Ausgabe 
4.2.1883 Zweites Blatt
 
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Baumschule nutz. ,

Ter Director bemerkt, daß in der letzten Sitzung des landwirtbschaftllchen Provinzialvereins die Rebe davon gewesen sei, Kreisbaumschulen zu errichten, worüber die Bezirksvereine gehört werden sollten- Da ein Sachverständiger zugegen sei, ersuche er denselben um seine Meinungsäußerung.

Es erhält hierauf das Wort

über die Anwendung von fünftlidjen Düngemitteln Oeconomierath Dr. Weidenham m c v:

Hellen Farbe etwas Rinderblut oder Ruß zusetzen kann- Dieser Kalküberzug ver­nichtet die Insekteneier (ber Blutläuse x)

Hofgärtner Roack: _ , ... .

Das ist allerdings schwierig. Wo ein alter Baum lange gestanden hat, i|t der Untergrund erschöpf uiid ist cs daher schwer, hier wieder gesilude Bäume aufzubringen. Wenn mtiii oft klagt, cs sei in einer Gemeinde früher eine so gute Obstgegend gewesen und jetzt nicht mehr, so liegt der Grund dieser Thatsache eben in der unrichtigen An­pflanzung- Es würde daher besser sein, wo cs möglich ist, mit der Reu-Anpflanzung auf andere Grundstücke überzugehen, die früher keine Bäume hatten. Wo dies nicht möglich ist, kann man sich auch dadurch helfen, daß man eine andere Gattung Obst pflanzt, statt Kernobst Steinobst und umgekehrt. Oder man muß die Pflanzgruben möglichst tief und groß answcrfen, die erschöpfte Erde herausnehmen und sie durch andere bessere ersetzen- Man kann dabei die Erde aus der Pflanzgrube dahin thun, von wo man die gute Erde genommen. Der neue Baum ist dann für 1012 Jahre durch die neue Erde versorgt und während dem hat sich auch der Untergrund wieder

Freiherr Adalbert von Rabenau:

Es scheine ihm, daß es weniger an Bäumen fehle, als an Leuten, welche die Bäume zu behandeln verständen. Die badische Regierung habe daher einen Lehrcursns für die Straßenwarte errichtet.

Eine sehr zweckmäßige Einrichtung bestehe sodann in Nassau. Dort gebe Mc Landesbank Darlehen für alle Culturzwecke. Speciell könnten dort für Obstbaum- anlagen unverzinsliche Vorschüsse aus dem Meliorationsfond bewilligt werden. Das -Obst werde versteigert und mit der Hälfte des Erlöses die Schuld abgetragen. Jeden falls müsse solche aber in 20 Jahren vollständig getilgt sein.

Alle diese Hantirnngen können zu verschiedenen Zeiten vorgenommen werden, wann sonst die Arbeiten ruhen, wie z- B. im Nachsommer ,wischen Frucht- und Kartoffel- Ernte auch Anfangs Oktober nach dem Abnehmen der Früchte, bei günstiger Witterung noch im November, das Ausputzen auch noch im Frühjahr in der zweiten Halste des Februar oder Anfangs März- Diese Arbeiten sind auch nicht MS Jahr nothrg, sondern etwa alle 23 Jahre. Man kann sich daher eintheilen und ledes Jahr Vs der Bäume vornehmen. Die Arbeiten nehmen auch wenig Zeit in Anspruch, wenigstens wenn sie bei den Bäumen von Jugend auf richtig vorgenommen werden Natürlich wird die Reinigung me6 25 Jahre lang vernachlässigten Baumes mehr Zeit bean­spruchen Mitunter ist dann null) nicht mehr zu helfen; denn das Abschneiden starrer Aeste kann frühzeitigen Tod des Baumes herbeiführen. m

Ferner ist eine zeitweise Düngung der Obstbäume nothig- Der Baum, welcher immer auf derselben Stelle' bleibt, wird nach und nach durch Bildung von Holz, Blättern und Früchten dem Boden Nährstoffe entziehen, welche ersetzt werden müssen- In Gärten, wo der Boden besser bearbeitet und gedüngt wird, kann jedes Jahr eine G"inte erzielt werden- Oft folgen ans ein reiches Obstjahr magere Ernten, weil nicht gedüngt wurde- Die Düngung des Feldes ist für ältere Obstbäume nicht genügend. Die feineren Saugwurzeln des älteren Apfelbaumes befinden sich 56 Fuß, des Birn­baumes 68 Fuß tief unter der Erde. Es werden daher die Nährstoffe des Mistes von den Feldgewächsen weggenommen und der untere Boden erhält nichts. Es muß daher eine besondere Düngung für die Obstbäume gegeben werden, und zwar eine flüssige. Dieselbe ist in Gräben, die ringförmig um die Bäume bis aus deren Wurzeln zu ziehen find, zu gießen. Mau kann geioöhnlichen Pfuhl, Kloakendünger, Hornspahne, Knochenmehl x. nehmen. Die Erde ist dann nach der Düngung wieder in die Gräbchen hinein zu schaffen. Die Düngung im Herbste muß reichlicher geschehen, weil der Baum während des Winters nichts aufnimmt und der Dünger sich weiter verbreitet. Im Frühjahr kann mit geringerer Menge dasselbe erreicht werden. Auch im Sommer kann mit flüssigem Dünger gedüngt werden, der aber dann mehr mit Wasser zu ver­dünnen ist, damit er nicht scharf wirkt- Wo viele Früchte hängen, wird eine solche Düngung die Folge haben, daß alles Obst sich richtig entwickelt und daß der Baum auch weitere Tragknospen für das nächste Jahr ansetzt. Dann wird kein Fchljabr folgen- Der Obstbau ist aber nur dann lohnend, wenn man in jedem Jahr ernten kann, lieber die Krankheiten der Bäume, die schädlichen Insekten rc- heute noch zu j sprechen, ist ans Mangel an Zeit nicht möglich. . ., . .

Der Director fragt an, ob es nicht weiter auch bedenklich sei, neue Baume auf dieselben Plätze, wo bereits früher Bäume gestanden haben, zu pflanzen.

aber gerade das Gegentheil der Fall- . ... . . v .....

doppelt so viel und besseres Obst. Sodann müssen die älteren Obstbaume mitunter gereinigt werden, denn Aeste und Stämme bedecken sich mit alter abgestorbener Rinde, welche Moose, Flechten und andere Schmarotzerpflanzen treibt, die dem Baume Nahrung entziehen- Diese abgestorbene Rinde, welche auch die Saftcirculation hindert, muß bayer alle 23 Jahre mit dem Rindenkratzer, und zwar im Herbste, entfernt werden. Damit wird auch eine Menge Ungeziefer zerstört. Die gereinigten Bäume soll man jeden Herbst mit Kalkmilch bestreichen, welcher man zur Vermeidung der

Hofgärtner o a cf: eY .

Seine aus Erfahrung gewoimene Ansicht gehe dahin, daß aus kleinen Baum schulen nicht viel Gutes komme, indem in denselben feilt rechter Betrieb eingeführt werden fönne. In der Provinz Starkendtirg seien in früheren Jahren viele kleine Gemeinde-Buumschulen angelegt worden. Man habe oft das fchlechteste Gelände dazu genoinmen und es dem Lehrer, bie und da gar dem Hirten übergeben, um Baume darauf zu ziehen, ohne fönst etwas zu bewilligen. Die Veredelung sei ebenfalls schlecht, mitunter von Schulkindern, vorgenommen worden. Das Unkraut habe darin oft so doch gestanden, als die Bäumchen selbst, die niedrig, krüppelig und voller Blutläuse gewesen seien. Der Obstbau habe daher durch solche Baumschulen nur Schaden gehabt. Besser seien schon Kreisbaumschulen. Doch werde auch hier häufig sachverständige Ueberwachung fehlen. Es müsse jedenfalls ein tüchtiger Sachverständiger, ein Gärtner, zur praktischen Leitung gewonnen werden. Aber auch in diesem Falle habe man schlechte Resultate erzielt. Besser verfahre man, wenn man vorhandene sachverflänbige Gärtner durch Prämien aufmuntere, größere Baumschulen zu errichten, in denen jedes Jahr ein frisches Quartier umgerobet und die Zahl von einigen Tausend Bäumen ge­wonnen werden könne. Ein solcher Gärtner werde sich Mühe geben, weil er selbst ein gutes Geschäft mache. Derselbe könne auch den Landwirthen Rathschläge, besonders über die besten Sorten geben. Eine solche Einrichtung müßte von den landwirthschaft lichen Bezirksvereinen angeregt werden, von welchen entsprechende Unterstützungen zu I verwlll^en ^ije^ctor schoßt sich dem an- Der Privatbesitzer werde billiger liefern, als die Kreisbaumschulen. In der letzten Versammlung des lanbwirthschaftlichen Provinzialvereins sei sodann Gewicht darauf gelegt worden, daß die Bäume in der Gegend selbst gewachsen sein müßten. Nach seinen im Kreise Groß-Gerau gemachten Erfahrungen fei dies nicht richtig. Man müsse vielmehr Bäume pflanzen, welche ihrer Art nach für die Gegend taugten. Ein in günstiger Gegend gepflanzter für rauhe Lagen geeigneter Baum werde auch in rauher Gegend gedeihen. Man habe im Kreise Groß- Gerau große Bezüge aus Angers im südlichen Frankreich gemacht. Der Verein habe die Beziehungskosten getragen. Die Ankaufspreise seien auffallend niedrig gewesen.

Diese Bäume seien sehr gut gediehen und ständen noch jetzt an allen Chausseen. Man könne daher auch Bäume vom Ausland beziehen. Von den Vereinen seien Prämien an Obstbaumzüchter zu geben ober bie Transportkosteii zu übernehmen, wie es von bem Provinzialvereine in bankenswerther Weise geschehe.

Freiherr Ab albert v. Rabenau theilt mit, baß bie burch ben Provinzial- verein beschafften Bäume an bie Besteller abg gangen seien. Diese Bäume seien aus dem Norden, von Brandenburg, bezogen. Die Zwctscheu würden pro Stamm aus 90 '21 eorel 1 .//. 3u H und Birne 1 JL 4u zu stehen kommen. Wer noch sur

dieses Jahr Bäume beziehen wolle, müsse sich vor dem 1. Februar l. I bei dem Prä­sidium des landwirthschaftlichen Vereins ber Provinz Oberhessen anmelben.

Josef Günger ich von Groß-Buscck spricht sich für Errichtung einer Provinzial

leit geschenkt unb sogar hier und da feindlich gegenüber getreten wird. Liefert doch I ber Obstbau gesunde Nahrungsmittel und fördert er bie Wohlfahrt bei SBeüoIferung. i Nielstich ist das Vcrftänbniß für die Eultur des Obstbaums noch mange haft. Es < könnttn colofiäi- En'rätz- flewmnten werben. .Cm Morgen Llmb nnt E'Baumen er, tränt bei rationeller Behandlung per Baum a Jk, also im feanjin -00 jalnltd). Dazu kommt noch der Ertrag der Feldsrüchte unter den Bimmen. Keine Culturpflanze i roirb ^^auNten MeNLn^angen bei der Auswahl der Obstsorten in : Betracht de-l Bodens oder der klimatischen Verhältnisse, ferner dadurch, dast nicht richtig meistens zu tief, gepflanzt, daß nicht beschnitte», md.t gehörig gereinigt, oder datz nicht gedürigt wird.^ ^^denverbältnisse und die klimatische Lage beimeksichtigt und danach die richtigen Sorten ausgewählt werden. Die verschiede,teil Obstarten machen öerschiedeue Ansprüche an den Boden und d,e Lage. Empfindliche Sorte,, »aiwn nur für geschützte Lage und die besten Bodeiwerhaltmsse. Es sind hanvtsach ich die oa Wirthsehasts-Obstsorten (zur Gewinnung non Obstwein, Latwerge -c.), weIche Nch als bochstümmige Bäume in freier Lage eignen. Diese sind weniger empfindlich und steUeu geringere Ansprüche. Auch bezüglich der Tiefgründigkeit des Bodens bc= fteben Verschiedenheiten. Während für den Apfelbaum, eine flachere, aber nahrhafte nnb nicht m trockne Erdschichte von 45 Fuss Tiesgrimdigkeit genügt, verlangt de, Birnbaum eine solche von 8-10 Futz. Jedoch stellen 6ie gewöhnlichen zioch- unb tob wcrabiinbäume geringere Ansprüche an ben Boden, als btc Aepstlbäume. Xii ^wLckenbaum dessen Früchte zum Trocknen- zu Latwcrg x- verwenbet werben unb stbr Achtbar sowie rentabel ist, begnügt sich ebenfalls mit geringem, mageren, ogar trocknem Boden unb gedeiht auch in hohen, rauben Lagen. Auch von den Lastlobst. sorteu machen manche wenig Apsprüchr, wie z. B. von Apselsorten die Winter- und I Gold-Parmäne, die Casseler, Eanaba- unb granc Reinette, der graue Kurzstiel. Unter ^n Taxlbirneu finden sich weniger Sorten dieser Art, wie z B- Bxgel s und Diehl s Butterbirne x. In geschützter Lage müssen solche Arten gepflanzt werben, welche spat blühen we l bie srübzcitig eintretenbc warme Witterung häufig wicber in Fro,t iim- sckläat Für solche Lagen sind spät blühenbc Obsflorten anzupflanzen, wie die Castcler und Champagner Reinette, der Lnikenapfel :c, welcher ,n Württemberg a 90Pr°c aller Apfelbäume bildet- Die Birnen blühen meist früher wie die Aepfel unb werben balxr auch leichter bcschäbigt- Im Mgemeiuen sinb nur solche Sorten anzupflanzen, welche durch ihre Fruchtbarkeit bekannt sind- Arten, welche tu ihren ENragcn oft Jahre lang vaufircu sind zu vermeiden. Außer ber Anpflanzung ber hochstämmigen Baume an c*trar-'n in Grasaärten X-, kommt auch noch bas Spalierobst m Betracht, namentlich stl aeschü'kten Garten, an Gebäulichkeiten x , in we^)er Hinsicht namenttich die ferneren Tatetobsstorten zu empfehlen sind. Durch bicses Obst lasten fick die strofstchaben von 1879 60 schneller aussüllen, ba dieses frühere Ernten gibt. Ebemo gut ist die oorm der Corboiis unb Pnramiden. Solchen bei den Wohnungen bestnblichcn Anpflanzungen kann man auch größere Aufmerksamkeit schenken-^ Die Fruchte biest-r Zwergbaume lasten sich audi leichter verwcrthcn unb haben als Tafelobst bohcrcn Werth.

Bei der Auswahl ber Sorten wirb ferner darin gclehlt, baß man von herum- liebenben Länblern kauft, welche gar keine Garantie bieten Es gibt später ost große Enttäuschung. Mau muß umpfropfen unb barüber gehen Jahre verloren, ober der Baum wachst gar nicht an, vielleicht weil er schon lange ausgemacht unb dem Froste ansaeiekt acwesen ist. Der Laubwirth gibt bann gewöhnlich bem Boben ober ber Lage bic ediulb unb bie Obstbaumzucht leibet Roth. Dcßhalb soll man bie höheren Kosten nicht scheuen unb bic Bäume aus guten Baumschulen bczichen-

Nach richtiger Auswahl ber Sorten fragt cs sich, wie bic Pflanzung vorzunehmen iit Es kann im Herbst nack bem Blattabfall bis zum Frühjahr gepflanzt werben, so lanae sich ber Baum im Ruhezustanb befinbct, natürlich aber nicht im Winter be^Schucc- roaner unb gefrorenem Boben - Es bleibt hauptsächlich also Herbst unb Frühiahr

übria Im Allgemeinen ist bie Herbstpflanzung vorzuziehen. Man kommt bannt schneller zum Ziel unb gewinnt fast ein Jahr. Tie im Herbst gepflanzten Baume | Eden frühzeitig im Frühjahr neue Wurzeln bilden, wahrend bie erst im ^ruhialn aevflanzten erst später neue Saugwurzeln bilben unb im ersten Jahre schwach treiben. Natürlich muß im Herbste etwas vorsichtiger verfahren werben. Bei schwerem Boben können leicht beim Perfiillen hohle Räume Zurückbleiben, burch welche ber Wintersrost an bie Wurzeln gelangt unb sie beschädigt. Das kann vermieden werden, wenn man einen Hügel von Erde oder Mist, Laub x. über die Wurzeln deckt- So kann auch in schwerem Boden im Herbst mit Erfolg gepflanzt werden- Wenn der Boden nut ^djiiec-- wasser gesättigt ist, wie gegcnwänia, ist die Hcrbstpslanzung nicht zu empfehlen- Tic Wurzeln werden an den Schnittflächen faul und gehen zu Grunde.

Fehler finden sodann darin statt, daß die Pflanzgruben nicht tics genug gemacht werden so daß ber Baum kaum hinein gestellt werden kann- Tie neuen Wurzeln ye- ratben bann gleich auf ben festen Boben unb können bei trockenem Wetter nicht ein- bringen so daß ber Baum zu Grunbe geht. Die Gruben sinb 4 Fuß breit unb 2 Fuß tief zu machen- Geringer Boden ist mit gutem Compost ober sonstigen 'Nähr­stoffen zu vermischen. , . . £ L .

Ein weiterer Fehler besteht sobann dann, baß zu ttes gepflanzt wirb^ in Folge dessen manche Pflanzunaen schon nach wenig Jahren zu Grunde gehen. Die Baume müssen vielmehr möglichst flach gepflanzt werden; der Wurzelhals ist emige Zoll höher zu setzen, als die Bodensläche, weil die lockere Erde sich wieder setzt- Zu tief gepflanzte Bäume verkümmern und gehen zu Grunde, ehe sic eine Ernte ge­liefert haben.

Weiter wird auch darin gefehlt, daß zu dicht flepslan^t wird, was namentlich in I Grasgärten geschieht- Die Kronen müssen sich entwickeln können- Aepfel- und Birn- | bäume sind 3036 Fuß, Zwetschenbäumc 1520 Fuß von einander zu setzen, im I Felde noch weiter, so daß die Kronen der Bäume sich nicht berühren unb die Sonne durchscheinen kann, damit auch der Boden unter den Bäumen noch Ertrag liefert- Dann hat man doppelte Ernte. Ein einziger Baum kann aber das Zehnfache ertragen, als 10 zu dicht stehende Bäume.

Es ist ferner an den Bäumen für gute Stangen zu sorgen, die so tief eim zuftecken sind, daß sie gegen Stürme Schutz gewähren- Sodann müssen die Bäume an ben Wurzeln beschnitten werben. Die Wurzeln tragen nämlich bcini Ausmachen Verletzungen bavon, wobnrch Fäulniß unb Schimmel entsteht, falls bie Wurzeln nicht I bis auf bas gefunbe Holz zurück geschnitten werben- An ben Schnitten bilben sich bann bie neuen Wurzeln. Dann müssen bie Bäume in freier Lage gegen Beschäbigungeu, besonders auch durch Hasen, mittelst Hüllen von Dorneu, Schilf, Stroh x. geschützt werden, bis die Rinde hart genug geworden ist. Auch sind die Bäume in der ersten Seit in der Krone zu beschneiden- Die vorjährigen nicht beschnittenen Zweige treiben nämlich nur an den oberen Knospen der Zweige aus, werden immer länger und hängen dann herab. Tie nicht beschnittenen Bäume tragen allerdings früher, weil sic weniger in's Holz treiben- Allein durch dieses frühere Tragen tritt auch frühere Erschöpfung ein unb die Bäume sterben früher ab. Durch das Zurückschneiden wird der Holztrieb befördert, der Baum stärker und lebensfähiger. Er gibt bann reichlichere Ernten eine längere Reihe von Jahren hinburch- Die Aepfel- unb Birnbäume müssen 45 Jahre lang jedes Frühjahr zurückgeschnitten werden, das Steinobst 23 Jahre laug. Die Zwetschenbäume werden überhaupt nicht so alt unb müssen baher frühere Ernte liefern. Die Bäume bürfen aber nun sich nicht selbst überlassen werben. Sie lassen sonst balb im Wachsthum unb in ihrer Fruchtbarkeit nach unb bringen nur kleine Früchte hervor. Es bildet sich eine Menge überflüssiges Holz, Wassersprossen, überhängende Zweige, welche andern Luft unb Licht nehmen unb so bie Tragfähigkeit bes ganzen Baumes beeinträchtigen. Es muß beßhalb von Zeit zu Zeit das überflüssige Holz weggenommen, ber Baum ausgeputzt werben. Alle Wassersprosseu, alles in bas Innere wachsenbe Holz, alle verbeckten Zweige, alles kranke Holz ift zu entfernen. Daburch werden bie Nährstoffe ben stehen bleibenden Aeften zugeführt und es wird nicht nur mehr, i ---------- , ,c.

sondern auch schöneres unb werthvolleres Obst erzielt werben- Oft sagt man, wenn Es sind befiiglich des Gebrauchs künstlicher Dtingemittel inl neuester Zett Er die Hälfte der Zweige genommen werde, könne man nur halb so viel ernten- Es ist sahrungen gemach worden, welche der fcitbermen Ucbm ü

- ' ' " ' " ' ~ " Die stehen bleibende Hälfte ber Zweige liefert seither nach ber Lehre Liebigs, wonach bem Boben bie veiloicnen Nahistoffe wicb^zugebc"

.......... sinb, geglaubt, zur Düngung biejenigen Stoffe wählen zu müssen, welche in den Pflanzcti, bie man bauen wollte, in größter Menge enthalten sind. Neuere Versuche durw Professor Dr. Wagner an der landwirthschaftlichen Versuchsstation in Darmstadt, Gutsbesitzer Schulz-Lubitz in Brandenburg und Professor Merker in Halle haben tedocv andere Gesichtspunkte eröffnet, wonach nicht mehr wie früher nach dein ^icahrston bedürsniß, sondern nach dem sogen. Düngebedürfniß der verschiedenen Pflanzen Die Auswahl unter den künstlichen Düngemitteln zu wählen ist. Man hat nämlich ncuci dings gefunden, daß die Pflanze für biejenigen Stoffe, welche sie am meisten braucht, auch bie meiste Aneignungsfähigkeit zu besitzen scheint.

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