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Schiffs nachrichten.

Bremen, 29. October. Mer transatlantischen Telegraph.^ Der Postdampfer Baltimore, Capt. A. Hagemann, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 10. October von Bremen abgegangen war, ist heut- wohlbehalten in Baltimore angekommen.

Kirchliche AmZeigen der StZrdt Gietzerr.

Evangelische Gemeinde.

Gottesdienst:

Samstag den 3. November.

Nachmittags 2 Uhr: Beichte, Pfarrer Schlosser.

Sonntag den 4. November (24. nach Trinitatis). Reformationsfest, zugleich als Einleitung zu der Lutherfeier.

Vormittags 9Vz Uhr: Pfarrer Dr. Naumann.

Feier des heiligen Abendmahls.

Nachmittags 5 Uhr: Pfarrer Dingeldey.

Nach beiden Gottesdiensten wird eine Kollekte erhoben zum Besten der Gustav- Adolf-Stiftung.

Kinderkirche: Nachmittags 2 Uhr, Pfarrer Schlosser.

Vereinigung der confirmirten Mädchen zur Christenlehre, Nachmittags 2 Uhr, in der Kleinkinderschule. Auch die in den vorangehenden Jahren con­firmirten Mädchen sind zur Theilnahme freundlichst eingeladen. Pfarrer Dr. Naumann.

Montag, den 0. November, Abends 8 Uhr, in der Kleinkinderschule: Bibel­stunde, Apostelgesch. 2,2241, Pfarrer Dr. Nauman n.

Am L-onntag, den 11. November, begehen wir die besondere kirchliche Gedächtnißfeier des 400. Geburtstags Dr- Martin Luthers. Die Kollekte, die an diesem Tag nach beiden Gottesdiensten erhoben wird, ist für unseren Kirchenbaufonds bestimmt.

1 Die Pfarrgeschüfte in der Woche vom 4. bis 10. November besorgt Pfarrer Dr. Naumann.

Katholische Gemeinde.

25. Sonntag nach Pfingsten-

Von 7 Uhr an: Beichte. 8 Uhr: Frühmesse und Äustheilung der h. Communion. VzlO Uhr: Hochamt und Predigt. 2 Uhr: Andacht für die Abgestorbenen.

Gottesdienst in der Synagoge.

Freitag Abend 4S0 Uhr, Samstag Morgen 830 Uhr, Samstag Mittag 3 Uhr, Samstag Abend 5SÜ Uhr.

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Handel und Werksh«.

Gießen, 2. November. Auf dem am 30. und 31. October abgohaltenen Viehmarkt waren aufgetrieben: 1122 Stück Rindvieh und 1959 Stück Schweine. Ein Unterschied unter den Preisen machte sich gegen die seitherigen nicht merklich.

Nächster Markt Dienstag den 13. d. Mts.

731) Ueber die Höhe der Kosten, welche die Einrückung einer Anzeige in eine oder mehre Zeitungen verursacht, wird man sich niemals enttäuscht sehen, wenn man von der Annoncen - Expedition von M & & S S5 S N '3' EIS W®<S$2ÜE<i£ in Frankfurt a. M. (Karlsruhe, Stuttgart oder München) zuvor Auskunft einfordert, <ue auch hinsiehts der für den jeweiligen Zweck geeigneten Blätter auf Grund reicher Erfahrungen und gründlicher Beobachtungen zuverlässigen Bath ertheilt

Frankfurt a. M-, 30. October. Ein Herr übergab gestern Nachmittag in . Mifiacn Cafe der Buffeidame e n Packet und bemerkt- scherzweise, sie möge sich nehmen, es seien Dyuamilpatronen darin. Als sich gestern Abend im Theater ifl von der Explosion im Cl-sern Hof verbreitete, erinnerte sich Jemano, der 6,8 jf, jn vem Cafe anwesend gewesen, als dteWarnung" der Buffetdame ertheilt S6 BorfvUs und beeilte sich, einem ebenfalls im Theater anwesenden Cftmtnal- Sttn davon Mttthulung zu machen. Letzterer verfügte sich zu der Büffetdame, die Amßerung ängstlich bestätigte. Es gelang auch, den betreffenden Herrn und Sr äßobnung zu ermitteln. Als der Criminalbeamke ihn fragte, ob er m dem i ILi rben Casö gewesen, antwortete er, und zwar aus Furcht vor seiner gerade an- »t»nbm Frau, etwas schüchtern mit Nein. Es erfolgte darauf die Verhaftung des 'ft/rrn aber auch kurz darauf Freilassung, da eS sich h-rausstelltc, daß er die Aeußerung Vg hbi" gemacht habe; denn in dem Packet- seien nur O-iproben gewesen in mir Raumwolle verstopften Fläschchen; der Herr ist nämlich Oelagent.

130 ... Nachlaß Fieldtng's fand man eine Art Katechismus, der u. A. folgende Salzkörner enthielt:Was ist ein Patriot?"Ein Mensch, der eine Stellung K ein Amt haben will." -Was ist Politik?"Die Kunst, dies- Stellung zu «irnaeii " -Was ist Wissenschaft?"Die Kunst, die Fehler und Schwächen unserer Nehmimnschen zu durchschauen." -Was ist Tugend?"Ein müßig interessanter Mmöchsgegenstand.- -Was ist Verdienst?"Geld, Rang und Ciedst» -Was ift Stift?"Em Mittel, sich bei Anderen verhaßt zu machen."

111 L sGattenmord.j Aus Elberfeld, 26. October, wird berichtet, daß die Mra'ischaft durch die Ermordung der Wirihssrau Z'-thm m dem Wirthslokale tn »ederbast- Aufregung versetzt wurde. Um die Mftternachtsstunde^ wurde der Frau her* einer, eisernen Hammer mittelst zwei wuchtiger Schläge der Schädel vollständig - rtdimmeit, so daß die Unglückliche alsbald nach d-r That auf den Dielen des Zauners m einer großen Blutlache b-wnßtlos liegend, von der Polizei vorgefunden wurde. Der größte Theil der Gehirnmasse lag auf dem Fußboden, wo auch zwei Haarflechten ,7nd ein Etnsteckkamm des Opfers, von Blut triefend, anfg-funden wurden. Der untere ne*l der Zimmerwände, sowie die Eingangsthür zum Zimmer und mehrere Mobel- iiücke waren mit Blut stark bespritzt, so daß wohl mit Sicherheit angenommen werden kuvn daß die Ehefrau Ziethen von dem Thäi-r erst zu Boden gerissen und ihr dann L. Schäd'l eingeschlagen worden ist. Der Thai verdächtig ist außer dem Eh-manne der Frau ein Bedienter des Wirths Ziethen; beide sind denn auch sofort verhaftet worden. Wenn auch die Frau noch lebt, so wird doch nach ärztlichem Urthell der Tod binnen kurzem eintreten. Der zur Ausführung der That benutzt-, noch erheblich mit Mnt besteckt- Hammer ist an Oct und Stelle aufgefunden worden. Züth-n hat mit seiner Eh-frau schon seit längerer Zeit in st-t-m Unfrieden gelebt. Das Haus war beute Mittag von einer großen Menschenmenge umstellt, so daß Polizeibeamte zur Frnbaltuna'd-s Publikums ausgestellt werden mußten.______________________

Witterungskunde.')

3. November. Samstag. Kälter, theils nebelig, theils bedeckt mt kurzdauernden Niederschlägen, Sittich mit Schnee oder Graupeln. Frühmorgens nebelig, nachher cmf- oebeüert Mittags und Nachm ttags strichweise bedeckt mit Regen oder Schnee b.s Aaa-llchau-rn, Abends aufgeklärt, Nachts vielfach Niederschläge bei lebhaften Winden, in Südd utschland bedeutendere Niederschläge, namentlich Nachts. Die Wasstrstände sieioen mäß'g. Haparar.da bat 12 bis 20° Kälte. Das nächtliche Temperaturminimum sinkt vielfa» unter Null und liegt in geschützten Lagen noch etwas über Null. Mäßiger, nicht nachhaltiger Nachtfrost- Nordlicht in diesen Tagen. Nach Norden zu ist die Witi-runa mehr auiklärend. ,

4. November. Sonntag. Kalt, unbeständig, schwache Regenschauer, örtlich noch Schneesall. Frühmorgens, nebelig bis Nebelregen, bann aufgebessert, Mittags und NaÄmfttaas bedeckt nut Regenschauern resp. Schneegestöber. In Süddeutschland be- bentendere Niederschläge, namentlich Nachts. Die Wasserstände steigen mäßig. Stellen, weise, zumal im östlichen Deutschland ist noch mäßiger Frost zu erwarten.

») Aus Dr. L. Overzier's Wetter-Vrognose kVerlag der M. Lengfeld'- scher. Buckvondlung tn Köln, Preis 1 M. Nachdruck verboten.

Besondere kirchliche Anzeige der evZrngelischen Gemeinde.

Betreffs der Sitzplätze in der Kirche Jinb Beschwerden darüber laut geworden, daß die Schüler des Gymnasiums und der Ikeal- schule auf der Emporbühne rechts von der Kanzel die unterste Bankreihe, au der Brüstung, fast sonntäglich, besonders seit Beginn des Conftrmanden- unterrichts, so dicht besetzen, daß die Bürgerschaft und andere ältere Glieder unserer Gemeinde dort kaum einen Platz finden können-

So lieb es uns ist, wenn die jungen Leute recht zahlreich den Gottesdienst besuchen, so müssen wir doch diese Beschwerden für berechtigt ansehen.

Bekanntlich haben wir auf der Orgelbühne für die Gymnasiasten und Realschüler besondere. Sitzplätze Herrichten lassen, und wir müssen wünschen, daß diese auch benutzt werden. Deshalb wollen wir jedoch den älteren Zöglingen bei den höheren Lehranstalten durchaus nicht wehren, auch die Emporbühne zu benutzen; wir sprechen aber die bestimmte Bitte aus, daß dieselben künftig die oberste oder mittlere Bankreihe besetzen und die unterste Bankreihe, an der Brüstung, für die Bürgerschaft und andere ältere Glieder unserer Gemeinde frei lassen möchten.

Gießen, den 2. November 1883.

Für den Kirchenvorstand:

7334 Dr. Naumann. Pfarrer.

Allgemeiner Anzeiger.

Aufforderung.

Die Steuer - Reclamanten wollen die ihnen bewilligten Erlässe unter Vorlage der betr. Steuerzettel gelegentlich der begonnenen Erhebung Persönlich in Empfang nehmen und quittiren.

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