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Conservativen, sondern nur von Spaniern, die sich angesichts des dem Oberhoupte der Nation M Paris angethanen Empfanges solidarisch beleidigt fühlen und nach eklatanter Genugthuung rufen. Es wird den Männern an der Sp tze der französischen R vublck ganz außerordentlich schwer fallen, dre Verantwortung für die Ausschreitungen des Pariser Pödels von sich abzuwälzen, zumal wenn es sich bestätigen sollte, daß die ausübenden Organe der öffenilichen Ordnung durch ihr passives Verhalten die Tumultuanten geradezu ermuthtgt haben. Jedenfalls ist dem bisherigen Einvernehmen zwischen Spanien und Frankreich ein tiefer Riß zugefügt worden, der leicht den Charakter dauernder Entfremdung gewinnen könnte.
~ Alle heute aus Spanten eingetroffenen Nachrichten bestätigen, daß sich auf die Kunde der Pariser Excesse des ganzen Volkes eine leidenschaftliche Erregung bemächtigt hat. Im ersten Augenblick wurde vom Ministerrathe in Madrid sogar die Frage aufgeworfen, ob es nicht angeze'gt erschiene, dem Könige zur sofortigen Abreise von Paris und zur demnächsttgen Abberufung des bet der französischen Republik beglaubigten spanischen Botschafters zu rathen. Wenn der Mtnisterrath diesem seinem ersten Impulse schlreßlich keine Folge gab, so wird man das höchst wahrscheinlich auf Rechnung des Königs Alphons selber setzen dürfen, der inmitten der auf ihn etn- stürmenden Gemütsbewegungen sich dennoch hinlänglich kaltes Blut bewahrte um das Für und Wider solcher im Drange des Augenblicks gefaßten Beschlüsse abzuwäsen Wenn gewisse Pariser Kreise nicht jeglicher vernunftgemäßen Erwägung platterdings unzugänglich waren, so müßten sie dem Benehmen des tu seinem Vertrauen auf franzt sische Gastfreundschaft so schmählich getäuschten spanischen Monarchen die höchste Anerkennung zollen. Aber wo der chauvinistische Nerv gereizt wird oder auch sich nur gereiz t glaubt, da muß die Stimme der Vernunft schweigen. Es wäre darum trotz aller kalmmenden Bestrebungen des Königs Alphons und seiner Rathgeber nicht zu verwundern, wenn sich jenseits der Pyrenäcn neben der ofsiciellen Action der Regierung auch eine Action der öffentlichen Meinung etabltrte, welche den Franzosen die Wahr- hett über chr Verhalten, die man in diplomatischen Aktenstücken nur auf Umwegen und mtt höflichen Redewendungen zu verstehen gibt, gänzlich ungeschminkt vortrüge. Als ernen Amang In dieser Richtung wird man vielleicht die Kundgebung betrachten dürfen welche sich vor dem deutschen Botschaftshotel in Madrid zugetragen hat, und die in Hochrufen auf den „Ulanenoberst" und auf Deutschland gipfelte.
Kassel, 2. Oktober. Die Cabtnetsordre, welche der Kaiser nach den Manövern des 11. Armeekorps an dessen Commandeur, General v. Schlotheim, gerichtet bat. lautet wie folgt:
„Ich habe die Truppentheile des 11. Armeekorps sowohl bei der Parade wie bei den Manövern durchweg in einem Zustande gefunden, den ich zu meiner Freude einen vortrefflichen — bei den meisten Infanterie-Regimentern sogar einen hervorragend guten - nennen kann. Ich weiß, welcher Fleiß, welche Hingabe und welche Anstrengung dazu gehört, um ein solches' Resultat zu erreichen und ist es daher ein mir aus warmem Herzen kommender Dank, den ich zunächst Ihnen und sodann den sammtlichen Generalen, Commandeuren und Officieren hierdurch ausspreche. Ich ersuche Sie, indem ich mir die specielle Beurtheilung über die Feldmanöver noch Vorbehalte, dies unter Bekanntmachung der in den Anlagen befindlichen Gnadenbeweise und Beförderungen zur Kenntniß des Armeekorps zu bringen und auch den Mannschaften meine Anerkennung ihrer Haltung und ihrer Leistungen zu erkennen zu geben. Ihnen selbst, in dessen Hände ich dies wichtige Commando gelegt habe, spreche ich gern aus, daß Sie meinem Vertrauen voll und ganz entsprochen haben und wünsche, daß Sie einen Ausdruck meiner besonderen Zufriedenheit auch darin erkennen mögen, daß ich Ihnen hiermit das beifolgende Großkreuz des Rothen Adlerordens mit Eichenlaub verleihe. Ich scheide von dem 11. Armeekorps mit der festen Zuversicht, daß dasselbe nicht allein seinen gegenwärtigen vortrefflichen Ausbildungszustand festhalten, sondern daß es auch in seinem bisherigen Streben nach weiterer Vollendung mit demselben Ernst und mit derselben Hingabe fortfahren wird; es darf keinen Stillstand für den Soldaten geben und unser Wahlspruch ist immer „vorwärts" gewesen.
(gez.) Wilhelm.
— Der König von Spanien hat den hiesigen spanischen Botschafter, H-rzoa von Fernan-Nunez beauftragt, dem Dnector der Anstalt jür offcml-che Unterstützuim 10,000 Fr. für die Armen von Paris zu übergeben. "Ulerputzung
— Guten Vernehmen nach wird sofort nach dem Wiederzusammentritt der Kammern seitens der Deputirten der Rechten eine Interpellation emgebracht werden über^d^ bekannten Zwischenfälle vor und während der Anwesenheit des Königs Alphons
New-No^k, 3. October. Die Ausstellungs - Gebäude in Pittsbura (Pennsylvanien) sind durch eine Feuersbrunst zerstört worden, der Feuersebadpn wird auf 2V2 Mill. Dollars geschätzt. en
L-Overzi um 20. September p Nachdruck ver
Telegraphische Depeschen.
WrM'S telegr. Correspondenr-Suveau.
Baden-Baden, 3. October. Se. Maj. der Kaiser unternahm gestern Nachmittag eine Spazierfahrt, gelegentlich welcher er der Großh. Familie im Schlosse einen Besuch abstattete. Um 5 Uhr sand das Diner statt, an welchem 15 Personen theilnahmen. Nach demselben arbeitete Se. Majestät mit dem Chef des Civil-Cabmets, Wirkt. Gech. Rath v. Wilmowski. Abends wohnte der Kaiser nebst der Großh. Familie, sowie dem Großherzoge von Sachsen-Weimar dem Fest-Concert im Kurhause bis gegen 10 Uhr bei.
Dresden, 3 October. Der sächsische Landtag ist durch soeben veröffentlichte Bekanntmachung auf den 12. November einberufen worden.
Kiel, 3. October. Der Chef der Admiralität, Generallieutenant v. Caprivi, ist heute Vormittag hier eingetroffen und besichtigte die aus dem Osten Amerikas zurückgekehrte Coroette „Moltke."
Metz, 3. October. Wie verlautet, hat der Reichstags-Abgeordnete Antoine einen Antrag auf Freilassung gegen Caution gestellt, eine Entscheidung über diesen Antrag ist noch nicht erfolgt.
Wien, 3. October. Der „Polit. Corresp." wird vom 2. ds. aus Sofia mitgetheilt: Die Sobranje beschloß, die Agenden des Kriegsministeriums in rein mllitärische und öconomische zu theilen. Der Kriegsminister wird künftighin nur die Administration der öconomischen Abtheilung führen, ohne eine Jngerenz auf die militärische Organisation zu üben und wird gleichzeitig der Kammer gegenüber verantwortlich sein. Das Ober-Commando wird verfassungsmäßig der Fürst führen, der einen Generalstab erhält.
Pefth, 3. October. Im Abgeordnetenhause beantragte Ministerpräsident Tisza, das Haus möge das bisherige Vorgehen der Regierung in der kroatischen Frage billigen, indem es die Regierung bevollmächtige, auf Grund des seit 1868 befolgten Gebrauchs die jetzigen Staaiswappenschilder zu belassen, dort jedoch, wo bisher Wappen mit anderer Umschrift gebraucht wurden und durch neue ersetzt werden sollen, im Sinne des $ 62 des Gesetzart-kels 30 vom Jahr 1868 Staatswappen. ohne jede Umschrift anzubringen. Der Antrag wurde nach kurzer Debatte auf die Tagesordnung der für nächsten Sonntag anberaumten Sitzung gestellt.
Kopenhagen, 3. October. Der Kronprinz von Portugal ist heute Vormittag hier eingetroffen und am Bahnhofe von dem Kronprinzen Friedrich empfangen worden, der denselben nach dem Hötel d' Angleterre begleitete und sodann wieder nach Fredensborg Zurückkehrte.
Paris, 3. Octoder. Dre „Republique francaise" und der „Voltaire" bestätigen, daß die Mtmsterkcisis bis zum Zusammentritt her Kammern vertagt worden sei. Der „Voltaire" glaubt, das Kabinet werde die von dem Kctegsmmister Thibaudin in Aussicht genommene Ernennung des Generals Millot zum Generalsiabschef nicht gutheißen.
Spanien.
Madrid, 2. October. Die amtliche „Goceta" schreibt, bei dem Saufet im ^lyse fei König Alphons der Gegenstand ehrerbietigster Aufmerksamkeit gewesen, nach dem Banket habe der französische Minister für öffentliche Arbeiten dem spanischen Minister Veja de Armijo erklärt, Frankreich wünsche lebhaft, die Spanien und Frankreich verbindenden Bande enger zu knüpfen und sei entschlossen zUr Einsetzung einer internationalen Comn ission, welche das Projekt einer Eisenbahn von Spanien nach Frankreich über (Sanfranc erörtern solle.
— Die Anzahl der Personen, welche den König am Bahnhof und in den angrenzenden Straßen begrüßten, wird auf beinahe 200,000 geschätzt. Unter den Personen, welche am Bahnhofe erschienen waren, befanden sich mehrere vornehme Franzosen, welche einen Trauerflor trugen.
— Die Königin fuhr bereits vor dem Könige nach dem Escurial. Wie es heißt, werden sich zahlreiche Officiere, Senatoren und Deputirte nach dem Palast be- geben, um dem König Versicherungen ihrer Treue auszufprechen.
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Gießen, 4. Oktober sModellir-Unterricht betr.] Gleich den übrigen größeren Gewerbveremen unseres Landes hat nun auch der hiesige Localgewerbverein das Modell: r en in feinen Unterrichtsplan ausgenommen und ist dadurch jungen strebsamen Leuten Gelegenheit geboten, unter der sachkundigen Leitung des fterrn Bildhauers Barthel sich die für ihren Beruf erwünschte Fertigkeit im Modelliren anzueignen.
Daß eine gewisse Gewandtheit in dieser Kunst für so manchen Beruf mcht minder erwünscht set, als die Fertigkeit tm Zeichnen, bedarf heutigen Tags, to das Gewerbe v elsach zum Kunstg ewerbe sich entwickelt, kaum noch der Erörterung — 9Iuö geitültiofer Masse Vorbilder zu schaffen, welche hiernach in Gyps, Stukkmasse oder Metall gegossen ober in (Stein 2c. gemeißelt werden, künstlerisch ausgeführte Gegenstände aller Art zu bilden, welche nicht nur praktischen Zwecken dienet?, sondern auch das Auge des immer kunstsinniger werbenden Publikums erfreuen, das ist eine Fertigkeit welche für die Entwickelung unserer Kunstindustrie von der größten Bedeutung tft' Jsi doch die Kunstindustrie dasjenige Gebiet, auf welchem die Maschine nimmer lu leisten vermag, was der kunstgeübten Menschenhand möglich ist. 3
Nicht allein die Künstler von Beruf, - Bildhauer, Graveure, Ciseleure und Stukkateure — auch so che Handwerker, deren Arbeiten mehr ober minder das kunft- ludustrielle Gebiet berühren, roerbtn deshalb mit Vortheil von der Kunst des Modellirens Gebrauch zu machen in der Lage sein.
Werden von einem geschickten Tüncher nicht Arbesten des Stukkateurs, von dem Steinhauer, dem Mobelsch, einer, nicht mitunter Arbeiten verlangt, welche in das Gebiet des plastischen Künstlers übergreifen? Wird der Metallgießer nicht leistungsfähiger wenn er nicht allein zu gießen, sondern auch zu formen, d. h. Modelle anzufertigen und vorhandene Originale zweckentsprechend abzuänderu versteht? Unsere Schmiede- und Schlosterkünstler, welche Geländer, Füllungen, Candelaber und Kronen — großcn- theils aus freier Hand - fertigen, die Thonkünstler, welche die schönen Offen, diese Z'.mmerzierdrn, altdeutsch und modern, fertigen und in ihren stilvollen Gefäßen und Vasen neu^dings wahre Prachtstücke der Keramik schaffen, unsere Metallarbeiter welche in Gold, Silber, Kupfer, Blech rc. bildliche Darstellungen „treiben" — selbst der Conditor darf sich nicht mehr mit dem Original eines „Marttnsmännchens" be- gnügen - sie olle treiben mit mehr ober weniger Abweichung in der Art der technischen Ausführung die schone Kunst des Modellirens, ja sie müssen diese Kunst sich aneignen wenn sie auf der Hohe ihres Berufs stehen wollen.
... Zudem ist die Modellirkuast nicht wenig geeignet, die eigene Compositionsgabe $u torbern, zu selbstständigen künstlerischem Schaffen anzuregen. — Freilich gehört nicht allein ein geschickter Lehrer, sondern auch Ausdauer der Schüler, regelmäßiger und den Mruf^sei?^"^ beS Unterrt*t dazu, soll derselbe von nachhaltiger Wirkung für ' ®cit Jahrzehnten hatte der Modellirunterricht auch eine Pflegestätte an unsrer
U8 an 7? praktischen Lehre angehörend — anderen Disciplinen
welchen mußte Wohlan, unser Gewerbeoerein bietet, Dank der Fürsorge hoher Staats- und der CentralfteUe des Landesgewerbvere ns, auch insbesondere verehrlichen Stadtoorstandes, welcher bisher alle Unternehmungen des hiesigen Gewerbevereins in entgegenkommenster Weise unterstützte, willkommenen Ersatz!
in fn auch in Gießen, wie dies in den Schwesterftädten unseres Landes
6 rber DeI ModeUir-Unterricht des Gewerbverems die ge- bllyienbe Würdigung unserer langen Handwerker und Kunstindustriellen finden! -en. ftücf October sT Heaters Die beiden Reichenmüller, Volks-
Kedanken S von Anton Anno. Der Verfasser schleudert seine
Hunnen tn~ble knüpft an fast unmögliche Voraus-
ü°n2nrhOnl ^ltuationen, welche auf das Zwerchfell eine fmmfk30 Sn0 ousüben und das krst sche Gewissen gar Nicht zur Sprache “ fih"’ Oder gehört es nicht zu den größten Unwahrscheinlichkeiten, daß der ^ab^kan en^ei^ Gutsbesitzer Beischle und ferne Tochter Liste in das Haus des Mr^'den"^Stellikl?I?/?^^ besuch kommen, sich nicht vorstellen, von Reichenmüller ReiLenm"ehbft Tochter gehalten werden, während Knoche von feine ^im^n nm Straßburger Beischle behandelt wird? Der Verfasser läßt eimm dadurch entstehenden Jrrthümer und Verwechselungen wie bet
aber ^rS hängt beständig nur an' einem Worte,
©Vannuna1 fpre*e« unb hält uns so vier Acie hindurch in w?, nuUrÄ ^oh^Slaßt sich nicht leugnen, daß der Verfasser eine frische bumorifttfcbe ^ber besitzt und daß sich Stellen von wirklich poetischem Werthe in dem^Stücke sinden. Jedenfalls kann man wohl sagen, daß das Werk, wenn es auf Erbeiternna unb 4er- ^Qbli5'Uin8rbered)net (DOn einem echten Volksstücke verlange mir aber sdWZTLLZL"«- s.a , war harmonisch DI- befte Stiftung des Abends war UN-
-MZMZWM«—r und ihre Partie zu schwer ntm mt. autin a a « . _ t c r> « . .torische verfallt
feiner Mitbürger. ' 9 gewählt. Gewiß ein Zeichen des größten Vertrauens
besuch tFgefton Vie Kirmes^n^'sein^^e^a^ hiesigen Jrrenheilanstalt
Nachts gegen 2 Ubr ein dortiti!« Hbirnath Cölbe. Mit einem Mädchen verließ er man iha ^lodt am 2ßege ° tiefe U&aufe w Heute früh fand
Todesursache. Mr ober inA be" unb die Brust sind die
dieses noch rmo ^ch nicht ermittelt, hoffentlich gelingt
wurde?m^Oktober bieSelbft'im Vorsitz des Miniftertalraths Dr. Jaup
cornit^'s für die Wafserbefchabiot^ b^^at^au^8 bie ^tzte Sitzung des Landes- ber Rechenschaftsbericht erstattet m abgehalten, in welcher zunächst
Ganzen JL 1 158 089 58 für allein beim Landescomitö irn
Deutschland. Hessensteuette 258 eingelaufen , davon 753 254 aus
unter dem »rotefiorat ber !-*75 000 bei unb bie
17 000 Der 91rnfihpnf xü? Ä ktoria veranstaltete Lotterie ergab mehr als M — zum größten Jt. 1 098 815,24, so daß ein ühprfAüfGnom0»6^11' Ausgegeben hat das Comit6 der Bank für Aanbel nnh flüssiger Rest von «AL 59 274,34 verblieb, welche bei angelegt mürben. Die Kreis? und gebenen Summe, sowie mit bl roel*c. zusammen mit ber oben ange-
Gesammtauswand von über 3 MMonen bewilligten Geldern einen
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