachts aufwachte. Er erhob sich tastete im Finstern herum und entdeckte auf dem Waschtisch ein mit Wasser gefülltes Glas. Er trank einige Schluck davon, fand das Wasser aber abgestanden und füllte das Glas, da glücklicherweise die Wasserleitung einmal nicht abgesperrt war mit frischem Vogelsberger, nachdem er das abgestandene Wasser in dem Glas mit kräftigem Schwung zum Fenster hinausgeschüttet. Klang's doch, dachte der schlaftrunkene Master dabei, als wenn ich einen ganzen Eimer voll hinausgeschüttet hätte, so stark klatschte das bischen Wasser auf. Am andern Morgen tnquirtrte ibn seine Gattin bei Zeiten was denn mit dem Wasserglas passirt sei. „Getrunken hab' ich d'raus." — „Ei was, das Wasser hast Du getrunken? Guten Appetit! Wo hast Du denn aber mein neues Gebiß hingethan, das in dem Wasser lag?"
Homburg v. d. H., 3. September. Während der Kaisermanöver werden, so weit der „T -B." erfahren konnte, hier wohnen: Kaiser Wilhelm und Kaiserin Augusta, der König von Sachsen, der König von Spanien, der Großherzog und die Frau Großherzogin von Baden, der Großherzog von Sachsen und Prinz Wilhelm von Preußen nebst Gemahlin und Kindern — sämmtlich im Königlichen Schlosse; der Kronprinz und die Frau Kronprinzessin des deutschen Reichs und von Preußen in der V lla des Herrn Schlotterbeck an der Schönen Aussicht; der König von Serbien in der Villa des Herrn Aug. Hammelmann in der Unteren Promenade; der Großherzsg von Heffen nebst Töchtern im Hause des Herrn H. Riechelmann in der Kisseleffstraße; Prmz Alexander von Hessen im Hause des Herrn Gerichtsrath Stumpff m der Kisseleffstraße; der Herzog von Connaught und der Herzog von Edinburgh in Der 93.Ua „Alexandra" des Herrn Weigand; der Fürst von Waldeck im Hause des Herrn Sauer an ber Unteren Promenade; der Erbgroßherzog von Sachsen in der Villa des Herrn H Scheller in ber Ferdinandsstraße; der Landgraf von Hessen in der Villa des Herrn Winter in ber Unteren Promenade; Prinz Leopold von Preußen im Hause des Herrn Eiffert in der Kisseleffstraße; Prinz Wilhelm von Hessen in ber Villa ber Frau Maurer an ber Unteren Promenade. Wohnung haben bereits hier genommen: der Prinz von Wales in der Villa Hammerschmidt an ber Unteren Promenade, der Großherzog von Mecklenburg in der Villa Emmerich, der Herzog von Cambridge in Ritters Park Hotel, ber Herzog von Albany nebst Gemahlin in einer Villa des Herrn Weigand. — Nunmehr ist definitiv bestimmt, daß die großen Tafeln bei Gelegenheit der Kaisermanöver nicht im Königlichen Schlosse, sondern im Kurhaus stattfinden.
— Nachdem die Ernte in den letzten warmen Tagen so weit gefördert worben ist, daß diesilbe in der Hauptsache als beendet angesehen werden kann, sind die Hagelversicherungs-Gesellschaften schon jetzt in ber Lage, eine vorläufige Uebersicht über die diesjährige Campagne zu geben. Aus einem Circular ber Gesellschaft zu gegenseitiger Hagelschädenversicherung in Leipzig an ihre Vertreter geht hervor, baß die Anstalt in diesem Jahre einen Nachschuß nicht erheben wird, vielmehr in der Lage ist, dem Reservefonds eine erhebliche Summe überweisen zu können Genauere Zahlen stellt die Gesellschaft, wie alljährlich, nach der Verwaltungsrathssitzung tm October in Aussicht, jedenfalls wird es aber für die Mitglieder interessant sein, schon jetzt von dem günstigen Geschäftsftande Kenntniß zu erhalten, und es steht zu erwarten, daß nach den letzten drei schweren Schadenjahren für die alte Leipz'ger Gesellschaft wieder ruhige normale Jahre kommen werden, nachdem dieselbe den jetzt gültigen, auf langjährige Erfahrungen begründeten Prämientarif adoptirt hat.
Wien, 3. September. Die Roßauerländer in Flammen! Dieser Ruf brachte gestern ganz Wien in Aufregung. Am rechten Ufer des Donaukanals, längs der ganzen Roßauerlände und noch weiter hinauf, erstrecken sich schier endlose Holzplätz, in welchen viele Tausende Kubikmeter Werk- und Brennholz ausgeschtchlet sind. Aus einem dieser Holzlagerplätze nun ist gestern Nachmittag ein Brand ausgebrochen, der in kürzester Zeit die ungeheuerlichsten Dimensionen annahm. Der bezeichnete HolzplaZ wird auf feiner dem Donauufer zugewendeten Sette von der Brigitta- und Augartev- drücke begrenzt. Er bildet em Rechteck, das an den drei andern Seiten von ber Sekgasse, ber Alserbachstraße unb der Hahn-, resp. Rothe Löwengasse gebildet wird un) mehrere hundert Quadratmeter bedeckt. Auf dem weiten Platze befinden sich die Holz» Plätze des Stadtzimmermeifters Hermann Otte, des Holzhändlers C. (Schultes, b« Fürsten Schwarzenberg uud des Barons Hackelsberg. Außerdem sind auf dem Platzt einige Häuser errichtet, in denen die Wohnungen der Beamten und die Canzleien unter» gebracht sind. In der Tischlerei des Herrn Otte nun, die sich in dem ber Donau zu- gewenbeten Wtnkel des weitläufigen Platzes unb gegenüber ben Häusern Nr. 17 um Nr. 19 ber Seegasse befinbet, brach um 3 Uhr Nachmittags bas Feuer aus. M! Blitzesschnelle züngelten bte Flammen an dem leichten Bauwerke empor und .hatten alsbald auch den Z mmerplatz und das Maschinenhaus ergriffen unb total etngeäschen. Es waren kaum wenige Minuten verstrichen, als auch schon ber größte Theil de' riesenhaften Holzvorräthe von den Flammen ergriffen wyr. Von den Flammen ergriffe! unb rettungslos verloren, das war in diesem Falle identisch Rasch war die Feuev wehr zur Stelle, aber sie hatte mit ungeheuren Schwierigkeiten, insbesondere mit bec Sturm zu kämpfen. Mit Der zunehmenden Gefahr kamen die freiwilligen Feuerwehre: der Vororte zu Hilfe. Als einmal die Erkenntniß sich Bahn gebrochen hatte, daß beo eigentlichen Feuerherd unmöglich bdjufommen sei, wendete sich das Augenmerk de Feuerwehr der Umgebung des Brandplatzes zu, umsomehr, als bereits einige Haufe: Der Seegasse in Brand gerathen waren. Mehrere Häuser wurden^ so gut es gtnfr ausgeräumt. Die Häuser der Seegasse waren wohl am ärgsten gefährdet, allein aua die an der Roßauerlände gelegenen Häuser, sowie die Häuser der Alserbachstraße un) die hinter denselben gelegenen sogenannten Fellner'schen Häuser waren in eminente: Weise bedroht- Es mußten zahlreiche Delogiruugen vorgenommen werden, da es die Leute vor Hitze in ihren Wohnungen nicht aushalten konnten, und bte Effecten Der Delogirten wurden geborgen, so gut man es eben konnte. Dabet spielten sich mituntn sehr erregte ©eenen ab, namentlich bet den armen Leuten aus der Seegasse, die, bei Schreck in allen Gliedern, nicht wußten, was mit ihnen geschah. In dem Maße, ai» die Arbeit wuchs, schien die Gefahr zu wachsen. In einzelnen Häusern der Rother- Löwengasse, der See- und Hahngasse, sowie an der Roßauerlände hatten die rahmen bereits zu glimmen angefangen und aus dem Dachstuhle des Hauses Jtr. i- der Seegasse, sowie aus dem angrenzenden Hause Nr. 19, dem sogenannten „Franzoieiir hause", schlugen die Flammen meterhoch empor. Zum Uebermaße des Unglückes gms auch ein sturmartiger Wind, welcher die Flammen vor sich hertrteb und bald dttt eme , bald den anderen Häusercomplex, ja sogar das Gebäude der Franz Äosef-Bayn rc Gefahr brachte. Um all die gefährdeten Punkte zu schützen, reichten die Mittet- Feuerwehr, die aus allen Bezftken herbeigezogen wurde, nicht aus, so daß die Feuerwehren sämmtlicher Vororte telegraphisch herbeigerufen werden mußten. Da hatten Wache und Militär alle Mühe, das Publikum in Schranken ZU halten um Unglücksfälle zu verhüten. Zweihundert requirtrte Geniesoldaten demolrrten mey gegen die Alserbachstraße gelegene Objecte, um den Flammen Nahrung zu entziey^ und die Fellner'schen Häuser, sow'e die Holzplätze in der Alserbachstraße zu 'putzen- Die ganze Nacht hindurch mußte mit dem wüthenden Element gekämpft werben mehr als einmal wurde die Gefahr für die umliegenden Häusercomplexe sehr. Hätte der Sturmwind, der sich gegen Mitternacht erhob und die Straßen m't o w , Wolken von Granitstaub erfüllte und die Menschen fast blind machte,^ Nachmittag , lange noch die Holzstöße auf den Holzplätzen hoch standen, getobt, so wäre eine ungy Gefahr für die ganze Roßau ganz unabwenddar gewesen; um die spate Racytzeu u
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