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Das Resultat der Versammlung würde, wie es heißt, wahrscheinlich noch an dem­selben Tage in Form einer ministeriellen Erklärung dem Unte r Hause mitgetheilt werden.

Nicht nur Rußland, nein, auch das gesammte übrige Europa, ja, die ganze Welt, soweit sie den Moskauer Krönungsfeierlichkeiten zuschaut, athmet erleichtert auf, denn der Glanz- und Höhepunkt derselben, die Krönungsceremonie selbst, ist am Sonntag ohne die geringste Störung programmgemäß durchge­führt worden. Von nihilistischen Anschlägen und Comploten ist nicht die kleinste Spur zu entdecken gewesen und die Ueberzeugung, daß die Nihilisten überhaupt nicht die Absicht hatten, gegen die Moskauer Feste ein Dynamit-Veto einzulegen, bricht sich jetzt überall Bahn und trägt dazu bei, daß sich die Bevölkerung Moskaus sich eigentlich jetzt erst der ungetrübtesten Freude hingiebt. Den Ver­lauf des überaus glänzenden und großartigen Krönungsactes in ollen seinen Einzelheiten zu schildern, erscheint gegenüber den spaltenlangen Berichten, die in ununterbrochener Reihenfolge hierüber aus dem heiligen Moskau einlaufen, an dieser Stelle als ein Ding der Unmöglichkeit. Alle Berichte aber constatiren die geradezu überwältigende äußerliche Pracht, von welcher die ganze Krönungs- Ceremonie umgeben war, die freudige Erregtheit der Volksmassen und den tiefen Eindruck, den die Feier auf dieselben machte. Auch die zahlreichen Be­weise kaiserlicher Gnade, welche anläßlich der Krönungsfeier verkündigt werden und die namentlich in ausaedehnten Amnestiegewährungen, Strasnachlässen rc. rc. bestehen, werden dazu beitragen, den Eindruck der erhebenden Moskauer Krö­nungstage im russischen Volke zu einem nachhaltigen zu gestalten. Alle Sou­veräne und Staatsoberhäupter haben anläßlich der Krönung Glückwunschtelegramme an Kaiser Alexander gerichtet; in besonders herzlicher Weise gratulirte Kaiser Wilhelm, dem der Czar, die alten freundschaftlichen Gesinnungen betonend, als­bald telegraphisch dankte.

Abdel Kader, der ehemals den Franzosen so furchtbare Kabylen- häuptling, ist dieser Tage zu Damaskus im Alter von 76 Jahren gestorben. Abdel Kader hatte sich die Bekämpfung der Franzosen in Algerien zum Lebens­beruf gemacht und beinahe 25 Jahre lang war er die Seele aller Kämpfe und Erhebungen der Araber gegen die Franzosen. Am 22. December 1847 mußte er sich jeinen Feinden gefangen geben, ward 1852 freigelassen und nahm bald darauf seinen Wohnsitz in Damaskus, wo er seine jährliche Pension von 100,000 Frcs. verzehrte.

Deutschland.

Darmstadt, 30. Mai. Se. Königl. Hoheit der Großherzog, sowie Ihre Königl. Großh. Hoheiten der Erbgroßherzog und die Prinzessinnen Vic­toria, Irene und Alix, in Höchstderen Gefolge sich die Hofdame Freiin v. Grancy, der Flügeladjutant Oberstlieutenant o. Herff und der Erzieher Sr. Königl. Hoheit des Erbgroßherzogs Herr Muther befinden werden, begeben sich heute Nachmittag nach Seeheim, um für die nächste Zeit das dortige Fürften- lager zu beziehen.

Während dieser werden Se. Königl. Hoheit der Großherzog im Neuen Palais Mittwochs und Samstags, Vormittags oon bis 10Uhr, Audienzen ertheilen, sowie Vorträge und Meldungen entgegennehmen.

m. Darmstadt, 30. Mat. In heutiger Sitzung der zweiten Kammer werden als neue Eingaben verkündigt: Petitionen der Spar- und Leihkasse des Amtsgerichts- bezirks Alsfeld und der Sparkasse der Landgemeinden des Kremes Mainz, auf Ab­lehnung des Art. 11 des Einkommensteuergesetzes betreffend.

Im weiteren Verfolg der Generaldebatte über die Steuergesetze erklärt Muhl, er würde in erster Linie einer Ablehnung der Vorlagen zustimmen, weil sie auf einem seiner Ansicht nach falschen Systeme beruhen, Mangels einer dahin gerichteten Strömung im Hause aber betrachte er dieselben als einen wesentlichen Schritt zur Besserung. Er ist namentlich für die Declarationspflicht, die Zuziehung der Actien- Gesellschaften zur Einkommenftkuer und die Kapitalrentensteuer. Die Abgeordneten Schröder und Franck empfehlen ein Eingehen auf die Detailberathung. Ersterer befürwortet dabei eine weitere Entlastung der unteren Klassen der Einkommensteuer, so­wie die Ausarbeitung eines neuen Gewerbesteuergesetzcs. Pf an n stiel betont eben­falls die allzu starke Belastung des Grundbesitzes und ist für die Völligen. Geh. Obersteuerrath Baur führt aus, eine weitere Entlastung der unteren Klassen, als vor- ßg.e2e?' Et möglich, weil die vier untersten Klassen bereits 75 pCt der Steuer­pflichtigen ausmachen und 30 pCt. der Einkommensteuer liefern. G.gen das Princ p ?e,rt. W sich in der Kammer keine Stimme erhoben, auch sei die­

selbe nicht so gefährlich, wie sie dargestellt werde, zumal die Zeitungen bereits Ent­würfe gebracht haben welche bestimmt die Besteuerung der Kapitalrente auch in Preußen in Aussicht stelle. Er widerlegt die von dem Handelskammertag gegen das Kapitalrentensteuergesetz geltend gemachten Gründe und verwahrt das Gewerbesteuer­gesetz gegen den Vorwurf des Veraltetseins. - Böhm nimmt die Eingabe des Handels- ^mmertags gegen den Vorwurf in Schutz, als ob dieselbe nur die Interessen des Großkapita s vertrete und empfahlt Berücksichtigung mehrerer darin enthaltener An­träge. Er ist im Uebrigen für die Regierungsvorlage. - Ellenberger ist für die Vorlagen, ebenso v. Wedekind, der gleichfalls die allzu große Belastung des Grund­besitzes hervorhebt und deßhalb vor einer weiteren Verschleppung der Steuerreform warnt. Wasserburg ist im Princip für die dtrecte progressive Einkommensteuer hält dieselbe jedoch im Augenblick nicht für durchführbar^ Er wünscht o^n der Re­gierung Auskunft darüber, was mit dem Ertrag der Kapitalrentensteuer anaefanaen werden soll. - SWinifiertalratl»Füller wteberftott. daß eine Ermäßigung der Grund- und Gewerbesteuer im Auge behalten sei. Abg. Osann hält den Schluß der Generaldebatte für angezeigt, da eigentliche Gegner der Gesetzesentwürfe nickt auiae- treten seien. Präsident Kugler ist in erster Linie für Einführung einer allgemeinen directen Einkommensteuer, empfiehlt die Ablehnung des vorgelegten Gewerbesteuern csetzes und Ausarbeitung einer n uen Vorlage auf Grund des Ertrages der Gewerbe Gegen die Kapitalrentensteuer ist Redner nicht principtell, will jedoch deren Einführuna so lange verschoben haben, bis der große Nachbarstaat Preußen diesen Schritt gcthan bat Nach kurzen Gegenbemerkungen des Geh. Obersteuerrath Baur wird ein Antrag auf Schluß der Generaldebatte angenommen. Referent Möllinger hebt in seinem Schlußworte besonders hervor, daß auch er das vorgelegte Gewerbesteuergesetz für sehr verbesserungsbedürftig halte, aus Zweckmäßigkeitsgründen jedoch demselben zuftimme Er weift die Ansicht zurück, daß die Steuervorlagen nur den Zweck haben sollen mehr Geld in die Staatskasse fließen zu lassen und hofft auf eine wesentliche Verbesseruna der Steuergesetzgebung zum Wohle des.Landes.

Nächste Sitzung morgen Vormittag 9 Uhr. Tagesordnung: Specialberatbuna der Steuergesetze. y u

Darmstadt, 26. Mai. Schluß des Verzeichnisses der auf der Hygieine-Aus- stellung in Berlin von Großh. Ministerium des Innern und der Justiz ausgestellten Gegenstände: D 1

E, Mortalitäts-und Morbiditätsstatistik in den Gemeinden, insbesondere in den größeren Städten; einzelne sanitäre Einrichtungen in den letzteren.

Nr. 48. Uebersicht über die Sterbsälle und die Sterblichkeit In den Gemeinden des Großherzogthums Hessen in den Jahren 1863-1874. (Mit 2 Karten.) Sterblichkeit in dm ®ro|^W0t5umS ßeffen mit Darstellung der mittleren

«lerdt.chrelt in den Gemeinden au? den Jahren 1863-1874, 2 Blatt.

Krankheiten im Jahre "ifg^Eerzogthums Hessen über die Verbreitung epidemischer

Nr. 52. D-Sgl. tm Jahre 1882.

Nr. 53. Stand und Bewegung der Bevölkerung. Gesundheitsverhältnisse und Sterblichkeit in Darmstadt und Bessungen int Jahre 1876. (Aus den Beiträgen zur Statistik des Großherzogthums Hessen. XVII. Bd )

Nr. 54. Graphische Darstellung der Sterblichkeit an acuten Infektionskrank­heiten in Darmstadt und Bffsungen in den Jahren 18631878 von Dr. H. Pfeiffer.

Nr, 55. Beiträge zur Mortalitätsstatlstik der Stadt Mainz I. von Anfang dieses Jahrhunderts bis incl. 1872 von Dr. A Helwig.

Nr. 56. Beiträge zur Mortalitätsstatlstik der Stadt Mainz II. Die Sterblich­keit in den Jahren 18691873 nach Todesursachen von Dr. A- Helwig.

Nr. 57. Ein Beitrag zur Beurtheilung des Gesundheitszustandes einer Stadt mit besonderer Berücksichtigung der Mainzer Verhältnisse, von Dr. Florian Kupfer­berg. Mainz 1877.

Nr. 58. Verschiedene Broschüren, die Wasserversorgung der Stadt Darmstadt betreffend.

Nr. 59. Armeu-Ordnung und Hospital-Regulativ der Stadt Darmstadt.

Nr. 60. Verschiedene Schriften, bttr.: Die Wasserversorgung von Mainz, von Dr. Rautert. _

Nr. 61. Verschiedene Broschüren, betr.: Die Cav^>?Ntonsfrage für Mainz.

Nr. 62. Geologischer Plan der Haupt- und R<süsinzstLdt Darmstadt im Maß­stabe von 1: 4000

Nr 63. Graphische Darstellung der Sterblichkeit in Darmstadt-Bessungen nach den HaupdAlterskategoAen in den Monaten der Jahre 1863 1882.

Nr. 6468. Graphische Darstellung der Sterblichkeit durch acute Jnfections- krankheiten in den Städten.

Nr. 64. Darmstadt-Bessungen 18631881.

Nr. 65. Frankfurt a. M. 1854-1882.

Nr. 66. Worms 1863-1881.

Nr. 67. Mainz 1866-1882.

Nr. 68. Offenbach 1864 - 1882.

F. Literatur.

Nr. 69. Gewerbeblatt für das Großherzogthum Hessen. Zeitschrift des Landes­gewerbevereins. Jahrgang 1882.

Nr. 70. Pfannmüller, Gustav, Plan zur Erbauung einer stehenden Brücke über ben$ ^ein mittelst Anwendung einer neuen Methode der Pfeilergründung rc.

Nr. 71. Durm, Ende, Schmidt und Wagner, Handbuch der Architectur. Band IV. Anlagen zur Versorgung der Gebäude mit Licht und Luft, Wärme und Wasser. Verlag von P. Diehl Darmstadt 1881.

Nr. 72. Correspondenzblatt für die mittelrheinischen Aerzte. Unter Mitwirkung der ärztlichen Vereine des Mittelrheins, redigirt von Dr. H. Pfeiffer. Verlag von Ed. Zernin I. Jahrgang 1867

Nr 73. Desselben. II. Jahrgang 1868.

Nr. 74. Zeitschrift für Epidemiologie und öffentliche Gesundheitspflege. Organ des allgemeinen ärzlichen Vereins für Thüringen, sowie der ärztlichen Vereine oes Mittelrheins. Herausgegeben von Dr. H. Pfeiffer und Dr. B- Schuchardt. Neue Folge. I. Jahrgang 1869.

Nr. '75. Desselben. II. Jahrgang 1870.

Nr. 76. Desselben. III. Jahrgang 1872

6. Sparkassen, Vereine zur ökonomischen Selbsthülfe, Knappschaftsvereine rc.

Nr- 77. Beitrage zur Statistik der ökonomischen Selbsthülfe durch Vereine und andere Veranstaltungen im Großherzogthum Hessen. 186364. (Aus Band VI. der Beiträge zur Statistik des Großherzogthums Hessen.)

Nr. 78. Beiträge zur Statistik der auf Selbsthülfe und Gegenseitigkeit begründeten Vereine zur Verbesserung der wirthsch östlichen Verhältnisse im Großherzogthum Hessen. (Aus Band XVIII. der Beiträge zur Statistik des Großherzogthums Hessen.)

sJtT- 79. Statistik der Sparkassen des Großherzogthums Hessen aus den Nach­weisungen für 1860. (Aus Band IV der Beiträge zur Statistik des Großherzogthums Hessen.)

Nr. 80. Zur Statistik der Sparkassen im Großherzogthum Hessen nach den Uebersichten vom Jahr 1874. (Aus Band XVII. der Beiträge zur Statistik des Groß­herzogthums Hessen.)

Nr. 81. Zur Statistik der Sparkassen im Großherzogthum Hessen in den Jahren 1861-1880. Mit tiner graphischen Darstellung. (Aus Nr. 276 der M'ttelrh. Großh. Centralstelle für die Landesstatistik)

Nr 82. Statuten verschredener Knappschafts-Krankenkasfen-Vereine des Groß- herzoathums Hessen.)

» Veröffentlichungen der Großherzoglichen Centralstelle für die Landesstatistik.

. Nr. 83. Specimina der fortlaufenden und regelmäßigen, die klimstifchen Ver­hältnisse, den Gesundheitszustand, die Sterblichkeit rc. betreffenden Veröffentlichungen rn den Mittheilungen der Großherzoglich Hessischen Centralstelle für die Landesstatistik.

jr Nr. 84. Mitiheilungen der Gloßherzogstch Hessischen Centralstelle für die Landes- ftatistik. Band I-XI. 1862 bis 1882.

Nr. 85. Jnhaltsverze'.chniß zu Nr. 81 und 86.

,QßO Nr. 86. Beiträge zur Statistik des Großherzogthums Hessen. Band I.XXII. 18b2 bis 1883.

M I- AOUUtl.

Nr. 8792. Producte des Soolbades Nauheim.

Nr. 9398. Photographien von Bad Nauheim.

Berlin, 29. Mai. Die Petitions-Commission des Reichstages beschäftigte sich vielfach besprochenen Petitionen einer größeren Anzahl landwirthschast- licher Verein^, welche unter Hinweis auf die vorjährige schlechte Ernte das Vorhanden- sein eines größeren Nothstandes in weiteren Kreisen des ländlichen Besitzes behaupten und das Ersuchen stellen, der Reichstag möge beschließen, es möge von Reichswegen S k erfu$.un® landwirthschaftlichen Nothstandes eingeleitet werden.

* »u fr ^^flwns-Commisston führte die Frage zu eingehenden Erörterungen, wobei insbesondere von konservativer Seite befürwortet wurde, es möge das Petitum vom Reichstag zur Kenntniß genommen werden. Jedoch fand dieser Vorschlag keinen Au- murbeSi E großer Majorität die betreffenden Petitionen als zur Er­örterung im Plenum für nicht geeignet erklärt.

jhut man in Frankreich seit der !italienischen Reise deS Feld­marschalls v.^Moltke, als sei ein Angriff von italienischer Seite zu besorgen; sogar die "Nep. Franc. adopiirt die abgeschmackte Mähr, um Stimmung zu Gunsten der von den Gambettisten eifrig angestrebten Heeresreorganisation zu machen.

auf dem link n Rhoneufer ausgedehnte Befestigungswerke. Von Saint.Fons nach Vaulx-en-Velin soll eine mit Schießscharten versehene und durch einen ia$Peter0hirfevn?rRban *0 Meter Breite gedeckte Mauer gebaut werden, welche Meter hoch sein wird. An den Straßenübergängen werden Zug­brücken, an erhöhten Punkten vollständig armirte Bastionen angelegt. Der Gesammt- umfang der projectirten Befestigungslinie beträgt 15 Kilometer. 8

m rn Italien.

ki. 29* Mai. DasJournal de Rome" hält es für gerathen, gegenwärtig

®or^ba*tbS0PerftrpM bet5 preußischen Regierung abzubrechen0 Preußen habe mit den ma,-rie6t ringetroffm Ist, um auf dem Wege der Gesetzgebung

Nlema^ei? nnb Fti)et btefer machiavellistische Plan sei eitel, tSufche

® fdmebnnn Li*1 b c Schwierigkeit nicht. Jndeß werde jede Erleichterung der bcr $o eran6/ fiVle Religionsübung in Deutschland gewähre, ein Akt

$otfd1rlf en3n b ' LI 3?e?.lon bcS Rechts der Kirche, für welche es tont Ueberariff be« i D c mildere Malgesetze würden immer noch ein gottloser

würdiae Rebon^ fel2,u"b ble Z-tt der Verfolgung nicht beendigen. Diese un- lands finden " b Kirche werde keine Sympathie bet den Katholiken Deutsch-

Wußkavd.

. ®er Kaiser hat dem Ober-Polizetmetster oon Moskau, wahrttn mXrbä!t^uVrb^nuu^au^pro^na DC"

gilerrtnhor ?/uflche Militärbevollmächttgte, Generallieutenant v. Werder, erhielt den zum Änne'Äen^ °rben/ der Militär-Attache Oberstlieutenant v.Lignitz die Brillanten