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des Abgeordnetenhauses darüber zur Erscheinung zu bringen, daß jener altbewährte Grundsatz preußischen Rechts, auf dem zum guten Thetl die Kraft des Landes und Staates beruht, unverändert aufrecht erhalten werden und durch die in Aussicht stehende Gesetzgebung über die Schule zu immer stärkerer Ausbildung gelangen soll.

So hat wenigstens der von dem Centrum inscenirte Kampf um die Schule unter für dasselbe ungünstigen Auspizien begonnen.

Telegraphische Depeschen.

Wolffs telegr. Eorres-on-enz-Bureau.

Ems, 2. Juli. Zum gestrigen Diner bei Sr. Maj. dem Kaiser hatten Einladungen erhalten: Prinz Alexander von Hessen, Prinz Ludwig von Batten­berg, General v. Thiele, der belgische General Gasfinet, Baron Reberque, Kam­merherr Bibra, der russische Kammerherr Karski, Oberst v. Winterfeld, Prof. Eamphaufen und der Adjutant des Großherzogs von Mecklenburg-Strelitz, Major Winsloe. Der Kaiser wohnte am Abend der Theatervorstellung bei. Heute Vormittag hatten nach der Kurpromenade der Hofmarschall, Graf Perponcher, und der Chef des Civilcabinets, v. Wilmowski, Vortrag bei Sr. Majestät.

Berlin, 2. Juli. Das Herrenhaus nahm heute die Kirchenvorlage in der Fasiung des Abgeordnetenhauses an und zwar in namentlicher Abstimmung mit 64 gegen 16 Stimmen. Im Lause der Debatte erklärte der Cultusminister v. Goßler, wenn immer von schwebenden Verhandlungen die Rede fei, deren Anfang oder Ende die Vorlage bilde, so müsse wiederholt betont werden, daß bestimmte Verhandlungen zu bestimmtem gesetzgeberischen Zweck nicht stattfänden, sondern daß man eben eine Gesandtschaft in Rom habe, die sowohl über der­artige, wie über andere Angelegenheiten conferire. Der Präsident gab sodann die übliche Geschäftsübersicht und schloß die Sitzung mit einem dreimaligen Hoch auf den Kaiser.

Der Fürst und die Fürstin Bismarck, sowie Graf Wilhelm v. Bis­marck sind heute Nachmittag 3 Uhr 40 Min. nach Friedrichsruhe gefahren. Staatsminister v. Bötticher nebst Graf und Gräfin Rantzau begleiteten die fürst­liche Familie nach der Bahn.

Nyiregyhaza, 2. Juli. Der Präsident eröffnet die heutige Gerichtsverhand­lung mit der Mahnung an das Publikum, sich ruhig zu verhalten, da er jede Störung strenge zu ahnden gesonnen sei. Hierauf werden die Akten verlesen, welche sich auf die sogenannte Dadaer Leiche beziehen.

Die Zeugen, welche die Dadaer Leiche zuerst gesehen, sagen aus, daß es die Leiche ente§ entwickelten Mädchens gewesen. Der Flösser Jäckel ^Lmilooics, welcher im Gesängniß gestand, angeblich eine fremde Leiche ins Wasser geschmuggelt zu haben, sodann dieses Geständniß als erpreßt zurückzog, sagte heute aus, Bary bestürmte ihn nicht; wohl aber kam Bary fünfzig Mal im Gesängniß zu ihm, und da hinter ihm ein Pandur stand und er gesehen, wie der verhaftete Hersko geschlagen und gepeinigt worden, habe er alles nachgesagt, was ihm Bary vorgesagt. Freigelassen, habe er alles zurückgezogen, weil er in der That nichts mit der Leiche zu schaffen gehabt. Die Ver- theidiger bemerken, daß über diese Vorgänge im Gesängniß kein Protokoll geführt sei und erinnern, daß der damalige Staatsvertreter Egresjy die nächtlichen Gesängniß- besuche des Bary untersagte und Bary dieserhalb auch in den Zeitungen angegriffen wurde. Er giebt an, daß er ebenfalls stets Nachts im Gesängniß inquirirt morden sei. Die Vertheidiger erklären, Bary mißbrauchte di^ Amtsgewalt, und beantragen Entfernung des Bary aus dem Saal. Der Gerichtshof lehnt den Antrag ab.

Paris, 2. Juli. Graf Monti, der Privatsecretär des Grafen Cham- bord, hat sich auf die Nachricht von der neuerlichen ernsten Erkrankung desselben nach Frohsdorf begeben.

Paris, 2. Juli. Der Graf von Paris ist heute Morgen angekommen, alle Prinzen von Orleans sind zum Familienrath zusammengetreten. Nach einer Depesche aus Frohsdorf von 111/2 Uhr Vormittags war das Befinden des Grasen Chambord am Ende des gestrigen Tages schlecht, heute Morgen ruhiger, wenig Veränderung im Allgemeinzustande bemerkbar.

London, 2. Juli. DieDaily News" will wissen, daß durch das Ministerium des Auswärtigen in London eine eingehende Untersuchung über den Ausbruch der Cholera in Egypten angeordnet worden sei, da man gegen­wärtig überzeugt sei, daß die Krankheit nicht durch Ansteckung aus Indien gekommen.

DemStandard" wird aus Tamatave vom 14. Juni berichtet, daß eine Abtheilung Franzosen in Stärke von 500 Mann als Garnison in Tama­tave zurückgelassen wurde und daß die übrigen Truppen auf dem Vormarsch in das Innere begriffen sind. Die Hovas hätten sich in die Gebirge zurückgezogen, wo sie Verstärkungen von Antananarivo erwarteten. Ein Zusammenstoß stehe bevor.

Alexandrien, 2. Juli. (Telegramm desReuter'schen Bureaus). Gestern sind in Damiette 141 Personen, in Mansurah 14 Personen an der Cholera gestorben. Der Sanitätscordon ist verstärkt worden.

Triest, 2. Juni. Der Statthalter verfügte wirksame prophylaktische Maßregeln gegen die Chalera. Der letzte aus Alexandrien mit 89 Passagieren angekommene Dampfer wird einer siebentägigen Quarantäne unterzogen.

Lokales.

Gießen, 3. Juli. Zur Vervollständigung des gestrigen Berichts über das St-ftungsfeft nunserer Hochschule tragen wir noch das Folgende nach: Die Preis- oufgaben, welche die theologische, juristische und medicinische Focultät gestellt halten, Haden eine Lösung nicht gefunden. Dagegen waren für die fünf von der philosophischen Facultät gestellten Preisfragen je eine Bewerbung eingegangen und befand sich dieselbe in der angenehmen Lage, dieselben sämmtlich zu krönen. Die aus dem Gebiete der Zoologie gestellte Preisfrage löste stud. rer. nat. Carl Eckstein von hier, die Preis­aufgabe aus dem Gebiete der Mineralogie stud. rer. nat. I M Ledroit aus Mainz, die geschichtliche stud. hist. I B. Setdenberger aus Mainz, die germanistische stud. phil. Carl Dorfeld von hier. Bet Eröffnung des Couverts, welches der etn- gt-reichten botanischen Arbeit beigegeben war, ergab sich der besondere Fall, daß der Lösungsversuch von zwei Studirenden gemeinsam gearbeitet worden war, von stud. rer. nat. K- Wehsarg aus Wörftadt und stud. rer. nat. K. Schwarz von hier. Die Feier schloß mit dem vom akademischen Gesangverein vorgetragenen Chor aus Elias:Wer bis an5 Ende beharrt".

Auf den Festaktus folgte in üblicher Weise Nachmittags 2 Uhr ein Festessen in Wenzel's Garten. Einen eigenthümltchen Abschluß erhielt die gesammte akademische Feier durch das nach Beendigung des Festessens in Wenzel's Garten erfolgende Auf­treten der Estudiantina Espannola, welchen die Docenten der Universität mit ihren Familien und v >le Studirende beiwohnten, lieber den Werth der von den spanischen Studenten vorgeführten Musik kann man verschiedener Meinung sein. Es waren meist niedliche Klein-gkeiten. Durchaus aber verdient war der reiche Beifall, welchen die dunklen Söhne des Südens fanden, durch ihr sauberes und exactes Zusammenspielen. Unsere Ueberbürdungscommission hätte zugegen sein sollen. Wer unsere Gießener Musensöhne neben diesen, übrigens fast durchweg recht mohlgebtldeten, durch ihre malerische Tracht gehobenen und sich sicher bewegenden Südländern gesehen hat, wird wohl zur Meinung gelangt sein, daß sie sich trotz aller Ueberbürdung durch ihre Frische und ihr strammes Wesen recht vortheilhast abhoben. Der Schreiber bedauert, daß d<e zahlreich im Garten versammelten Studenten nicht den Gesang ihrer spanischen Commi- Utonen mit einem deutschen Studentenliede beantworteten. Der Unterschied zwischen deutschem und romanischem Singen würde sich in interessanter Weise geltend gemacht

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Am 3 Juli, Mittags zwischen 11 und 12 Uhr: + 21» R-, Luftwärme 4- 25° R-

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Darmstadt, 30. Juni. sPostpersonalnachrichten.^ Versetzt sind der Post- secretar Fuld n er von Worms nach Darmstadt und der Ober - Telegraphenassistent Steffens von Michelstadt nach Mainz.

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Handel und Verkehr.

1Iz ^n 3. Juli. Auf dem heutigen Markt kostete: Butter per Pfund ^ 0.851.00, Hühnereier per Stück 56 S, Käse Stück 57 S, Kasematte 3 <H, Erbsen per Liter 24 S, Linsen 30 S, Tauben per Paar AL 0.80, Hühner per Stuck AL 0.801.20, Hahnen per Stück AL 0.751.20, Enten pr. St. AL 1.201.70 Ochsenfleisch per Pfund 70 S. Kuh- und Rindfleisch 5660 S. Kalbfleisch 45 bis 50 ^'Schweinefleisch 6064 H, Hammelfleisch 62-70 S, Kartoffeln per 100 Kilo AL 10.00, Kirschen per Pfd. 1216 4, Milch per Liter 1318 S- Gänse pr. St. 0 AL

m fJuli. (Getreide-Preise.) Weizen eff. hiesiger und Wetterauer

'm /4~7r19./2' iremder AL 1822, Roggen eff. hies. AL 1415, fremder AL 14Vr16, Gerste effecho hiesige und Wetterauer AL, fremde AL, Hafer eff. hiesiger A 1313V2, fremder AL 1314. Rüböl eff. ohne Faß hies. in Parthien von 50 Ctr. AL 37. Branntwein eff. ohne Faß AL 46.

Frankfurt, 2. Juli. Der heutige Viehmarkt war ziemlich befahren. Ange- tneben waren ca. 330 Ochsen, 36 Bullen, ca. 350 Kühe und Rinder, ca. 260 Kälber.

Die Prüfe stellten sich: Ochsen 1. Qual. ALlV, 2.Qual. AL 6467, Kühe und Rinder 1. Qual. AL 5860, 2. Qual. AL 4854, Kälber 1. Qual. AL 60, 2. Qual. AL 52 per 100 Pfund Schlachtgewicht.

haben. Die Spanier, welche von der Festfeier erfahren hatten, stellten sich dem Rector der Hochschule vor und gratultrten zur Stlftu.igSfeter. Derselbe ließ ihnen hierauf tn dem größten der nach altem Gebrauche beim Stiftungsfeste benutzten Pokale einen Ehrentrunk reichen. Mit echt spanischer Höflichkeit nahmen sie Revanche, indem sie dem Rektor nach 11 Uhr vor seiner Wohnung eine Serenade brachten, welche ein zahl­reiches und dankbares Publikum auf der Frankfurterstraße versammelte.

Der an Stelle Bratuscheck's aus Basel berufene ordentliche Professor der Philosophie Dr. Hermann Siebeck wird den nächsten Monat hierher übersiedeln. Derselbe hat sich durch eine Reihe größerer und kleinerer Arbeiten den Ruf eines gründ­lichen und zuverlässigen Gelehrten erworben. Gegenwärtig beschäftigt ihn ein größeres Werk:Geschichte der Psychologie", wovon bereits der Anfang erschienen ist, von einigen kleinen, der jüngsten Vergangenheit angehörigen Publikationen abgesehen. Wir erwähnen dies zur Berichtigung und Ergänzung der Notiz in Nr. 146 dieses Blattes.

Gießen, 3. Juli. Nach langjähriger Pause unternahmen am Samstag Nach­mittag Mitglieder des hiesigen Gewerbevereins einen Ausflug nach der industriellen Nachbarstadt Wetzlar. Der erste Besuch galt dem großartigen Etabliffement der Herren Buderus, wo unter sp:cftller Führung des Herrn Dtrectors Schiele die Gesellschaft zuerst die Gesammtanlagen, sodann die einzelnen Maschinenhäuser und Hochöfen be- fichttgte. Jeden Fachmann und Juteressenten muß es freuen, wenn tn einem Werke Zuführung der Rohmaterialien, Verarbeitung derselben und Abfuhr der fertigen Pro­dukte so sinnreich Hand in Hand greifen; ebenso Erstaunen erregend sind auch die mächtigen Maschinen zum Betriebe des ganzen Werkes, das pben Tag 10 Doppel- waggon (2000 Ctr.) fertiges Roheisen producirt. Die Thetlnehmer am Ausflug hatten auch Gelegenheit, zu sehen, wie durch Einführung eines Dampfstrahls in die abflbßmde glühende Schlacke die Schlackenwolle erhalten wird, die als Jsolirmaterial an Dampf- unb Heißwasserleitungen zur Anwendung kommt. Nachdem noch von der Plattform, auf den Hochöfen, aus die Gesammtdispositton des Hüttenwerks, sowie das pracht­volle Panorama der reizend gelegenen Stadt und deren Umgebung in Augenschein ge­nommen, wandert die Gesellschaft nach der Schlackenfteinfabrik des Herrn Stein. In zuvorkommendster Weise erklärte der Besitzer die Herstellung der Schlackensteine und anderer sog. Kunststeine, die aus dem Abgangsprodukt des Hochofens, dem Schlacken­sand und Schlackenmehl geformt und gepreßt werden. Durch verschiedenartige Ver­arbeitung des Schlackensandes und Zusätzen von Kalk unb Cement werden dort auch Dachziegel, Futtertröge, Treppenstufen u. s. w. hergestellt. Zum Schlüsse wurde noch das Walzwerk des Herrn I. Jung (jetzt Actiengesellschaft) besucht, tn welchem meistens Stabeisen unb Kesselnieten fabricirt werden.

Die große H-'tze im Freien unb bei den verschiebenen großen Pudbelöfen und Walzen halte bie Gaumen ber Theilnehmer vollständig ausgetrocknet; bei einem kühlen Trünke im Hotel Kaltwasser stärkten sich Fabrikanten und Besucher, wozu sich noch verschiedene Techniker von Wetzlar hinzugesellten.

Mit Dank verabschiedete sich die Gesellschaft von den liebenswürdigen Collegen und Nachbarn und hoffen wir nur, daß sich solche Ausflüge recht oft wiederholen möchten mit noch regerer Betheiltgung. h.

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Witterungskunde.*)

4. Juli, Mittwoch. Fortdauer des Frühmorgens schönen, auf Mittag zu wolkigen und gewitterhaft bedeckten, Nachmittags heiteren Wetters. Wind örtlich aufgefrischt, namentlich Mittags, Morgens still. In Mitteleuropa meist trocken, ruhig und heiter, vielfach wolkenlos, besonders Nachmittags.

5. Juli, Donnerstag. Nächtliche Abkühlung bei in der Nacht vorwiegend nörd­lichen Winden, namentlich in den nördlichen Küstengegenden. In Mitteleuropa ist das Wetter meist noch heiter, trocken und warm; Gewitter namentlich Mittags und kurze Zeit Nachmittags, später besser bis schön und warm.

, Aus Or L- Overzier's Wetter-Prognose für den Monat Juli, abgeschlossen am 15. Mai (Verlag der M. Lengfeld'schen Buchhandlung in Köln Preis 1 ALY Nachdruck verboten.

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Verzeichnis

der Mitlelpreise der gewöhnlichsten Verbranchsgegenstände in der Stadt Gießen vom Monat Juni 1883.______

Je 50 Kilogramm kosten:

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Reue Karton httten (schwarze u Lörner'schen M Mic> Wegen Sterbrsast bi Hochelheim, bet Mgen und einer 2 Wrkrast, einem Huis nebst Scheu Mge A eck er und N zu veckaufen.

Nähere Auskunft

Helene Am

ALS, 14-

23-14-70