Die Köchin eilte zur Eingangsthüre, kehrte jedoch gleich wieder bleich und zitternd zurück- Draußen stand die „Gnädige" mit der Kammerfrau. Wenn es ihr etnficl durch die Küche zu gehen! Voll Angst suchte die Köchin nach einem Versteck; da fiel idr BOck auf die in der Küche stehende, stets mit einem Leintuch bedeckte Badewanne, Zn diese mußte rasch der Artillerist. Toni, die Köchin, breitete über die Wanne wieder Leintuch und nun erst lief sie hinaus, um die Wartenden einzulassen. Der ^Gnädigen" war im Theater plötzlich unwohl geworden und dies erklärte die so früh- geitige Rückkehr. Tont mußte jetzt schleunig zum Hausarzt, man ließ ihr kaum so viel Zeit, um ein Tuch umzuhängen. In ihrer Abwesenheit erschien die Kammerfrau in der Küche und traf Anstalten zu einem Bade, das allabendlich Frau K- vor dem Schlafengehen nahm. Nichts Arges ahnend, schraubte sie an je einer Längesette einen Schlauch an, befestigte einen davon an der Wasserleitung, den andern an einen, in der Hetz- und Kochvorrichtung eingefügten, mit heißem Wasser gefüllten Kestel, und als dieses geschehen war, öffnete sie die Hähne an den Schläuchen und in diesem Augenblick schoß auch schon auf den in der Wanne befindlichen Artilleristen von rechts ein armdicker kalter Wasserstrahl und von links ein brühendheißer. Wie ein Federball schnellte der Artillerist jetzt in die Höhe und fluchend sprang er aus der Badewanne und vor die entsetzt aufschreiende Kamm-rfrau. Binnen wenigen Augenblicken war das ganze Haus allormirt. Die Toni kam und konnte gleich wieder gehen, denn nicht eine Stunde länger wollte sie die sittengeftrenge „Gnädige" im Dienste belassen.
Handel und Verkehr.
Limburg, 28. Dezember. Rother Weizen X 17.30, Weißer Weizen X —, Korn X12.—, Gerste X 8.30, Hafer X 6.60, Erbsen X —, Kartoffeln X —.—
Frankfurt, 27. Dezember. Der heutige Viehmarkt war ziemlich befahren. Ange- triebcn waren ca. 250 Ochsen, ca. 8 Bullen, ca. 100 Kühe und Rinder, 200 Kälber- Die Preise stellten sich: Ochsen 1. Qual. X 70, 2. Qual. 65, Kühe und Rinder 1. Qual. X 60, 2. Qual. X 56, Kälber 1. Qual. X 65, 2. Qual. X 60 per 100 Pfund Schlachtgewicht.
Frankfurt, 27. Dezbr. Auf dem heutigen Markt kostete der Centner Heu X 0.00—0.0, Stroh X 0.00—0.00, Eier das Hundert X 6.50—9.00, Stück 6—10 X Butter 1. Qualität X 1.30, 2. Qualität X 125, Kartoffeln per Centner X 3.2o—3.75, Kopfsalat per Stick 0 H, Wirsing 0—00 X Rothkraut 0—00 H das Stück, Gans 00—00 H pr. Pfd., Huhn X 0, 1 Ente X 0.00—0.00, 1 Taube 00—00 H, Hahn X 0.00—0.00.
Frankfurt, 27. Dezember. (Getreide-Preise.) Weizen eff. hiesiger u. Wetterauer X193/4—20, frember X21—223/4, Roggen eff. hies. 14—15, fremder X 14—16y2, Gerste effecttv hies. u. Wetterauer X 17—18, fremde X 18—20, Hafer eff. hiesiger X 12‘/2, fremder X 12V2—13*/4. Rüböl eff. ohne Faß hies. in Parthien von 50 Ctr. X 36y2. Branntwein eff. ohne Faß X 45.
731) Ueber die Höhe der Kosten, welche die Einrückung einer Anzeige in eine oder mehre Zeitungen verursacht, wird man sich niemals enttäuscht sehen, wenn man von der Annoncen - Expedition -von HAASEIVSTE11V <$? VOGLER In Frankfurt a. M. (Karlsruhe, Stuttgart oder München) zuvor Auskunft einfordert, die auch hinsichts der für den jeweiligen Zweck geeigneten Blätter auf Grund reicher Erfahrungen und gründlicher Beobachtungen zuverlässigen Rath ertheilt
Bekanntmachung.
Zur Bezahlung der Zinsen, welche von Sen bei der hiesigen Spar- und Leihkasse angelegten Kapitalien am Ende, dieses Jahres fällig werden, sind nachstehende Termine festgesetzt, und zwar:
Samstag den 30. December 1882 sowie
Dienstag den 2. Januar 18831
Mittwoch n 3. „ „
Donnerstag „ 4. „ „
Samstag „ 6. „ „
Dienstag „ 9. „ „
Mittwoch „ 10. „ „
Donnerstag , 11. „ »
Samstag „ 13. „ „
Die Interessenten werden daher auf- ^efordert, die Zahlungen an diesen Tagen in Empfang zu nehmen und hierzu durch Vorzeigung der Schuldscheine sich zu legitimiren.
Zugleich wird bemerkt, daß die auf den Donnerstag fallenden Zahltage für die Interessenten der Sadt Gießen, dagegen die übrigen Zahltage für die Auswärtigen bestimmt sind-
Die Herren Bürgermeister werden ersucht, dieses in ihren Gemeinden auf ortsübliche Weise bekannt machen zu lassen.
Gießen, den 24. November 1882.
Der Rechner der Spar- und Leihkasse.
___________Kehr. ___________
Freitag den 12. Januar 1883,
Nachmittags 2 Uhr, loll auf hiesigem Ortsgericht die Hofraithe des Otto Mögenburg dahier
Flur i/214 /io, 577 Mtr. Hofraithe auf dem Reichensand,
1/214V10,1296 Mtr. Grabgarten das., .meistbietend versteigert werden.
Gießen, den 30. November 1882.
Großh. Ortsgericht.
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Der Verein beginnt seine Thätigkeit mit dem 1. Januar 1883.
Gesuche an denselben beliebe man bei dem zuständigen Bezirksvorsteher, wo möglich mündlich, vorbringen zu wollen. Dieser wird, nöthigenfalls unter Zuziehung der für jeden Bezirk weiter ernannten Helfer und Helferinnen, die erforderlichen Ermittelungen eintreten lassen und das Weitere besorgen. Es
Neuenwegs „ Seltersweg s „ Neustadl ( „
„ Lehrer Jung
„ Rentner Emmerich „ Kaufmann Plank
Zu Bezirksvorstehern sind bestellt worden:
1) Herr Fabrikant O Kempff für den Bezirk Wallthor (seither Lit. A.) ,, . B.)
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wird gebeten, allen in diesen Sachen handelnden Personen mit Vertrauen ent
gegen zu kommen.
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Jährlich 24 Unterhaltungs-Nummern zu je 2 bis 2i/2 Doppelbogen, 12 Schnittmuster-Beilagen und 12 farbige Modenbilder; vierteljährlicher Abonnementspreis X 2 50.
Die Heft-Ausgabe bringt ferner jährlich 12 Kunstblätter „Bildermappe", und kostet das Hest (24 jährlich) 50 X
I Die Ausgabe mit allen Kupfern (jährlich 36 farbige Modenbilder, 12 Kostümbilder und 12 farbige Kinderbildcr) kostet vierteljährlich X 4 25.
Alle Buchhandlungen nehmen jederzeit Bestellungen an, mit Ausnahme der Heft-Ausgabe auch alle Post-Anstalten.
Mit dem 1- Januar beginnt eine heitere Fastnachts-Novelle von Ernst Pasque.
Nkujahrsgkschkiike für öic Mcinkinder- ^nudljrdiiftdlt.
Seit einer Reche von Jahren haben Freunde und Wohlthäter der Kleinkinder-Bewahranstalt beim Jahreswechsel zur Enthebung von den üblichen Neujahrsbesuchen genannte Anstalt mit einer Gabe bedacht. Diejenigen Herren, welche auch in diesem Jahr solches zu thun gedenken, werden gebeten, chre Gaben bei einem der Unterzeichneten abgeben zu wollen. Die Namen derselben werden beim Jahresschluß in diesem Blatt bekannt gemacht werden.
Gießen, den 27. December 1882.
Rentner Louis Bücking. Pfarrer Dingeldey Lehrer Jung. Rentamtmann Lyncker. Pfarrer Dr. Naumann. Pfarrer Schlosser
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