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Lokale-.

Gießen, 5. Jult. |Thi er schütz verein.) In der Ausschuhsitzung am 2. Jult wurden zu.'ächsi die seitherigen Beamten des Vereins mit Acclamatmn wiedergewählt und zwar Oberamtsrichter Langsdorfs zum Vorsitzenden, Polizeirath Fresenius zu dessen Stellvertreter, Major Beck zum Schriftführer und Fabrikant Koch zum ^^eobann wurden durch Kooptation folgende Veretnsmitglieder in den Ausschuß ausgenommen: Lehrer Curschmann, Jung, Spitz, Lehr, Dr. Molly, Pfarrer Rady Redacteur Scheyda, Schmtedemeister Walther und Fabrikant Patz.

Beschlossen wurde, der Frage:Wie kann das übermäßige Belasten der Wagen und die Quälerei der abgetriebenen Zugpferde, namentlich am Slltersweg verhindert werden?" näher zu treten. Es fehlt nämlich vorläufig jede Bestimmung einer Gewichts­grenze bis zu der ein Wagen belastet werden darf und können Quälereien nur verfolgt werden, wenn ein Fuhrmann seine Pferde durch Schlagen rc. mißhandelt. Daß hier eine Lücke im G-setz auszufüllen ist, davon kann man sich leider gar oft hier überzeugen und ist nur zu hoffen, daß die Schwierigkeiten, die einer derartigen Verordnung im Wege stehen, glücklich überwunden werden. Eine weitere Aufgabe stellt sich der Verein, indem er beschließt, ein polizeiliches Verbot des längst von allen vernünftigen Oeconomen verurtheilten und abgeschafften Doppel Jochs herbetzuführen, das trotz allem Reden und Schreiben in der hiesigen Provinz noch so viel im Gebrauch ist.

Telegraphische Depeschen.

Wolff'- telegr. Correspondenz-Birreau.

Berlin, 4. Juli- DieNordd. Allg. Ztg " thetlt mit, daß während des Ur­laubs des Fürsten Bismarck demselben weder amtliche noch nichtamtliche Schriftstücke vorgelegt noch nachgesandt werden dürfen. Es sei deßhalb auf eine Beantwortung der­selben nicht zu rechnen.

DerDeutsche Reichsanzeiger" meldet: An der gestrigen Conferenz gegen die Choleragefahr nahmen die betreffenden Behörden unter dem Vorsitz des Ministers v- Bötticher, sowie der Minister v. Goßler Thetl. Man beschloß eine regelmäßige Veröffentlichung der Choleranachrichten, ferner darauf hinzuwtrken, daß neue tnficirte Transporte nach Egypten, sowie der Austritt choleraverdäcktiger Personen aus Egypten verhindert werden. Endlich beschloß man anzuregen, daß Seitens der deutschen See­uferstaaten schleunigst eine ärztliche Controle aller Schiffe verdächtiger Provenienz her- beigesührt werde.

Adorf i. Boigtland, 4. Jult. Heute Morgen um 3 Uhr ist in dem Gasthof zum Engel" Feuer ausgebrochen. Sechsunddreißig Häuser und zwölf Scheunen sind ntedergebrannt

Dresden, 4. Juli. Die Reise des Königs im Voigtlande hat in Folge eines heute in Mylau stattgehabten Unglückssalles eine Unterbrechung erfahren. Bei der Besichtigung der Fabrik von Georgi daselbst durch den König riß der Fahrstuhl und wurde Kreishauptmann Dr. Hübel von Zernikom erschlagen. Der König kehrte heute Abend 7 Uhr von Reichenbach nach Dresden zurück.

Plauen, 4. Juli. DerVoigtl. Anz." meldet: Als der König mit

Gefolge die Georgi'sche Fabrik in Mylau besichtigte, stürzte der Tcansmissions- balken eines Fahrstuhls herab. Kreishauptmann Hübel wurde sofort gelobtet, Betriebsbirector Clab lebensgefährlich verwunbet unb Amtshauptmann v. Welck contusionirt. , , t m

Wien, 4. Juli. In Betreff ber Krankheit bes Grasen Chamborb steht eine neuerliche Consultation ber Aerzte bevor. Letztere sinb gutem Vernehmen nach besonbers lüegen ber außerorbentlichen Schwäche bes Patienten besorgt, der seit brei Tagen fast Nichts gegessen hat, sehr schwerhörig ist unb äußerst wenig spricht.

Nyiregyhaza, 4. Juli. Tisza - Eszlarer Proceß. Der angeklagte Flößer Matei wurde heute von bem Staatsanwalt unb den Vertheibigern einem Kreuzverhör unterzogen. Derselbe erzählt in umstänblicher Weise, daß er Herschko bei bem Transport unb bei der Bekleibung der Leiche beigestanben habe. Matei, welcher früher die von ihm gegebene Darstellung als erfunden und durch Miß­handlungen erpreßt bezeichnet hatte, verwickelt sich in Widersprüche. Die Ver­nehmung des Angeklagten erfolgt durch einen ruthenischen Dolmetsch und zieht sick in Folge deffen sehr in die Länge.

Der Flößer Matei verwickelt sich während des dreistündigen Kreuz­verhörs derartig in Widersprüche, daß die Vertheidiger seine Versetzung in den Anklagezustand wegen falscher Zeugenaussage und sofortige Verhaftung verlangen. Matei leugnet, daß er vor dem Szigeter Gerichtshof seine Aussage zurückgezogen habe; auch habe er dort nicht gesagt, daß er mißhandelt worden sei. Uebri- gens sei er während des Leichentransportes immer betrunken gewesen. Doch erinnert er sich, daß die Leiche unbehaart war. Der Staatsanwalt beantragt die Vorladung aller Zeugen und Gerichtspersonen, vor denen Matei die Ge­schichte vorn Leichenschmuggel als erpreßt zurückgezogen hatte. Auch wird fest- gestellt, daß sämmtliche ruthenische Zeugen bei dem griechischen Geistlichen in Nyiregyhaza waren.

Paris, 4. Juli. Der Zustand des Grafen Chambord ist nach dem letzten Bulletin noch immer sehr bedenklich; die Schwäche ist außerordentlich und die beun­ruhigenden Symptome dauern fort.

London, 4. Juli. Die Zahl der Personen, welche bet dem Stapellauf des DampfersDaphne" gestern umgekommen sind, wird auf 150 geschätzt. Durch Taucher ist festgeftellt, daß der Maschinenraum m't Leichen angefüllt ist.

Alexandrien, 4. Juli. (Telegramm desReuter'schen Bureaus). In Dumietre starben gestern an der Cholera 110 Personen, in Mansurah von 15 erkrankten Personen 6, in Samanud starben 3 und in Shirbin eine Person.

Kaisermanövern des 11. Armee-Corps vertreten sein, bie besonders glanzend i aussallen dürsten, schon weil kein anderes Corps so viele regierende Fürsten I

Chefs und Inhaber von Regimentern aufzuweffen hat, welche wohl msge- : fammt den Manövern beiwohnen werden. Den Herbstübungen des 11. Armee- Corps gehen die des 4. Armee-Corps voraus, welch' letztere mit einer großen Parade auf dem Schlachtfelde von Roßbach abschließen werden.

Berlin, 2. Juli. DieBerl. Pol't. Nachr" schreiben:

Das Spiel vom vorigen Jahre scheint auf's Reue beginnen zu sollen. Kaum bat die klrchenpolittsche Vorlage das letzte Stadium gesetzgeberischer Behandlung passirt, so verkündet dieGermania" urbi et orbi, daß sie sich das Fortbestehen des preußischen Schulsystems nicht ferner gefallen lassen werde. Vielleicht-dient ihr die Erinnerung an die Erfolge der vorjährigen Hetzereien, die Ststirung ber beä Ultimo*

gesetzes unb bie Aufrechterhaltung bes Expatriirungsgesetzes zur Abkühlung. Anbern­falls wirb ihr ber Beweis nachdrücklich erbracht werden, wer in Preußen etwas zu aestatlen und anzuordnen hat. Fortschritt und Hochkirchlichconservatioe können sich zu diesem weiteren^Erfolge ihrer Unterstützung Herrn Wtndthorst's bet dem Schulversäum* ut66efefce ö^teenn83 flbrea§tU^teifter§ der öffentlichen Arbeiten sind neuerdings die Etsen- bahndtrektionen der preußischen Monarchie auf die Wichtigkeit der landwirthschaftlichen Ausnutzung des dm Eisenbahnoerwaltungen zugehörigen, an den Bahnstrecken liegenden Terrains, namentlich der Böschungen hingewiesen worden, nachdem amtliche, von dm Staatsbahnen und den unter staatlicher Verwaltung stehenden Prtvatbahnm erstatteten Berichte dargethan haben, daß die Ausnutzung bislang weder in dem wünschenswertbm Umfange, noch auch immer in der rationellsten Weise vor slch geht. Gleichzeitig hat man es sich angelegen sein laffen. die Etsmbahndirektionen mst dienlichen Fingerzeigen zu versehen. Es würde sich demnach zur Bepflanzung der Böschungen, das Vorhanden­sein der nöthigen Feuchtigkeit vorausgesetzt, in erster Linie die Weide, dann auch die Akazre eignen. Nicht minder eignen sich die Erlen und Elchen für den gedachten Zweck. Weniger empfehlenswerth erscheinen die Nadelhölzer, schon wegen der Feuergefährlich­keit solcher Bestände in Perioden hochgradiger Dürre, wie wir sie beisptelswei,e jetzt durchleben. Obstbäume verlangen im Allgemeinen eine zu subtile Behandlung, um den mannigfachen schädlichen Einwirkungen, die vom Bahnbetriebe herrühren und gegen die man die Bäume nicht schützen kam, zu widerstehen. Der Minister hofft, daß diese Anregungen dazu führen werden, das Augenmerk der zuständigen Kreise tn erhöhtem Make auf das nicht unwichtige Objekt zu lenken. _

d Hamburg, 3 Jul!^ Die internationale landwtrthschaftliche Thier-Ausstellung ist beute Vormittag 11 Uhr eröffnet worden- Der Vorsitzende der Ausstellungs- Dtrekt.on, Albertus von Ohlendorf, hielt eine Ansprache, in welcher er auf die hohe Bedeutung der Landwirthschaft hinwies, allen mitwirkenden und den die Ausstellung fördernden Staatsregierungen dankte und sodann den Ehrenpräsidenten, Bürgermeister Dr. Kirchenpauer, ersuchte, die Ausstellung zu eröffnen. Dieser gedachte zunächst dankmd der Verdienste, des Muthcs und E'fers der Ausstellungskommission, erwähnte ebenfalls unter Ausdrücken des tiefsten Dankes ber Beihülfe der hohen Souveräne, so­wie der Regierungen Deutschlands und des Auslandes, durch welche es möglich war das Werk zu einem internationalen zu machen. Für Hamburg allein wäre das Werk ohne Hweck und Bedeutung, ohne Wirkung und Nutzen.Unser Landerbesitz ist ge- rtnfl, die Zahl unserer Heerden ist klein, die fetten Weiden, die sie nähren, sind dm Fluthen des Meeres abgewonnen. Das fluthende Meer ist noch jetzt der Grund und Boden unserer Kraft. Wenn wir, nicht ohne Befriedigung, auf unsere tausendjährige Geschichte zurückblicken, so weift sie uns nicht auf den Boden, den unsere Vater bauten, sondern auf das schrankenlose Meer, welches unsere Vorfahren durchpflügten, um den entferntesten Landern den Handel und mit dem Handel die Keime der heimathlichen Cultur zuzuführen. In diesem Seehandel liegt das bindende Glied, welches unscre Arbeit mit ber bes Vaterlanbes verbinbet. Der Seehandel mit seinen auch dem Jn- lande zu Gute kommenden Früchten, Wirkungen und Folgen gab unseren Mitbürgern dm Muth, das Bewußtsein und die Hoffnung, daß das Werk dem theuren deutschen Vaterlande von bleibendem Nutzen sein werde." Sodann erklärte der Redner mit einem von den Anwesenden mit Enthusiasmus aufgenommenen Hoch auf Se. Majestät den Kaiser die Ausstellung für eröffnet r

Hierauf erfolgte ein Rundgang ber Ehrengäste burch bie Ausstellung unter Führung ber einzelnen Abtheilungschefs. Von Ehrengästen waren anwesenb: ber Ehrenpräsident ber Jury, Herzog von Coburg-Gotha, ber preußische Gesandte Frhr. v. Wentzel, der Mmtfterresidmt Dr. Krüger, die Mitglieder des Senats, das Osfictercorps u. A- Die Ausstellung war ziemlich stark besucht.

Hesterreich.

Pesth, 3. Jult. Ein Wiener Artikel desPesther Lloyd" schildert, gestützt auf an maßgebender Stelle eingeholte Informationen, die Stimmungen, welche gegenwärtig im Schooße der Regierung herrschen. Die Regierung könne die Ex.stenz der soge­nannten Eisenbahn Centralifirungssrage nicht zugebm, die Eisenbahnpolitik ber Re­gierung basire blos auf den wtrthschaftlichm Bedürfnissen und habe mit nationalen ober parteipolitischen Erwägungen nichts zu schaffen. Wien müsse der Sitz aller Centralbehördm bleiben; allein mit Rücksicht auf den commerztellen und technischen Dienst sei die Schaffung von Unterbabnamtern nothwmdig, gegen deren Errichtung bei dem wesentlichen Tbeile des Staatsbahnnetzes selbst die Opposition nichts einzuwenden hätte- Es sei auch keineswegs ausgemacht, daß derlei Aemter tn den Landes-Haupt­städten kreirt werden, sondern dieselben sollen dort errichtet werden, wo es die In­teressen des Verkehrs und die strategischen Verhältnisse erheischen. In dieser Beziehung werde die Regierung die Ziele und Absichten der leitenden militärischen Kreise fördern, nach dieser Seite hin kenne sie keine Transactionen, Concessionen und Compronttsse. Betreffs ber Behauptung, die innere österreichische Politik widerstrebe den Bedingungen des deutsch-österreichischen Bündnisses, vindictrt der Artikel dem Grafen Taaffe das Verdienst, gerade die Gedanken dieser Allianz befestigt, popularisirt und die panslavistische Partei in Böhmen verschwinden gemacht zu haben; sow'e das bei einem großen Theil ber Bevölkerung herrschende Mißtrauen gegen die Absichten Deutschlands beseitigt unb alle Parteien Überzeugt zu haben, daß Deutschland den Frieden wünsche und im deutsch- österreichischen Bündnisse ein Unterpfand desselben erblicke. Von der Slavisirung Oesterreichs könne keine Rede sein, aber auch die Germanisirung sei zum deutsch- österreichischen Bündnisse nicht nothwendig. Em freies Oesterreich. welches seinen Nationalitäten zur Entwickelung ihrer Individualität den weitesten Spielraum gemährt, entspreche auch besser dm Intentionen Deutschlands, als ein Oesterreich, welches nationale Märtyrer schaffen wolle.

Vermischtes.

Darmstadt, 4. Juli. (Militärdienstnachrichten.^ Ackermann, Premier-Lieutenant vom 4. Großh Hess. Jnf.-Regt. (Prinz Carl) Nr. 118, unter Stellung ä la suite des Regiments, als Adjutant zur 30. Infanterie-Brigade kommandirt; Brodrück. Pr.-Lt. aggreg. dcm 4. Großh. Jnf.-Regt. (Prinz Carl) Nr. 118, in dieses Regiment etnranglrt; Nißen-Meyer, Sec.-Lt. von demselben Regiment, zum überzähligen Pr.-Lt. befördert; Dr. Jacob, Assistenzarzt 1. Cl. der Seewehr vom 2 Bat. (WormS) 4- Großh. Hess. Landw. Rgts. Nr. 118, zum Stabsarzt ber Seewehr befördert; Dr. Korn Unterarzt ber Reserve zum 1. Bat. (Gießen) 2. Großh. Landw.-Rgts. Nr. 116, zum Assistenzarzt 2. Cl. der Res. befördert; Dr. Eichbaum, Assistenzarzt 2 Cl. vom 2. Großh. Jnf.- Regt. (Großherzag) Nr. 116, zum Magdeburger Feld - Artillerie - Regiment Nr. 4 verieüt.

Weilburg, 1. Juli. In Bezug auf das Mitte dieses Monats dahier stati- finbenbe Gewerbefest, mit Ausstellung verbunden, können wir bie Mittheilung machen, baß dasselbe bis in seine Einzelheiten nunmehr festgestellt ist und die betreffenden Pro­gramme ausgegeben sind. Das Fest beginnt am Sonntag den 15. Jult, Nachmittags 3 Uhr, mit Eröffnung der Gewerbe-Ausstellung. Die sämmtlichen, vortrefflich zu diesem Zwecke sich eignenden Ausstellungsräume werden mit den Früchten des FleißtS und der Intelligenz unseres heimischen Gewerbe- und Jndustrielebens vollständig bi- setzt. Bei dem sehr anzuerkennenden rührigen Eifer des Ausftellungs- und Decorat'ono- Comite's, ferner in Anbetracht dessen, daß einzelne Mitglieder desselben in künstlerischen Arrangement als tüchtige Kräfte bewährt und bekannt sind, siebt es sicher zu erwarten, daß die Ausstellung auf die Augrn der Besucher einen überraschenden, erfreulichen Ein­druck machen unb b»e Zufriebenheit derselben vollständig erlangen wird. Zur Hebung ber Feststimmung ist die rühmlichst bekannt Kapelle des Hessischen Füsitter-Regimenis Nr. 80 zu Wiesbaden engagirt worden und wird dieselbe außer bet dem Festzuge urv am Empfangsabende noch in 4 Coneerten und zum Festballe spielen. So versprtctt dieses Fest nach dem reichhaltigek<Programme ein recht interessantes und sehr amü­santes zu werden und dürften selbst schon höher gestellte Ansprüche befriedigt werben- Zu allem dem kommt noch die herrliche, reizenbe Lage Weilburgs, bas nicht mit Un­recht diePerle des Lahnthals" genannt wirb, mit seinen entzückenden Aussichtspunkte und lausch'gen, von dem hiesigen Verschönerungs-Vereine unterhaltenen Plätzchen im nahen Umkreis ber Stabt, mit seinen hervorragenden historischen Erinnerungen uov seinen freundlichen biederen Bewohnern: Grund genug, daß alljährlich dieses so schone und so recht einladende Plätzchen massenhaft von Touristen aus nah und fern befud) wird. Mit gutem Gewissen können wir daher allen Denjenigen, welche das in AussM stehende Gewerbefest zu besuchen beabsichtigen, recht angenehme und vergnügliche Tage in Aussicht stellen. ,, <

Marburg, 27. Juni. DasM. T." schreibt: Wie unfern Lesern wohl noL erinnerlich, verschwanb tm Jahre 1881 plötzlich ber ©tabtforfler Becker in Neustadl Vielseitig wurde damals geglaubt, rc Becker sei ermordet und tm Walde vtrgraveti worden. Eine Durchsuchung des Waldes von 2 Compagnien des damals noch M garnisonirenden Jägerbatatllons war jedoch fruchtlos. Selbst die weiteren NaV- forschungen der Gerichts- und sonstigen Behörden blieben resultatlos. EbensoweMg hatten die Recherchen über eine etwaige Entweichung des rc. Becker ins Ausland, welV bis weithin nach Amerika angestellt wurden, Erfolg. Neuerdings brachte man no« die Auffindung eines Menschenschädels im Neuftädter Wald mit der Ermordung »w Becker in Verbindung. Wie man jetzt hort, soll Becker damals doch nach Amer'ra entwichen sein. Ein vor kurzem nach Amerika ausgewanderter Mann von Neuuov. hat von Ncwyork aus die Nachricht nach Neustadt gelangen lassen, er habe Becker^ Newyork, mit Früchten handelnd, tn Gesellschaft einer in Neustadt bekannten vfrau person angetroffen. Bei dem großen Interesse, welches die Angelegenheit ftühe der Umgegend erregt hat, ist man darauf gespannt, tn wie weit sich diese Nacy bestätigen wird.

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