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, 2SS Freitag den S. November 1888.

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Amts- und Anzetzeblatt für den Kreis Gießen.

Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags.

vnreanr Schulstraß- 7.

Landesbangewerkschnle Darmstadt

Busch.

Fink.

Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn.

Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf.

Großherzogliche Centralstelle für die Gewerbe und den Landesgewerbverein.

Bedingungen zur Aufnahme sind:

1) Für die untere Abtheilung, die I. Klasse: In der Regel werden nur solche Schüler ausgenommen, welche eine mindestens emsahrlge Beschästigung in einem technischen Gewerbe Nachweisen können; Ausnahmen hiervon werden nur m besonderen Fallen gestattet. Dagegen wird von den Aufzunehmenden nur der Nachweis der Kenntnisse verlangt, welche den von der Oberklasse einer Volksschule Entlassenen zukommen sollen, damit jedem strebsamen Handwerker die Anstalt zugänglich werde.

2 s Für die obere Abtheilung, die II. Klaffe, muß außerdem der Nach­weis ausreichender Kenntniß der niederen Arithmetik, einer ange­messenen Fertigkeit im Freihand- und geometrischen Zeichnen, sowie in der Lösung einfacher Ausgaben der darstellenden Geometrie, und der Befähigung, sich im Deutschen gehörig schriftlich verständlich machen zu können, geliefert werden.

Das Schulgeld beträgt für die ganze Unterrichtszeit 30 Mark und ist beim Beginn des Curfus vorauszubezahlen. _

Anmeldungen zur Aufnahme wolle man möglichst frühzeitig und längstens bis zum 31. October L I. schriftlich bei der unterzeichneten Stelle oder auch mündlich auf dem Bureau derselben Neckarstraße 3 im 3. Stock bewirken, da die Zulassung der Schüler nur nach Maßgabe der vorhandenen Unterrichts-Loealitäten erfolgen kann.

Darmstadt, den 11. September 1883.

kam nt einem Vergleich, bet dem das tertium comparationis für Jedermann eben der Mangel an der nöthig-n Intelligenz ist, zu e.nem Vergleich, für den das obengenannte nützliche Rindvieh gewöhnlich den Namen hergeben muß. Der Herr Major soll also in seinem Bataillon Ochsen entdeckt und daraus keinen Hehl gemacht haben. -Las ist an sich nichts Besonderes, das pflegt auch außerhalb Oldenburgs vorzukommon und soll sogar auf Exercierplätzen etwas Alltägliches sein, namentlich o0nSetten! der^Unters offictere. Aber in Oldenburg kam noch etwas hinzu; der Herr Maior soll nämlich eine besondere Specialität Ochsen entdeckt und sieoldenburgische genannt haben. Oldenburaiiche Ochsen haben aber wohl persönlich bei den Metzgern einen guten Ruf, bildlich aber pflegen alle landsmannschaftlichen Ochsen böses Blut zu machen und so

^Anfmigs üeß^ sich die Sache harmlos an. Es erschien ein fliegend Blatt mit einem Ochsenlied" nach der Melodie des LiedesIch bin ein Preuße zu singen, und ganz O'ld-nburgsang es alsbald. Militär wie Ciml. Fünf Auflagen waren wie warme Semmel abgegangen als die Polizei ihre confiscirende Hand auf da i Opus legte: auf bem weder Verfasser noch der Drucker angegeben waren. Das ließ sich aber schnell revariren' als Verfasser nannte sich ein.beliebter oldenburgischer Hofschauspieler, als Drucker eine geachtete Firma, und die Polizei mußte ruhig zusehen, wie fünf weitere Auflagen verbreitet wurden. Civil und Militär sangen weiter. Dem Herrn Mmor öesicl^das Lied natürlich gar nicht und ebensowenig dem Garnisonscommando. Der Herr Major verklagte einen Dienstmann, der eS gewagt hatte, insirnem Hausedas Ochsenlied wiederholt zum Kauf anzubieten, wegen Hausfriedensbruch, das Ga.nisons Kommando verbot, uneingedenk des sprichwörtlichen Rathes, sich da, wo man singt, rubia niederzulassen, dieweil böse Menschen keine Lieder haben, dm Soldaten den Be­such ^von öffentlichen Localen, deren Wirthe die Colportage des Dchsenliedes ^gelassen hatten. Soweit war die Affa're noch spaßig gewesen, letzt aber gab ihm ein Zwischen- fatt des d°taillons, Hauptmann w d. Lippe, muß w^

ffX ÄS IXaä am :?7e«c?n?'der^FSNge^ Saikin km Donnerstag auZgefochten wurd. Der Hauptmann «W

eine Kugel in den Oberschenkel, der M°l°r kam m t einem Streissch^ß davon. Da­mit war der militärischen Ehre genug getban und der Ochse erledigt der v sondere Saft Blut wäscht ja nach Linien- und Reservebegrrffen noch ganz andere Dinge ab, ohne bQd)te (nbe6 sie glaubte si» Ar

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der lederen war ab r nichts weniger als besonnen, sondern zeugt- von hochgradiger ffrblttauna Die Bekanntmachung der Regierung wurde von den Mauern abgerissen k »rrrtt hie zur Massacriruug des Preußen" aufforderten. Da man

und dr-rch W°kate ersetzt, - Bürger, die nun einmal durch das rothe

^uch oere'tt war Schlimmes befürdbten mußte, so wurde für Samstc^ nicht nur Serk feer man bei dkr grenzenlosen Unbeliebtheit des Majors auch ein energisches Einschreiten gegen die Bürger nicht recht zutrauie, sondern auch Cavallerie zum Schutz

Die Landesbaugewerkschule zu Darmstadt beginnt ihren achten Jahres-Cursus am 15. November l. I., welcher 4 Monate, all'o bis zum 15. März 1884, andauert.

Dieselbe soll, zwischen Handwerkerschule und technischen Hochschule die Mitte haltend, insbesondere Bauhandwerkern, sowie Maschinen- und Mühlen- bauern Gelegenheit bieten, sich die für einen selbstständigen Gewerbebetrieb erforderlichen theoretischen Kenntnisse und die nothwendigen Fertigkeiten im ßeicknen und Entwerfen von Plänen für die praktische Ausführung zu erwerben. Auch soll die Baugewerkschule zur Ausbildung von Werkmeistern, Parlieren, Bauaussehern rc. dienen.

Der Unterricht wird an den Werktagen während der ganzen Tageszeit E folgenden Herren ertheilt: Architekt Profeffor Hermann Muller, Architekt Kuhlmann, Ingenieur G. Wagner, Ingenieur Esselborn, Handelslehrer Peters, Bildhauer Fölix und Oberlehrer Funk.

Die Schule uinfaßt 2 Klassen mit folgenden Unterrichtsgegenständen: Freihand- und geometrisches Zeichnen, darstellende Geometrie (einschließlich Schattenconstructionen und Perspective), Bauconstructionslehre (einschließlich Stabilitäts- und Festigkeitsberechnungen), Elemente der Maschinen-Constructiorwn, Fachzeichnen, Entwerfen von Bauanlagen, kunstgewerbliches Zeichnen, technische^ Rechnen, Algebra, Geometrie, Feldmeßkunst (einschließlich Trigonometrie und Planzeichnen), gewerbliche Buchführung, Theile der Bauführung, insbesondere Materialienkunde und Anfertigen von Kostenvoranschlägen, Grundlehren der Physik und Mechanik, Modelliren in Thon, Holz rc.

Die Unterrichtslocale befinden sich Neckarstraße Nr. 3, unfern von den Bureaulocalitäten der Bibliothek und der technischen Mustersammlung des Großherzoglichen Gewerbvereins, so daß die letzteren von den Schulern besucht und geeignet benutzt werden können^^^^^^^^^^E^^^^^E,

Keutschlaud.

Darmstadt, 31. October. Se. König!. Hoheit der Großherzog werden bis auf Weiteres Audienzen am Mittwoch und Samstag nicht ertheilen. In dringenden Fällen wird auf schriftliche Anmeldung Ort, Tag und Stunde der Audien^csimintt Eden^ ^ober. Nach Beendigung des Festspiels m der Dreifaltiqkeitskirche zu Worms begaben Sich gestern Se. Komgl. Hoheit der Großherwq sowie Ihre König!. Großh. Hoheiten der Erbgrotzherzog die Prime sinnen Victoria und Elisabeth, die Prinzen tzernrich und Wil­helm nebst dem Großh. Staatsminister und dem Gefolge zum Geh. Commer- ÄS

und Sr. Durchl. dem Prinzen Franz Joseph von Bl"Uenbergs^n bei h-m fKrnkh Kroisratb Se Erlaucht der Graf zu Erbach-Schonverg und ^yre Durchlaucht die Gräsi'n zu Erbach-Schönberg bei Herrn ab^

Die Rückkehr der Herrschaften nach Darmstadt erfolgte mit Extras um 8 Uljr 20 .öobeit dem Großherzog wurden bei Herrn Geh. Gommer«

eienrÄÄ der Dichter des Festspiels

Lns tzÄ u?d der^Darsteller des Luther, Dr Bassermann,

Berlin, 29. October. fOVgf'&g

bie Aufruhr-Akt- verkündet öorfe n- ®te IN«t.onalgefühls m.ß- stch bet der Bevölkerung durch seine Verl tz g .fihUnbe'i Menschenmenge in der lübtg gemacht hat, wurde vonl einer nach ^0b^ ^/^ende Postzei wurde mtt einem Absicht belagert, st- völlig i» demolrren D e *^8 c(ner beträchtlichen

Hagel von St-'.nwürs-n empfangen unt> nu Mebr-r-Verhaftungen wurden

Mllitärmacht gelang -s, di- ®emoltrungm»«& nbern

vorgenommen. Di- von der oldenbur^ch « o^ie^Besonnenheit der Bevölkerung die in dringenden, aber gewinnenden Worten flßlatate ersetzt, die zur

appelltrt, wurde von den Mauern abger fs fa b eftcr* s^enb eine Wiederholung St» fffiÄ."ÄS?

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humoristischer Weise: Zu X Erinnerns noch me, mochte

reits Veranlassung gegeben, zu einer Res?°" s?mwenbung finden. Diese Lück- unter ! esu ~S£

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richt, daß in der Landeshauptfiadt Militär^geg > 0 f[l |aft wie aus einer

rühr-Akte verkündet werden mußte. Warum i ub 1 » 'nr einmal Ochsen Operette, wenn man die Antwort hort: «Ach, er hat st- P nur

genannt." mehreren Monaten wurde ein preußff-her Major,

Doch zur Erzählung. Vor mehrer n: JJ O J,elligenz der olb-ndurgtschen etn Herr St-tnmann, nach Oldenburg verfeyi gemacht haben, denn er

Soldaten muß auch auf diesen Herrn keinen guten Emdrucr gemaan y