Labnufers am Bootsplatz wird beschlossen, vorerst Msttheilung darüber einzuzlehen, in welcher Weise und mittelst welchem Material diese Uferbauten vorgenommen werden sollen - Laut Anzeige (Kroßh. Polizeiamts Gießen ist der Umbau der Herrn Julius Buch gehörigen, in der Wettergasse gelegenen Scheuer nicht noch den bet der Genehmigung maßgebenden Plänen erfolgt, wetzhalb die Sistirung der Arbeiten und die Wiederabtrogung des Baues verfügt wurde. Die von dem Gesuchsteller hiergegen erhobenen Einwendungen sind nach Durchgehung aller Instanzen dis an Großherzogl. Ministerium gelangt; die Versammlung beschließt hierauf, die Genehmigung des Gesuchs bet dieser höchsten Staatsbehörde zu befürworten. — Herr Gastwirth P. Prell beabsichtigt, gelegentlich des Mittelrh. Turnfestes seine Wirthschaft auf einen Theil des vor seinem Hause am Kreuz gelegenen Platzes ouszudehnen und sucht um die Er- laubniß h'erzu, sowie um solche zum Setzen von Fichtenbäumchm an gen. Platze nach, das Gesuch wird Mcht befürwortet- — Auf Beschwerde des Herrn Ed. Noll wegen Anbringung eines E'nfollschachtes zur Canalanlage vor seinem Hause in der Neustadt beschließt die Versammlung Ablehnung der Entfernung dieser Anlage, sowie jeder Entschädigung hierfür. — Zum Zwecke der Herstellung des Wassereinlasses in die Stadt von der Nordseite her und Anbringung entsprechender Stauvorrichtungen im Schoor- graben soll Kostenvoranschlag eingefordert werden. — Anläßlich der hier und da vorkommenden Anbringung von Trockenstangen, Pfählen rc. an der Wteseck und deren Böschungen, sowie am Schoorgraben, wird beschlossen, zu bestimmen, daß bei Verpachtungen rc. die Bedingung gestellt wird, daß derartige Anlagen stets der Genehmigung der Stadtverordneten-Versammlung bedürfen.
Verwischte-.
Aus dem Kreise Dieburg, 27. Juni. Laut kreisamtlicker Bekanntmachung ist im Interesse der Landwirthschaft die dermalige Schonzeit der Dachse aufgehoben.
_ Die „Concordia", Vereinigung deutscher Nähmaschinenindustrieller, hat auch dieses Jahr eine Statistik ihrer Nähmaschinenproduktion aufgestellt, wonach tm cyat)re 1882 dieselbe über 31% zugenommen. Es wurden im Ganzen vroducirt 524 000 Nähmaschinen, darunter circa 400,000 nach dem System Singer. Mehr als 2/„ sind davon exvortirt worden und zählt neuerdings Frankreich zu den dankbarsten ^po'tgebiet-n Oesterreich, Süd Australien, Rußland, Schweden, England, Italien. Spanten, Engl.-Jndien, Holland rc. sind schon längst Abnehmer deutscher Nähmaschmen, die man dort den sog. Originalen wegen ihrer sauberen Justtrung und ruhigen Ganges vorzieht.
Leider läßt der Absatz in Deutschland selbst noch zu wünschen übrig, denn obschon er sich gesteigert, könnte er doch noch bedeutender sein, wenn daS deutsche Publikum sich nicht immer noch durch die Schlagwörter „Original", „echt" rc. beeinflussen ließe und der deutschen Maschine die Anerkennung gewährte, welche ihr tm Auslande tm vollsten Maße wird.
Auf der jüngst abgehaltenen Berliner Generalversammlung konnte in Folge tiefer erhöhten Production eine wesentliche Entlastung von den Vereinsfteuern eintreten, ohne die Mittel des Vereins zu schwächen. Mit diesen Erfolgen ist die „Concordia" überhaupt in ein anderes Stadium getreten, und im besten Zuge, sich zu zu einer Centralstelle für die gesammte Nähmaschinenindustrie auszubilden. Die Agitation selbst ist weit über Deutschlands Grenzen hinausgegangen, Händler aller Nationen, welche deutsche Nähmaschinen führen, haben die Flugschriften des Vereins übersetzt und massenwets in ihren Heimathländern verbreitet; im benachbarten Oesterreich wird sogar die Begründung eines Zweigvereins immer lebhafter befürwortet-
Zum Vorsitzenden wurde für dieses Jahr Herr Bruno Naumann in Dresden erwählt, Beisitzer sind bte Herren Direktor Niese in Berlin, NataliS in Braunschweig. Gläß in Eibenstock und Rempel in Bielefeld, alles Namen von sehr gutem Klang, In deren Händen die öffentlichen Interessen der Branche wohl aufgehoben sind.
Handel und Verkehr.
— Vom 1. Juli ob kann im Verkehr zwischen Deutschland und Oesterreich- Ungarn die Einziehung von Geldern bis zum Betrage von 400 dezw. 200 Gulden österr. Währung im W-ge des Postauftrags stattfinden. Zu Postaufträgen nach Oesterreich-Ungarn ist das für den inneren Verkehr Deutschlands vorgeschriebene Formular zu benutzen. In demselben ist die einzuziehende Summe in österreichischer Währung anzugeben. Bei den Postaufträgen nach Ungarn muß das Formular besonders deutlich ausgefüllt werden; die Namen sind in lateinischen Buchstaben zu schreiben. Die im Voraus zu entrichtende Taxe für den Postauftragsbrief beträgt, wie für Einschreibbriefe nach Oesterreich-Ungarn, bet Briefen bis 15 Gramm (einschl.) 30 bei schwereren Briefen 40 Der eingezogene Betrag wird dem Auftraggeber, nach Abzug der Postanweisungsgebühr, mittelst Postanweisung übersandt. Die Aufnahme von Wechselprotesten, bezw. die Weitergabe der Postaufträge an dritte Personen, wird im Verkehr mit Oesterreich-Ungarn poftseittg bis auf Weiteres nicht vermittelt Ueber die sonstigen näheren Bestimmungen ertheilen die Postanstalten auf Befragen Auskunft.
Allgemeiner Anzeiger.
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