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Bureau: Schulstraße 7.
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noch große Aufregung.
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Im österreichischen Abgeordnetenhause hat der zweiwöchent- liche Kamps um die Novelle zum Volksschulgesetz den vorauszusehenden Ausgang genommen — mit 170 gegen 167 Stimmen nahm das Haus am Sonnabend die Novelle in dritter Lesung definitiv an. Interessant waren noch dw Ausführungen des Ministerpräsidenten Grafen Taaffe, der als dm „österreichischen Gedanken" in der Politik der Regierung den bezeichnete, welcher alle Nattona- litäten und Völkerschaften Oesterreichs an den Frechelten, welche die Verfassung biete, theilnehmen lasse. Die Negierung sei stolz darauf, sich aufi eine Jo zusammengewürfelte Majorität zu stützen; auf eine solche Majorität, m welcher alle Nationen und Völker des Reiches sich befinden, das sei ächt österreichisch. Auf die Behauptung, so könne es nicht weitergehen, erklärte der Ministerpräsident, daß er hoffe, die Negierung werde mit Gottes Hülfe, mit Ausdauer und Energie eine Verständigung der Völker herbeisühren, und zwar noch durch dieses Ministerium, das nicht ein Ministerium des Handels, sondern des Handelns sei. Die Rede wurde oftmals durch lang anhaltenden Beifall von der rechten Seite des Hauses unterbrochen. Schließlich nahm das Haus eine Resolution an, durch welche die Vorlegung eines Gesetzentwurfes verlangt wird, der lediglich die Grundsätze des Volksschul-Unterrichtes mit Ausschluß aller in den Wirkungskreis der Landlage fallenden Bestimmungen feststellt.
Die Verhaftungen verdächtiger oder angeklagter Persönlichkeiten nehmen jetzt in England wieder einen größeren Umsang an. In Folge der Deposttionen des Kronzeugen Devine sind am Sonnabend von den Dubliner Polizeibehörden gegen 8 Personen Haftbefehle erlassen, denen voraussichtlich weitere Haftbefehle folgen werden. In Dublin wurde gleichfalls am Sonnabend ein Schneider, Namens John Nevin, wegen seiner Zugehörigkeit zu den Feniern^ verhaftet. — Generallieutenant Stephanson ist zum Nach- solger des Generallieutenants Alinson als Oberbefehlshaber der englischen Armee in Egypten ernannt worden.
Die Krönungsfeierlichkeiten in Moskau werden schon jetzt
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Belr.ff.lld, Die Darstellung dell Zustande der Schulen. Gtetzen, an, t. Mae tM3.
Die Großherzogliche Krets-Schul-Commtsston Gießen
an die Schulvorstände des Kreises.
Wir erwarten sofortige Einsendung der noch rückständigen Berichte in *. Betreff auf unsere Verfügung vom 10. v. M, Anzeiger Nr. 8. .
Dr. Bookman n,______
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Politische Ueberficht.
Gießen, 2. Dtai.
Von der Wahlprüfungs-Commission des Reichstages ist beschlossen worden, die Ungültigkeit der Wahl d:s Abg. Hänel zu beantragen. Der vernehmlichste Grund hierfür lag in der Confiscatwu ,ocialdemotratücher Sümm,eitel durch Polizeibeamte in Kiel. Herr Hänel selbst hat gleich damals gegen dieses Vorgehen protestirt und sich sofort für dre Ungültigkeit feiner Wahl ausgesprochen, da die Wahlfreiheit während verschiedener Stunden des Tages durch dieses Vorgehen der Polizei thatsächlrch beschrankt war. Herr Hänel ist bekanntlich der Führer der gemäßigten Elemente innerhalb der Fortschritts-Fraktion des Reichstages und es wäre sehr zu bedauern, wenn er der der in Kiel voraussichtlich stattfindenden Neuwahl unterliegen wurde, letztere Eventualität erscheint indessen nicht ausgeschlossen, da Herr Hänel bei der Reichsiagswahl von 1881 nur mit verhältnißmäßig geringer Majorität über seinen socialdemokratischen Gegner siegte. _
Der Reichstags-Abgeordnete Dr. Schulze-Delitz,ch ist am. Sonntag Morgen nach langem Leiden in Potsdam verschieden. Am 29. August 1808 in Delitzsch geboren, begann der Verstorbene seine politische Laufbahn als Mitglied der preußischen Nationalversammlung im Jahre 1848. Dem preuß. Abgeordnetenhaufe gehörte er von 1861 bis Ausgang der < Oec -^ahre, dem Reichstage ununterbrochen feit dessen Entstehung an; in beiden Parlamenten war er ein entschiedenes Mitglied der Fortschrittspartei. Schulze- Delitzsch hat seine Thätigkeit fast ausschließlich der Ausbildung des Genossenschaftswesens gewidmet und giebt es in der Geschichte wenig Beispiele, daß em Mann mit seiner Krast mit einem solchen Erfolge für ein gemeinnütziges Bestreben thätig gewesen ist. Besonders verdient hervorgehoben zu werden, daß der Verblichene bei wachsendem Erfolge immer vorsichtiger wurde und sich bestrebte die von ihm in's Leben gerufenen Institutionen von Uebereilungen und Ausschreitungen zurückzuhalten. Unermüdlich für das Genossenschaftswesen thätiq hat sich Schulze-Delitzsch in liberalen Kreisen einen höchst populären Namen erworben, während die Makellosigkeit seines Charakters das Andenken an ihn auch bei seinen politischen Gegnern in Ehren halten wird.
Die zehnte Session des Landes-Ausschusses von Elsaß- Lothringen ist am Sonnabend durch den Staatssecretär v. Hofmann geschlossen
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durch eine Reihe von Ernennungen und Beförderungen eröffnet, welche sich zunächst auf die römisch-katholischen Bischöfe Rußlands beziehen. Der „Regier,- Anzeiger" veröffentlicht diese Ernennungen, aus denen man einen neuen Schlutz auf den Eintritt besserer Beziehungen zwischen Rußland und der römischen Kurie ziehen kann. Auch im diplomatischen Corps und oen höheren Beamten sind durch besondere kaiserliche Verfügung verschiedene Beförderungen erfolgt, unter dener^die des Generalconsul Popow in Marseille zum Gesandten m Peking, des ersten Botschaftsraths Dawydoff in'London zum ersten ordentlichen Gesandten in Japan und des Geh. Rathes und Vorsitzenden des heil. Synods, Popedanoszev, zum wirklichen Geh. Rath besonders hervorzuheben stnd Außerdem ist dem in letzter Zeit vielgenannten Curator der Universität Warschau, Apuchtin, der Alexander-Rewski-Orden verliehen worden, ein Beweis, daß das polenseindliche Auftreten Apuchtin's, durch welches die L-tudeuten-Unruhen hervorgerufen wurden, an maßgebender Stelle in Petersburg gerade nicht mißgünstig beurtheilt worden ist. — Ein Theil der Mitglieder des kaiserlichen Hau-M reist bereits am 13. Mai und der Krönungs - Ceremomenmeister Graf Pahlen mit der Kanzlei am 12. Mai nach Moskau ab
* 9 lieber die Mitglieder des neuen holländischen Cctbinets Zeemskerk lieaen jetzt nähere Mittheilungen vor. Neben dem Pratioenten v. HeemSkerk wird besonders der Colonial-Minister v. BloememWaanders als eine Stütze der neuen Regierung Geltung erlangen. Er hat sich als einer der höchstgestellten Beamten der Verwaltung in Indien allseitig große Unerkennung erworben und gilt als ein Mann von großer Energie und politisch als em entschieden Conservativer. Der Kriegsminister General Weitzel ist em ausgesprochener Anhänger der allgemeinen Wehrpflicht, was sehr beachtmswe"h erscheint, da in den Niederlanden noch das alte WerbeslMm, zum -i,heil wenigstens, besteht. Der neue Minister für Wasserbau, Handel und Jndustre, van der Bergh, ist ein ausgezeichneter Ingenieur und wird sich hoffentlich auch als Minister bewähren. Der neue Justlznumster, Baron du Tour van Bellmgs- have, neigt zum Ultramontanismus und dürfte m Folge^dessennochverschleüene Schwierigkeiten zu überwinden haben. Die nbrrgen Mitglieder des Cabmets Heemskerk sind in der politischen Welt noch so gut wie unbekannt.
®ie irische Landliga hat nun zwei Ableger m amenkamschen Boden verpflanzt, wozu der irische lllational-Convent in Philadelphia den Anlaß bot. Der Präsident der einen amerikanischen Liga ist Mornley, derjenige der andern Alexander Sullivan. Wahrscheinlich m Anbetracht dessen, daß das Washingtoner Cabinet sich anschickt, dem Treiben der amerikanischen Femer etwas scharfer auf die Finger zu fehen, ist von den neuen Verbindungen beschlossen worden, sich bei all' ihrer Agitation zu Gunsten Irlands nur gesetz- inäßiger Mittel zu bedienen, was freilich bei den Mitgliedern der trisch-femschen Partei welche lediglich auf Dolch und Dynamit schworen, nicht wenig verstimmen wird Welche Stellung die nordamerikanische Regierung den neuen Liguen
beiden Seiten mehrere Personen getödtet oder verwunde wu MD« MH« wurde zwar wieder hergestellt, aber es herrscht unter der Bevölkerung Port <vmos
Darmstadt, 1. Mai. Se. König-. Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht: . Hombergk zu Vach aus
Am 25. April den Gerichtsaccesststm s tz - ^eisamte Darmstadt Darmstadt zum Polizel-Comimssar Klass , ernennen.
unter Verleihung des Amtstitels: norgcle6ten Kirch-nges-tz
Darmstadt, 30. Äpnl. Nach dem .^« "Üg auf Trauung, Taus- und Conwegen Erhaltuug der kirchlichen Ordnung m l« (ft b(e kirchliche Trauung von firmation der Evangelischen Ebristen und Nichtchristen; 2) bei
dem Geistlichen zu versagen: t)be'O^^ »^^lisch- Mann di- Erziehung sammt- gemischten Ehen, vor deren Etn»ehu g° r^„^emeinschasl vertragsmastig zugesagt licher Kinder in einer nicht e°?vgel,sch > M i g b(§ Ä|rd)enoorftanbcS versagt werden, hat. Die kirchlich- Tmuung kann na« bic Mitwirkung der Kirche bei der
wenn nach den besonderen Umstand n d Ü ftn t|rd)1(d)en Handlung -rschemen Eheschließung als eine E^Iich^Aergernitz gereichen würde.
müßte, insbesondere zum vff-nMchen ei « « v Stand der Ehe treten,
Mitglieder der ^ bürgerlichen Eheschließung sobald als möglich
trauen ^zu Ebenso^ ist Me Tause der Kinder von denen, unter deren Gewalt
Ar. ior. Erstes Blatt. Donnerstag den 3. Mai l88S*
Gießener Anzeiger
Nr 6 des Reichs-Gesetzblatts, ausgegeben den 30. April, enthält:
(Nr. 1491.) Verordnung, betreffend die Caittionen der Beamten und Unterbeamten der Reichs-Post- und a.elegraphenverwaltung und der Reich-.- druckerei. ^Vom 48*1 GroßherMliches Gießen.
lierer msser-- ohne Malerei, । t, Mästen, ? wpionZ.Fmr. ivir für Gießen nichtigen Bn- e Provision.
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