Ausgabe 
7.6.1883 Zweites Blatt
 
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(Nachdruck verboten.)

IV.

Material abgeben. Lebhaftes Interesse erwecken die von Siemens u. Halske, welche Firma sich verhältnißmaßtg so schnell einen Weltruf erworben hat, ausgestellten elek­trischen Utensilien, so z. B. die in allerliebsten sauberen Modellen vorhandene elektrische Bahn, daneben eine Auswahl der wichtigeren elektrischen Signalmittel für Eisenbahnen und zur Feuermeldung, sowie eine Darstellung der feuersicheren Beleuchtung durch elek­trisches Licht in Bergwerken, Pulverfabriken, Theatern, Schiffsräumen u. s. w-

Hier in der Nähe befindet sich auch ein großer Theil derjenigen Gruppe, welche sich mit der Verhütung von Unglücksfällen, mit Schutzmitteln gegen die Gefahren der Berufsthätigkeit, mit der Verhinderung des Einathmens giftiger Gase, mit Schutzvor­richtungen beim Maschinenbetriebe, bei Fahrstühlen rc., mit Vorrichtungen gegen die Entwickelungen von Rauch, schädlichen Gasen und schlechten Gerüchen rc beschäftigt. Der Kopf schwirrt einem fast, wenn man zwischen diesen Kurbeln, Winden, Lricherhetts- buten, Gerüsten, Fangvorrichtungen rc. entlangschreitet, unwillkürlich denkt man an die tausend und abertausend Unglücksfälle, welche alljährlich in Fabriken, Bergwerken, bei Bauten und Ausgrabungen ftaltfir.den, fühlt jedoch dabei auch eine gewisse Be­ruhigung, daß mit jedem Jahre mehr Mittel und Wege erfunden werden, um die Thätigkeit Derjenigen, welche fast immer in Gefahr schweben, zu einermöglichst sicheren zu machen. Ein Gefühl ehrlichen Zufriedenseins und aufrichtiger Genugthuung em> psinden wir ferner, wenn wir die Modelle und Pläne überblicken, welche uns zeigen, was schon in letzter Zeit zur Verbesserung des Looses der arbeitenden Klassen geschehen ist, namentlich was bte Anlage von Arbeiter-Wohnungen, von Logirhäusern, Arbeiter- Speiseanstalten, von Arbeitergärten und Krankenhäusern anbelangt. In sauberen Modellen und Zeichnungen finden wir diese so überaus wohlthättgen und nachahmungs- werthen Anlagen und Anstalten verkörpert; wir hätten aber gerade diese Abtheilung weit umfangreicher gewünscht, als wie sie es leider ist. Hervorheben wollen wir das Arbeiter-Hospiz der F. Brandl'schen mechanischen Weberei in M.-Gladbach mit seinen inneren Einrichtungen, den Wasch-, Bade- rc. Anlagen, die Fabrik der Farbwerke in Höchst a. M. mit den Fmerlösch-Stattonen, den Beamten- und Arbetterwohnhäusern, die Doppelhäuser für Arbeiterwohnungen der Gladbacher Aktien - Baugesellschaft in M.-Gladbach, die kolosiale Borsig'sche Anlage in Borsigwerk und schließlich die aus­gezeichneten Modelle der Krupp'schen Fabriken und zwar der Arbeiter-Colonte Kronen­berg, einer Arbeiterwohnung, einer Privatschule, eines Lazareths und der Menage. Auch die berühmte Krupp'fche Feuerwehr ist ganz brillant durch mehrere Modelle dargestellt.

Doch halt, wir sind in unserem Eifer zu weit gegangen und müssen umkehren, um die an der linken inneren Seite befindliche sehr stattliche Gruppe des Bergbau- und Hüttenwesens in Augenschein zu nehmen, die uns ein Bild gibt von dem Berg- und HÜttenbau selbst, wie namentlich von den Schutzvorkehrungen gegen die vielerlei Gefahren, denen die Bergleute stets ausgesetzt sind, ferner wie die Umgebungen der Bergwerke und Hütten gegen Belästigungen und Gefahren zu schützen sind. Da sehen wir ganze Sammlungen von Sicherheitslampen und von Berg- und Hütten-Producten, mächtige Modelle von großen Bergwerks-Anlagen, sowie einzelner Theile derselben, eiserne Schacht-Förderkörbe, Figuren vollständig ausgerüsteter Bergmänner, elektrische Zündmaschinen, Modelle der Rauch- und Gasabführung, von Kupfer-Hochöfen und Kugelmühlen, von Pulvermagazinen und Wctteröfen, von Damm- und Wetterthüren, wie von Bohrmaschinen und Darstellung der Ventilation. Auch hier ist viel für das Loos der Arbeiter gethan worden und legen davon deutlich die Modelle und Zeichnungen der Arbeiter-Wohnhäuser und Lazarethe, der Arbeiter-Schlaf- und Badehäuser, wie der

der Handelskammern gehören der liberalen Partei an. Die Städte entsenden 10 Liberale und 3 Klerikale, die Landgemeinden 4 Liberale und 30 Klerikale in den Landtag. Dazu kommen noch die 4, natürlich klerikalen, Vertreter der geistlichen Stifte und die 4 Virilstimmenbesitzer, von denen der Erzbischof von Salzburg und die Bischöfe von Trient und Brixen mit der klerikalen Partei stimmen während der Rector der Innsbrucker Universität den Liberalen an­gehört. ' Es stehen sich also im tyroler Landtage 40 Klerikale und 28 Liberale gegenüber.$ ^gen noch keine neuen Nachrichten vor. Auch in dem

officiellen Verhältnisse zwischen Frankreich und China scheint sich noch nichts geändert zu haben, womit jedoch nicht gesagt ist, daß die weitere Entwickelung der Dinge in Tongking nicht zu recht ernsten Auseinandersetzungen zwischen den beiden Regierungen führen kann. Die französische Regierung ist in Bezug auf China sehr optimistisch gesinnt, denn in der Senatssttzung vom Sonnabend erklärte der Minister des Auswärtigen, Challemel - Lacour, daß durchaus kein Grund vorhanden sei, anzunehmen, daß China mit Frankreich sollte brechen wollen; China werde sich durch eifersüchtige und interessirte Rathschläge nicht beeinflussen lassen und es könne in einer Angelegenheit, in welcher es weder ein Recht, noch ein Interesse (?) zu wahren habe, nicht intervemren wollen; ob Herr Challemel-Lacour mit dieser Anschauung Recht hat, müssen schon die nächsten Wochen lehren. Die Lage der Franzosen in Hinter-Jndien ist offenbar gefährlicher, als man bis jetzt glaubte. Eine in derRöpubl. fran^asse" ver­öffentlichte, vorn 29. Mai datirte Depesche aus Saigon meldet, daß in Cochin- China jetzt Alles ruhig fei,da man die Ausstände in den an Anam grenzenden Bezirken dieser französischen Colonie unterdrückt habe." Es ist das erstemal, daß man von derartigen Ausständen überhaupt etwas hört und scheint es, daß die französische Regierung bemüht gewesen ist, die Meldungen über den Aufstand in Cochin-China zu vertuschen, um die in Frankreich anläßlich der tongking- nesischen Affaire herrschende Ausregung nicht noch zu vermehren.

Der Jahrestag des Todes Garibaldi's 2. Juni hat in der italienischen Hauptstadt abermals zu einer anti-österreichischen Demonstration geführt. Eine Schaar von etwa 2000 Personen zog am Sonnabend vor das österreichische Botschafts-Hotel, sowie vor das Quirinal und den Vatikan und brachte hier Hochs auf Oberdank und Triest aus. Dem guten Einvernehmen zwischen Oesterreich und Italien ist mit solchen lächerlichen Demonstrationen der Jtalianijsimi wenig gedient und das Cabinet de PretiS wird ficherlich die Ju- stimmunq des einsichtsvollen Theiles der italienischen Nation finden, wenn es auch ferner die ärgsten Schreihälse einsperrt. In viel würdigerer Werse hat da die Deputirtenkammer das Andenken an den großen Nationalhelden der Ita­liener geehrt, indem sie am Sonnabend einstimmig den Gesetzentwurf, betr. die Errichtung eines National-Denkmals für Garibaldi auf dem Monte Jamculo genehmigte. Der Staat trägt eine Million Lire dazu bei. Außerdem sind in Nom und mehreren Provinzialstädten am 2. Ium Büsten und Gedenktafeln enthüllt worden. Die Verbrennung der Leiche ist in dem Familienrath, den die Hinterlassenen Garibaldsis an seinem Todestage auf Caprera abhielten, definitiv aufgegeben worden.

Von den Moskauer Krönungs-Feierlichkeiten hat nun,auch das Volk seinen Antheil weg. Das am Sonnabend auf dem für einen Festplatz ganz colossalen Raum von 100 Hectaren veranstaltete Volksfest war ein wahr­haft großartiges zu nennen. Den Mittelpunkt desselben blldeten die 140 mit Bier gefüllten Waggons, die mit je 8 Zapfkrahnen versehen waren, welche jeden dargereichten Becher sofort füllten. Beim Betreten des Festplatzes erhielt ein Jeder aus dem Volke einen Becher, eine Pastete, einen Kuchen und ein Säckchen mit Naschwerk. Ueber eine Million Empfänger präsentirte sich und da erscheint es begreiflich, daß schon gegen Mittag kein Stückchen Kuchen mehr übrig und in den Biertonnen kein Tröpflein mehr zu finden war. Das kaiserliche Paar nebst den fremden Fürstlichkeiten wohnte dem Feste, welches ohne die geringste Störung verlief, eine halbe Stunde bei und wurde von den Volksmassen überall jubelnd begrüßt. Bei dem Festdiner, welches vor dem Volksseste im Kreml statt- sand, richtete der Kaiser an die Vorsteher der Landgemeinden eine Ansprache, in welcher er dieselben ermahnte, den unsinnigen Gerüchten über Landver- theilung und unentgeltliche Erweiterung des Grundbesitzes keinen Glauben zu schenken.

Sine Wanderung durch die Hygieine-Ausstellung.

Von Paul Lindenberg.

An die umfangreichen Special-Ausstellungen Berlins und der verschiedenen Miniftenen, über welche wir in unserem letzten Artikel berichtet haben, reihen sich die Collectiv-Ausstellungen der übrigen deutschen Städte an. Sie sind thetls in abge­schlossenen Kojen, thetls zwischen den übrigen Ausstellungs-Gegenständen untergebracht und enthalten ebenfalls Modelle ganzer Anstallen, sowie einzelner hervorragender Ge­bäude ferner Zeichnungen, Tabellen, Pläne, Photographieen rc., welche uns meiften- tbetls'in leicht faßlicher übersichtlicher Weise die Wasser-Versorgungen, Kanalnetze, Schlachthof- und Viehmarkt-Anlagen, Straßenbautcn, Beleuchtungs- und Feuerlösch­wesen Uferbauten zum Schutze gegen Hochwasser, die Gesundhettsoerhältnisse, Schulen, Krankenhäuser Friedhöfe rc. rc. erläutern, kurz, uns ein Bild von dem umfangreichen inneren Städte-Betrtebe geben, dessen Wohlthaten ein Jeder empfindet, dessen Organis­mus man aber so selten kennen lernt. Wir können hier leider auf die einzelnen Aus- stellunaen nicht eingehen, es würden auch zu oft Wiederholungen dabei Vorkommen. Vertreten sind, außer Berlin und den österreichischen Städten, die Städte Augsburg. Bremen Bremerhaven, Breslau ftn hervorragender Weise), Cassel, Chemnitz, Danzig, Dortmund. Dresden, Düsseldorf, Elberfeld, Erfurt, Frankfurt a- M. Halle, Hamburg Hanau, Karlsruhe, Köln, Leipzig (mit einem prächtigen Querschnitt des Gewandhauses) Magdeburg, M.-Gladbach, München, Nürnberg, Stettin, Stuttgart und Ulm.

Geben wir nun in der Mitte weiter, so gelangen wir zu den Gruppen, welche sich mit der Desinfektion des Bodens und der Luft, Bebauungsplänen und Be- festtauna von Straßen, Wegen und Trottoirs, mit Waperversorgungen ganzer Platze, »le ölner Häuf», mit B-Mlgung der W-°li-n Abfällc un° Abwäsfer, mit der öffentlichen Befeuchtung fowohf durch mte durch efettrtfdjeä Licht, mit Heizung, Lllftwechftl lind Luftreinigung, sowie mit Centrol-Heizungs Aulngen b-sch-tigern Wir finden da eine Collection blitz-nder eiserner, neu vervollkommneter Oefen, bte mit ausgezeichneten Ventilations-Einrichtungen versehen find, pustende Ventilatoren, Modelle von Dampfmaschinen, Kesselspeise- und Wasserstattons-Pumpen, Bohr-Apparate, Filter für Haushaltungen, hunderterlei Arten von Maschinen Rohrenkessel, eine bemerk-ns- rverthe Colleciiv-Ausstellung des EisenwerksLauchhammer", welches mehrere prächtige gußeiserne ventilationssähtge Oeseu ausgestellt hat, in der Nahe aus zierlichem Gestell eine reichhaltige Collection wie Majolika-Gesäße aussehender geschmackvoller emaillirter gußeiserner Gesundh-its-Geschirrc und einen aus gleichem Material sabricirien großen Kochosen, schließlich gewaltige Kessel, Gasmotoren, Pumpen zu Entwafferungszwecken rc. und zwischen all diesen ordentlich sinnverwirrenden Apparaten, deren praktischen Ge- brauch wir schwerlich allein herausfinden würden, bemerken wir noch Modelle und Pläne, Statistiken und Abbildungen, die gerade für den Fachmann ein unschätzbares

Arbeiter-Parkanlagen Zeugniß ab.

Gehen wir nun wiederum vorwärts und wenden uns nach rechts, so befinden wir uns mitten in de» Gruppen, welche die erste Hülfe bet Kranken, Verunglückten und Verletzten und die Krankenpflege mit ihrem vtelvmfassenden Apparate veran­schaulichen. Wir können nicht gerade behaupten, daß d'e Wanderung durch diese Abtheilung eine sehr erquickliche und anregende ist, wenn wir ja auch immerhin dabei die lebhafteste Freude darüber empfinden, wie unendlich viel für unsere leidenden Mit­menschen gethan wird. Da erblicken wir die mannigfaltigsten und auf daS Sinn­reichste construirten Krankenstühle und Betten, sogar Wasserbetten mit Ofen für Gas und Dampf, Krankenmatratzen mit geruchloser Closetvorrichtung, Fahrstühle zum Selbstfahren, eiserne Bettgestelle mit Vorrichtung zur Kaltwasser-Behandlung fiebernder Kranken, Krankenund Lesetische. Krankentransportkörbe, dann complete Bade-Ein- richtungen, Douche- und Wärme-Apparate, medicinische Thermometer, chirurgische Bandagen, Operationstische und Stühle, entsetzlich viel chirurgische Instrumente, Schienen, eine Unzahl künstlicher Glieder und schließlich in hohen Regalen und auf zierlichen Brettern tausenderlei Apotheker-Waaren, ganze Apotheken-Etnrichtungen, Kräuter, Salicylsäure-Präparate, Thermal- und Mineralwässer, ätherische Oele, Quellenproducte aus den verschiedenen Bädern, dann Gips und Torf zu Verband- zwecken, Verbandwatten, Pflaster und schlteßlich noch eine Collectiv-Ausstellung von Erzeugnissen der Zahntechnik. Ah, Gott sei Dank, endlich durch! - Es war uns, als ob wir durch ein Muster-Spital wanderten, in welchem nur die Kranken fehlen und diese abzugeben haben wir doch wahrlich keine Lust! Eine Stärkung nach diesen letzten nervenaufregenden Anblicken wird uns gut thun und gern lassen wir uns von der freundlichen Hebe in dem goldverzierten schmucken Kiosk ein Glas schäumenden Sects credenzen oder suchen Rast in Bauer's benachbarter altdeutschen Weinstube. Tr.ten wir dann bald darauf den Weg wieder an, so betrachten wir noch die hier in der ausgebogenen Halle befindlichen Präparate und Objecte der animalen Vaccination und zwar wie an ausgestopften Thicr-Cadavern die pract'sckc Ausführung der animalen Lymphe-Gewinnung gezeigt wird, werfen noch einen Blick auf die Modelle der Des- infections-Anstalten und auf die verschiedenen Objecte des Lösch- und Feuerdienstes und suchen dann von Neuem in dem wenige Schritte entfernten Panorama von Gastein von der heutigen anstrengenden Wanderung Erquickung und Erholung. Wie oft man auch in diesem stillen und kühlen Raum weilen mag, stets wird er mit seiner herr­lichen Nachahmung der Natur eine tiefe Wirkung auf uns ausüben. Voll und ganz gfben wir uns wieder und immer wieder dem Zauber der unvergleichlich schönen Landschaft hin; der Druck von unserer Stirn weicht, das matte Auge gewinnt an Glanz und die körperliche wie geistige Ermüdung läßt nach, wenn wir auf die grünen Wälder und Auen, den schäumenden Gießbach und den lachenden blauen Himmel, die schneebekrönten Alpen und das weltabgeschiedene Thal blicken, und mit diesem freund­lichen Eindruck wollen wir für heute Abschied von unseren Lesern nehmen.

Vermischtes.

sVacante Stellen für Militäranwärter <m Bereich des 11. Armeecorps.j Altena, Eisenbahnbetriebsamt, 2 Canzlciaspiranten, je 75 monatlich. Kassel, Inten­dantur 11. Armeecorps, Canzleigehülfe, 25 Pf. pro Bogen. Frankfurt a. M., Main- Neckar-Bahn, Telegraphist, 1290 jährlich und Wohnungsgeldzuschuß, 3 Weichensteller, 870 Gehalt und Wohnungsgeldzuschuß; Städtisches Feuer-und Fuhramt, Feldwebel der Berufsfeuerwehr, 150 JL monatlich. Fulda, Postamt. Posthülfsbote, 1,50 täglich; Bürgermeisteramt. Sommer-Feldhüter, 30 monatl'ch. Feldhüter, 480 jährlich. Gräfenthal, Amtseinnahme, Amtsdiener und Executor, 760 JL jährlich, sowie die Mahn- und Pfandegebühren. Großalmerode, Bürgermeisteramt, Feldhüter, 300 jährlich. Höchst a. M-. Bürgermeisteramt, 2 Nachtwächter, 1 JL bis 1,40 pro Nacht. Jena, Garnisonlazareth, Civilkrankenwärter, 600 Jtt, sowie freie Wohnung, Heizung und Beleuchtung. District II. der Weimar-Simmerwerdaer Staats-Chaussee, Chausseewärter, 31,50 X monatlich, sowie Grasnutzung im Werthe von 45 jährlich. Sonneberg, Amtseinnahme, Amtsdiener und Exekutor, 700 X jährlich, sowie die Mahn- und Pfändcgebühren.

So arg hat selten der Druckfehlerteufll einer Zeitung mitgesp'elt, als der Kölnischen" in einer ihrer letzten Nummern. Da wird eine hochpolitische Depescht aus Paris veröffentlicht, die über die Verwickelungen von Torgking berichtet, und über die Einmülhigkeit. die zur Abwehr der Feinde Frankreichs in der Deputirtenkammer zu Tage getreten ist. Es heißt da wörtlich: . Die heutige Abst'rnmung in der

Deputirtenkammer erwies die größte Einstimmigkeit, die im französischen Parlament vorgekommen. Der Abstimmung enthielten sich ungefähr 20 Deputirte. Tie Kammer wollte zeigen, daß, sobald die französische Fahne in's Svital kommt, aller Zwie­spalt aufhört, selbst wenn die Regierung sich auf Abenteuer eingelassen hat" Hoffentlich wird man in Frankreich die Sache nicht allzu ernst nehmen und erbittert über die deutschen Zeitungen hersallen, welche die französische Fahne für so invalide erflären, bafj siein's Spital" kommen müsse. Es sollte natürlich heißen,wo die französische Fahne in's Spiel kommt". Wenn die französische Fahne unv ihre Ehre auch in Tongking etwas beschädigt ist, in's Spital braucht sic darum doch nicht kommm.

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