Svnn aq den 29 Januar
Erstes Blatt
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Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags.
Bttrcan: Schulstraße B. 18.
Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pj.
Amtlicher Hheit.
Bekanntmachung.
Betreffend: Die Beaufsichtigung der Hunde in der Provinzialhauptstadt Gießen.
Das am 22 l Mts publicirte Local-Reglement rubricirten Betreffs wird vielfach, insbesondere was die in § 4 vorgeschriebenen Hundemarken betrifft, nicht befolgt. Wir sehen uns daher veranlaßt, darauf hinzuweisen, daß die Schutzmannschaft zur strengsten Handhabung des Local-Reglements und zur Anzeige der Uebertretungen derselben angewiesen ist. <■
Gießen, am 27. Januar 1882. Grotzherzogliche Polrzewerwaltung Gießen.
Fresenius. ___________
Gefundene Gegenstände:
1 Rohrstock, 1 Dachkandelrohr, 1 Holzkrahnen, einige Pfennige, 1 Schreibheft, 1 Deckel eines Henkelkorbs, 1 Schürze, 1 Handschuh, 1 goldener Ohrring, 1 Haarpfeil, mehrere Schlüssel. ,
Gießen, am 28. Januar 1882. Grotzherzogliche Poüzewerwaltung Gießen.
Fresenius._______________________________________
Bekanntmachung.
Wir setzen den Handelsstand davon in Kenntniß, daß laut Mittheilung der Königl. Eisenbahn-Direktion Hannover die Stationskassen der. gEten Direktion zu Gießen, Bockenheim und Frantftlrt a. M. angewiesen worden sind, die Roten der Bank für Suddeutschland und der Frankfurter Bank m Zahlung anzunehmen. Großherzogliche Handelskammer.
Ed. Silbereisen. . .
Bekanntmachung.
Im Auftrag Grobherzoglichen Ministeriums.des Innern und der Justiz bringen wir dem Handelsstande zur Kenntniß, daß laut erner Rote des Reichskanzlers zur Zeit in Spanien wegen des Markenschutzes folgende Bestimmungen bestehen: c -c
Behufs Eintragung älter fremden Handelsmarke in Spanien bedarf es der Einreichung folgender Dokumente bei dem Komgl. Ewilgouverneur ui * i
1) einer an den Fomento-Minister gerichteten Eingabe, enthaltend das Gesuch um Eintragung der Marke;
2) dreier Exemplare der Marke;
3) einer ausführlichen Beschreibung derselben in doppelten Exemplaren;
4) einer Bescheinigung der kompetenten Behörde darüber, daß dem Gesuchsteller ein Eigenthumsrecht an der enizutragenden Starte ZUjley,
d) eine Vollmacht zur Weiterbeförderung des Gesuchs. _• ,
Außerdem müssen die in deutscher Sprache abgefaßten Dokumente behufs ihrer Uebersetzung in das Spanische m dem betreffenden B b'
Ministeriums vorgelegt werden.
Gießen, den 26. Januar 1882. Großherzogliche Handelskammer.
Ed. Silbe reisen.
Darmstadt, 27. Januar. Se. Königl. Hoheit der Grotzherzog haben Wergnädigst geruht:
^Am 14. Jan. den Lehrer an der Realschule zu Alsfeld, Karl Roth amel, auf sein Nachsuchen bis zur Herstellung seiner Gesundheit in Ruhestand zu versetzen.
.Berlin, 27. Januar. Der Entwurf des Tabaksmonopol-Gesetzes ist, wie schon erwähnt, fertiggestellt. Die Entschädigungs-Summe beziffert sich nach der „Elberf. Ztg." auf 500,000,000 «X, wobei die Tabaksfabrikanten, Händler mit Tabaksfabrikaten und die Tabaksmakler in erster Linie bedacht seien. Die Arbeiter werden fast sämmtlich vom Reiche übernommen. (Fr. Z.)
Telegraphische Depeschen.
Wolff s lelegr. Correspondenr-Bureau.
Berlin, 27. Januar- Reichstag. Bei der fortgesetzten Beralhung des Etats erklärte der Unterftciatssecretär Bötticher, die Regierung halte die Weltausstellung in Berlin im Jahre 1885 für verfrüht, gegenwärtig sei eine internationale Verständigung im Werke, zwischen welchen Staaten abwechselnd und in welchen Zeiträumen Welt- Ausstellungen stattfinden sollen. Für das Postgebäude zu Erfurt und zu Marburg werden die in zweiter Lesung gestrichenen Bauraten m dritter Lesung bewilligt. Für das Militärknabeninstitut zu Neubreisach wird bie geforderte Post nach dem Anträge der Budget-Commission definitiv gestrichen. Der Antrag Richter, aus den Ueberschüssen von 1881—82 so viel in Einnahme zu stellen, daß die Bilanz pro 1882—83 ohne Erhöhung der Matrikularbeiträge abschließt, geht an dieBudget-Commissson. Der Reichstag erledigte sodann noch die übrigen Theile des Etats bis zum Etat des Reichssckatz- amts. — Fortsetzung morgen.
Paris, 27. Januar. Gambetta stellte Grävy folgendes Schreiben zu: „Herr Präsident! Im Namen meiner Eollegen und in dem meinigen habe ich die Ehre, Ihnen die Demission des Cabinets, dessen Vorsitz Sie mir übertrugen, zu überreichen." Gambetta gab gestern Abend eigenhändig das Schreiben im Elysöe ab. Vor der Abstimmung über die ganze Revisionsvorlage lehnte die Kammer den Regierungs-Entwurf, welche das Listen-Serutinium zuläßt, mit 305 gegen 117 Stimmen ab.
— Gerüchtweise verlautet, Grovy habe L^on Say zu sich beschieden. Dies Gerücht macht einen guten Eindruck. — Die „Republique francaise" hebt den Widerspruch zwischen den beiden ersten Abstimmungen der Kammer hervor und bemerkt, die Kammer habe, indem sie das Ministerium opferte, auch die Revision und vielleicht die legislativen Reformen überhaupt preisgegeben, welche das Land fordere. Als die Kammer Gambetta die Gewalt aufnöthigte, kannte sie ihn. nicht. Jetzt gießt es keine Zweideutigkeit mehr. Wenn man sich in Zukunft an Gambetta wenden wird, so weiß man, daß man ihn so nehmen muß, wie er ist, mit seinem Programm tiefgehender Reformen, dessen wesentliche Bedingung das Listen-Scrutinium ist. Das Blatt fragt schließlich, ob die Kammer das Cabinet vom 14. November durch ein lebensfähigeres ersetzen werde und ob sie selber so lange Dauer haben werde, wie sie wünsche.
— Gambetta hatte heute Vormittag eine Unterredung mit dem Präsidenten Grövn. — Die über die Zusammensetzung des neuen Cabmets umlaufenden Gerüchte sind verfrüht, nur das wird als richtig bezeichnt, daß der Präsident Grävy Freycinet zu sich rufen ließ; eine Lösung der Mmisterkrtfis vor nächsten Sonntag gilt für unwahrscheinlich. Mehrere Journale erörtern, die Schwierigkeiten, denen das .neue Cabinet begegnen werde und sprechen die Vermuthung aus, daß ein reines Geschästs-Wiksterium mit Leon ^ay als Conseilspräsidenten und Finanzminister gebildet werden würde. Der „ ^emps ist der Ansicht, daß das neue Cabinet jede eine Revffion der Versaffung betr. Vorlage vertagen müsse.
London. 27. Januar. Mehrere Mvrgenblatter melden oub Dublin, die irische Regierung habe durch Spione Kenntniß von der Existenz emer weitverzweigten gefährlichen Verschwörung in den Grafschaften Clare, Lnnenck und Kork. 'Dies erkläre die jüngst nach Irland gesandten ^rruppenverstarkungen.
Wasdinato», 27. Januar. Der Vertheünger Gmteau s, scomlle, bereitet einen Antrag zu Gunsten eines neuen Processes vor. Das Gericht wird dw ftir diesen Antrag vorgebrachten Griinde in der nächsten Woche pmßn.
Wien, 27. Januar. Die Redaktion der „Politffchen Corresponden, tckegraphirt: Die „Tribüne" behauptet aus Wien aus unmittelbarster Due e 2U mitten Dr Constantin Rößler sei der Berliner Correfpondeut bei „-pon . Ö"' In existirt eine einzige Quelle die befngterweif^^g- liche Angaben machen könnte, nämlich die „Pchlt. ®otri|Ll j M(T1 darüber bat weder der „Tribüne", i.och überhaupt Jemandem Mittheüungen darnv r gemacht, so daß alle bisherigen Angaben über den Berliner Correiponvcnten „Polit. Corresp." pure Vermuthungen stnd. .
- Wie dem „Tageblatt" aus Cettinze berichtet herricht in oen om tigen Kreisen der Kriegspartei große Riedergesch ' rinischen Actions- Actionspartei, VjemercicS, ist mit den dem . fast ,-h'^
Comite seit Januar 1880 zugeflossenen Martinigewehren
tausend Rubeln veychwunden. Bon iw « «
wurden in dem Keller von Vjemercics 9 Nacht, 12 Uhr 49 Akin.,
wurde em Ziemlich heftiger Eroftotz, wei - s genommen.
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rv z^:hnn(1 her Stadtverordneten vom 26. d. Mts.) An-
Gicsten, 28. Januar. (S'S"Ng d Bciaeordneten Keller und Heß,
wesend: Herr Bürgermeister Dierp, Gail, Grüne berg,
von Seiten der Stadtverordneten du H Ad. Roll, Petri, Psannmüller, Hoch, Hoinberger, Kaut, ru ( Grohherzogl. Handelskammer bat
®Äo6® Xemdftmi9 in einem Schreiben das ®tU« an Großherzogi. Mi-


