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Karlsruhe, 31. Juli. DieKarlsr. Ztg." schreibt: Die Publication au; Abberufung v. Türckheim's und Ernennung v. Marschall's zum ®e« mMen in Berlin bezüglichen Entschließungen bcä Großherzogs erfolgt diploma- Lm Gebrauche gemäß, sobald der Kaiser den Gesandten v. TUrckheim behufs ibiiaegennahme des Abberusungs-Schreibens und sodann Herrn v. Marschall »,r lleberreichung der Accreditive empangen haben wird.

Prag, 31. Juli. Heute früh wurde das Waarenmagazin der Ginzkey'-

Tevvich'Fabrik in Maffersdorf durch eine Feuersbrunst zerstört. Der Len beläuft sich auf 300,000 Gulden.

«tstü 31. Juli. DaS von den Blättern gemeldete Gerücht von dem ept- »mischen Auftreten der Cholera nostras unter den Csangos entbehrt der Begründung, 'tot ist noch kein einziger derartiger Fall zur amtlichen Kenntniß gelangt.

' «rüffel, 31- Juli. Die Kammer lehnte in der Schlußabslimmung mit 67 gegen Emmen die Eingangszölle auf Cacao, Weinessig und Essigsäure ab.

Paris, 31. Juli. Die Negierung setzte das außerordenliche Budget j 264 Mill/fest und beschloß, dem Parlament noch den Entwurf einer am ?Iuni zwischen dem Bey von Tunis und Cambon vereinbarten Convention 'U ^"^D^Kammer genehmigte die Conventionen mit der Nord- und Süd- bch und begann die Berathung der Ostbahn-Convention. Der Senat nahm öie Gerichtsreform im Ganzen an. .

London, 31. Juli. Im Unterhause erklärt Marquis v. Hartmgton: M Gesundheitszustand der Truppen in Egypten ist im Allgemeinen gut, die Mera tritt weniger bösartig aus und die Lage in Kairo ist hoffnungsvoller.

Rom, 31. Juli. Eine heftige Eruption des Vesuvs wird signalisirt. Ne Lava soll sich über den Abhang gegen Torre del Greco hin massenhaft ^^Lasamicciola, 31. Juli. Man befürchtet, datz noch mehr als 3000 Personen bk! dem Erdbeben umgekommen sind. Die Rettungsarbeiten, welche auch dadurch sehr ttort wurden, daß die Ruinen förmliche Berge bilden und daß alle Straßen zer- M sind wurden in der verflossenen Nacht beendigt. Fünfzehn lebendig begrabene «-rlorien'wurden gerettet, der junge Pfarrer von Casamicciola, welcher wegen seiner L-ldienste anläßlich des Erdbebens von 1881 vom Papste zum B.schof in partibus er- mnt wurde ist getödtet worden, bei den Rettungsarbciten sind mehrere Soldaten m's Leben gekommen, der Titularbflchof von Ischia wurde in Folge der Aufregung ckr die Katastrophe von einem Schlaganfall betroffen. Beim Aufsuchen oder Er> tonen der Leichen ereigneten sich fortgesetzt die schmerzlichsten Scenen Die Beerb. igung k Leichen hat heute durch den Bischof von San Felice und seine Gastlichkeit be- MkN. Die Deputirten Lazzaro und Micele sind unversehrt geblieben. Ganzl Italien wildert in Werken der Mildthätigkeit, der Provinzialrath von Neapel .hat 100,000 F., llr Slationalbank die gleiche Summe angemiesen. . . .

Caffamicciola, 31. Juli. Gestern Abend wurde eine in einem Keller schüttete Familie gerettet. Die Beerdigung der Todten ist sehr schwierig. Jabern die Kirchhöfe von Caffamicciola, Lacco und Forio bereits überfüllt find inb die Bergung der Leichen wegen vorgeschrittener Verwesung lebensgefährlich ij, beschloß der Arbeitsminister, die Leichen mit Kalk überschütten zu lassen. k König kommt morgen in Begleitung von de Pretis, Genala und Acton siecher.

- Nach weiteren Ermittelungen wird jetzt die Zahl der Opfer des Erd­ems von Ischia aus ca. 4000 geschätzt, man rechnet aus Forio 300, auf Laco 1000 und aus Caffamicciola 2500 bis 3000.

Neapel, 31. Juli. Bei dem Erdbeben aus Ischia sind der neuesten Satzung zufolge über 5000 Menschen umgekommen.

Von Deutschen, die m Ischia etwa umgekommen, ist bis jetzt nichts tont. t r ~

Die Rettungsarbeiten auf Ischia werden durch anhaltenden Regen iijihivert. Die hiesige Börse bleibt anläßlich der Katastrophe bis aus Weiteres offen.

PetcrSbura. 31. Juli. Kein einziger Fall von Cholera ift in Ruß- inb vorgekommen. Die Regierung wird Den eventuellen Ausbruch der Epidemie fett bekannt geben. ., . ~ .

Berlin, 1 August. (Privat-Depe,che.) In vergangener Nacht wurden k Gebäulichkeiten der Berliner Velvetfabrik (Actien-Gejellschaft), in der lömiker-Straße gelegen, durch ein großes Feuer in Asche gelegt. Der Umfang te Feuerschadens ist noch nicht festgestellt. Bei den Löscharbeiten wurden drei ^erwehrleute getödtet und einer verwundet. .

Lokale-»

Gießen, 1. August. sSterdlichkeit in Gießens Die Zahl der Todesfälle in der W öomB22. bis 28. Juli war zwar keine große , es wurden aber. Vorzugswei e 'r-der Kinder betroffen, namlid) 5, von denen 2 dem Scharlach, 2 der^Diph> hene felgen. Ein nur wenige Tage altes Kind starb an allgemeiner Abzehrung. Bet d n ^ilwlichsenen Personen war Todesursache: chronische Gehirnkrankheit, organisches Kleiden, Lungenschwindsucht je einmal.

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brachten Antrag der Abgeordneten Lingens und Genoffen wegen' Ausschließung 'Amtlicher Geld- und Werthsendungen, Packete rc. zur Annahme, B'-förderung und Uellung an Sonn- und Festtagen, ruft eine längere Debatte hervor, die mit Annahme ^!s Antrags auf Unterstützung der Eingabe schließt. Da wegen bereits erfolgter -nähme des Antrags am Schluß des Reichstags die Eingabe nicht in der Form ritbiflt werden kann, daß sich die Handelskammer der Petition der Handelskammer -hnjfurt a. M. anschließt, so beschließt die Kammer, eine besondere Eingabe an das

Der^Stellverttet e?des'Delegirten der Kammer zum Bezirkseifenbahnrath Hannover, 6irr F. C. B. Koch, wünscht nähere Information betr. der daselbst zur Verhandlung leimenden Anträge der Handelskammer Gießen: c.rÄir*»M

1. Betr. die Frachtermäßigung für Mais von den holländischen und belgischen 6,12 Ü5r(^t«TOäfei0ung für Petroleum gegenüber den Seehäfenausnahme-Tarifsätzm ^°Di?^mmer^^be^chlteßt^ skforUg7uebermittelung der gewünschten Information itbd Mittheilungen über die Stellung der Kammer zu den Positionen 3 und» 4- der ^Horbnung betr. Auslieferung der Frachtgüter an einen Dutten und Einführung ,lnr 2ffi?l»v?khtlahea Ausschusses des deutschen Hanbelstags, betr. das ReiÄsftempel- Ä betreffenben Schreiben des

««Rheinischen Fabrikantenvereins Herrn He>ch°lbelm zum R-seral überwiesen.

Auf Antraa des Herrn Silbereisen beschließt die Kammer, sich wegen der Wnügenden und unfertigen Zustände der hiesigen Bahnhofeinrichtungen zunächst mit liistr Anfrage und Bitte um Abhilfe an die Königliche Eisenbahndirection Hannover ümimben.

- [11. Sitzung der Großh-Handelskammer am 23- Juli.^, Anwesend die ^enen > Silbereisen, L- Georgi, S- Heichelheim, A. Katz, F. C- B. Kocy, lWraatz, R. Scheel und A. Zinßer. ühpr einen

Nach Erledigung der Eingänge tritt die Kammer in die Verhandlung über einen

Antrag, welcher dahin geht, die Frage in Betracht zu ziehen, ob nicht für das Jahr 1884 in Gießen eine Gewerbe-Ausstellung ins Leben gerufen werden solle. Nach längerer Berathung wird eine Commission gewählt und dieselbe mit den weiteren Schritten in dieser Angelegenheit beauftragt-

Ein Rescript Großh. Ministeriums des Innern und der Justiz theilt zur Kenntnißgabe an die Interessenten mit, daß die zu Calkutta projectirte internationale Ausstellung am 4. October l. I. eröffnet werden soll. Für diejenigen Gegenstände, welche zu dieser Ausstellung ausgehen, wird bei der Wiedereinfuhr Zollfreiheit zuge standen. Weiter theilt das Großh. Ministerium des Innern und der Justiz mit, daß der Kaiser!. Consul B le eck in Calkutta beauftragt worden sei, die Interessen der deutschen Ausstellung wahrzunehmen und derselbe bereit sei, nähere Auskunft über die einschlägigen Verhältnisse zu geben.

Das Bureau des Reichstags zeigt an, daß die Petition der Handelskammer Gießen betr. Ablehnung des Antrags Wedell-Malchow und Genossen (Erhebung von Reichsstempelabgaben) wegen Schluß des Reichstags nicht mehr zur Berathung und Beschlußfassung im Plenum des Reichstags gelangte und dieselbe nach § 70 der Ge­schäftsordnung eventuell bet Beginn der neuen Session wiederholt werben müsse.

Seitens der König!. Eisenbahndirection Hannover wird antwortlich auf unser Schreiben vom 24. v. Mts. mitgetheilt, daß der Minister der öffentlichen Angelegen­heiten einen theilweiscn Umbau und die hierdurch bedingte Erweiterung des Bahnhofs Gießen zur Beseitigung der fühlbarsten Umstände sowohl im Personen- als im Güter­verkehr genehmigt habe. Das König!- Betriebsamt Kassel sei mit Inangriffnahme der betreffenden Arbeiten beauftragt worden.

Herr F. C- B- Koch erstattet Bericht übet die letzte Sitzung des Bezirkseisen­bahnraths Hannover.

In derselben wurde der Antrag auf Herabsetzung der Fracht für leere Petroleum­fässer auf den Satz von Wetzlar einstimmig angenommen.

Der Antrag der Handelskammer Gießen auf Ermäßigung der Fracht für Mais von Antwerpen bezw. Rotterdam bis Gießen war von dem Ausschuß der früheren Eisenbahn-Conferenz Köln (rechtsrheinisch) mit Ausdehnung auf die deutschen Nordsee- Häfen zur Annahme empfohlen worden. Laut Mittheilung der Eisenbahn-Direction Hannover liegt jetzt dieser von ihr unterstützte Antrag dem Herrn Minister für öffent­liche Arbeiten zur Entscheidung vor. An einer wohlwollenden Beurtheilung des Antrags sei wohl nicht zu zweifeln.

Der Antrag auf Ermäßigung der Fracht für Petroleum bis Gießen im Ver- hältniß des Unterschiedes der Entfernung zwischen Gießen und Frankfurt a. M. ist abgelehnt worden.

Gießen, 1. August. Gestern Nachmittag 6 Uhr zog sich über unserer Stadt und Umgegend ein furchtbares Wetter zusammen. Blitz auf Blitz und Schlag aur Schlag beängstigte die Gemüther. Es hat denn auch verschiebentlich eingeschlagen, glücklicherweise war es überall ein sog. kalter Strahl, welcher keine größeren Verhee­rungen anrichtete. So schlug es in den Gährkeller der SIctienbrauerei ein, die in demselben sich befindenden 3 Brauburschen kamen mit dem Schrecken davon, ein Strahl traf eine Telegraphenstange in der Nähe des Petroleumlagers von Heinzerling und Tribus, hier riß der Blitz einen eisernen Hakem aus der Stange und lief spiralförmig an derselben herunter, Bewohner der Filialpost wollen wahrgenommen haben, wie der Blitz leuchtend von der Leitung in die Erde gefahren sei. Ferner würbe <in Haus im Gartfeld vom kalten Strahl betroffen und fuhr einer vom Blitzableiter des Petri'schen Neubaues an der Schillerstraße in die Erde. In großer Gefahr schwebten die Besucher unseres schönen Gleibergs bei dem gestrigen Gewitter. Ein Strahl fuhr durch das Dach in die Küchenräume der Restauration, die Insassen des großen Saales in eine Staubwolke hüllend; glücklicherweise kamen auch hier alle Gäste mit dem bloßen Schrecken davon. Es war dies das ärgste Unwetter, welches wir fett Langem erlebt. Der Regen, welcher dabei niederfiel, war habet nicht sehr belangreich. Hoffen wir, daß anderwärts das Wetter auch kein größeres Unglück angertchtet hat.

Vermischte s.

Aus Rom wird berichtet: Eine Schülerin der vierten Volksschulklafse hatte der Königin Margherita zu ihrem vor einigen Tagen stattgehabten Geburtsfeste ein Paar selbst verfertigter Strümpfe gesandt. Die Königin erwiderte diese Gabe, indem sie der Kleinen ebenfalls ein Paar Strümpfe schickte, wovon der eine mit Silberstücken, der andere mit Bonbons ungefüllt war. Daneben lag die Bitte, die Kleine möge sich äußern, welche Füllung ihr größere Freude gemacht, da Ihre Majestät gesonnen wäre, aelegentlid? die Sendung zu wiederholen. Die Kleine antwortete auf vielfach linitrtem Papier:Liebe Königin! Beide Strümpfe machten mir nur Verdruß, denn das Geld hat der Vater genommen, die Bonbons die Geschwister."

Mainz, 27. Juli. Das hiesige Feftcornit^, welches zur Einweihung des Nieder- wald-Denkmals eine gemeinsame Festfahrt vorbereitet, erläßt soeben einen Aufruf, in welchem besonders die Rheinische Verkehrs- und Handelsflotte aufgeforbert wird, durch eine große Auffahrt das Fest zu verherrlichen. Die Bewohner des Rheinlandes werden aufgeforbert, sich diesem Vorhaben anzuschließen und sich mit dem Mainzer Comil4 (Vorsitzender Carl Rackä) in Verbindung zu setzen. Namentlich würde die Be- thelligung her Rheinischen Städte und der Vertreter der Rheinschifffahrt willkommen fein, um die Auffahrt einer festlich ausgestatteten Dampfflotte planmäßig und einheitlich zu gestalten.

Vom Niederwald, 28. Juli. Heute Vormittag wurde der wunderschöne Kopf der Germania-Statue aufgezogen. Derselbe war vorher nebst der Krone zur Ansicht des Publikums ausgestellt und die große Menge der Zuschauer war entzückt über den prachtvollen Anblick. Der Schützenverein von Bingen, dessen Mitglieder während des Schützenfestes in München bei Herrn von Miller dem Gusse des Kopses beigewohnt hatten, stellten sich mit ihrer Fahne am Postamente um die Büste auf und ließen sich von Herrn Hilsdorf aus Bingen photographisch aufnehmen. Gleichzeitig gruppirten sich einige Arbeiter und mehrere Damen und Herren, darunter Herr Landesdirector Sartorius, die Fürstin von Metternich, die Familie von Lade, Herr von Miller und andere um die Büste. Die Schüler des Lehrerseminars in Boppard mit ihrem Director Herrn Dr. Gänsen und den Lehrern der Anstalt waren zur Besichtigung des Denkmals an­wesend und fangen unter der Direction ihres Musiklehrers Herrn Oberlehrer Piel patriotische Chore. Um 12V2 Uhr war der Kopf aufgesetzt, ein Hurrah erscholl vom Gerüst, die Böller donnerten von der Hohe und auch von Rübesheim unb Bingen, bte Hauser würben beflaggt, bie Seminaristen fangen von der Terrasse des Denkmals Die Wacht am Rhein" und ein doppelt dreifaches Hoch erscholl dem Herrn von Miller, aus dessen Gießerei in München das nunmehr vollendete Kunstwerk hervor- gegangen ist. _______________________________

Witterungskuude.*)

2. August. Donnerstag. Frühmorgens noch dunstig bis klar, letzteres namenttich nach Westen zu, auf Mittag zu gewitterhaft, spätnachmittags aufgebefiert bis schon und warm, besonders in den östlichen Gegenden Deutschlands. Kurze Wärmegewitier können örtlich auch Nachmittags auftreten.

3 August. Freitag. Morgens besonders nach Westen zu Anfangs ^on, Vor­mittags schleieiig bis zerstreut wolkig, Mittags unb Nachmittags zu in al nach Westen unb ©üben zu gewitterhaft, später Aufbesseruna bis zu schönem Abend. Im Allge­meinen sommerlich schon unb warm, zumal in Nord- unb Mittelbeutschlanb.

*) Aus Dr L- Overzier's Wetter-Prognose flür ben Monat Juli, abgeschlossen am 20. Juli (Verlag her M. Lengfeld'schen Buchhandlung in Köln, Prers 1 JL}. Nachdruck verboten.

Wafferwärrue der Lahn.

Arn 1. August, Mittags zwischen 11 unb 12 Uhr: + 13Vr° R-, ßnftroärme 4- 15° R L. Chr. Rübs amen.

731) Ueber die Höhe der Kosten, welche die Einrückung einer Anzeige in eine oder mehre Zeitungen verursacht, wird man ^ch niemals enttiuacht sehen werrn man von der Annoncen - Expedition von A lOÜLtK

Frankfurt a. M. (Karlsruhe, Stuttgart oder München) zuvor Auskunft einfordert, d:o auch hinsichts der für den jeweiligen Zweck geeigneten Blätter auf Grund reicher Erfahrungen und gründlicher Beobachtungen zuverlässigen Rath ertheilt