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Mittwoch den 28. Juni

1862

Nr. 147

rbert.

Erscheint täglich mit Ausnahme deS Montags.

Bureau r Schulstraße B. 18.

Der unterm 23. Mai 1881 hinter dem Füsilier Schuhmacher Albert Wieck, gebürtig aus Heilsberg, Kreis Hellsberg, erlassene Steckbrief ist erledigt.

Barten stein, den 23. Juni 1882.

Königliches Landwehr-Bezirks-Commando.

Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn.

Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Marl 50 Pf.

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dessen verhaftet worden, welche beschuldigt sind, ein Attentat gegen den Czaren geplant zu haben, das mährend der beabsichtigten Kiönungsfeier in Moskau zur Ausführung gelagen sollte. Die Sorge für die persönliche Sicherheit des Czaren wird daher wieder ein ernster Gegenstand der Berathimgen der russischen Minister sein. Graf Jgnatieff hat es während seiner Ministerthätigkeit verstan­den, den Kaiser gegen nihilistische Angriffe zu schützen, allerdings nur dadurch, daß er den Czaren in Gatschina und Peterhof von der Außenwelt gänzlich ab­schloß. Graf Tolstoy, der Nachfolger Jgnatieff's, ist jedoch nicht gewillt, die Verantwortlichkeit für den Schutz des Monarchen zu übernehmen und dringt deshalb auf die Abtrennung des Polizei-Departements vom Ministerium des Innern, so daß also der jeweilige Leiter des ersteren die gewiß schwere Pflicht hätte, für die persönliche Sicherheit des russischen Herrschers zu sorgen.

Die Botschafter-Conserenz in Konstantinopel, von der nun alles Heil in der egyptischen Frage kommen soll, ist nicht am 22., sondern am 23. d. Mts. zusanlmengetreten und hielt ihre erste Sitzung in der Wohunng Corti's, des italienischen Botschafters bei der Pforte ab. Es fragt sich nun zunächst, ob die Türkei diesem Factum gegenüber aus ihrer Weigerung, an der Conferenz theilzunehmen, verharren oder ihre Vertreter doch noch zur Conferenz entsenden wird. Für jetzt ist noch das Erstere wahrscheinlich, denn die Pforte kommt immer von Neuem daraus zurück, daß die Conserenz überflüssig erscheine, da die Mission Derwisch Pascha's von bestem Erfolg begleitet sei. Neber diesen Punkt konnte man bis vor Kurzem allerdings in Zweifel sein; seitdem aber Arabi Pascha erklärt hat, er würde der Weisung des Sultans gehorchen und nach Konstantinopel kommen, falls ihn das egyptische Heer ziehen ließe, ist aller­dings Hoffnung vorhanden, daß es Derwisch Pascha gelingen werde, seine Auto­rität in Egypten geltend zu machen und Ordnung in das dortige Chaos zu bringen.

Im Lande der Zulus ist ein Bürgerkrieg ausgebrochen. Dabuko, der Bruder des von den Engländern gefangen gehaltenen Zulukönigs Cetewayo, hat ein großes Heer gesammelt und mehrere den Engländern ergebene Häupt­linge angegriffen und geschlagen. Dabuko will augenscheinlich das ganze Zulu­land unter seine Botmäßigkeit bringen, was die Engländer natürlich nicht zugeben werden, so daß denselben ein neuer Kampf gegen die Zulus in Aus­sicht steht.

28. d. Mts. Mmittojs 4 M

Fütterung »achtungsvoll

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Im englischen Unterhause werden die Erörterungen über die egyp- tistze Frage mit echt britischer Gründlichkeit fortgesetzt. Die Vertreter der Ralion drängen zu einem entschiedeneren Auftreten der englischen Regierung in Wpten, während die Regierungsvertreter in ziemlich geschraubten Wendungen verstehen geben, daß das englische Cabinet die weitere Entwickelung der Dinge am Nil abwarten müsse und sich im Uebrigen nicht in die Karten sehen lasse. So viel ist indessen aus den Erklärungen, welche Unterstaatssecretär Dilke in der Donnerstagssitzung des Unterhauses gab, herauszulesen, daß die englische Regierung mit der jüngsten Wendung der egyptischen Frage, wie sie sich durch die Neubildung des egyptischen Cabinets documentirt, nicht zufrieden ist und daß das. letztere vorläufig nicht auf die Anerkennung Englands zu rechnen habe.

Die Temperatur in der russischen Hauptstadt zeigt wieder eine unheimliche Schwüle. Die Nihilisten haben ihre Maulwurssarbeit wieder auf'genommen, wie die Entdeckung eines mit Sprengbomben und Dynamit wohl- Mllten nihilistischen Versteckes beweist. Gegen 50 Personen sind in Folge

Betreffend: Landwirthschastliche Landesausstellung zu Darmstadt 1882.

Bekanntmachung.

Nachdem zu meiner Kenntniß gekommen ist, daß Manche aus dem Grunde die Landes-Ausstellung nicht beschicken wollen, well sie befürchten, daß die auszustellenden Thiere aus dem Transporte oder der Ausstellung selbst Schaden leiden könnten, bringe ich zur Kenntniß der Interessenten, daß der Central- Ausschuß der Landes-Ausstellung aller Voraussicht nach eine Versicherung übernehmen und die Kosten derselben selbst tragen wird. Es können daher einitweilen Thiere zur Ausstellung unter dem Vorbehalte angemeldet werden, daß solche versichert werden.

Gießen, den 27. Juni 1882. Der Director des landwirthschaftlichen Bezirksvereins Gießen.

Dr. Boekmann. ______________________

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ießmer Anzeiger

Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen.

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Politische Ueberfkcht.

Gießen, 27. Juni.

Der Kaiser setzt seine Kur in Ems mit dem gewünschten Erfolge fort, deren regelmäßigen Verlauf man demnach mit den besten Hoffnungen entgegen» scheu kann. Es werden also auch die ferneren Reisedispositionen des Kaisers feine Unterbrechung erleiden, wonach aus die Emser Kur ein etwa 14tägiger Ausenthalt in Wildbad Gastein und sodann ein kürzerer Besuch der Insel Mainau im Bodensee folgen soll, so daß die Rückkehr des Kaisers nach Berlin rejp. Schloß Neu-BabelSberg gegen Ende Juli erfolgen dürfte.

Die Verwerfung des Tabakmonopols hatte bei der Reichs­regierung den Gedanken an eine höhere Besteuerung des Tabaks wieder in verstärktem Maße entstehen lassen. Wtan wollte hierbei besonders auf die Gut­achten derjenigen Staaten Bezug nehmen, welche zwar das Monopol durch ihre Vertreter im Bundesrathe verworfen, dabei jedoch ausgeführt hatten, daß eine apderweite Besteuerung des Tabaks zulässig sei. Nun stellt sich aber heraus, baß manche dieser Regierungen jetzt auch eine anderweite Besteuerung des Tabaks nicht wünschen, sondern im Gegentheil erwarten, die Tabakindustrie im Sinne des vom Reichstage genehmigten Antrages v. BennigserUs vorläufig ganz ver­schont zu sehen. Man sieht nun den hieraus bezüglichen Beschlüssen der Reichs- rcßi-erung mit Spannung entgegen.

DerReichs- und Staats-Anzeiger" bringt in seinem nichtamt­lichen Theile die Mittheilung, daß die preußische Regierung die Wiederaufnahme der aus Grund des Gesetzes vom 22. April 1875 eingestellten Staatsleistungen für den Umfang des preußischen Antheils der Erzdiöcese Freiburg angeordnet habe. Es handelt sich hierbei um die Hohenzollern'schen Lande, welche mit zur Exdiöcese Freiburg gehören.

Im Schooße der österreichischen Regierung wird über die Thimlichkeit und Möglichkeit, den gesetzmäßigen Vertretungskörpern ein Budget nir Bosnien und die Herzegowina vorzulegen, gegenwärtig verhandelt. Herr o. Kallay, der gemeinsame Finanzminister, soll dem vielfach geäußerten Wunsche, daß den Delegationen statt der bisherigen orientirenden Ausweise vereinzelte budgetmäßige Voranschläge unterbreitet werden möchten, nicht abgeneigt jein, kr erkennt der Forderung nach einer wirklichen constitutionellen Aufsicht in den occupirten Provinzen volle Berechtigung zu und werden die Verhandlungen, ivelche gegenwärtig über diese Angelegenheit zwischen Wien und Pesth schweben, jedenfalls zu einer Verständigung, führen.

In Frankreich läßt sich eine gewisse Spannung der inneren Sage nicht verkennen. Im Senat wie in der Deputirtenkammer werden wegen ter egyptischen Angelegenheiten neue Interpellationen vorbereitet und Herr Frey- änet wird gegenüber diesen Angriffen immerhin keinen leichten Stand haben. Luch die Ausführung des Finanz-Programmes des Finanzministers ßeon Say, namentlich aber dessen Eisenbahnpolitik, findet in der DeputiNenkammer heftigen !adel, so daß ein Rücktritt Say's gerade nicht sehr überraschen würde. Jn- teffen halten in beiden Häusern des Parlamentes die Mehrheiten noch fest zur Regierung, da man in diesen Kreisen einem abermaligen Cabinetswechsel abge­neigt ist und so wird der Ministerpräsident Freycinet wohl auch die jetzigen Schwierigkeiten überwinden. In Cherbourg und Brest werden schleunigst Panzerschiffe ausgerüstet, auch sind ca. 1300 Seeleute und särnmtliche beurlaubte Marineosficiere nach Toulon einberufen worden.

Deutschland.

Darmstadt, 26. Juni. Das Großh. Regierungsblatt Nr. 12, ausge­geben am heutigen Tage, enthält: Gesetz, die Hinterlegung von Depositen, Cau- tionen und Privat-Capitalien bei der Hauptstaatskaffe betreffend.

Darmstadt, 26. Juni. Se. Königl. Hoheit der Großherzog werden Sich heute Abend 10 Uhr 12 Min. zu einem etwa Stägigen AufMhalte^nach Schloß Fischbach in Schlesien begeben und deshalb nächsten Mittwoch und Sam­stag keine Audienzen ertheilen. Im Gefolge wird »ich der Hofjägermelircr v. Werner befinden.

Darmstadt, 25. Ium. Ihre Hoheit die PnnMn lrüfabeth von Hessen ist heute Vormittaq 11 Uhr 15 Min. von Rumpenheim dahier emge- troffen, um sich zum Besuche des Großh. Hofes nach Kramchftem zu begebe t Im Gefolge der Prinzessin befinden sich die Hofdame Gräfin Bunan und der Äamm$«irmftaM®02n40Suni. Dos heute ausgegebene Großherzagliche Regierungsblatt (Beilagen N^l°)^nchätt: Ob.rronsistorimns, ^Erg-bnifi- der Bei-

n-°Uung der allgemeinen geistlichen Wiitw-ntafft vo 3 » 1879 b^.st

_ Die Einnahme betragt »»/Äi, dieser Rest besteht: 1) in liqui-

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^Daher Ende 1879 Capitalvermögen 2,192,776 A 26 ausgeliehen 13.368 ^ 97 1882_83 Don Großh. Ministerium des Jnnein

und der^uMz g?nehmigttn Umlagen zur Bestreitung von Communalbedürsn.ssen in den Gemeinden des Kreises Alzey.

3) Abwesenheitserklarung-

4) Dienstnachrichten.

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