Ausgabe 
5.8.1883 Erstes Blatt
 
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178 Erstes Blatt. Sonntag den 5. August 1888.

Meßmer Anzeiger

Amts- unb Anzeigeblatt für den Kreis Gießen.

- ' . . M a . Pret- vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlrch'-. 0Ut(au t Schul st raße 7. Erscheint mtt ?tt.rsnahme des Msttta-s. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 PI.

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Amtlicher H 6 ei l.

Gefundene Gegenstände:

1 Armband (während des Turnfestes gefunden), 1 leeres Portemonnaie, 1 Geldstück, 1 Stück Kleiderstoff, 1 Kinderkragen, 2 Taschentücher, 1 Hundemaul­korb mit Blechmarke Nr. 686.

Gießen, den 4. August 1883. Großherzogliches Polizeiamt Gießen.

F r e f e n i u s.

Deutschland.

Darmstadt, 3. August. Das Großherzogliche Regierungsblatt (Bei­lage Nr. 18) enthält:

1. Uebersicht über die Einnahmen und Ausgaben des Kirchen- und Schul- bausonds für die Provinz Rheinhessen für das Jahr 1879.

2. Uebersicht über die Einnahmen und Ausgaben des Kirchen- und Schul- bausonds für die Provinz Rheinhessen für das Jahr 1880.

3. Uebersicht über die Einnahmen und Ausgaben des Kirchen- und Schul- bausonds für die Provinz Rheinheffen für das 1. Quartal 1881.

4. Uebersicht der für das Jahr 1883/84 von Großh. Ministerium des Innern und der Justiz genehmigten Umlagen zur Bestreitung der Communal- Bedürsnisse in den israelitischen Religions-Gemeinden des Kreises Friedberg.

5. Zulassung zur Rechtsanwaltschaft.

6. Aufgabe der Zulassung zur Rechtsanwaltschaft.

7. Dienstnachrichten:

Se. Königl. Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht: Am 9. Juni den Musiker Theodor Becher zum Hosmusiker und am 10. Juni den Hauptsteueramts - Assistenten 2. Klasse bei dem Hauptsteueramte Gießen, August Schmidt, zum Hauptsteueramts-Assistenten 1. Klasse zu ernennen.

Am 7. Juni wurde dem Julius Heineck aus Alsfeld das Patent als Geometer 1. Klaffe für den Kreis Lauterdach und am 13. Juni dem Friedrich Lohnes aus Höchst das Patent als Geometer 2. Klasse für den Kreis Alzey ertheilt.

8. Conmrrenzeröffnungen:

Erledigt sind: Die evang. Psarrstelle zu Gundernhaufen; dotationsmäßi­ger Gehalt 3682 JL Eine mit einem evang. Lehrer zu besetzende Stelle an der Gemeindejchule zu Nieder-Flörsheim mit einem Gehalt von 900 Die Lehrerstelle an der evang. Schule zu Planig mit einem Gehalt von 1000 mit dieser Stelle ist Organistendienst verbunden. Die mit einem evang. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Höllerbach mit einem Gehalt von 900 JL; dem Herrn Fürsten zu Löwenstein-Wertheim-Rosenberg und dem Herrn Grafen zu Erbach-Schönberg steht das Präsentationsrecht zu derselben zu. Die mit einem evang. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Ober-Ostern; dem Herrn Grafen zu Erbach-Erbach steht das Präfentations- recht zu derselben zu. Die mit einem evang. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Ober-Hainbrunn mit einem Gehalt von 900 <X; dem Herrn Grafen zu Erbach-Fürstenau steht das Präsentationsrecht zu derselben zu. Eine mit einem kath. Lehrer zu besetzende Stelle an der Gemeindeschule zu Heß- loch mit einem Gehalt von 900 JL; mit der Stelle ist Organistendienst ver­bunden. Eine mit einem kath. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeinde- fchule zu Gaulsheim mit einem Gehalt von 900 Jl.; mit derselben ist Organistendienst verbunden. .

Berlin, 2. August. Das Verhalten derGermania" feit der Eindringung und Sanction der Ktrchennooelle zeigt, gegen wen immer sie ihre Polemik richtet, einen gemeinsamen Zug; nachdem das wettgehende Entgegenkommen der Staatsregterung auf dem Gebiete der Seelsorge den Beschwerden der Katholiken gegen die Gesetzgebung des Staates, soweit sie auch nur einen Schein der Berechtigung hatten, abgeholfen hat, g'lt es, künstlich neue Beschwerdepunkte auszustellen, damit die Unzufriedenheit und mit derselben die Macht des Centrums erhalten bleibe. Dieser Gesichtspunkt läuft als rother Faden durch die Beschwerden, daß nicht genug nachgegeben sei, daß die Staats­regierung in der Landesvertretung eine Mehrheit zu der einer Aufhebung gleichkommen­den Revision des bestehenden Staatskirchenrechts finde, sie mithin die Verantwortung für die Nichtinangriffnahme treffe, daß noch immer die katholische Kirche in Preußen die am wenigsten freie u. s. w. Am deutlichsten tritt diese Tendenz in der Polemik gegen die Ernennung des Ober-Hof- und Dompredigers Baur zum General-Superin­tendenten der Rhetnprooiuz hervor. Den äußeren Anlaß bietet bekanntlich eine von d<m genannten Geistlichen in jener Zeit des vorigen Jahres, in welcher durch die Behandlung der Mischehenfrage Seitens der katholischen Geistlichkeit und Presse das evangelische Bewußtsein schwer verletzt war, vor einer evangelischen Versammlung ge­haltene Rede, in welcher der Gegensatz der protestantischen Auffassung gegenüber der Papstkirche zu dem scharfen Ausdruck kam, wie er in den Aeußerungen evangelischer Geistlicher in jenen Tagen als natürlicher Widerhall gegen die provokatorische Be­handlung der Mischehenfrage, u. A- auch in den Reden Stöcker's in Elberfeld, zu Tage trat. Hierauf einen Tadel gegen die Ernennung des Herrn Dr. Baur zum General- Superintendenten zu gründen, während unaufhörlich die Conirole des Staates hin­sichtlich der Besetzung der katholischen Kirchenämter auf das Lebhafteste bekämpft wird, heißt allerdings nichts anders, als den Unfrieden um des Unfriedens selbst willen säen.

Berlin. Das Programm sür die Reise Seiner Majestät des Kaisers zu den Manövern des 11. Armee-Corps, nach Frankfurt a. M-, sowie zur Enthüllung des Riederwald-Denkmals und nach Baden ist das Folgende:

Donnerstag den 20. September: Von Merseburg mit Extrazug Morgens 8 Uhr 380 Min., in Erfurt Morgens 10 Uhr 35 Min. Zum Empfange der Ober-Bürger­meister und der Stadtverordneten-Vorsteher auf dem Bahnhofe. Umfahrt durch die Stadt und Besuch des Rathhauses. Von Erfurt mit Extrazug Nachmittags 12 Uhr 380 Min., in Bebra Nachmittags 2 Uhr 30 Min-, in Elm Nachmittags 4 Uhr 10 Min.,

Hesterreich.

Nnireanbaia 3. August. sTisza-Eszlar-Proceß.) Unter ungeheurem Andrang verkündete de? Präsident um 11 Uhr das Uri heil, wonach sämtliche ^^^tefret- gesprochen sind, ihre Entlassung angeordnet wird und der Staat

verfällt Die Motivirung besagt: Des Haupt- und einzigen Thatz.ugen Moritz Schar,'s Aussagen feien durch Btafad>e wefentUÄe ffitber^^^ bermafeen bebenEl geworden, daß aus denselben ein Schuldbeweis °bs°lul nicht resull rte. La uoerdl s alle Nebenumstände aus den Mangel an Thaibestand ja, baS OSjetl beS

Mordes vollständig seh», mußte unbedingt ein Vr, s ?

gieren in Sachen des das «JbttortaS

Se^e jene der Esih-r Solymos y g wesen s v « Der Privatankläger erklärte,

vernahmen m lautloser ehrerbietiger ötiue oas 1 ....... ..." ©^ntnifc

appelliren m wollen. Die Verteidiger nahmen das Unheil dankend zur Knintm^ Nachmittags um 4 Uhr verlassen die F"igesprochenen die Has sür ^ r . Jreu^ und Glaubensgenossen, mit Mitteln zur allerersten Hülfeleistung ausgerüstet, em- pfangen fie. beg freisprechenden Urtheils heißt es bezüglich des rituellen

Mordes: Derftlbe konnte einen Gegenstand der Untersuchung überhaupt nicht bilden, ba CinegMb^ beendet hatte, wandte er sich

r »le? die aleiche Krage an den Privatkläger Szalay, Szalay: Ich appellire nnh* WH,nMAietfl? um Aussolgung einer Abschrift der Motive. Der Präsident

f ÄSelben Frage an die Veriheidiger. Diese nehmen das Unheil an

nnb^anfelt hieraus fragt der Präsident die Freigesprochenen, die sich von Ihren Sitzen erhoben haben^ b sie' das°Urthell verstanden, Dieselben nicken mit dem Kopse

Der Präsident richtet nun eine Ansprache an die Freigesprochenen, in welcher er sog,:Sie sind Alle sreigesprochen und aus freien Fuß gesetzt. Sie sind der Anklage

in Frankfurt Nachmittags 5 Uhr 50 Mim, in Hamburg 6 Uhr 30 Min. Wahrend der Reise findet weder Empfang noch Begleitung statt. Auf dem Bahnhofe zu Homburg sind außer der Generalität der Ober-Präsident, der Regierungs-Präsident, der Cur- Director unb der Bürgermeister zum Empfange anwesend. Ehrenwache auf dem Schloßhofe. Logis im Königlichen Schlosse. Abends 7Vr Uhr Familten-Diner bei Ihren Majestäten mit Umgebungen. Abenos 8V2 Uhr Zapfenstreich von den Musik- Co ps des 11. Armee-Corps. _ _ ,,,

Freitag den 21. September: Morgens 9V2 Uhr zu Wagen. Morgens 10 Uhr große Parade in dem Straßen-Dreicck Nieder-Eschbach, Nieder- u"d Ober- Erlenbach. Nachmittags 1^4 Uhr Eintreffen in Homburg. Nachmittags 4 Uhr Parade-Diner bei Seiner Majestät im Curhause. Abends 7 Uhr Theater. .A

Sonnabend den 22. September: Morgens 9i/r Uhr zu Wagen. Morgens 10 Uhr Corps-Manöver in dem Terrain Bommersheim, Bonames bis Ob er-Erlen­bach. Nachmittags 1 Uhr Rückkehr nach Homburg. Nachmittag 4 Uhr Diner bei Seiner Majestät mit den Spitzen der Civilbehörden im Curhause. Abends 7 Uhr TH^Sonnt bcn 23. September: Morgens 10 Uhr Gottesdienst in der Schloßkirche. Nachmittags 2 Uhr Offiziers-Pferderennen. , Nachmittags 5 Uhr Diner bet Sr.Maiestät mit den fremdherrlichen Offizieren im König!. Schlosse. Abends 8Vr Uhr Thee bei Ihren Majestäten im Schlosse. ,

Montag den 24. September: Morgens 9 Uhr zu Wagen über Gonzenheim nach Bahnhof Groß-Karben. Morgens 10 Uhr Feldmanöoer in 2 Abtheilungen gegen­einander zwischen Groß-Karben und Heldenbergen; Rückkehr von derHohe nördlich Büdesheim und Nachmittags 2 Uhr Eintreffen in Homburg. .Nachmittags 5 Uhr kleines Diner bei Sr. Majestät im Königlichen Schlosse- Abends 8^2 Uhr Thee im * ^^^^Dienstag den 25. September: Morgens 8 Uhr 45 Miu. zu Wagen über G on zen- hei^r, Klein-Karben nach Niederdorfelden. Morgens 10 Uhr Feldmanöver in 2 Abtheilungen gegeneinander zwischen Windecken, Ostheim und Niederdorfelden. Rückkehr von der Höhe zwischen Oberdorfelden und Hochstadt über Niederdorfelden Nachmittags 2 Uhr 30 Min. Eintreffen in Homburg. Nachmittags 5 Uhr Diner bei Sr. Majestät im Königlichen Schlosse. Abends 8V, Uhr Thee bei Sr. Majestät im Sch^Mtttwoch den 26. September: Morgens8 Uhr 30 Min. zu Wagen über Bonames nach Bergen. Morgens 9 Uhr 30 Min. Feldmanöoer rwischen Kilianstädten, Mtttelbuchen, Wachenbuchen und Bergen. Nachmittags 1 Uhr 30 Min. Eintreffen in Homburg. Nachmittags 5 Uhr Diner bei Sr. Mafestät im Königlichen -L chl0^7stgg den^27.^September: Von Homburg mit Extrazug Nachmittags 3 Uhr 15 Min-, in Frankfurt Nachmittags 3 Uhr 45 Min. Außer der Fran futter Gene­ralität und dem Ober-Präsidenten sind der Regierungs-Präsident, der Polizei-Präsident und der Ober-Bürgermeister bei der Ankunft auf dem Bahnhofe zugegen. Nachmittags 4 Uhr Diner fettens der Stadt Frankfurt im Palmengarten. ^Abends 7 Uhr Besuch des Theaters. Abends 9 Uhr mit Extrazug von Frankfurt, Abends 9 Uhr 50 Min. in Wiesbaden. Bei der Ankunft tu Wiesbaden fein Empfang. Logis im Königlichen

Freitag den 28. September: Von Wiesbaden mit Extrazug Vormittags 10 Uhr 40 Mim An der Haltestelle bei Rüdesh-im Vormittags 11 Uhr 30 Min. Zu Wagen nach dem Niederwald und Eintreffen daselbst um 12 Uhr. Empfang und Be­willkommnung. Festrede. Enthüllung des Denkmals. Umgang um das Denkmal. Nachmittags 2 Uhr zu Wagen vom Niederwald durch Rüdesheim bis zurRheinhallc. Von der Rheinhalle bei Rüdesheim mit Extrazug Nachmittags 2 Uhr 30 NUn.,. m Wiesbaden Nachmittags 3 Uhr 20 Min. Nachmittags 5 Uhr Diner bei Sr. Mafestat im Königlichen Schlosse. Abends 7*/a Uhr Theater. Q n,

Sonnabend den 29. September: Von Wiesbaden mtt Extrazug Morgens 9 Uhr, in Frankfurt Morgens 9 Uhr 50 Min-, in Schwetzingen Morgens 11 Uhr 35 Min., in Karlsruhe Nachmittags 12 Uhr 30 Min., in Baden-Baden Nachmittags 1 Uhr 20 Min.