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im Großen und Ganzen Stillschweigen beobachtet. Dem Vernehmen nach wird das Vorgehen der Behörden gegen vie gedachten Vereinskassen allseitig als mit der Gesetzgebung nicht übereinstimmend erachtet; außerdem haben genaue that- sächliche Darlegungen Alles widerlegt, was von verschiedenen Seiten gegen die mißliche finanzielle Lage und den Stand der Kaffen vorgebracht worden ist.

Berlin, 1. September. Der Reichstag nahm in dritter Lesung den Handelsvertrag mit Spanien an und ertheilte Indemnität in der von der Regie­rung verlangten Form. Das Haus nahm sodann den Antrag Meyer an, die Regierung solle in der nächsten Session Vorlage wegen Ermäßigung des Zolles für Cacaobohnen machen, ebenso den Antrag, die Petitionen wegen der Korin­then dem Reichskanzler zur Erwägung zu überweisen. Der Antrag Rapp wurde abgelehnt. Die Fischerei-Convention wurde nach dem Anträge Kardorff angenommen. Die Denkschrift zur Ausführung des Socialistengesetzes in Leipzig wurde zur Kenntniß genommen und der Reichstag sodann durch kaiserliche Bot­schaft geschlossen.

Heute fand die feierliche Eröffnung des Sedan-Panoramas statt, welcher der Kaiser, General-Feldmarschall Gras Moltke, die Minister und die Generalität beiwohnten, ebenso der Oberstlieutenant v. Strantz, Hauptmann v. Bekowsky und Premierlieutenant Giedeler, welche in der Schlacht mitgekämpft und deren Porträts auf dem Gemälde wiedergegeben sind. Der Kaiser besichtigte das Rund­gemälde mit größtem Jntereffe und tief bewegt, und sprach schließlich dem Pro­fessor v. Werner, den übrigen Künstlern und dem Comitö seine vollste An­erkennung aus. Das Vestibüle des Panoramas soll noch durch Medaillonporttäts des preußischen Generals v. Gersdorf und des tapferen französischen Generals Marghörite, die in der Schlacht fielen, geschmückt werden.

Traunstein, 1. September. Se. K. K. Hoheit der Kronprinz ist gestern Abend gegen 11 Uhr hier eingetroffen und festlich empfangen worden. Die Stadt hatte illuminirt. Heute wohnte der Kronprinz mit dem Prinzen Luitpold den Manövern bei.

Kesterreich.

Salzburg, 1. September. Der deutsche Reichskanzler, Fürst v. Bis­marck, begab sich heute Vormittag mit seiner Gemahlin und seinem Sohne, dem Grafen Herbert Bismarck, begleitet vom Grafen Kalnoky und dem Statthalter Grafen Thun, zu Fuß vom Hotel nach dem Bahnhof und bestieg nach kurzem Verweilen in dem Hofsalon und nach herzlicher Verabschiedung von den Grafen Kalnoky und Thun seinen Salonwagen, mit welchem er um 9 Uhr 50 Mm.-nach Lend weiterreiste. Der Graf Kalnoky kehrte in das Hötel zurück, derselbe wird heute Mittag nach Wien zurückkehren.

Bao Gestein, 1. September. Der deutsche Reichskanzler, Fürst v. Bismarck, ist mit seiner Gemahlin und seinem Sohne, dem Grasen Herbert Bismarck, heute Nachmittag hier emd»ttmfferL

FrohSdorf, 1. September. Heute 'früh 9 Uhr fand in der Schloß- kapelle das erste Seelenamt für Graf Chambord statt in Anwesenheit des Erz­herzogs Karl Ludwig, sowie anderer P^stglieder oes ösipvvorchischen Hafforhauses, des Herzogs von Braganza und zahlreicher Mitglieder der österreichischen Aristo­kratie. Nuntius Vanutelli celebrirte.

Agram, 31. August. Ein von der Gensdarmerie erstatteter Bericht konstatirt, daß die Nachrichten Über die Unruhen in Zagorten übertrieben seien. Auß^r schwer verwundeten Gemeindenotar uno dem Gemeindevorstand von Btftricza sei nur ein Bauer getödtet und drei andere verwundet. Der Bericht stellt in Abrede, daß die Unruhen einen bedrohlichen Charakter trügen und spricht die Hoffnung aus, daß die Unruhen bald beendet sein würden.

Arankreich.

Paris, 31. August. DasJournal des Debats" bemerkt m dem gestrigen Artikel DerNordd. Allgem. Ztg.", den das Blatt für eine Abschwächung des ersten Artikels hält, die Frankreich gemachten Beschuldigungen seien nicht gerechtfertigt, ebenso könne man Den Versuch, die Verantwortlichkeit für das Auftreten Antotne's auf die französische Presse zurückfallen zu lassen, ernst nehmen. Was die Reise des französischen Kriegsmtnisters anbelange, so sei das geradezu sonderbar, man mache dem Minister einen Vorwurf daraus, daß er die Festungen an der Grenze besuche, während General- Feldmarschall v. Moltke doch vor Kurzem die französisch-italienische Grenze besucht habe. Die französische Regierung habe niemals daran gedacht, einen Credit von 7 Millionen für eine Mobtlisirung zu fordern. Schließlich spricht dasJournal des Debats" die Hoffnung aus, die Erklärungen derNordd. Allgem. Ztg." würden der internationalen Polemik ein Ziel setzen, deren Nutzen ein sehr bestreitbarer sei.

DerTelegraphe" erklärt das Gerücht, daß der chinesische Gesandte Tseng durch einen anderen Gesandten ersetzt werden solle, für unbegründet.

England.

London, 31. August. DerStandard- bringt einen Artikel über den Jahres­tag der Schlacht bet Sedan, in welchem er die Friedfertigkeit und Mäßigung der deutschen Politik seit dem Tage von Sedan rühmt. Die Erfahrung der letzten 13 Jahre hätte gelehrt, daß Fürst Bismarck keine Complotte gegen den europäischen Frieden schmiede. Die verbündeten deutschen Reiche seien ein Pfand der Sicherheit gegen Störungen des Friedens, wie solche etwa durch den Rassenhaß oder dynastischen Ehr­geiz hervorgerufen werden könnten. Als die frtedensstörenden Elemente in Europa bezeichnet das Blatt Frankreich und Rußland, während die friedlichen und konservativen Elemente Deutschland und Oesterreich seien. Aus diesem Grunde begrüße England den Namen Sedan mit Befriedigung und setze mehr Vertrauen in Deutschland, als in den sogenannten Bundesgenossen, der niemals rastet, selbst nicht, nachdem er die Un­abhängigkeit der Nachbarstaaten zertrümmert.

Rußland.

Petersburg, 1. September. Der russischeInvalide" veröffentlicht eine Verordnung, nach welcher die Posten der Gehilfen der Artillerie-Chefs in den Militärbezirken Petersburg, Wilna, Warschau, Kiew, Charkow und Moskau aufgehoben und einige andere Ersparungen in den Etats der Beamten der Bezirks-Artillerie-Verwaltungen vorgenommen werden sollen. Anläßlich des Ablebens des Grafen Chambord ist eine fünftägige Hoftrauer anbesohlen worden.

Aegypten.

Kairo, 31. August. In den letzten 24 Stunden bis heute früh 8 Uhr starben tu Unteregypten 9, in Oberegypten 327 Personen an der Cholera.

Alexandrien, 1. September. In einem officiellen Bericht ist festge­stellt worden, daß seit dem Ausbruche der Cholera bis gestern .im Ganzen 27,318 Personen an der Cholera gestorben sind. Von den englischen Truppen sind 140 Mann gestorben._____________________________________________

Telegraphische Depeschen.

Wolff S telegr. Correfporrdenr-Burearr.

München, 2. September. Der König hat dem General der Infan­terie und Commandeur des ersten königl. preuß. Armee-Corps, v. Gottberg, und

11.

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uns

überall herrschte.

städtischen Geländes. nr.. ,hlr

Gesuch des Archttecten Jacob Stein dahier um Erlaubntß zur Ableuu» von Abfallwasser m einen städtischen Canal.

Die Parcellenoermessung.

Unfallversicherung der Mitglieder der beiden hiesigen Feuerwehren-

Gesuch um Ueberlassung von Kiefernholz aus der Hand-

Holzschuld des Peter Krämer in Lützellinden.

dem Gouverneur von Straßburg, Generallieutenant v. Maffow, das Großkreui des Milttär-Verdienstordens verliehen.

München, 2. September. Die Feier des SedansestrS wurde hier durch eim Morgenmusik oom Balkon des Rathhauses eingelettrt. Sämmil-che städtische, vcrschledenr andere öffentliche, sowie zahlreiche Prlvatgebäude waren beflaggt, besonders zeichnete sich die Nachbarschaft des Rathhauses aus. Am Abend werden in einer großen Reihe von Vergnügungslocalen besondere Festlichkeiten Seitens der verschiedenen Vereine veranstaltet.

Posen, 2. September. Die Sedanfeter wurde gestern Abend durch einen vom Landwehroerein veranstalteten Zapfenstreich eröffnet- Heule früh fand eine Reoetllt statt. Die Stadt ist reich beflaggt. Nachmuiags erfolgte unter Anführung einer untformtrten Compagnie des Landwehrvereins, welcher sich die Geweikoereine anschlosseii, der Ausmarsch zur Festfeter im Zoologischen Garten. Die Betheiligung an dem Zuge und der Feier war eine sehr rege.

BreSlau, 2. September. Nachdem der Sedantag bereits gestern durch eine Vorfeier festlich begangen worden, und namentlich der Fackelzug der Turner trotz schwerer Gewitter und strömenden Regens zur imposanten Ausführung ge. langt war, ist heute die Stadt auf's Reichste mit Flaggen geschmückt. Nach­mittags finden in allen größeren öffentlichen Etablissements und Gärten geh» Concerte statt. Die öffentlichen Denkmäler und Fontänen, welche ebensalls reich geschmückt sind, werden am Abend festlich beleuchtet werden. Zur Einleitung des Festes werden Mittags 12 Uhr vom Rathhausthurme Choräle und patrio­tische Weisen ertönen.

Dresden, 2. September. Zur Feier des Sedantages, welcher von den Schulen schon gestern festlich bgangen wurde, prangen heute alle königlichen und Staatsgebäude, sowie zahlreiche Privathäuser in reichem Flaggenschmuck Mittags wird Festmusik aus dem Alten Markte, am Abend eine festliche Be­leuchtung der öffentlichen Plätze stattfinden.

Leipzig, 2. Sepember. Auch hier wurde der Sedantag auf das Glänzendste begangen. Gepern Abend fand am Napoleonstein eine Vorfeier statt, wöbet Freuden- feuer angezündet und patriotische Gesänge vorgetragen wurden. Der Polizeidirekior hielt die Festrede. Daran schloß sich ein Festcommers im Krystallpalast. Heute stüh ertönte ein Weckruf in den prächtig geschmückten Straßen, um 10 Uhr war F estgottes- dtenst, von 11 bts 12 Uhr spielten Kapellen auf sämmtlichen Plätzen der Stadt. Um 2 Uhr Nachmittags erfolgte der Ausmai sch des Festzuges nach dem Marktplatz. Zwölf Kapellen, gegen 50 Vereine mit etwa 8000 Personen nahmen am Zuge Thetl Als derselbe auf Dem Marktplatze angelangt war, hielt Der Rektor Professor Richter eine Ansprache, welcher das Absingen eines patriotischen Liedes folgte. Alsvann bewegte sich Der Zug nach dem neuen Schützenhaus. Sämmtliche Plätze der Stadt werden heut: Abend glänzend illuminirt.

Freiburg, 2. September. Böllerschüsse und Glockengeläude verkündeten den Anbruch des iLeoaniages, dessen Feier vorn Magistrate ungeordnet war. Die Stad! prangt im Flaggenschmuck, auch die umliegenden Städte und Ortschaften begehen bm Tag in festlicher Weise. Gestern Abend fand hier zur Vorfeier ein Festcommers start, bei welchem sämmtliche hiesige Gesangvereine mitmirften. Landgerichtsdirector Kiese! hielt eine Festrede, welche sich über die Bedeutung des Hohenzollernhauses für Deutsch­land verbreitete.

Bremen, 2. September. Die hiesige Sedanfeier nimmt, vom Wetter begünstigt, unter außerordentlich zahlreicher Betheiligung einen glänzenden Verlauf. Auf dem Marnpiay, P«,ior Schenkel vor dem Rathhause die Festrede hielt, hatten die Be­hörden, die Korporationen und der zur Feier des Tages arrangfrte Festzug Aufstellung genommen. Die Festrede schloß mit einem von der dichtgedrängten, den ganzen Platz einnehmenden Menschenmenge jubelnd aufgenommenen Hoch auf Kaiser und Reich- Voll hier aus setzte sich der Festzug unter Glockengeläute und Kanonendonner nach dem Kriegerdenkmal in Bewegung- Am Nachmittag findet Festessen und Volksfest auf dem Schützenhofe statt-

Wien, 2. September. Die Kronprinzessin Stefanie ist heute früh 7 Uhr 15 Minuten glücklich von einer Tochter entbunden worden- Mutter und Kmd befinden sich wohl. Die feierliche Taufe findet am 5. September, Mittags 1 Uhr, zu Laxen­burg statt.

Berlin, 3. Sept. (Privat - Depesche). Ein gestern Sonntag Abeni 9 Uhr 55 Min. von Berlin kommender Courierzug fuhr auf Bahnhof Stegltz durch die Menschenmenge, welche mit dem von Steglitz abgehenden Personell' zuge nach Berlin zurückkehren wollte und von verkehrter Seite in den Zug eil zusteigen suchte. Die Zahl der Todten und Verivundeten ist noch nicht fest stehend, wird jedoch auf einige vierzig angegeben.

Bei dem Eisenbahn-Unfall zu Steglitz sind 18 Männer, 17 Frauen und 4 Kinder getödtet, 5 schwer verwundet.' Die Zahl der leicht Verwundete, ist noch nicht ermittelt. ___

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Lokales.

Gießen, 3. September. Tagesordnung für die Stadtverordneten-Sitzung ar Donnerstag den 6. September 1883, Nachmittags 4 Uhr.

1. Die Quellwasserleitung.

2. Die Erbauung eines Schlachthauses.

3. Die Ueberschwemmungen des Lahnflusses.

4. Ausbau der Ostanlage.

5. Die Straßenbeleuchtung.

6. Gesuch der Wittwe des Schmiede Meisters Emil Mai dahier um Erlauvir zur Herstellung eines Cementtrottoirs vor ihrem Hause in der Westanlak

7. Desgleichen des Kaufmanns Karl Schwaab dahier vor seinem Hau auf Dem Seltersberg.

8. Gesuch desselben um Erlaubniß zur Anlegung eines Kratzeisens in städtischen Trottoir.nnil r

9. Gesuch des Rentners Dr. Adolf Mettenheimer dahier um AussiMUl» an Der Wieseck längs Der verlängerten Altcenstraße.

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Division, j lihttich.

13.

14.

15.

16.

10. Canalisation in Der Neustadt. , a .

Gesuch des Restaurateurs Justus Lenz dahier um pachtweise Ueberlanu »

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Arbeit ä*«rbe

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17. ÄoftenDecreturen- _ k

Gießen, 3. September. Der Sedantag wurde gestern wie alljährlich gefeien. Nach dem Festgottesdienst in der Stadtkirche, woran sich ber Jtr g verein in corpore betheiligte, marscyirte derselbe nach dem Friedhöfe, um do Kriegerdenkmal wie auch das Denkmal für die hier v er stör denen s zösifchen Soldaten zu schmücken. Nachm'ttags war Concert auf dem t.enz Felsenkeller und wurde hier der Freude über Den Gedenktag entsprechender 2X verliehen. Leider störte das unwirsche Wetter in etwas die frohe Stimmung,

2)

Frankfurt, 30. August. Ein hiesiger, den ersten Frankfurter Standen m höriger Einwohner und gewaltiger Jäger vor Dem Herrn saß gestern Adeno von ihm zu frohem Mahle geladenen Gesellschaft und renommirte oerarttg vielen Hühner, Schnepfen und Fasanen, Die er auf seinem gestrigen Jagdgang g habe, daß All- ungläubig frugen, wo er Denn die Jagdbeute h;be. Ueberlege cy erwiderte der Nimrod, sie befinde sich noch auf der Bahn, müste fl&erf bauert- kommen. Er habe 'fein Mädchen beauftragt, das Wildpret abzuholen, i I nicht lange, so erschien das Stubenmädchen plötzlich mit einem großen J \

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