Ausgabe 
1.11.1883 Zweites Blatt
 
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Donnerstag den 1. November 188&

Gießener Anzeiger

Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen.

Virrcaur Schulstraß- 7.

Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags.

Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf.

Amtlicher Hheil.

Betreffend: Herbst-Control- Versammlungen, Gießen, am 18. October 1883.

Das Großherzogliche Kreisamt Gießen

an die Grostherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises.

Die nachstehende Bekanntmachung wollen Sie in Ihren Gemeinden auf ortsübliche Weise veröffentlichen lassen. Dr. Bookman n.

Gießen, den 12. October 1883.

Bekanntmachung.

Die diesjährigen Herb st-Control-Versa in rnlungen werden im Kreise Gießen wie folgt abgehalten werden:

I. Im Bezirke der I. Compagnie (Gießen).

1) Zu Giesten am 2. November 1883, Vormittags, im Oswald'schen Garten

und zwar um 8 Uhr für sämmtliche Reservisten der Infanterie, sowie sämmtliche zur Disposition der Truppentheile und der Ersatz-Behörden entlassenen Mannschaften aller Waffen, um 9 Uhr für sämmtliche Reservisten der übrigen Waffen und die am Schluffe näher bezeichneten Wehrleute.

Hierher gehören die Orte:

Annerod, Burkhardsfelden, Gießen (mit Schiffenberg und Herrnwald), Heuchelheim, Klein-Linden und Oppenrod.,

2) Zu Lollar am 3. November 1883, Vormittags 9 Uhr, neben dem neuen Bahnhofsgebäude.

Hierher gehören die Orte:

Allendorf a. d. Lda., Alten-Buseck, Bersrod, Beuern, Climbach, Daubringen (mit Hof Heibertshausen), Großen-Buseck, Lollar, Mainzlar, Rödgen, Ruttershausen mit Kirchberg, Staufenberg mit Friedelhausen, Treis a. d. Lda., Trohe und Wiesest.

3) Zu Grünberg aul 3. November 1883, Nachmittags IV4 Uhr, an dem Bahnhofe.

Hierher gehören die Orte:

Allertshausen, Beltershain, Geilshausen, Göbelnrod, Grünberg mit der Dickelsmühle, Neumühle, Stadtmühle, Steinmühle, Obere und Untere Ziegelhütte, Latzmühle), Hattenrod, Harbach (mit der Kolbenmühle, Sommermühle), Kesselbach (mit der Rabenau'schen Papiermühle), Lauter (mit der Arztmühle, Bingmühle, Georgenhammer, Strellesmühle und Walkmühle), Lindenstruth, Londorf (mit der Burg Rabenau, Burg­mühle, Schmidtmühle, Reitzenmühle und Ziegelhütte), Lumda (Groß- und Klein-), Odenhausen (mit Appenborn-Hof), Queckborn, Reinhardshain, Reiskirchen, Mddingshausen, Saasen (mit Bollnbach, Veitsberg und Wirberg), Stangenrod, Stoähausen, Weickartshain, Weitershain (mit dem Hainer-Hof) und Winnerod.

II. Im Bezirke der il. Compagnie (Lich).

1) Zu Hungen am 10. November 1883, Mittags 12 Uhr, am Friedhöfe.

Hierher gehören die Orte:

Bellersheim, Bettenhausen, Hungen, Inheiden, Langd, Langsdorf, Atuschenheim, Nonnenroth, Obbornhofen, Rodheim (mit Hof Graß), Röthges, Steinheim, Trais-Horloff, Utphe und Villingen.

Rabertshausen (mit Ringelshauseu),

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, Hausen, -Bessingen,

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2) Zu Lieh am 10. November 1883, Nach Uli

Hierher gehören die Orte:

Albach, Allendorf a. d. Lahn, Birklar, Dorf-Gill, Eberstadt (mit Arnsbu Holzheim, Lang-Göns, Leihgestern, Lich (mit Albacher-Hof, Kolnhausen un Ober-Hörgern, Steinbach, Watzenborn mit Steinberg.

Es haben aus den genannten Otten zur bestimniten Stunde sämmtliche im betreffen ftandes aller Waffen des deutschen Reiches zu erscheinen, welche zur Reserve gehören zur Disposition der Ersatz-Behörden entlassen find, sowie diejenigen der L zur Gestellung bei der Herbst-Control-Versanimlung vom Bezirksfeldwebel zugegangen ist. -

Dispensationen können nur in ganz dringenden Fällen eintreten und müssen darauf Versammlungen auf dem Dienstwege eingereicht werden.

Die ohne Entschuldigung fehlenden Mannschaften haben sich der gesetzlichen Strafe

Es wird noch bemerkt, daß die Leute mit dem Militär-Paß und Führungs-Attest Beginn der Control-Versammlung Schirme, Stöcke, Pfeifen :c. fortzulegen sind.

Politische Weberstedt.

Giesten, 31. October.

Auf das Glückwunsch-Schreiben, welches der deutsche Kronprinz anläßlich seines 52. Geburtstages jüngst vom Berliner Magistrate erhalten hatte, ist dem letzteren eine recht bemerkenswerthe Antwort zugegangen. Nach einem Hinweis auf die dem kronprinzlichen Paare anläßlich seiner Silbernen Hochzeit zu Theil gewordenen Beweise freudiger Theilnahme betont der hohe Herr die stetige und gesunde Entwickelung in den umern Verhältnissen Deutschlands und deutet dann auf die Niederwald-Feier hin, welche die Einigkeit des deutschen Nnlk-S in £n tnnrfntit^r SIQotfo FtornnYtroiort YnSXo SlUÄy*fi/4i fc<Uf»r

getrübt worden seien, diesseits wie jenseits der schwarzgelben Grenzpfähle mit Befriedigung erfüllen. Den eigentlichen Kernpunkt der Auslassungen Kalnoky's bildet aber der Hinweis auf die Beziehungen Oesterreichs zu Rußland und ziemlich unverblümt spricht es der Minister aus, daß es eine Partei in Ruß­land giebt, welche immer bemüht ist, an den zur Zeit bestehenden friedlichen Verhältnissen zu rütteln und daß sich Oesterreich von seinem ruspschen Nachbar trotz desnormalen" Verhältnisses zwischen Wien und Petersburg gerade nichts Gutes versieht. In nicht mißzuverstehender Weise betont daher Graf Kalnoky das deutsch-österreichische Schutz- und Trutzbündniß und hoffentlich wird man au 4>or- «.mn .nnn hi.-rnm lumtlrckeu. .llebMLU - -..........

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welche Graf Kalnoky in der Ausschuß-Sitzung der ungarischen Delegation abge­geben, beinahe ausschließlich vor. Für uns in Deutschland haben diese Aeuße- rungen des Leiters der auswärtigen österreichischen Politik zunächst das Interesse, daß sie von dem festen Weiterbestand des deutsch-österreichischen Bündnisses in klarer und bündiger Weise zeugen und namentlich wird die Stelle, in welcher es heißt, daß die Beziehungen zwischen Berlin und Wien auch nicht eine Minute

wünschenswerth sei, indessen legislatorische Verfügungen bedinge und daher für die nächste Zukunft kaum in Rede stehe.

DiePrinzen-Frage" wird das französische Parlament jetzt eben­falls wieder beschäftigen, da der radikale Abg. Gatineau am Montag seinen Antrag auf Verbannung der orleanistischen Prinzen eingebracht haben dürfte. Gatineau schlägt in seinem Anträge vor, die Güter der Orleans zu verkaufen