Ausgabe 
6.12.1883 Erstes Blatt
 
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1U Beffunaen Wilhelm Jung; am 19. Juli der pens. Hofgerichtsdrrektor Ge- heimerath^Dr. August Völcker zu Gießen; am 25. Juli der Rechtsanwalt Dr. Bernhard Levi zu Mainz; am 3. August der Landgerichtsaffeffor i. P. Reimund Götz 511 Darmstadt; am 6. August der Direktor der Taubstummen­anstalt zu Bensheim Philipp Jakob Buchinger; am 18. August der Förster i. P. Wilhelm Neurath zu Darmstadt; am 22. August der Schullehrer an der Gemeindeschule zu Groß-Gerau Balthasar Friedmann; am 23. August der Schloßverwalter Seling zu Kranichstein; am 24. August der Kammersteno­graph Karl Heinrich Meis zu Darmstadt; am 1. September der evangel. Pfarrer Wilhelm Ludwig Steinberger zu Auerbach; am 17. September der Domänenpfandmeister i. P. Gustav Michael Dominik App zu Darmstadt; am 20. Sept, der ev. Pfarrer Hermann Gottfried Christian Höfeld zu Klee­stadt; am 21. Sept, der Professor der klassischen Philologie an der Landeä- universität Dr. Wilhelm Clemm; an demselben Tage die Lehrerin an der Volksschule zu Mainz Anna Vierling; am 29. Sept, der Major i. P. Ludwig Jakob Gerschlauer zu Darmstadt; am 4. October der Distriktseinnehmer Ren­dant Otto Willenbücher zu Nieder-Olm; am 6. Oct. der evang. Pfarrer Lud­wig Fischer zu Seeheim; am 7. Oct. der Schullehrer an der evang. Schule zu Traisa Joh. Philipp Merker; am 9. Oct. der Steueraufseher Joh. Justus Klöckner zu Wimpfen; am 23. Oct. der Kreisschulinspektor i. P. Rach in Heppenheim; am 27. Oct. der Schullehrer Ludwig Daniel Roth zu Nierstein; am 2. Novem­ber der Hausverwalter Inspektor Frank in Seeheim; am 4. Nov. der evang. Pfarrer Friedrich August Heinße zu Blofeld; am 9. Nov. der Hauptsteuer- aintsdiener Georg Friedrich Götz zu Bingen; an demselben Tage der evang. Pfarrer Karl Wolf zu Ostheim; an demselben Tage der Rentamtmann Ferdinand Beck zu Alsfeld; am 10. Nov. der Schullehrer an der 5. kathol. Schule zu Viernheim Joseph Lippert; am 12. Nov. der Kanzleisekretär bei dem Hof­marschallamt Heinrich Göttmann; am 17. Nov. der Lehrer an der Realschule zu Mainz Heinrich Lindenschmitt.

Telegraphische Depeschen.

Wolff's UUßt. C-orresvondenz-Bureau.

Berlin, 4. December. Se. Maj. der Kaiser conferirte Vormittags mit dem Chef der Admiralität v. Caprivi, empfing Nachmittags den Großfür­sten Dimitri Constantinowitsch und darauf den Botschafter v. Schweinitz.

Die Frau Kronprinzessin ist mit ihren jüngsten Töchtern heule Vor­mittag aus Wiesbaden hier eingetroffen.

Im Abgeordnetenhause fand heute Mittag ein Ministerrath statt.

Das Abgeordnetenhaus erledigte heute die Berathung des Domänen- und Forstetats. Minister Lucius sprach sich gegen die Parzellirung zu Ver- kausszwecken aus, empfahl dagegen Verpachturig der Parzellen, Vermehrung, der Kreditgenossenschaften, sowie Sparkassen. Professor Wagner sprach ebenfalls gegen die Parzellirung, die nur die jüdische Auswucherung der Bauern begün­stige , befürwortet die Beschränkung der Wechscljähigkeit der kleinen Besitzer und bezeichnet die gegen ihn gerichteten Vorwürfe Dirichlet's als unwürdige Miß- bandlung, wodurch er sich eine Rectification Seitens des Präsidenten zuzieht. Vüchtemann erinnert an den Ausspruch des Kronprinzen, welcher die antisemi­tische Bewegung eine Schmach für das deutsche Volk nannte. Morgen: Antrag Stern.

DerDeutsche Reichs-Anz." veröffentlicht einen kaiserlichen Erlaß, be­treffend die Ausnahme einer 4procentigen Anleihe von 28 Millionen sür den Zollanschluß Hamburgs, das Heer, die Marine und die Reichseisenbahnen.

Berlin, 4. December. Die von auswärtigen Blättern gebrachte Nachricht über dne deutsche Vermittelung tn der Tongking-Angelegenhett entbehrt der Begründung. Die deutsche Regierung steht dec ganzen Frage durchaus fern. Auch ist bte Vermitte­lung weder von einer der bethetltgten Mächte noch von einer dritten Macht hier an­geregt worden.

Paris, 4. December. Die Commission der Kammer lehnte den Antrag des Radikalen Dalandier aus Begnadigung des Polen Berczewskt, welcher am 6. Junt 1867 den Mordversuch auf Kaiser Alexander II. machte, ab.

Das Gclbbuch wird morgen verthetlt. Ob die Tongkinadebatte am Freitag stattfindet, ist fraglich, die Vertagung bis Montag mögl ch. Orlow begab sich zu Giers nach Montreux.

Für den Absender der Explosionsschachtcln an Lesseps und Couvreux wird «in früherer geistesgestörter Beamter der Smzgescllschaft gehalten. Die Schachteln enthielten kein Dynamit, sondern Jagdschießpuloer mit Amorca, deren Explodtren beim Schachtelöffnen Brandwunden verursachen konnte.

Zur Verhinderung eines Anarchisten-Meetings am Freitag am Börsenplätze sind Vorkehrungen von der Polizei getroffen.

Agence HavaS" meldet: Die Nachricht von der Zustellung einer Antwort der chinesischen Regierung auf die letzte französische Note durch Tseng an Ferry ist unrichtig. Z wisch n Tseng und Ferry fand fett Mittwoch keinerlei Begegnung statt. Das Gerücht, Courbet sei beordert. Sontay, ober nicht Bacninh anzugretfen, ist lediglich eine Journalkonjcciur. Courbet ist ermächtigt, den Angriff zu leiten und zu richten Aach bestem Ermessen.

Madrid, 4. December. Der König und der deutsche Kronprinz begaben sich heute früh nach dem Escurial, von wo ste heute Abend hier zurückerwartet werden.

Bet der gestrigen Jagd in Casa Campo, zu welcher sich der Hof zu Wagen begeben hatte, wurden über 1200 Kaninchen erlegt, außerdem Hühner. Der deutsche Kronprinz und General von Blumenthal hatten die meisten Treffer. Das Dejeuner fand im Freien statt.

Spanische Maler beabsichtigen, der deutschen Kronprinzessin ein Album mit hervorragenden Stücken der spanischen Schule zu widmen.

Madrid, 4. December. Der König und der deutsche Kronprinz trafen Vor­mittags 10V2 Uhr im Escurial, von dem Musikcorps der Douaniersschule empfangen, welches die preußische Volkshymne spielte, ein. Nach dem Dejeuner im Palais folgte Die Besichtigung der auf's Glänzendste ausgestatteten Zimmer, sowie der Kunstschätze und Kostbarkeiten. Dann folgte der Besuch des Klosters, der königlichen Schule, sowie der Bibliothek und der Begräbnißkapelle der spanischen Könige.

Rom, 4. December. Der Papst hält wahrscheinlich Ende dieses Monats ein Consistorium ab, worin außer neuen, namentlich italienischen, französischen, spanischen Mitgliedern des Episkopats auch Titulare für Mrcheln und Cadix pläconisirt werden. Es ist noch unbekannt, ob der Papst hierbei auch eine Allocutton hält.

Moskau, 4. Deceuiber. Die von der hiesigen israelitischen Gemeinde zum Andenken an den verstorbenen Kaiser Alexander II. gegründete Alexander-Gewerbe­schule ist gestern feierlich eröffnet worden. In der Eröffnungsrede wies der Rabbiner auf die große Wohlthaten hin, die der verstorbene Kaiser den Israeliten erwiesen habe und deren sich die Israeliten auch Seitens des jetzt regierenden Kaisers erfreuten.

Newyork, 4. December. Der DampferAlaska" rannte ein Lootsenboot tn der Nähe von Fire Island nieder. Es wird befürchtet, daß alle Mannschaften (10) des Lootsenbootes umgekowmen sind.

Lokales.

6. Gießen, 5. December. sStcrblichkett in Gießen.) Die Zabl der Todesfälle während der Woche vom 25. November bis 1. December betrug im Ganzen 6. Von Kindern wurde nur eins, tm 2. Lebensjahre, betroffen, welches an häutiger Bräune ftarb. Bet den erwachsenen Personen war Todesursache: Zuckerruhr, Lungenschlag, Gehirnschlag, Lungenschwindsucht, Bauchfellentzündung je einmal.

Gieße«, 5. December. Donnerstag den 13. l. Mts., Vormittags 9 Uhr, findet eine öffentliche Sitzung Kes KretsauSschusses des KrelseS Gießen statt. ES kommt zur Verhandlung:

1. Reclamation gegen die Bürgermeisterwahl zu Gröningen.

2. Desgleichen gegen bre Gemersderaihswahl zu Reinharvshaln.

3. Desgleichen gegen die Bürgermeisterwahl zu Steinbach.

4. Desgleichen gegen bte Liste der Stimmberechtigten zur Bürgermeisterwahl tn Burkhardsfelden.

(Kunstnottz.) In der Ferber'scken Univ.-Buchhandlung dahter sind zwei Radkrungen von Mannfcld ausgestellt: Heidelberg und den Kölner Dom darstellend, welche wohl das Hervocragendste sind, was der Kupferstich noch geleistet. Die Radirung ist wie keine andere Manier geeignet, den Cork,ast zwischen L'cht und Schatten hervor- zuhebcn, so kräftig der letztere, so zart treten bte Umrisse der Architektur und Landschaft hervor, welcher eine historische Einrahmung auf den Bildern selbst als Folie b-ent. Jedrm Kunstkenner werden diese beiden Prachtblätter hohen Genuß gewähren.

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Vermischte A.

Mainz, 3. December. sAttkatholische Delegirten-V^rsammlung-l Die gestern Nachmrtlog im Lokal brr Restauration Gundlach hier avgehaltene Delegirten-.Ver­sammlung der alrk-thol-sche« Gemeinden und Vereine deS GroßherzogthumS Hrffen und der Provinz Hefse«-Naffau hatte einen über Erwarten günstigen Verlauf. Die Ver­sammlung Der »us den drei Hauptstädten des Bezirks, Wiesbaden, Offenbach und Mainz, so zahlreich besucht, daß daß für diesen Zweck tn Bereitschaft gehaltene Extra­zimmer tm Parterre nickt ausreichte und die Thcrlnehmer tn den oberen großen Saal übe;siedeln mutzten. Als Delegnte von Wiesbaden waren zugegm die Herren Sani­tätsrath Dr. Fleischer, Maurermeister Nocker, Polizeisecretär Sttllger, Rechtskonsulent Mittwich und Htldhauec Schils, von Offenbach die Herren Stadtverordneter Weil und Fabriksnt Galette, von Mainz H-rr Dr. Derrk. Auch bte beiden Geistlichen des Bezirksvetbandes, Herr Pfarrer Hülkart von Wiesbaden und Pfarrer Stetnwachs von Offenbach, waren als stnnmberecht'gte Mitglieder anwesend. Besonders stark war tm Uedngrn die Brtbetligung von Mitgliedern der alck ithol'schen Gemeinschaft von Wies­baden. Der Vorstand des Mainzer Vereins war vollzählig vertreten und» außerdem nahmen noch mehrere hiesige Veretnsmttglieder Thetl. Dr. Denk als Vorsitzender deS BezirkSveretns begrüßte die Versammlung und leitete die Diskussion Über den ersten Punkt der Ta-rßordnung ein: Antrag Wiesbadens, betreffend Arnderung der 1879 zur Regelung der Seelsorgevedürfn'sse getroffeum Vereinbarung. Zum Schlüsse der schr eingehenden Verhandlung, aus der ein Einblick in d e große Opferfreudigkeit jeder einzelnen Gemeinschaft zu gewinnen war, zog die Gemeinde Wiesbaden ihren Antrag zurück unter Zustimmung zum Fortbestand der früheren Vereinbarung und unter Vor­behalt weiterer privaten Etnvernehmens mit der Vertretung der Mainzer Altkatholtken. Ein zweiter Antrag (Mainz), betr. Unterstützung und Verbreitung der altkatholtschen Presse und Literatur, fand in dem vorgelesten Wortlaut einstimmige Annahme. Dem entsprechend wird die Gründung einer Verbandsbiblwlhrk in Angriff genomm n und außerdem eineLiterarische Commission" gebildet, die regelmäßig vierteljährlich zu­sammentritt mit drr dreifachen Aufgabe: 1) Auf Grund gegenscingen Erfahrungs- und Meinunasaustausches zuverlässige Anhaltspunkte zu gewinnen bchufß regelmäßiger Unttrstützung der altkatholtschen, sowie der sonstigen, unserer Sache befreundeten Presse, insbesondere aber desAltkatholtschen Boten" undDeutschen Merkur" durch geeignete Corrkspo'-d nz-n: 2) zweckmäßige Vorschläge bezüglich der fQr die Verbandsbtbltolhek zu erwetbenden Bücher und Broschüren dem Präsidium des Vororts zu unterbreiten; 3) über sonstige Mittel zur Verbreitung oltkatholtscher Literatur, Verwerthung der­selben zu Vorträgen oder außzüglichen Mittheilungen tn Veretnsversammlungen sich zu verständigen. Außer den beiden Pfarrern, bte nach dem Antrag als ständtge Mit- flteber derLiterarischen Commission" fungiren, werden von der Versammlung für b efelbe durch Akklamation noch erwählt bte Herren Sanitätsrath Dr. Fleischer (Wies­baden), Dr. Denk und Munter (Mainz). Ein dritter Antrag (Offenbach), betr.: Bitte an die Sy^odalpräsentenz um Beschleunigung officieller Einführung deutscher Liturgie, wird unter Anerkennung des Bedürfnisses einer solchen, anderseits aber tn Anbetracht der Thatsache, daß eine diesbezügliche Vorlage für die nächste Synode seitens der Synodolreprä'entcnz bestimmt zu erwarten ist, als vorerst nicht dringlich, für spätere Beschlußfassung vorbehalten. Der letzte Punkt der Tagesordnung betraf die Wahl des Vororts. Die Versammlung Ist einstimmig der Ansicht, daß Mainz als solcher auch für die nächste Wahlperiode sungire. Es war der wohlthuende Ton einmüthtger Ge­sinnung^ der durch alle Debatten der Versammlung sich hmdurchzog. Nach Erledigung der ofnciellen Aufgabrn blieben die Theilnehmer noch in gemüthlicher Vereintgung bis zur Rückkehr der fremden Gaste. Nicht ohne mancherlei Anregung und gestärkte Hoffnung für die Sache der katholischen Reforwbewegung trennte man sich.

Karlsruhe, 4. December. Victor v. Scheffel erlitt gestern Abend in Folge Falles von der Trepve einen Armbruch.

Chemnitz, 3. December. Gestern in der 7. Abendstunde ist hier auf offener Straße e n gräßlicher Mord vollbracht worden. Der Mörder, ein 30 Jahre eiter Kellner Namens Schubert, hat sein Opfer, ein 23jähriges Dienstmädchen, daS Lina Weber heißt, vor dem Hause Neefestraße 11 rücklings an den Haaren gepackt und ihm mit einem Messer den Kopf vollständig vom Rumpfe getrennt. Körper und Kopf lagen im Rinnstein, daneben ein abgerissener Zopf. Schubert, der verheirathet war, soll mit der Weber ein Liebesverhältniß gehabt haben, welches fortzusetzen dieser unter­sagt war. Bis zur Stunde hat man den Mörder n'cht dingfest machen können.

Maibach. DemW. B." schreibt man von hier: Arn 23. November, Abends gegen 5 Uhr, kchrten zwei hiesige Bursche, von Eschbach kommend, wo sie sich ihre Aexte zur Holzsälleret hatten schärfen lassen, nach Matbach zurück. An der Matbacher Mühle angelangt, welche gegenwärtig von armen Leuten bewohnt wird, fiel es denselben ein, in die Hofraithe einzudringen, um die Familie darinnen recht zu ängstigen, weil sie wußten, daß der Vater derselben nicht zu Hause war. Die Frau nebst ihren 6 Kindern schloß sich aber im Wohnhanse ein. Die Eindringlinge schlugen nun mit ihren Aexten mehrmals wider die Wände und die Thüre des Hauses. Einer von ihnen begab sich hierauf in den Stall und ließ das Pferd heraus, auf welches er unbarm­herzig losschlug. Den Mißhandlungen setzte er dann bte Krone auf, mdem er seine scharf geschliffene Axt dem Thiere tn die linke «Seite schlug, daß dieselbe bis en den Stiel in den Körper drang. Rasend vor Schmerz sprengte dann das so schändlich zuaerichtete Pferd mit der Axt tn der Seite davon, kehrte aber bald in den Hof zurück und brach endlich zusammen. Nachdem der Frevler sich wieder seines Werkzeuges aus dem in seinem Schmerze sicb windenden Thiere bemächtigt hatte, entfernte er sich eiligst mit seinem Spießgesellen. Die Frau aus der Mühle machte bald darauf Anzeige auf hiesiger Bürgermcisterei und da überdies das Pferd mittlerweile v-rendete, so arretirte Bürgermeister Saltenberger die beiden rohen Gesellen in einer hiesigen Wirthschast und lieferte sie unter guter Bewachung an daS Amtsgerichtsgefäagnitz nach Butzbach ab. Beim Verhör des anderen Tages gestanden sie die thuen zur Last gelegte Unthat ein und es wird ihnen bald der gebührende Lohn zu Theil werden.

Das prachtvolle Abendglühen vom 29. November, welches an vielen Orten Deutschlands beobachtet wurde, scheint im Zusammenhänge zu stehen mit e*ner Er­scheinung, welche bereits in den Tagen vom 9. bis 13. September d. I. in Ostindien beobachtet worden ist. Nach Berichten, welche der englischen ZeitschriftNature" hier­über zugegangen sind, war die Dunftschtcht, welche bet uns bald nach Sonnenuntergang ein so etgenthümltches Licht hervorbrachte, daselbst so stark, daß die Sonne noch vor ihrem Untergänge mit bloßem Auge betrachtet werden konnte und daß dieselbe mit einem etgenthümlichen grünlichen Lichte leuchtete; man rannte daher bte Erscheinung die grüne Sonne. In Trinidad, einer der kleinen Ant llrn, sowie in Venezuela, tm nordöstlichen Theil von Süd-Amerika, wurde eine ähnliche Erscheinung bereits am 2. September wahrgenommen. In Dunrozel, Grafschaft Surrey tn England, wurde am 9. November ein Abendroth beobachtet, welches fast ebenso auftrat, wie das bei uns am 29. November wahrgenommene.Wir haben es also," schreibt vi>Kreuz-Ztg.", mit einem sehr interessanten Naturereigniß zu thun, welches seinen Weg bereits über einen großen Theil der Erdoberfläche genommen hat. Die Ansicht der meisten Beob­achter stimmt darin mit der unserigen überein, daß die Erscheinung durch Dunst oder Staub, welcher sich in den obersten Schichten b:r Atmosphäre befindet, heroorgerufen worden ist. Ob dieser Staub kosmischen Ursprungs ist, oder, wie einige Bewohner glauben, durch die vulkanischen Ausbrüche bei Java tn die obersten Luftschichten ge­schleudert worden ist, kann für jetzt noch nicht entschieden werden. Unwahrscheinlich ist es nicht, daß die letzten furchtbaren vulkanischen Ausbrüche, welchen kein gleichartiges Ereigniß feit geschichtlichen Zeiten zur Seite steht, ein so auß'.rg'wöhnliches Vorkommn.ß bewirkt haben."

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