Ausgabe 
1.4.1883 Drittes Blatt
 
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[£unbe und Menschen.j Frau Rolet, in der Straße Träzel in Paris, beging die Unklugh tt, ihr Kmd in einem Zimmer allem zu lassen, in welchem ein Feuer brannte. Das Kleine hatte sich dem Kamin genähert, war auf dem Marmor aus- geglittcn und in den Kamin gefallen. Zum Glück besitzt F au Rolet einen prächtigen Neufundländer, der dem Kinde sehr zugeihan ist. Bet dem Schrei des letzteren machte der Hund, der in der Küche lag, einen Satz, ergriff das Kind mit seinem Maul und brachte es auf den Fußboden zurück, wo er ihm dann das Gesicht und die Händchen leckte. Dank dieser plötzlichen Hülfe hat der Kleine nur leichte Brandwunden davon- getragen. So handelt ein Hund. Am Abend verläßt dann das treffliche Thier das Haus ohne Halsband und wird vom Hundefänger aufgegriffen. Als Frau Rolet ihn zurückv, langte, sagte man ihr, das Thier sei bereits zur Vivisectton gegeben. Die arme Frau kam, in Thränen gebadet, auf dem Hofe der Ecole de mkdioine an, wo sie ihren Neufundländer mit offenem Hals und Bauch und mit Schnitten in Herz und Leber vorfand. So handeln die Menschen.

sEntbinbungs-Anzetgen.j Ein Feuilletonist derBresl. Morgcnztg." schreibt: Alle alte Junggesellen h ben ihre Liebhabereien. Der Umstand, daß sie selbst dem Ehestand fern bleiben, hält sie nicht ab, ihm ein theoretisches Interesse zu schenken und darauf bezügliche Studien zu machen. Kürzlich '.st uns einer begegnet, der sich eine Sammlung von Entbindungs-Anzeigm angelegt hat. Entbindungs-Anzeigen? wird man fragen. Diese Anzeigen sind doch so stereotyp und s.'hen einander so ähn­lich, daß man nicht begreift, wie Jemand sie zum Gegenstände seiner Aufmerksamkeit machen kann. So haben wir auch gefragt, und doch und doch Sehen Sie, sagte unser alte Junggeselle, indem er sechs kleine Päckchen von Zeitungsausschnitten vor sich hinlcgte, es gibt überhaupt sechs Arten von Entbindungs-Anzeigen, die streng von einander zu scheiden sind.

Die erste Art ist die gewöhnliche, in der das Familienereigniß weder mit zu vielen, noch zu wenigen Worten gemeldet wird. So z. B. (hier nahm er aus dem Päckchen Nr. 1 einen Ausschnitt und las):

Gestern Abend 7 Uhr wurde meine Frau Eva, geborene Mai, von einem ge- sundcn Knaben glücklich entbunden. G. A- H. Meier."

Die zweite Art ist die fromme. Er nahm einen Ausschnitt aus Päckchen Nr. 2 und las:

Gestern Abmd wurde meine geliebte Frau Cölestine, geborene Klippfisch, unter des Himmels gütigem Beistände von einem Knaben glücklich entbunden.

Clemens Gonickel."

Die dritte Art ist die burschikose. Man sieht den Kindesvater ordentlich vor sich, wie er sein Hauskäppchen bis an die Decke wirft und jauchzend 'n die Welt ruft: Hurrah! Beim Wadenwlastel ist der Storch eingekehrt und hat einen strammen Jungen gebracht "

Die vierte Art ist die lakonische:

Ein Junge bei Curt Kurz."

Die fünfte ist die prahlerische:

Gestern 1 Uhr Nachts wurde meine inniggeliebte Frau Theodora, geborene Freiin v. Pümpelhagen-Reckelwitz aus dem Hause Bensberg, von einem Mädchen glück­lich entbunden. Josef Klein."

Die sechste ist die verschämte. Zum Beispiel:

Heute wurde meine Frau Ida von einem Mädchen glücklich entbunden.

Hans v. Schreckenftein."

Merken Sie wohl, erklärte unser Gewährsmann: Blos Frau Ida. Wenn sie eine geborene Riedesel oder Gelbsattel ohnevon" gewesen wäre, würde der Geschlechts- name der Ida nicht vorenthaltm worben sein. Aber sie ist nur eine geborene Krause

Allgemeine

unb Krause neben v. Schreckenstein, bas gäbe boch der Vermuthung gar zu sehr Raum, baß Iba zwar fernen Namen, aber Gelb gehabt hat."

Literarisches.

DieDeutsehe Romanbtbliothek" (Stuttgart, Deutsche Verlags-Anstalt [norm. Eduard Hallbergerj), welche den neuen Jahrgang mit zwei der brillantesten Erscheinungen auf diesem Gebiete der L teratur begonnen, mitStella" aus der berühmten Feder Fanny Lcwald's undElementargewalten" von O- Ernst, einem neuen Meteor, das sogleich alle Blocke auf sich gezogen, erfreut seine Leser gegenwärtig mit zwei Romanen von Autoren, die wir von ihrem ersten Auftreten mck ungeschwächt-m Interesse begleitet I. van Dewall und Gregor Samarow. Während der Erste in seinem grobangelegten Roman:Katharme Ollsand" um die reizende Gestalt seiner patriotischen Heldin ein buntbewegtes Tableau der napoleonischen Herrschaft m Hamburg von unw derstehlich fesselndem Interesse gruppirt, uns durch die h storischen Charaktere, wie buch die glücklich erfundenen Jntriguen von Kapitel zu Kapitel m-t sich fortreißt, weiß Samarow in den ZeitromanSchwere Wahl" die großen, unsere Zeit bewegenden Fragen mit geschickter Hand durch ein sich in vielen Fäden kreuzendes Licbesgewebe kunstvoll zu schlingen, um uns gleichermaßen für die Träger der polst scheu Fragen wie für bte reizenden Frauengestalten aus den verschiedenen Gesellschaftskreisen zu interessiren. Der Höhepunkt des Interesses aber scheint uns jenes große Kapitel, in dem Bismarck den beiden Ihn bekämpfenden Parteien gegenübertritt und sie durch die Macht seiner Ueberzeugung zu gewinnen weiß. Die beiden nächsten Romane: Die Rose vom Haff" von Emile Erhardt, dessenRuth" so großes Aussehen machte, undGraf BctsLny" von H. Wachenhusen, spielen beide in den höchsten Kreisen unb bürsten nach allen Andeutungen aktuelles und sensationelles Interesse durch kne Personen wie bte Thatsachen, die handgreiflich aus der Wirklichkeit geschöpft sind, erregen-

Die Jllustrirte Frau en-Zeitun g trat mit dem 1. Januar ihren zehnten Jahrgang an. Man darf mit Wohlgefallen auf die Sammlung literarischer und künstlerischer Schätze Hinblicken, die durch diese groß angelegte Frauenzestung Über ganz Europa verbreitet werden. Für die Frau, auf welche, vermöge ihrer leichteren Empfäng­lichkeit, Lectüre und graphische Künste einen erhöhten Einfluß üben, ist eine so gediegene Zeitschrift von einer geradezu erziehenden Bedeutung. Seit dem Jahre 1828, wo durch die Frauenzeitung der Luise Marezoll der erste glücklichere Versuch gemacht wurde, die Frauen in ein Reich einzuführen, in welchem sie sich heimisch fühlen, sind die Zeit­schriften für das weibliche Geschlecht zur Legion geworden; aber eine, die Lebens- anschauungen der Frau, deren Neigungen unb Interessen in allen Mittheilungen, Abdilbungen, Erzählungen und Poesien dermaßen berücksichtigende Zeitung, wie die Jllustrirte Frauen-Zeitung, ist noch nicht der Familie erschlossen worden. Wenn man erwägt, wie wichtig die Frage ist, welche Lectüre die Frau zum Rathgeder wählt und durch welche Schriften und Zeichnungen sie Antheil nimmt an den Errungenschaften, dem Bildungsgänge und dem Modewechsel unserer Zeit, der wird der ebenso gewissenhaft gearbeiteten, wie mit dem feinsten wählerischen Geschmack redigirten JUustnrten Frauen- Zeitung den außerordentlichen Aufschwung, den sie in kurzer Zeit genommen, von ganzem Herzen gönnen unb sie allen über Langeweile, Nervosität unb Hysterie Klagenden als heilsames Medicament verschreiben; bte malades imaginairee können sich auf keinem besseren Wege bie geistige Gesunbheit verschaffen. Mustergültig sinb bte Mobebllber unb kunstgewerblichen Zeichnungen. Die sonstigen Bilber, ob sie nun Portraits, Landschaften, bas Genre u. s. w. barstellen, sind ganz eigenartig behandelt und ergänzen aufs glänzendste die lichtvolle Darstellung der Feder. Unb was btefe bietet, ist so reich und auserlesen unb so das Erkennen des echten Gemüths- unb Geisteslebens anbahnend, wie es ber Frau, will sie ihre Aufgabe als Gattin unb Mutter freudig lösen, unbebingt eigen sein muß. (Prager Tageblatt.)

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