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1882.
Nr. 29.
Zweites Mart. Sonntag den 26. Februar
ießcner Anzeiger
Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen.
«BwtMW: Schulstraße B. 18.
sich auch in den letzten Tagen in Begleitung des, rrtschen General-Procu- rators (erster Staatsanwalt für Irland) nach Dublin begeben, denn die Gewalt' tbätiqkeiten auf der „grünen Insel" sind beinahe noch schlimmer, als vor Erlaß des Landaesetzes. Mehrere katholische irische Bischöfe haben sich darum veranlaßt gesehen, in ihren Fastenhirtenbriefen aus den. Zustand des Landes
hinzuweisen.^e^n Skobeleffs haben natürlich in Rußland selbst eine große Bewegung hervorgerusen. Namentlich die Organe Aksakows, Katkows und wie bk russischen panslavistischen Parteisührer alle heißen mögen, bließen in die große Lärmtrompete gegen Deutschland und Oesterreich mit hinein und bemühten sich weidlich, Skobeleff wegen seiner Reden maßlos zu feiern. , Indessen hat es bk russische Regierung jetzt doch für gerathen gehalten, diesen Blattern den ernsten Ratb" iu ertheilen, sich zu mäßigen und ihren kriegerischen Ton herab- ÄrS» 6SW *11« weöen sich x-'-n M "* !» «jenen nehmen müssen, wenn sie ihre Unterdrückung nicht riskrren wollen.
° d Aus der eqypti scheu Hauptstadt Kairo wird gemeldet, daß die Popularität des Kriegsministers und Führers der arabischen Natioualpartei, Arabi Ben in stetem Wachsen begriffen sei. Ueberall, wo sich Ural» Bey leigt ist er der Gegenstand fast abgöttischer Ovationen, wie sie in der neueren Geschichte Egyptens ohne Seitenstück dastehen. Da Arabi Bey aus einem Uaentlicken politischen Ziele, den Einfluß der Europäer m Egypten gänzlich zu brechen kein Hehl macht, so kann man diese wachsende Beliebtheit des energi- schen Arabi Bey in dem egyptischen Volke nicht ohne Bedenken betrachten.
Gießen, 25. Februar.
Die w Ende gegangene Woche wurde sowohl bei uns, als auch , im Auslande in ungewöhnlichem Maße durch die Skobeleff-Affaire" beherrsche Unzählige Comnieutare und Eombinationen sind an die Pariser Rede des Generals Skobeleff geknüpft worden und haben derfelben hierdurch eine Bedeutung verliehen welche die Skobeleff'fchen Worte im Grunde genommen nicht verdienen ^Augenblicklich ist indessen das Interesse an den Aeußerungen und an der Persönlichkeit des russischen Heerführers gegenüber der Erwartung zuruck- aetreten^ wie sich das officielle Rußland zu dem Mgsten antideuffchen Aus all des Besiegers der Tekkinzen stellen werde, zu welchem die ruinsche Regierung dksmal unmöglich schweigen konnte. Der russische „Regierungsbote" hat denn auch Erklärungen über die Rede Skobeleff's gebracht, welche aber m Berliner und Wiener inaßgebenben Kreisen als sehr mager betrachtet werden, man Mdet es besonders auffällig, daß der „Regierungsbote" kein Wort des Zadels für Skobeleff hat. Mittlerweile scheint man sich aber in Petersburg denn dochi zu einem energischeren Vorgehen gegen den General entschlossen zu haben, wenigstens beutel die schleunige Zurückbemfung desselben nach Petersburg daraus hm und^ die russische Regierung wird es hoffentlich verstehen, dem durch w kriegeschen Worte Skobeleff's aufgeregten Europa, specrell aber Deutschland und Oesterreich, in befriedigender Weife Genugthuung zu geben. r .
preußische Abgeordnetenhaus hielt am 22. Februar seinen Schwerinstag" ab, welcher, wie herkömmlich, der Erledigung von ^dahlpru- f'ungen, Petitionen und der Berathung von Anträgen aus der Hütte bes Hause gewidmet war. Den bei weitem größten Theil der Debatte nahm die Berathung des Antrages Richter-Büchtemann in Anspruch, betreffend die Zuwendung von Inseraten u. s. ro. für Zeitungen Seitens der Eisenbahn-Behorc en und a Petitionsrecht der Eisenbahn-Beamten. Im Laufe der Debatte zogen die Antragsteller den ursprünglichen Antrag zurück uno formulirten hieraus ^wei^lcson- dere Anträge, von denen der eine will, daß die Eisenbahn-BehordM bei Zuwendung von Inseraten u. s. w. für die Zeitungen nicht die politische Parteirlchtung, sondern lediglich die Zweckmäßigkeit der Verbreitung derselben m Betracht ziehen sollen; der andere Antrag fordert auch für die Beamten der Eisenbahn-Verwaltungen in Preußen unverkümmertes Petitionsrecht. jLer ersterwähnte Antrag wurde fchließlich in namentlicher Abstimmung mit 18o gegen 13o Stimmen angenommen, dagegegen der zweite Antrag abgelehnt, auch der Antrag dea Alg. Maiunke, den Antrag betreffs des Petitionsrechts der Elsenbahn-Beamten an die Budget-Commission zu überweisen, wurde mit 169 gegen 129 «Stimmen ab- gelehnt. Am Donnerstag beschäftigte sich das Haus mit dem Gesetz, betr. ne sinan,stellen Eisenbahn-Garantien. ,
F In Osnabrück ist das päpstliche Breve, betr. die Ernennung des Generalvicars Dr. Höting zum Bischof vow Osnabrück, eingetroffen Herr Dr. Höting war bekanntlich auf Grund des Gesetzes vom 3. <juli lebt un i Erlaß des Eides als Bisthumsverwefer zugelassen worden.
Die Königin von Sachsen hat stch am vergangenen Donnerstag von Dresden über Frankfurt und Basel nach Mentone am Golf von Genua beaeben, um sich dort von den Nachwehen der langwierigen Krankheit, welche die hohe Frau noch nicht allzulange überstanden hat, vollständig zu erholen. König Albert gedenkt sich nach Schluß des sächsischen Landtages, welcher stch iedoch noch nicht genau bestimmen läßt, ebenfalls nach Mentone zu begeben.
Die österreichischen Truppen machen auf dem südstavstchen ^nfur- rectionsqebiete stetige, wenn auch langsame Fortschritte und wird nach dem ^all von Risano und Ledenice namentlich die baldige Unterwerfung der Envos- cianer erwartet. Dieselben sind seit der Erstürmung der genannten Orte durch die Oesterreicher auch von der Seeseite ausgeschlossen und wären überhaupt wohl schon einaeschlossen, wenn sie nicht an Montenegro immer wieder einen Rückhalt fänden denn geschlagen, flüchten sich die Insurgenten stets auf montenegrinisches Gebiet' um gelegentlich dann wieder hervorzubrechen. Fürst Nikita hat nun, um dies fo viel wie möglich zu verhindern, die Verstärkung der montenegrinischen Grenzcordons angeordnet und gleichzeitig verfügt, daß euuge seiner Haupt- leutc, welche sich der Begünstigung von Insurgenten verdächtig geinacht haben, dm-ch 1-«»“*”'* 5&U leit 1-1--° R-cklchr *. l-m-° italienischen Reise langsam, aber augenscheinlich mit weitsehendein Blick seme Mnirarbeit gegen bas Cabinet de Freyoinet Daher verleumden und hemmen Partisane Garnbetta's das jetzige französische Ministerium überall, wo st onmm So wird von Gambettistischer Seite geflißenlich das Gerücht verbreitet daß die französische Regierung beabsichtige, die Jesuiten und d,e andern °us Frankreich vertriebenen geistlichen Congregationen wieder zuruckzufuhren Dieses Gerücht hat deshalb bereits vielfach Glauben gefunden, west sich de Freycineff ber gegenwärtige Conseil-Präsident, während feiner früheren Mimstertha gkest allerdings sehr nachsichtig gegen ben Vatikan bewies. Demgegenüber erklären nun bk Organe der Regierung energisch, daß alle Behauptungen von,der bevor- ftehenben Rückkehr der Congreganisten nach Frankreich vollstanbig unbegrunbet eien und daß die Regierung nach ,vie vor gegen bte nicht autonsirten geistlichen Vereinigungen nach dem Wortlaute des Ausweisungs-Decrets verfahren werde
Die^ qesetzlofen Zustände in Irland bauern leider ungeschwacht fort und die englische Regier.ing kann bieser Thatsache gegenüber die Augen nicht länger verfchließen. Der Staatsfecretär für Irland, -av. F 1 j
Der Nanama-Kanal.
U.ber dies vielbesprochene Unternehmen und seinej Schwierigkeiten berichtet ein Correspondent der „Kölni Zt^ «E.^aHßfmikdm Erarbeiten ffc
F-lsspr-ngung-n zu gwperflbor (unfe:tn nom cmeora * 1iknnma segnete das Werk den PanamwCiin-t begonnen worden.^D-rE«ch fjnt)
ein und an di ei e Fei e r sch o h sch n ßebieben, daß man schon energisch Mit den finb, wird auf sunfpg gesch, unsicher ist, ob man nicht gänzlich von der genau festgestellt, wie denn be,sp, lsw i Abstand nehmen und diesen wasser-
n.elbesprochenen Aiif'tauung des O«an ergilbt, bmcb einen 16Km. lang.n
reichen Fluß, der sich j tz i 'T\;e Noibereitunaen machen, wie man hier an- Tunnel zur Südsee ab «ten «erde ® «tunflr• ga en ßi„ie
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ber eigentlichen Ausgrabungen geltalten werde darüb-r gehen d ^n, w bi§ zu
iWr-WSBb SM« oder Peso Fuerte (4 X) Tagelvhn, wofür sie 9 10 Stunben «6 ten, n SuIe£,ra=s)3affe§ l‘/8 Dollar und haben mehrfach Sinke «emacht. Zu beiden n Vegetation durch ist auf e ner Strecke von 16 Km. und in der Breit- von 250 Mir die ^g Niederschlagen und Abbrennen entfernt worden. Außerd Y ber Bahn -nt- kl-inere Strecken fre'gelegt und dort, wo dw Lmie des Kanms man au§
fernt, zahlreiche schmalspurige Ei,enbahn-Lm -n angelegt, xiusgrabungen werden Belgien. Nordamerika und Frankreicb bezogen. Z „ ( ße6aut sind. Darnach . rr._____4.,.., 8" M^rmnnbt merdtM. D1C 'N “ ... niiS.
vermischter. fgnnt[j(6 di- V-r-
Darmstadt, 24. Februar. Man sch«wt uns. ^andeshospitals
waltung der Unterstützungskasse für be^'^e enais Beilage der »Darmstädter Zeitung fSoibeim in ihrem letzten, tm vorigen Sommer al® Jahren erfolgte Gründung
erschienenen Jahresberichte über ö.ie bereits vor bestehende Klonte entlassener
eigner unter dir Leitung undausführlichere Mit- Pfleglinge in dem der Anstalt benachbart nat.d., sä
beschränkten Raumv-rhältnch- der Anstatt^ ant)t;fflfaUetli ein übtrau§ trauriges Loos her Neael. wenn ste der OTTtlul ’
in Folg- der ^-«0 namhafw g^^l, ^l-n Wohlthäterin der Nothleidenden Könchbcki'N H°h-tt der.^mt^st^ungskasse zugewendet worden.
und Beriaveneil
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