Ausgabe 
6.4.1883
 
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geboren, machte er seine ersten Studien beim Herzog!, nass. Hosconcerimeister Fischer tn Wiesbaden und mit so glänzendem Erfolge, daß er bereits im Jahre 1854 öffentlich auftrat. Sein Vater wollte Anfangs nicht seine Zustimmung zu dem Künstln berufe seines Sohnes geben, bis Franz Liszt das große Talent tn ihm erkannt hatte und ihn persönlich nach Leipzig zu Ferd. David geleitete, wo er feine weitere Ausbildung genoß Mit rastlosem Eifer strebte er feinem schönen Ziele entgegen und sah die herrlichsten Traume seines Lebens in Erfüllung gehen. Er hat es, was technische Meisterschaft, Gioße, Schönheit, unfehlbare Reinheit des Tones, wie unvergleichlich vollendete Vor­tragswerse und Reproduction aller Stilarten betrifft, so wett gebracht, daß er ohne Rivalen dasteht und mit Recht dermoderne Paganint" genannt werden kann. Ao" den P.öcen, mit welchen uns der Künstler zu erfreuen gedenkt, zählt die Chaconne von Bach zu seinen Glanznummern. Dieselbe wird von Keinem so vollendet zu Gehör gebracht, als gerade von ihm. Als ihn einstmals Richard Wagner besagte Chaconne vortragen horte, fiel er ihm m t Thränen in den Augen um den Hals und sagte: Reden kann ich nicht, lieber Wilhelms aber Sie müssen fühlen, welchen Eindruck Sie auf mich gemacht haben. Es tft das Größte, was mir in der «productiven Kunst noch vorgekommen tft.

Gießen, 5. April. Schwurger ich t8v er Handlung vom 4. April l. I gegen Friedrich Weber III. von Bönstadt und Heinrich Köhl von Nieder- Etsenhausen wegen Körperverletzung mit tödtlichem Erfolg.

Beide Angeklagte waren beschuldigt:

daß sie in der Nacht vom 3. zum 4. December v. I. in der Nähe von Erbstadt in gemeinschaftlicher Ausführung mit dem Wilhelm Rühl von Villtngen den Heinrich Schul von Angersbach mittelst gefährlicher Werkzeuge vorsätzlich körperlich mißhandelt und hierdurch den Tod desselben verursacht haben.

Die Geschworenen erkannten beide Angeklagte für schuldig und wurden dieselben demgemäß ie in eine Zuchthausstrafe von 3V- Jahren, abzüglich 3 Monate Unter­suchungshaft verurtheilt, ihnen auch die Ehrenrechte auf die Dauer von 3 Jahren aberkannt-

- Drei Stromer wurden gestern wegen Bettelns in betrunkenem Zustande bezw. Straßenscandals verhaftet. Dieselben erhielten heute 3 Wochen refp. 14 Tage Haft vom Gerichte zudiktirt.

Der Vorstand der israelit. Religionsgemeind, M. Hornberger.

Sranlueich.

Marseille, 3. April. Nach einem Telegramm aus Nizza wurden bei einem in der Kirche während des Gottesdienstes ausgebrochenen Feuer 20 Per­sonen verwundet, darunter mehrere tödtlich; eine Person kam bei dem Unfall um's Leben.

Aegypten.

Kairo, 3. April. Der Ex-Khedive beschloß, einen Proceß gegen die egyptische Regierung anzustrengen, wegen Rückerstattung der seinen Söhnen ausgesetzten Apanage, welche diese dem Staatsschätze überließen, um das Llgui- dationsgesetz in Ausführung zu bringen. Das Proceßobject beträgt circa 5 Millionen Psd. Sterling.

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Lokales.

Gießen, 5. April. sWilhelmj-Concert.] Obgleich dieConcertsaison ihrem Ende entgegengeht, so soll unserer Stadt doch noch eine musikalische Ueberraschung bereitet werben, w>e sie wohl selten wiederkehren bürfte. Wir theilten bereits m't/daß H^r Professor August Wilhelm; seinem engeren Vaterlande eine Concerttournöe widmen will und daß er bet dieser Gelegenheit auch mittelgroße Städte bedenkt Diesem Umstande danken wir es auch, daß Herr Wilhelmj am Sonntag den 8. d. M im Saale des Gesellschaftsvereins Hierselbst concertiren wird. Wenn wir auck mit Bestimmtheit annehmen können, daß der Name des Künstlers jedem Gießener Musik freunbe bekannt ist, so wollen wir es doch nicht unterlassen, an dieser Stelle noch einige hervorragende Daten aus seinem Leben zu geben. Im Jahre 1845 zu Usingen I

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Bekanntmachung.

Betreffend: Das Anlehen der israelitischen Religionsgemeinde Gießen.

Bei der planmäßigen Verloosung sind die Schuldverschreibungen

Nr 50, 88 und 144

Rückzahlung am 1. Juli d. Js. bestimmt worden, was mit dem Bemerken bekannt gegeben wird, daß von diesem Tage ab deren Verzinsung aufßört. Gießen, den 1. April 1883. ' }

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Telegraphische Depeschen.

Wolff'S telegr. Correspondenz-Bureau.

Berlin, 4. April. Der Kaiser ertheilte heute dein bisherigen türkischen Botschafter Sabdullah Pascha, welcher sein Abberufungsschreiben überreichte, eine feierliche Abschieds-Audienz.

Das National-Theater ist heute vollständig niedergebrannt, von der Garderobe und den Utensilien ist nichts gerettet. Menschenleben sind nicht zu beklagen, auch ist Niemand verletzt. Ueber die Entstehungs-Ursache ist Nichts bekannt geworden.

Reichstag. Abg. Kayser interpellirt den Staatssecretär des Reichs- justizamtes über die Verhaftung Vollmar's. Der Präsident erklärt die Inter­pellation als Bemerkung zur Geschäftsordnung für unzulässig, woraus Kayser sich vorbehält, in dieser Beziehung einen dringlichen Antrag zu stellen. Das Haus setzte sodann die Berathung der Holzzölle fort. Rickert ist gegen die Er­höhung derselben und hofft, das Haus werde die Vorlage im Plenum a limine abweisen. Minister Lucius vertheidigt die Vorlage und bemerkt, es sei irrig, die Großgrundbesitzer als vorwiegend interessirt bei der Vorlage zu betrachten, die vitalen Interessen des kleinen Lardmannes im Westen ständen in höherem Grade in Frage. Auch Minister Scholz befürwortet die Vorlage und bekämpft die von Rickert und Oechelhäuser aus der amtlichen Statistik gezogenen Schluß­folgerungen. Nachdem ein Schlußantrag Richter's auf Einspruch Minnigerode's, Windthorst's und Anderer wieder zurückgezogen, tritt Leuschner für die Vorlage ein, welche sodann auch die Bundescommissare Dankelmann und Domer nicht vom finanzpolitischen, sondern lediglich vom forsttechnischen Standpunkte em­pfehlen. Minnigerode tritt für die Vorlage ein, welche den Waldbesitzer nicht noch reicher machen, sondern den Wald gegen die Concurrenz des Auslandes schützen wolle. Die Vorlage wird sodann mit 136 gegen 135 Stimmen an eine Commission von 21 Mitgliedern verwiesen. Morgen Berathung der Zuckersteuer und der Gewerbeordnungs-Novelle.

Berlin, 4. April. Der Brand des Nationaltheaters scheint auf dem Schnür­boden entstanden zu sein. Es wurde nur wenig von dem Theatermobiliar und der Garderobe gerettet Als die Voimittagsprobe gegen halb zwölf Uhr endete, wurde nicht das geringste Verdächtige wahrgenommen. Kaum eine halbe Stunde später wurden mehrere im Parterreraum der Restauration zm ücf gebliebene Theatermitglieder einen brandigen Geruch gewahr und fanden beim Oeffnen des Jnnenraumes das Theater von dickem Qualm gefüllt. Wenige Minuten später bildete das ganze Theater ein "nr'ges Flammenmeer. In kaum anderthalb Stunden tft das Innere des Theaters vollständig ausgebrannt. Die Feuerwehr war mit drei Dampfspritzen zahlreich und ^tig 3ur Stelle, mußte sich aber bei der Rapidität der Verbreitung des Feuers auf den Schutz der Nebenhäuser und die Dämmung der Flammen beschränken

_ Das Feuer im Nationaltheater hatte sich bereits beim Eintreffen der ersten

u .burcb ben herabgelassenen eisernen Vorhang hindurch auf den Zuschauerraum verbrei.et und di.sen in Brand gesetzt. Vier Dampfspritzen und sechs große Handdruck- fpritzen waren thatig Der eiserne Vorhang ist bis zur Unkenntlichkeit verbrannt, eoenfo bie impragnirten Dekorationen. Etwa hundert Schauspieler, Schauspielerinnen vvd Theaterbeamte sind brodlos. Der Kaiser hatte einen Adjutanten auf die Brand- fiätte entsandt.

Kopenhagen, 4. April. An dem hier abgehaltenen Cougresse deut- fcger Socialdemokraten haben u. A. auch die Reichstags-Abgeordneten Blos, Liebknecht, v. Vollmar, Hasenclever, Kräcker, Kayser,' Geyser, Grillenberger, ^rohme, Dietz und Stolle theilgenommen, ferner waren Auer, Bebel und Viereck anwesend. Die Verhandlungen des Congresses betrafen dem Vernehmen nach bte öteUunq der Partei zu den Reichstagswahlen im Jahre 1884.

Kr. rfeitte, 4. April. Eme neue Feuersbrunst in Nizza zerstörte das prächtige Promenade' genannt, das, auf Wasser gebaut, vor her Promenade des 1£$ ^findet. Das Feuer baueite 4 Stunden, trotz der Hülfe der Feuerwehr.

Gluckl^erweffe tft kein Menschenopfer zu bedauern.

Dublin , 4. April. Die Untersuchung gegen die anläßlich der Ent­ölung einer Kiste mit Explosivstoffen jüngst in Cork verhafteten Personen wird geführt, man nimmt an, daß dieselben Agenten des irischenDynamit- dun des" sind, der zu den amerikanischen Dynamit-Verschwörern in directer Be­ziehung steht.

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Handel und Verkehr.

Gießen, 4. Avrtl. Aus dem gestern dahier abgehaltenen Viehmarkte waren Ij4r^ Stück Rindvieh und 758 Stück Schweine. Die Preise für Zucht- tot ÄS.,? V°m k6t,n marf'C b°g-g°n Sch,achtviefaller Rächster Markt Dienstag den 17 und Mittwoch den 18. b. MtS., nm letzteren Verlest der Krllm/rstände fUt?. "" 1Uf * borgens 7 Uhr das Ä 1 Rother Weizen ^17.45, Weißer Wenen __,

Äorn 11.80, Gerste 8.70, Hafer JL 6.65, Erbsen Kartoffeln M

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Realschule und Studium der Medicin.

A In diesen Tagen waren bie Delegirten bcr beutschen Realschulen in Berlin versammelt. In der Sitzung vom 29. März welcher mehrere Vertreter ber Regierung darunter Geheimer Regierungsrath Dr. Bovitz, anwohnten, sprach Prof. Dr. med. Fick aus Würzburg über bie Vorbilbung zum Stud um ber Mebicin. Seine Ansichten gipfeln in bem Ausspruche:Für bie technische Fachausbilbung bes Mebrc-ners ifi das Realgymnasium als überlegene Vorschule zu betrachten. Tas liter arische Gymnasium kann, selbst mit btn neuer n Reformen bes Lehrplanes, bie für ben Mebiciner zu fordernde mathematisch - naturwissenschaftliche Schulung nicht geben. Jcd habe mehrfach persönl ch bie E'fthrung gemacht, baß auf einer Realschule vor- gebtlbete junge Leute ein viel besseres Versiänbniß für bas mebicinische Studium hatten und bebeutenb bessere Aerzte geworben sinb, als auf bem literarischen Gymnasium vor- gebilbete. Die Kenntmß des Griechischen ist für bas Stubium ber Mebicin burchaus entbehrlich. Das Motiv für bas Verhalten ber AerztecV'reine ist ausgesprochener- waßen em rein egoistisches Stanbesinteresse, nämlich bie Furcht, burch Zulassung ber Realabiturienten zum Stubium b r Mebicin werbe ber ärztliche Staub tn ber öffent­lichen Achtung verlieren. Diese Besorgniß ist, wie schon bas Beispiel des Officierstanbes beweist, eme gan; unbegrünbete. Wäre sie aber auch begründet so könnte sie für bie gesetzgebenben Factoren boch nicht maßgebend sein, benri biefe haben bie Pflicht bie Bestimmung über Ausbildung nicht so zu treffen, baß am besten für ben ärztlichen Stanb, sonbern daß am besten für bie Patienten gesorgt ist."

Vermischtes.

, , Aus Rheinhessen. Der Lanbtagsabgeorbnete Herr Phil. Wasserburg hat ^*e = wegen ber gewaltsamen Einziehung zum Militär von zwei jungen Leuten aus Obernheim eine Jnterpellat on an bie hessische Kammer gerichtet. Die betben Leute, Kohler unb Maas, rourb<n bet ber im Jahre 1878 in Weilburg ftattgehabten ung von ber Ersatz Commission als untauglich befunben, im Anfang bieses Jahres aber nochmals in Worms untersucht, boch roieber entlassen. Kürzlich würbe nun 5n?aa3 ber ftd) gleichwie Köhler im Besitz eines von bcr Behörbe ausgestellten befanb, von Gensbai men in Obernheim feftgenommen unb gewaltsam nach Offenbach geführt, wo er in bas bott n liegenbe Bataillon eingereiht wurde. Köhler bCrc hattet werben sollte, entging bem gleichen Sch'cksal, ba berselbe sich

auf Geschäftsreisen befanb Die nun fei-er Zeit von Herrn Wasserburg eing brachte Interpellation 'n dieser Angelegenheit hat sitzt bereits ihre guten Flüchte getragen, <n- bem bas Kiieasministerium in Berlin, refp. bas Generalcommanbo zu Kassel bie so­fortige Freilassung des Soldaten Maas in Offenbach verfügte.

rar A^us be/ Pfalz. Einen qualvollen Tod erlitt ein 8jähriges Mädchen in Ober- -ü Bohnen, wobei ihm eine in bte Luftröhre geneth. Ehe

amtliche Hülfe zur Stelle fein konnte, war bas K nb feinem Leiben erlegen.

Karlsruher Or'sgefundheitsrath erläßt eme bringenbe Warnung gegen bie von I. Kirchhofer in Trtest als Mittel gegen ßungtntuberculofe in ben Bettungen

Ä'ne, vorgeblich neu entdeckte PflanzeHomenana". Eine Cur mit bfefem erfolglos bauerte 60 Tage, koste nicht weniger als 75 Francs unb sei vollstänbig