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Behörden sei die türkische Telegraphen-Verbindung von Egypten nach Stambul

aufaehoben.

London, 2d. Juli. Die Conferenz hielt gestern eine Sitzung auf der ita­lienischen Bolschaft zu Therapia; Said und Assym Pascha wohnten derselben bei. Lord Dufferin bestand auf sofortiger Beschlußfassung über die Frage der türkischen Jntervent'on; England könne keinen Aufschub mehr geben und seine Bewegung nicht weiter $at nur no£$ auf fünf Tage Wasser. Die Engländer schnitten

di- türkische Telegraphenlinie nach Konstantinopel ab. Der englische General'-Consul verlangte vom Khedive die Absetzung und Verhaftung Ragheb Paschas, weil derselbe heimlich eine Proklamation in Circulation gesetzt habe, roortn behauptet wird, England habe den Egyptern den Krieg erklärt.

Die gestrige, mit einem höchst unbedeutenden Geplänkel verknüpfte Besetzung des Hügels und des Wasserwerks Ramleh durch die Engländer geschah hauptsächlich wegen der militärischen Bedeutung des Hügels, welcher die Alexandrien mit dem In- lande vereinende Landzunge zwischen Marcotis und dem Aboukirsee beherrscht. Die Engländer verschanzten sich sofort, die Egypter desgleichen am anderen Ende der Land­zunge. Die Stellung der Egypter erscheint indeß unhaltbar.

Zwei in Alexandrien angekommene Abgesandte der Notabelnversammlung sagen aus, daß der Premier-Minister Ragheb hinter dem Rücken des Khedive eine Proklamation verbreitet, daß England an das gesammte Egypten den Krieg erklärt habe. Dieselben berichteten, Arabt macht umfassende Vorbereitungen zur Uebclfluthung des Landes, sobald der Nil steigt. Hierdurch würde das Vorrücken der Briten erheb­

lich erschwert.

DieDaily News" erfährt, die Conferenz beschäftige sich mit dem Vorschläge, den Sultan aufzufordern, Arabi Pascha durch eine Proklamation als Rebellen zu erklären. Demselben Blatte wird aus Alexandrien gemeldet, der englische Vertreter habe den Khedive davon verständigt, daß England das gegenwärtige egyptische Ministerium anerkenne, der Khedive möge möglichst schnell einen neuen Kriegsminister an Stelle Arabi Pascha's ernennen.

Konstantinopel, 25. Juli. In der gestrigen zehnten Conferenz- Sitzung haben die türkischen Commiffare erklärt, daß die Pforte im Princlp bereit ist, Truppen nach Egypten zu schicken. Die Aeußerung über die Moda­litäten, welche nach der identischen Note vom 15. ds. an diese Sendung sich knüpfen würden, haben die Commiffare sich bis zu der nächsten, morgen statt­findenden Sitzung vorbehalten.

Konstantinopel, 25. Juli. Gestern Abend fand in Therapia eine Conferenz- sitzung unter dem Vorsitze Saids statt, wobei auch Assym als Vertreter der Pforte fungirte. Die nächste Conferenzsitzung findet am Mittwoch statt. Die wegen Ver­schwörung gegen Arabi aus Egypten ausgewiesenen 42 tscherkessischen Officiere begeben sich mit Erlaubniß des Sultans sofort nach Alexandrien zum Khedive.

Telegraphische Depeschen.

Wolffs telegr. Correspondenz-Bureair.

Berlin, 25. Juli. Der Obersteuermann Meiling ist durch kriegsgericht­liches Erkenntnis vom 12. Juli er., bestätigt von Sr. Excellenz dem Herrn Chef der Admiralität unterm 23. Juli er. wegen Landesverrats unter Entfer­nung aus der Marine mit Zuchthausstrafe von 6 Jahren und Verlust der bür­gerlichen Ehrenrechte auf gleiche Dauer bestraft worren.

Raffel, 25. Juli. Der vierte deutsche Lehrertag wurde heute Vormittag im Saale des Stadtparkes eröffnet. Es waren etwa 1OOO Lehrer und Lehre­rinnen aus allen Thellen Deutschlands anwesend. Zu Vorsitzenden wurden ge­wählt die Lehrer Tiersch (Berlin), Liebermann (Kassel) und Hoppenstätter. Regierungs- und Schulrath Dr. Falkenheiner begrüßte die Versammlung Namens der Regierung, Oberbürgermeister Weise Namens der Stadt Kassel.

Loyale-.

Gießen, 26. Juli. Die Einwohnerschaft unserer Stadl wurde heute Nacht nach 2 Uhr aus ihrer Ruhe aufgeweckt. Um die angegebene Zeit ertönte auf einmal das Signal desGanzen", d. h. Alarmirung der ganzen Garnison. Se. Großherzogliche Hoheit Prinz Heinrich, der Commanoeur der 25. (Großh.Hess) Division, traf von Butzbach kommend hier ein und liefe durch einen mitgebrachten Dragoner-Trompeter das betr. Signal blasen. Dafe dasselbe große Aufregung hervorries, braucht wohl nicht versichert zu werden, ist doch eine solche Alarmirung und zwar zur Nachtzeit in unserer Stadt seit langen Jahren nicht dagewesen. Man sah neben eilenden Militärs auch diverse Feuerwehrleute auf den Straßen. Selbst unserem Thürmer war die Sache zu bunt, denn derselbe erkundigte sich von oben lebhaft nach demFeuerlärni da unten". Die Mannschaft des Regiments marschirte nach dem Bahnhof, wohin Se. Grofeh. Hoheit sich nach der Alarmirung begeben hatten.

Gießen, 26. Juli. (Sterblichkeit m ©iefeen.J Die Zahl der Todesfälle belief sich während der Woche vom 16. bis 22. Juli im Ganzen auf 6. Unter den Gestorbenen befanden sich zwei erwachsene Personen, von denen eine an Lungenschwindsucht, die andere an Gehirnerweichung starb. Ein vierjähriges Kind starb an den Folgen des Keuchhustens. Von drei Kindern im ersten Lebensjahre erlag das eine einer Lungen­entzündung, das zweite einer Gehirnentzündung und das dritte konnte wegen angeborener Schwäche sein Leben nicht fortsetzen. G.

Vermischtes.

Grünberg, 22. Juli. In dem benachbarten Dorfe Weickartshain entzündete bei dem in der Nacht vom 20. zum 21. Juli über die hiesige Gegend ziehenden Gewitter der Blitz die Scheuer des Johann Stein, welche total niederbrannte. Gleichzeitig tödtete ein sogen- kalter Blitzschlag in dem Stalle der dortigen Einwohner Johs. Schmidt III. und Peter Thraum zwei Kühe, während zwei weitere Kühe und zwei Kälber in demselben Stalle verschont blieben- Auf der Ziegelei bei Grofe-Eichen wurde Konrad Knöfe von Weickartshain bei dem Einfahren von Heu von der Wagendeichsel erfaßt und wider die Wand gedrückt, wobei er so starke Verletzungen erhielt, daß sein Tod kurze Zeit darauf eintrat. Am Donnerstag Abend verbrannten außerhalb des Ortes Stockhausen etwa 7 Raummeter Holz. Böswillige Brandstiftung wird mrmuthet. Möchte es gelingen, den Thäter ausfindig zu machen, damit er Gelegenheit bekäme, am geeigneten Ort über seine Heldenthat nachdenken zu können. In Wettsaasen schlug der Blitz am 21. d. in ein unbewohntes Haus und in einen Baum ein, ohne weiteren Schaden anzurichten. Bet demselben Gewitter schlug es auch in dem hiesigen Stadtwald ein.

Laubach. Bei dem am 21. d. stattgehabten Gewitter schlug der Blitz in das Gräfliche Schloß ein, glücklicherweise ohne zu zünden-

Langsdorf. In der Nacht vom 20. auf den 21. Juli schlug der Blitz in zwei Scheuern ein, ohne zu zünden- (Gründ Anz.)

Mainz, 19- Juli. Auf dem Brückenbauplatze am Rhein wurde gestern Nach­mittag bei einer Tiefe von über 7 Meter wahrend der Ausgrabungen des ersten Brunnens" eine Menge Gegenstände aus älterer und jüngerer Zeit aufgefunden. Außer einigen eigenthümlich geformten römischen Töpserwaaren wurde auch eine Anzahl Vollkugeln zu Tage gefördert, sowie verschiedene Messer, deren Hefte die Jahreszahl 1807 tragen und reich mit Schnitzereien versehen waren, die eine Seile des Heftes war mit einem französischen Adler, die andere mit einer Darstellung der Kreuzigung Christi verziert- Außerdem wurden verschiedene Geräthe, besonders Handwerkszeug, zu Tage gefördert. Auffallend war aber das Auffinden von weit über 100 Pserdeschäbeln und emer solchen Menge von Thierhörnern, daß die Knochenreste wagcnlabungsweise verkauft wurden. Die Brückenbauverwaltung ist verpflichtet, sämmtllche Funde, welche von den Arbeitern gemacht werden, der Großh- Regierung zu überlassen. Heute Vormittag wurde mit der Anlegung des zweitenBrunnenrostes" begonnen.

Mainz, 23. Juli. Unterhalb der Eifenbahnbrücke der Hessischen Ludwigsbahn sank heute Morgen um V27 Uhr das mit Mehl beladene Schiff eines Schiffers von Gernsheim- Das Schiff kam von Nierstein, wo es sehr früh weggefahren war und

war dasselbe bereits unter der Brücke durchgetrieocn, als das Hintertheil des 6000 (Str. haltenden Fahrzeuges auf den Rost eines der Bi ückenpfeiler trieb, wodurch ein bebeutenDer Leck entstand und in kaum 10 Minuten saß das Schiff auf dem Grund, so daß nur noch die beiden Maste aus dem Wasserspugel heraussahen Der Schiffer hatte noch gerade Zeit, sein Geld aus der Cajüte heraus zu holen und seine Frau und seine Kinder in einen Nachen aufzunehmen; noch ehe er das Land erreicht hatte, war das Schiff bereits gesunken. Die Ladung des Schiffes, welche aus Mehl bestand, trieb bald rheinabwärts und war fast der ganze Rhein mit schwimmenden Mehlsäcken undSchiffs- trümmern besät; ein großer Theil des haoarirten Gutes wurde von Schiffsleuten und dem Brückenpeisonal gerettet. Wie wir erfahren, ist die Waare versichert, doch erleidet der Schiffer noch immer einen bedeutenden Schaden.

Berlin, 19. Juli. Von einem hiesigen vielbeschäftigten Arzte, der seines frischen Humors wegen allgemein beliebt ist, wird folgender hübsche Scherz erzählt. Es war einer Dame, welche häufig von den heftigsten Kopfschmerzen geplagt wurde, ein ft von einer Bekannten gerochen, sie solle sich, wenn das Leiden sich wieder einftelle, den Kopf ganz und gar mit Sauerkraut bedecken, da dies die auffteigenbe Hitze in sich aufnehme. Hoch erfreut ob dieses neuen, bis jetzt noch gänzlich unbekannten Mittels, befragte die Dame einen ihr bekannten Arzt, ob er besagtes Mittel wirklich dafür geeignet hielte. Bedächtig wiegte der Doctor fein Haupt hin und her und erst nach reiflichem Ueberlegen tönte es ernsthaft von seinen L'ppen:Ja, meine Gnädige, das Sauerkraut allem thuts nicht, wenn Sie nicht oben auf eine Bratwurst legen, wird das Mittel wohl wirkungslos sein."

sDen Geruch der Rosen zu conferöiren.J DasBull." des Gartenbauvereins zu Cote dOr veröffentlicht folgendes einfache Mittel: Man nehme ein luftdicht zu ver­schließendes Glas, lege auf den Boden desselben eine dünne Lage von den wohlriechendsten Rosenblättern und fülle so schichtenweise das Glas bis obenan voll, verschließe es dann so fest als möglich und hebe es an einem trockenen, wenig warmen Orte auf. Im Winter genügt es dann, dieses Glas zu öffnen, um in irgend welchem Raume den köstlichen Nosenduft zu verbreiten.

Gelnhausen, 20. Juli. Mittelst einer Stellangel fing gestern der Jagd­aufseher Erkrat dahier in der Kinzig einen Hecht, der nicht weniger als 24 Pfund wiegt. Trotzdem die Kinzig sehr fischreich ist, glaubt man doch, daß der Fisch durch das Hochwasser sich verirrt habe. Der Fisch hat die Länge eines Mannsarmes und einen Umfang, daß ein Mann feinen Arm in den Nachen stecken konnte. Wieder ist ein beklagenswerthes Unglück aus der Nähe zu verzeichnen. In dem benachbarten Roth ertrank gestern Abend der Musikus Engelhart von dort, wahrscheinlich durch eigene Unvorsichtigkeit, in der Kinzig.

Wiesbaden, 22. Juli. Vor längerer Zeit wurde von Herrn Auctionator Müller hier auf der von ihm geleiteten Versteigerung im Badehotel zumEnglischen Hof" ein einfaches tannenes Pult, für das sich sonst kein Liebhaber fand, für 3 Mark ersteigert. Wie es heißt, wurde in diesem Pulte am Montag ein Geheimfach gefunden. In letzterem lagen 5 Rollen versiegelter Papiere; nachdem die Siegel gelost waren, zeigte es sich, daß die Papiere holländische Staatspapiere aus dem Jahre 1814 sind, leber Schein lautet auf 1000 Gulben, in jeher ber 5 Rollen befinben sich circa 300 solcher Scheine. Wenn die Papiere ächt' sind und noch Cours haben, was bis jetzt noch nicht festgestellt ist, so ist der ganz coloffale Fund von 1500000 holländischen Gulden gemacht worden.

Langenschwalbach, 24. Juli. Gestern Nachmittag wurden die Leute in der Nähe der Herberschen Villa durch einen Schüfe und darauf ertönenden entsetzlichen Schrei tief erschreckt. Man eilte herbei, drang in das Haus und fand das Dienst­mädchen der Familie in feinem Blute liegen. Der junge Herber, ein Knabe von neun Jahren, hatte sich mit dem Mäochen, wie es scheint, überworfen, darauf das Gewehr seines Vaters genommen, es, wie man erzählt, geladen und die Unglückliche durch einen Schüfe niedergestreckt. Dieselbe lebte gestern Abend noch.

Hanau, 23. Juli. Der Cassirer einer hier bestehenden sogenannten Stein­kohlenkasse hat sich mit einem dieser Kasse entnommenen Betrage von nahezu 2OOO Mark heimlich von hier entfernt. In dem benachbarten Windecken wurde vor einigen Tagen ein älterer Einwohner verhaftet, welcher feine Frau Nachts im Bett überfiel und zu ermorden suchte. Auf ihre Hülfernfe waren Nachbarsleute herbeigeeilt und befreiten die Frau aus den Händen ihres zärtlichen Gatten. In Folge der Würg­versuche ist die Frau noch schwer erkrankt und leidet insbesondere an Krämpfen.

(Berliner Kraftausdrücke.) DerBär" veröffentlicht nachstehende Zusammen­stellung von Kraftausdrücken, die derrichtige Berliner" mit Vorliebe für'Abweisungen und Verneinungen gebraucht: Js nicht Hat sich wat! Wird nich perzappt! Na bet fehlte! Ick nu schon mal jar nich! Nu stabe nich! Dieses weniger! Det feilt mir jar nich (ober nich inn Traum) in! Nich sehn! Ick wer bir wat husten! Damit kommen Se mir nich! Det paßt mir nich! Damit ist' Essig! Den Zahn lafe bir man ausziebn! Bilbe bir feene Schwachheiten in! Det is nischt vor meinn Vater sein'n Sohn! Englisch umgekehrt: thats your sort, das ist etwas für Sie- Wenn de det denkst, denn bist de schief jewickelt! Da könntn jeder kommen! Davon nach neine! sd. h. nie). Ja Übermorien! (Und übermorgen sagt er wieder so) In einem Bums" stand früher angeschrieben: Guten Morgen! Willst Du borgen, Komm doch morgen. Speter pöteter! (Später peut etre.) Alle Dage is nich Sonndag, d. h. beute gibt cs das Gewünschte nicht-Er winkt Schippen" (b. h. er lehnt es ab) und sagt: Appelkuchen! Ja, Kirschkuchen! Ja, Kuchen! Da wirfte keen Jlück mit haben- Det zieht nich (übt keinen Einfluß auf mich). Gegensatz englisch: to take, ziehen, z. B. von einer neuen Oper. Du kannst dir ufn Kopp stellen (ick duht doch nich). Bleiben Se mir jewogen' (lassen Sie mich damit unbehelligt). Bei einer ©elbforberung: Ick kannt mir doch nich aus de Ribben schneiden! Stoß dir man nich (verrechne dich nur nicht!) Steck mann Plock zurück (mäßige deine Ansprüche); englisch: take down a peg or two. Auf die Frage nach irgend etwas antwortet man:Keene Ahnung", wenn man über die Sache nichts weiß. StattNichts" sagt man im blühenden Stil der Volkssprache: Keene Laus, nich de blasse Laus! Keene Spur! nich'n Schimmer! Englich: I have not Leen the colour of bis money (ich habe von seinem Geld (das er zahlen sollte) nicht die Farbe g sehen ) Nich de Bohne! Du verstehftn Dreck (gar nichts) davon. Keen Fester ist nich da, feen Salz, feen janischt Niemand!Det kann ja feen Schwein lesen." Nicht! Im jeringften janich- Det liegt janich drin.

[@tne Mordergrube.j In Palermo fommt demnächst ein Prozeß vor die Geschworenen, in welchem eine Bande von etwa 20Mafiosi" sich über ein Dutzend Mordthaten zu verantworten haben wird- Mafia heißt in Sicilien. was Camorra in Neapel, eine geheime Verbindung zu verbrecherischen Zwecken, welche mit Lift, Ein­schüchterung und Gewalt arbeitet und vor Allem die Genossen vor Entdeckung und Strafe zu schützen bemüht ist. In Palermo lebte eine ber Mafia angehörige Familie Namens Amoroso, bei ber man nicht recht wußte, woher ihr Vermögen und Unterhalt stamme. Es gehören zu derselben fünf Brüder, welche offen Gärtnerei und Gemüse­handel, im Geheimen jedoch bas Mörberhandwerk betrieben. Sie lockten, wenn es ohne augenfällige Gefahr anging, bie Verkäufer von Gemüsen oder andere Personen tn ihre Behausung, brachten dieselben um und verscharrten sie in einem anflatzenden Grundstücke oder wo es sonst leicht angmg. Einer ihrer Helfershelfer, ein unter Polizei­aufsicht stehender Mensch, wurde nun vor einiger Zeit seiner schlechten Aufführung wegen nach der kleinen Insel Farignana verbannt und hatte seine Frau an bie Brüder Amoroso verwiesen, welche ihr alle Monate eine gewisse Geldunterftützung zuwenden würden. Die Frau konnte jedoch von denselben nichts erhalten und Iheitte das in ihrer Nothlage dem Manne brieflich mit- Nun enthüllte dieser aus Rache das verbrecherische Treiben seiner geizigen Spießgesellen. Der Polizeid'-rcctor von Palermo liefe dieselben plötzlich festnehmen und dann in ihrem Garten Nachgrabungen vornehmen, wobei man, wie ein Bericht sich ausdrückt, so viele Leichenreste fand, als ob man ein Schlachtfeld aufgegraben hätte, darunter auch die Leiche eines Priesters, einer Frau und eines Kindes

Bei dem vor einigen Wochen in Meerane (Königreich Sachsen) vor­genommenen Abbruche her alten Stadtkirche und der darauf folgenden Versteigerung des gewonnenen alten Baumaterials u. s- w. kam auch die Kanzel alsaltes Holz" unter den Hammer. Ein dortiger Bürger kaufte die Kanzel für 6 Mark, nicht um daS Holz zu verbrennen sondern um sie hoch oben auf einem hölzernen Unterbau, zu dem eine Treppe führt auf feinem auf einer Anhöhe liegenden Grundstücke als Aussichtsthurm herzurichten. Die Kanzel, mit einem grünen Anstrich versehen, ladet von dort aus zwar nicht zum Beten, so doch zu einem herrlichen Fernblick in Gottes freie Natur ein.

sMutter Schulze.)Der Name mufe mir angeboren sind", erklärte eine I 54jährige Rixdorferin vor der 3 Strafkammer des Landgerichts Berlin I.Ick heefee egenilich Mutter Martin, aber überall ufn Marcht un wenn ick sonst meine Kunden