Ausgabe 
6.12.1883 Zweites Blatt
 
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1883

Nr. 281

icyener Anzeiger

Anrts- tutb Anzeigeblatt für den Kreis Gießen

Erscheint ILtzUch mit Ausnahme deü Msntag».

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PrclS vierreljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Brin-erlvhrt.

Durch die bezogen vierte! jithrlich 2 Mart 50

Zweites Blatt Donnerstag dm 6. December

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Wen.

DemNew-York Herold" wild aus Hongkong unterm 29. November Folgendes über die Lage in Tongktng gemeldet:

cy* hohe wichtige Nachrichten auS Tongktng erhalten, welche meine frühere In­formation bezüglich der fettens der Chinesen erfolgten Räumung Bacnmbs und Sou­lays bestättgcn. Einer meiner Correspondmten schreibt, daß d^ chinesischen Soldaten beim Anblick der TurkoS, welche sie für T ufel hielten, aus Bacninh geflohen seien. In der Festung blieben nur einige Schwor zflaggen und keine Soldaten zurück- Von anderer Seite hörte ich, daß das KanonenbootFleche" am 23. November erne N-cog- noscirung SontayS unternahm. M-Hrere Schüsse blieben unerwidert »nd kein Feind mar sichtbar. Ru gleicher Zett wurde von der Lrndseite durch erne 3vfanterr.-Ab- theilung eine Recognotzctrung vorgenommen; auch da zeigte fid) fein Feind. Da man einen Hinterhalt befürchten zu müssen glaubte, wurde kem Versuch

zu besetzen; allgemein herrscht aber die Anschauung vor, daß der Platz «-räumt flt. Dies hat den Muth der Franzosen sehr belebt und sie besetzten und verstärkten alle wichtigen Punkte an dem Delta. Die Mandarinen von Hu", welche aegen d.e stanzö- fische Verwaltung konspirirten, wurden zur Fügsamkut gezwungen. Ein ^nzose, der Tongkmg genau kennt, schreibt mir hierüber:Es ist immer dasselbe mrit diesen Affen. Behandelt man sie sieu.-dl-ch, so halten sie es für Schwäche-und Mren Krieg nach ihrer Weise; zeigt man ihnen d>e Zahne, so w nden sie sich im Staube. Etnigen Mandarinen werden die Köpfe abgeschlagen. Wir haltrn unser W^k mit dem Kopsen beginnen sollen; denn die Mandarinen sind die eigentlichen Verbrecher- Trotzdem aber glaubt man nicht, daß der Krieg beendet sei. Das Land tst noch im vollen Auf- rubr aeaen die französische Herrschaft. Die anamitischen Soldaten unterhalten in Ver- bivdu?/ mit den Seeräubern eine Schreckensherrschaft. Leben und Besitz sind nur sicher, soweit die französischen Vorposten reichen. Die Herstellung geordneter Zustande tst aber doch nur noch eine Frage der Zett."

Die französische Regierung bchaupttt, noch keine Nachricht über die Räumung Bacninh's erhalten zu haben.

mimt im Jahre 1546 wird Sl-idonus c'tfrt. Und 's heißt dann:In des Sleidan 2ßonen haben die Herren Professores Giessenses, D. Helvicus und Bachmannus, tu threv f(innen Peotica ib. 2 c. 2 pag. 150 einen versum pentametrum ergriffen:

Oppidum Darmßtatum Partim vi, partim dcditione capit

Unter IV. sogt Toppius, Ludwig VI. (.1596-1626) habe Da'Mstadt mit einer Vorstadt erwettsit und größer gemacht. Er meint damit die heutige Makdalenenftratze und den Dallonplatz, die eiste Erweiterung der Residenz über den mittelalterlichen ^^^Wenn^s^cmch wenig 'st, so haben uns die paar verg'lbten Blätter doch einig s erzählen und auf einiges aufmerksam mach-n können.

8 y Ernst Wörn er in derDarmstadter Zeitung".

*) Die Stadt Darmstadt nmmt er zum Theil durch Gewalt, zum Thkil durch Ergebung ---

B e k a n n t m a ch.u n g.

Betreff: Einen durch den Johann Peter Saurenbach von Ruppichteroth iu Gießen verübten Betrug. .

Johann Peter Saurenbach, geboren am 4. März 1825 zu Ruppichteroth, Handelsmann, soll im Laufe dieses Sommers zum Rachche.l emes Bewohners der hiesigm Gtadt nnen Betrug bem Vorgeben, er besitze ein schönes Vermögen - angeblich ^n Garten in Ruppichteroth im

etwaigen Werth von 800 Thaler - und wolle demnächst alles zurückvergüten, die Mildthatrgkeit Dritter anruft, sichv-rpfleg-n aßt un ch

Qeit wenn sein Betrug offenbar geworden, das Weite sucht. Unter biefem Vorgeben hat er im Laufe dieses Sommers eme Wsttwe m Dillenburg um er 600 X. geprellt In gleich gröblicher Weise soll er auch hier einen Betrug verübt haben. Der dahier Betrogene ha. vor g j rol?

Erkundigungen über die Verhältnisse des Saurenbach eingezogen, es wurde zedoch damals auf Mbald

noch anfügen, daß Saurenbach ein wegen Diebstahls and Betrugs oft bestraftes Individuum ist, fordern wir den bis letzt unbekannten betrogenen aus, bei uns sich zu melden, damit das weiter Erforderliche von uns veranlaßt werden kann.

Gießen, den 1. December 1883. Großherzogliches Polizeramt Gießen.

Fresenius.

Vermischtes.

- Der kostspllllgst-n Zahnpflege auf bet ganzen Welt dürften sich, wie uns berichtet wiid, d'e Nordamerikaner rühmen können. Der enorme

sowie der häufige Genuß .xtrem heißer oder cxt' em kalter Speistn und Gttranke führt zum frühzeitigen Ruin der Kauwerkzeuge und gibt den jenseits deS Atlantic pract - cfrenben 17,000 Zahnkünstlern vollauf B schästigung. Man rechni t, daß sie tni die Zähne ihrer Clienten und Klientinnen jäh,sich eine Tonne puren Goldes h nein packen. Etwa fünfmal so vlll, dem Gewichte nach, von Silber, Platina und Zinn nimmt drnselben Weg und repräsentirt einen Metallwerth von 1 TollarS.

jetzt üblichen Plombirmethoden beibehalten werden, so wird noch vor Ablauf deS 21. Jahrhunderts sämmtliches als Münze in den Vereinigten Lttaoten circulirende Metall in Gestalt von Zahnplomben sammt deren Trägern auf den Kirchhöfen ein- aearaben sein. Und dabei ist der Bedarf an Gold seitens der Zahntechniker kn rap'der Zunahme begriffen. Man schätzt die Zahl der in den Veremigten Staw^en alliährlich anaefertiaten künstlichen Räbne auf etwa vier Millionen. Gleichwohl ist das Geschäft eines ^abntedm frrS in Folge der wachsenden Concurrenz bei Weitem nicht fo eins trgglich wie früher, wo man sich nach acht- oder neunjähriger Praxis als gemachter M°nn °om d-r-n letzte Ziehung Ende 1885 st-t.findet

notirm dermolm an der Frankfurter Börse etwa 220 obgleich der geringste Trrffer nur 62, rom ©iptembtr nächsten Jahres ab 63 Gulden beträgt^^ Dieser upv^hältntß- mäkr'a bobe Coursstand erklärt sich daraus, daß auf die noch vorhandenen 42,000^.oose ^anmaß a 4 gTretfe Pu je 40,000 fl.. 3 zu je 15,000, 8 zu je 4000 16 zu je 20M) und 32 zu je 1000 Gulden entfallen, außerdem noch eine größere Anzahl kleinerer Treffer von 250_ @u Iben. $ $ j jüngst sudelte die junge Frau eines hochgestellten Herrn aus dner süddeutschen Stadl nach dcrReichshouptstadt üb^r.

Appartements der zeräurnigen Wohnung bi9 auf das kleinste Stück neu und auf das Kostbarste ausaesiatt^t. Als nun der Tapezier der Dame die mehrere Bogen starke Rechnung überreicht h-üte, da fand die gnädige F-au b» G'sammtsumm^au den^ ersten Blick imor etwas tu hoch, nachdem sie jchoch die Rechnung Blatt für Blatt emgesey.n knd a'm Schluß -wer j-d-n S-.t- baS* Wott ,Xr.n«port- M ««>te fte

m-.t einem wohlwollenden Kopfnicken: .Nun ia, wenn Sie, wie ich so vttle Transporte gehabt haben, dann will ich schon glauben, daß-sie es n.cht billiger liefern konntrw- § d-r Römerz-it l B.i Heddernheim, auf dem sog. H-id-selde, find

städvsch-n Archive übergeben worden. Eine Eommtfiion wird sich an Ort und CteLe begeben, um die gttundenen Sarge tn Augenschein zu ne^n- , .a, h . znr.e, 8 silnioe.sitäts.achrichtenJ Am 22. Nooemb-r, dem Gebutts age des Grotz-

berroLs Kail Friedrich, beging d'.e Universität Heid-lberg ihr alljährliches Fest zum /Ätphn'Ait htH'ß <hna Neio>matoroi. 93.orcctor Heinze hlttt die Festrede unb bei m rkt^ h nsich ich M Besuches der Universität, daß derselbe ,m l-tzten Sommerhalbrllhr die höchst- Z ff-r aufgewiescn Hobe seit 497 Jahren. Die Zahl der Studtr-Nd-N des M'we,7-me»-rS werde höher fein als die des vorjährsgen Winter s. Hierau, folgte die U-i ° " ung an bte etuWnben. In der med -inis»°n Fo u St wurde d.a Arbti! des Sludirenden Carl Heß aus Mainz geklont, wahrend die philosophische Fakultät dcr Arbeit des Stud. philos. Cml Groos aus Heid ioerg den ersten Preis zunkanMe. Reinigung beschmutzter Goldrahmen.^ In Nachfolgendem hat

Dr E M en derPapierzeitung" ein VersabrrN angegeb-n. das lebet Laie anwenden ®nn. Doch eignet es sich nur für solche platie und unebene Rahmen, deren Ober- Pä4i H?Üpter°ford'-rniß b-i"dm ausg!b!fiert°n Stellen ist, daß solch- der Feuchtigkeit der Puft Widerstand leisten und sich durch einfaches Abstäuben von dem auf ihnen sitzenden Stoutw"befreien lossm"ohne daß solcher sistkleb. weshalb Leim, Gummi^oder Dextrin für sich allein zum Aufträgen der Goldbronze nicht verwendet werden dürfen^ indem bi-se Stoffe bet zunehmendem Feuchtigke'isgehalte der Lust Wasser anz ehen.

Das Weiße des Hühnereies bietet ein ausgezeichnetes Mittel, um die Goldbror.ze

Eine seltene Beschreibung von Darmstadt und Gießen.

D<i8 Staatsarchiv zu Darmstadt erwarb bitfer Tage eine alte Druckschrift

l (S-b«iioeftE^ Großachtdaccn, und Wodlwc^sen Hcrren Bürg er meistern Giessen und Darmstadt, Seinen rorn-hm-n Gönnern

nb Mren Andreas Topp us Psarrher zu wenigen Tenstedt". Wir haben

Men7ZTCltihM6fnuM-n süi welche Gunst der Verfasser durch oreLchrist seinen Dank k.ine Mtttrl fesizust . I bc|t6 m;t den Vorständen beitet Liadte in B-z ehu..g aussprechen wollte, o Buch tm Hinblick auf eine erwartete Grati-

ftanb oder ledenf sch er Verfasser hat nur aus gedruckten Quellen geschöpft, sicaston vnfaßt zu sein. Dem^d^ Inhalt nicht so dürftig sein, wie er ist.

5enUVflht Todv ui auf vier Seiten fertig, obwohl er reichlich Überschriften Mit jeder Stadt wad Topp us au, Kirche III. Von der UM-

macht.Giessen" ^t folaendr Kap'^I. ^1. L^g 2.'Brand. VII. Torff-

A' NAung- V. ®b großen, durch einen Blitz h-rooraerusen-n

in der Erden sunben. .8 « ry u. a., was zugleich eine Probe der

Brandes von lo60 Sedacht- Z - » (§tabt und trefflich wol verwahret. Herr

Schreibart se,n mag. ^Gtefsen ist e Hessen lobet, spricht- Es

D. Conr Dieterich, Ins . ßanbe, Z'egenhain: an der Grentze geg<u

hat zwey ^^^tige Ftstungen. mt n,im Kapitel VII.r Töpffe in der

Abend, Ccssel: und gegen .R'tt g. Q 1! an, ^o sehr heute Grabfunde die allge- Erde funben z eh^ en u^ l'o willkommene Ausbeute die vo-zEchen Thon- meine Ausmeiksamk it erregen u J aeiäufia allen denen, die sich etntgermaßem urnen für unsere gepflegt war im 17. Jah.hundeit

für dieses Geltet des ^eit lebte wohl in den Herzen, daß der eigene

die einheimische Archa0l0ftte. * Ueberölttbseln jener gleichwerthig. borg, dafür gab

Boden antike Schatze, h-stortsch den u Buche zieht uns daher besonders an,

es kaum "n Gefühl. Dl- kurze Nmiz w^s^m ^um^. br(n

welche besagt:W»e man in sis verbrandt, vergraben, also hat man

die allen 6ti)i>en ble Alchen ? Dudershofen bey Gießen, siet. LIbinl Berg.Chron."

solcher Topfs- auch funden im^Torse Dud ? T v b;e gultur dutch-inander- Sb-ÄÄ.";B" "* «16

doch nur eine Nachlese, was wir heut $ j Q t IL Darmstadt vom

Darmstadt" zerfällt in folgende C- P, / 1V9 Bontadt. V. Thurnier, mit

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