Ausgabe 
8.7.1883 Zweites Blatt
 
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Gießen, den 2. Juli 1883.

Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen.

A. Bramm.

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sich die Leser verlassen, dem Publikum bekannt. Alle Anpreisungen, wie obige, sind nicht beachtenswerth. So hat z. B. der Bokhara-Rtesen-Honigklee, der schon lange im botanischen Garten in Hohenheim angebaut wird, sonst keinen Fehler, als daß ihn doS Vieh nicht frißt.

Wie enorm groß der durch den Frostschaden im Winter 187980 in unserem Lande entstandene Verlust an Odstbäumen ist, läßt sich erst jetzt völlig übersehen, da wie schon früher erwähnt wurde, noch in den letzten Jahren große Mengen Bäume eingingen, mdcbe vom Frost größere oder geringere Schäden erlitten hatten. Die nach' stehende Uebersicht, welche amtlichen Quellen entnommen ist, zeigt zunächst die Zahl der 1879 vorhandenen Obstbäume, sodann diejenige der vom Frost getödteten, darnach folgen die Zahlen der in 1880 und 1882 noch vorhandenen tragbaren Obstbäume.

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Betreffend: Die Vergebung der Zinsen des Vermächtnisses des Christian Gerhard Hast für das Jahr 1883. Anmeldungen wegen Berücksichtigung bei Vergebung der oben bezeichneten Zinsen haben bis zum 10. dieses Monats einschließlich auf dem Bürgermeisterei-

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fteaann der Polizist,ist vor Nüchternheit vor einem Bäckerladen zusammengebrochen; «in Borüberaehender hat ihm em Brödchen gekauft, das dieser heißhungerig verschlang. Er wurde hierauf auf den Posten geführt und untersucht. Allein wie groß war unser Erstaunen als wir 32,000 Franken bet ihm vorfanden I Wir hielten ihn zuerst für einen Dieb'- er hat jedoch die Herkunft dieser Summe rechtfertigen können." Am 95 Mai erzählt dieLtbertö" weiter, begab sich Lemeneur, dessen Zustand sich ver­schlimmert hatte, zum Polizeicommissar und bat ibn, ,hm eine Zulassungskarte in das s^otel-Dieu zu verschaffen. -Sie sind ja, sagte dieser Beamte zu 'hm, ganz gut im Stande einen Arzt rufen zu lassen, da Sie im Besitze von 32,000 Franken sind." *m folgenden Tage gelang es Lemeneur dennoch, sich wieder in das genannte Spital aufnehmen zu lassen, wo er übrigens nach Verlauf von wenigen Tagen verschied. Da Niemand seinen Leichnam reclamirte, so wurde derselbe im armseligsten Leichenwagen auf den Friedhof gefahren. Drei Tage darauf ließ der Richter an das Dachstübchen des Verstorbenen die Siegel anlegen. Man stelle sich nun die Ueberraschung der Nachbarn vor, als der Schreiber entdeckte: 1) eine Summe von 30,000 Franken in Banknoten, die in einem alten Hute unter Lumpen versteckt waren; 2) 50,000 Franken tn Wertpapieren au porteur, die zwischen zwei Matrazen staken; 3) 300,000 Franken tn Nominativen Werthen, welche man in einem Strohsacke vorfand. Dieses hübsche Vermögen wird nun seinen Neffen, von denen einer Offizier der Ehrenlegion ist, zufallen.

DasWürttemb. Wochenbl. für Landwirthschaft" enthält eine sehr zeitgemäße Warnung vor dm schwindelhaften Anpreisungen landwirthschaftltcher Gebrauchsgegen- stände, welche wir, da diese Angelegenheit auch unsere einheimischen Landwtrthe lebhaft berührt, hier kurz wtedergebm- Es gibt eine Reihe von Schwindelannoncen in den öffentlichen Blättern, welche auch das landwirthschaftliche Gebiet berühren. Der eine empfiehlt Bokhara-Riesm-Honigklee, schottische Riesenturntps rc Der Andere empfiehlt Schwefelsäure zum Aufschlteßen des Bodens, wodurch die Ernten außerordentlich erhöht werden, Kartoffelsorten mit den ollertheuerstm Namen rc. Wegen solcher Anpreisungen tn den politischen TageSblättern halten wir es für angezeigt, öffentlich vor allen der­artigen Annoncen zu warnen. Was wahren Werth für und hat, wird, darauf dürfen

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In 1879 waren also vorhanden 5 428 869 Stück, 1882 aber nur noch 2224 846 Stück tragbare Obstbäume. Der wirkliche Verlust an Obstbäumen beträgt nach Aus­weis dieser Ziffern sonach nicht 1670 000 Stück, sondern wie die obige Tabelle zeigt 3 200000 Stück Bäume. Angesichts dieser Ziffern wird es auch begreiflich erscheinm, daß die Menge der abgestorbenen und zu Brennholz hergerichteten Bäume ein Sinkm der Holzpreise im Gefolge hatte, wie factisch nachgewtesen ist. Berechnet man aber den Werth eines tragbaren Obstbaumes auf durchschnittlich 5 JL, so zeigt sich, daß die Baumbesitzer, zu welchen in erster Linie unsere Landwtrthe zählen, im Winter 1879-80 einen Vermögensverlust von 3 200 000 x 5 JL = 16 000 000 JL, sage 16 Millionen Mark erlitten haben.

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Nußbäume

142169

9 984

132 185

100163

sonstige Obstbäume

79 712

16 975

62737

20 371