Einzelbild herunterladen

N hübe

unb

fI"Pfobien, l* ipfnben

Maaren

»

udjt Stelle auf derdärrnschen

oni Sonntag c ein Porte- "balt wrlortn, bin« Ludwigs

>> L^n'grsLäft.

X kstnndöogis ^n35^g, " Pfg. ^iftngapt 17.

Rüdcben, diult bei* urigen pamifit graulten mit ^nüonärimcri

' erbittet man __1343 Tinnen nnl«:

rtigung ihra \V ybottnin m bit ittvrd.

rienst'

tmr. u- i u öfter? I lufib- i' | AeschSr I

12311

........

o ilierser c t Taxater g Utl ocooooool; ffetH ßD-r 1

fir. S1. Freitag den 2. März 1888.

Amts- lmd Anzeigeblatt für den Kreis Gießen.

W E i

Bureau r Schulstraße 7.

Erscheint täglich mit Ausnahme des MontagS.

PreiK vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Vringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf.

M*l*»»M*MM"gzaM»aMM«aP«*lM»WWWM!MIWEaWWui*

Amtlicher Hl) ei l.

Betreffend: Die Aufstellung der Jmpftisten für 1883. Gießen, den 1. März 1883.

Das Großherzogliche Kreis-Gesundheitsamt Gießen

die Großherzoglichen Standesämter, Bürgermeistereien und Schulvorstande.

Die Listen für die diesjährige Impfung werden nunmehr an Sie gelangen und bemerken wir Ihnen bezüglich der Aufstellung derselben Folgendes:

I. In die Listen für Erst-Impfung werden von den Standesämtern unter B. alle Kinder eingetragen, welche in der betreffenden Gemeinde während des Jahres 1882 geboren sind und am Ende des Jahres noch am Leben waren, auch diejenigen, welche etwa mit ihren Eltern weggezogen oder an einen anderen Ort in Pflege gegeben sind. Kinder, die im Laufe des Jahres 1882 bereits gestorben sind, werden nicht in die Liste ausgenommen. Aach vollendetem Eintrag wird sodann die Liste von deut Slundesaurte mit Datum und Unterschrift versehen.

Hierauf sind unter 0. von der Bürgermeisterei die bis jetzt zugezogenen Jmpfpflichtigen einzutragen, oder es ist, wenn solche nicht vorhanden find, dieß mit dem Vermerk anzugeben: C. zugezogen: Niemand. Erst dann ist die Liste auch von der Bürgermeisterei mit ihrem Namen und dem Datum der Ausstellung zu unterzeichnen.

Die Spalte 27 ist freizulassen und sind alle etwa nötbig scheinenden Beinerkungen (also auch die Angabe der Orte, wohin einzelne Pflichtige verzogen sind, oder die Todestage der etwa in den ersten Monaten des Jahres 1883 gestorbenen Kinder) nur mit Bleistift einzuschreiben.

II In die Listen für Wieder-Impfung sind unter B. die Namen derjenigen Schüler aufzunehmen, welche im Lauft dieses Jahres das 12. Lebensjahr erreichen, einerlei, welcher Klaffe sie angehören, und haben diese Einträge nach dem Schülerverzeichnisse der einzelnen Klaffen, aber nicht nach dem Kirchenbuche zu geschehen. Die Gestorbenen und Weggezogenen, sowie Kinder, welche nicht in ihrer Heimath, sondern an anderen Orten Schulen besuchen, sind nicht in die Listen ihrer Heimathorte einzuschreiben. In größeren Schulen empfiehlt es sich, die Namen der Knaben und Mädchen in getrennter Reihen­folge aufzuführen.

Die Unterzeichnung dieser Listen geschieht durch den Schulvorstand unter Beifügung des Datums der Ausfertigung-.

Unter C. hat dann durch die Bürgermeisterei Eintrag der Zugezogenen zu erfolgen, oder es ist, wenn folche nicht vorhanden, die Bescheinigung anzufügen: C. Zugezogen: Niemand.

Die Spalte 28 ist frei zu lassen oder es sind Beinerkungen in dieselbe nur mit Bleistift einzutragen.

Sie werden ersucht, fammtliche Listen bis längstens 31. März an uns einzufenden. ___Dr. Glasor._____________

Lehrer-ConferettZ

des Conferenz-Bezirks Groß-Buseck ' Mittwoch den 7 Rärz, Vormittags 10 Uhr^ in Grok-Buseck.;.

des Conserenz-Bezirks Lich-Hungen: Donnerstag den 8. März, Vormittags 10 Uhr, in Hungen.

Gießen, den 1. März 1883. Büchner, Kreisschulinfpector.

Politische lleberfieht.

Gießen, 1. März.

Die zur Silbernen Hochzeit des kronprinzlichen Paares am Ber­liner Hose geplanten Festlichkeiten haben bekanntlich in Folge des Ablebens des Prinzen Karl von Preußen s. Z. unterbleiben inüffen. An der Glanznummer des ursprünglichen Festprogrammes, an dem großen Kostümfeste, ist indessen doch lestgehalten worden; letzteres ist am Mittwoch in Scene gegangen, nachdem am Tage vorher die Gratulations-Cour bei den kronprinzlichen Herrschasten statt- gefunden hatte.

Die kirchenpolitische Frage bildet gegenwärtig das A und das O nuferer gejammten innern Politik, doch lausen die Fäden in dieser Angelegen­heit noch wirr durcheinander, so daß man noch kein klares Bild von den Ver­hältnissen gewinnen kann. Indessen läßt sich doch schon das Eine mit ziemlicher Sicherheit behaupten, daß die in den beiden päpstlichen Briefen enthaltenen For­derungen des Vatikans, welche sich in der Note des Kardinal-Staatöfecretärs Zacobmi in noch schärfer accentuirter Form wiederfinden, sich an leitender Stelle in Berlin durchaus keiner günstigen Aufnahme zu erfreuen hatten. Es ist darum auch schwerlich anzunehmen, daß auf Grund derselben die Verhand­lungen zwischen Berlin und Rom ihren Fortgang nehmen werden, so daß die in Berliner unterrichteten Kreisen verbreitete Ansicht, die Antwort des Kaisers auf das jüngste päpstliche Schreiben sei in sehr entschiedenem Tone gehalten, fiemlich glaubwürdig erscheint. Die verschärste kirchenpolitische Situation spiegelt sich auch in den Debatten des preußischen Abgeordnetenhauses über den Cuttus- etat wieder, wenigstens waren die Angriffe, welche die Centrums-Redner in den Sitzungen vom Freitag und Sonnabend speciell gegen den Cultuüminister o. Goßler richteten, ungewöhnlich scharf gehalten und dem entspricht auch die Andeutung Windthorst's, daß er seine bekannten Anträge (Freigebung der kirch­lichen Handlungen u. s. w.), die er schon avisirt, aber in Folge des Brief­wechsels zwischen Kaiser und Papst wieder zurückgezogen hatte, demnächst ein­bringen werde. Im Nebrigen erledigte das Haus am Sonnabend eine Anzahl Titel des CultuSetatS ohne erhebliche Debatte. Am Montag beschäftigte sich das Haus fast 4 Stunden lang mit dem Kapitel der Universitäten und nahm die Debatte schließlich fast den Charakter einer naturwissenschaftlich-theologischen Disputation an, wozu besonders die Angriffe des Abg. Stöcker auf Professor Dubois-Reymond, den derzeitigen Rector der Berliner Universität, Anlaß gaben. Den Stöcker'schen Ausführungen, die sich der Hauptsache nach gegen die Lobrede richteten, welche Professor Dubois-Reymond jüngst in der Akademie der Wissen- ichasten auf Darwin gehalten hatte, trat in sehr beredter Weise der Abg. Äirchow entgegen, welcher daraus hinwieS, daß die Worte Reymond's weder mit einem christlichen Dogma in birectem Zusammenhang, noch viel weniger mit einem solchen in Widerspruch stünden. Im weiteren Verlause der Debatte gab noch die Schrift des Professor Beyschlag über deu Altkatholiciümus den Cen- trumS-Mitglieoern Windthorst und Rtajunle Gelegenheit zu heftigen Angriffen gegen die genannte Brochüre, worauf wiederum die Abgg. Knörcke, Enuecceruü

und Weiß (Hirschberg) replicirten. _ Im Uebrigen wurden die für die verschie­denen Universitäten geforderten Positionen bewilligt.

Die Briefmarken-Frage, über welche in einem Ausschüsse des Bmidesratheö zur Zeit verhandelt wird, ist ihrer Lösung noch immer nicht naher gerückt. Die süddeutschen Minister haben zwar Vorschläge gemacht, doch sollen dieselben im Wesentlichen darauf hinauslaufen, dem Reiche die aus dem postalischen Reservatrechte Bayerns und WüttembergS entstehenden Ungelegen­heiten und Unkosten aufzuhalsen. Die Vorschläge der Herren v. Crailsheim und Mittnacht haben denn auch, wie versichert wird, int Bundesrathe keine Billigung gefunden und da sich andererseits Bayern und Württemberg zu keinen annehmbaren Concessionen entschließen können, so scheint die postalische Einheit des deutschen Reiches noch in weiter Ferne zu liegen.

Im österreichischen Abgeordnetenhause hat am Montag die Generaldebatte über das Budget begonnen, bei welcher erfahrungämüßig, wie in andern Parlamenten, hohe Politik getrieben wird, während man zur Sache selbst so gut wie nichts spricht. Falls die Gerüchte, denen zufolge sich inner­halb der Parteien der Rechten eine gewisse Entfremdung bemerkbar mache, nicht übertrieben sind, so kann man sich auf interessante Erörterungen gefaßt machen, wobei das Rrinisterium Taaffe wieder verichiedene Proben feiner Ge­schicklichkeiten , zwischen den einzelnen Parteien hin und her zu laviren, wird

ablegen müssen. r

Die französische Regierung hat sich zu einem thatkrüstigen Vor­gehen gegen die Thron-Prätendenten entschlossen. Durch Decret sind drei Prinzen von Orleans, welche in dem französischen Heere höhere Commandv- Stellen bekleideten die Herzöge von Aumale, Alenyon und Chartres -- in Nichtactivität versetzt worden. Die Entfernung der Prinzen aus der Armee wird in dem, den betr. Decreten vorausgehenden, Berichte des Kriegümimster^ Thibaudin nicht sehr glücklich motivirt, denn es wird dieselbe mit der in der öffentlichen Meinung herrschenden Erregung begründet, wahrend es doch viel besser wäre, die Gründe für die Ausschließung in militärischen und discipll- nären Umständen zu suchen. Natürlich ist hieruiit die ^Hron-Pratendenten- Frage noch nicht gelöst; indessen kann der letzte Schritt m deisilben, die Aus­weisung der Prmzen, nicht geschehen, bevor zwischen Senat und Deputitten- kammer hierüber nicht eine Einigung erzielt ist und diese wird wohl noch ewige Zeit aus sich warten lassen. - In ihrer Sitzung vom vergaugMi, Montag beschloß die Deputirtenkannuer, die Berathuug der verschiedenen Anträge au, Revision der Berfasiung am nächsten Rioutag vorzunehme».

Die Adreßdebatte im englischen Unterhause zieht sich in ermü­dender Einförmigkeit hin und um so mehr beschränkt sich das Jutereste an den irischen Angelegenheiten auf die irische Frage Wann die Verhandlungen des Dubliner Mordvrveesses zu Ende kommen werben, laßt sich bei der Menge bet Mi bewältigenden Materials noch nicht übersehen, jedenfalls werden sie wohl noch einige Zeit in Anspruch nehmen. Der Proceß droht übrigens auch zu diplomatischen Verwickelungen zwischen England und den Vereinigten Staaten z»