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fityrt hat. ^ dudavüsth, 21. Juni, wird den „Verl. Polit. Nachr." geschrieben: Keit Wochen hält der mysteriöse Fall Tisza-Eslür ganz Ungarn in Span- nuna und sind die Wandlungen dieser Angelegenheit ganz dazu geeignet, die Gcmüther nicht zur Ruhe kommen zu lassen. An die Mythe, daßdasEhnsteN' Mädchen Esther Solymossi zu rituellen Zwecken vom israelitischen Schächter geopfert worden wäre, glaubt kein vernünftiger Mensch, unerklärlich ift es aber bafe bie beiden Söhn- des Schächters gegen ihren Vater zeugen, obwohl - we man aus ganz authentischer Quelle erfährt - besonderes Augenmerk darauf adeat wurde daß die Aussagen dieser Zeugen ohne ein Merkinal von Pression m Stand kmnen Kurz und gut, das räthselhaste Loos der Verschwundenen ist Tn* immer nicht aufgeklärt, dafür aber wird eine falsche Esther Solymossi ast von Woche zu Woche bisher als Lebende und zuletzt als Leiche gefunden. A s inan "diese Woche einen halb verwesten Mädchenkörper mit den Kleidern der Verickiwundenen anqethan aus den Wellen der Theiß zog und m ihrem an die Land gebundenen Tuche noch Ueberbleibsel der Farbe fand, um welche ste auf ihrem letzten Gange in den Laden geschickt worden war, glaubte man das Räthsel endlich gelöst. Nun aber stellt es sich heraus datz es nicht d,e Leiche des Mädchens sondern eine fremde Leiche ist, wahrscheinlich schon als solche in's Wasser geworsen und in Kleider gesteckt, die ,enen ähnlich oder gar dieselben sind, welche das verschwundene Mädchen getragen hat. Wer da der Thäter ist, was seine Motive waren, laßt sich zur Stunde noch nicht bestunmen. Die antisemitische Partei benützt nun diese fortwährende Erneuerung derselben Angelegenheit und die damit verbundene Irritation der östentlichen Meinung,um aeaen die Juden zu Hetzen, in Brandfchriften, die zu Tausenden unter das Volt aeicknckt werden, und es ist wirklich ein Beweis friedlicher Anlagen, daß das Volk um Tisza-Eslär herum bisher sich trotz alledem auch nicht die kleinste Unordnung zu Schulden kommen ließ. Zmn Glück ist, der Schauplatz eme magyarsiche Gegend, eine slavifche Bevölkerung hätte sich schon langst zu That- lichkeiten hinreißen lassen.
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- Die Nachrichten hiesiger Morgenblätter, daß in der Angelegenheit der Ministerkrise bereits die Allerhöchste Entscheidung getroffen ser, bestätigt sich mcht. Das Entlassungsgesuch des Finanzministers bildet zur Zett noch Gegenstand der Verhandlungen von Ems aus, wo bekanntlich der Kaiser augenblicklich wei t , allerdings wird aber für die nächsten Tage schon eme Entscheidung erwartet. Die Combinationen über den Nachfolger des Ministers Bitter mehren sich wenngleich nach wie vor der Staatssecretär im Reuhsschatzantt Herr Scholz m erster^Neihe hierbei steht. So wird von einer Seite daran festgehalten, daß Mrst Bisinarck selbst die oberste Leitung des Finanzministeriums memgstens für die Zeit übernehtnen würde, als die Fiaanzreform im Vordergründe e). maßaebenden Kreisen findet diese Coinbmation übrigens keme Bestätigung.
1 Berlin, 25. Juni. Der Architect Paul Wallot m Frankfurt a. M. erbielt für seinen allgemeine Bewunderung erregenden Entwurf zum Neichstags- <. .. /'svvßttn • Mr Staat und Stadt") den ersten Preis Mit fast an Omstim- miakeit grenzender Majorität. Morgen werden von der Jury biejmigen Eitt- würfe welche angekauft werden sollen, ausgewählt. Die unentgeltliche Besichtigung der Entwürfe in dem provisorischen Kunstausstellungsgebaude findet voni 281 ^Straßburg"? 24.^Juni. Dem „Frkftr. Journ." wird von hier aus telearavbirt' Ich halte meine Nachricht von der Intervention des Kagers zu Gunsten^ der Verrufs stellen des Inhabers Braun in Münster trotz des Dementis in ihrem ganzen Umfange aufrecht.
England.
e 95 cjimt Der Observer" meldet aus Alexandrien vom
stÄ s «t ssm ÄSni sichert^werde da? die ^au? den Wasserwerken stationirten Geschütze mcht feuern. (Frkftr. Ztg.).
Türkei.
KonNantinopcl. 24. Juni. Anläßlich der officiellen Notification von . SStt Conferenz gab der Botschafter Graf Corti gegenüber dem Minister des Aeußern dem Bedauern Ausdruck, daß ein Vertreter der Türkei nicht zugegen gewesen und fügte hinzu, daß Konstantinopel als Conferenz- ort gewählt fei, um die Verhandlungen zu erleichtern und zu fordern.
Telegraphische Depeschen.
Wolff s telegr. Correfpondenz'Brrrearr.
25 Juni. Der heute stattgehabten großen Regatta wohnte Se. WterVaM der Veranda des Kursaales ben Der Ehrenpreise. Majestät wurde von der Frankfurter „Germaniabig 700 sperfonen
Berlin, 25. Juni. Eme Vormittags ftattgepabte Reichstag um
besuchte Aib-it-rv-rsamwlung, behuss ®^Ont06eit|ta?e§ wurde polizeilich uusgelöst Einführung eines gesetzlich geregelten Normalard g , $ Eonrad.
auf Grund des Soeialtstengesetzes wegen einer Red- de , wird aus Kairo
Frankfurt a. M., 25. Juni. Zer „Frankfurter ^enung w£)rin eT
gemeldet, der Khedlve habe einen offenen Brief an Ragh ^elc^e dem Handel und die massenhafte Auswanderung der Europäer beklagt, d ch^ ^ebiüe befiehlt die Wandel Egyptens ein großer Schaber‘ ber stuSf<&rettun0«t »om 11- Suhi
strengste Untersuchung zur Ermittelung der Uryeoer verworfen werden,
anzustellen. Dieselben sollen einer exemplarischen meIbet/ daß die vier
5 Marseille, 25. Juni. Ein Telegramm au ex „ Don ben „Messagenes Transportschiffe „Jnnon", „Correze , ,, Emigrirten an Bord sich auf dem
maritimes“ und der „Compagnie fraissinet mu
Wege nach Marseille befinden. be§ General-Gouverneurs von Odesfa
6 Petersburg, 25 Juni. Auf Anttag ^hodoxen Priestern und K.rchen- sind durch Synodalverfügung vom 16 d. Mis um Beilegung der Judenexceste dienern in den südrussischen Eparchreen, ^^hnungen verliehen wordni. — Das im Mai 1881 besonders verdient S^acht, ^ ^ Vabi Pgscha's, sich dem Befehle „Journal de St. Petersburg" meint., d»e W ^rung wdl bie Armee dagegen ser, des Sultans gemäß nach ^Herstellung geordneter Zustande tn Egypten
hinzuwirkm.b _ etger« veröffentlicht die durch kaiserlichen Tagesbefehl
- Der „Regierungsanzeiger v i Warschauer Gensdarmerie-Beznks
vom 24. ds. erfolgte Ernennungs des des Innern un er Zuzahlung
Generalmajors Orschewsky z b t>e§ Finanzministers besagt, daß die von ewigen zum Generalstab. Ein Eomutumq .^^z^nisterium beabsichtige auf den Export von Zeitungen gebrachte ^^^n, vollkommen unbegründet sei.
Getreide einen Zoll zu l 0 & Ruhe wieder hergestellt ist, werden
Alexandrren,
Aeutslylttud.
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mm Vorttag dm Staatsminister Frhrn. v. Starck, ben Munst-nalprasid-nt @^leieÄ9abt,@M.3un^ der Großh. Staatsminister Frhr.
„ StaTck si" a-st-rn nach mehrwöchiger Abwesenheit wwöer hier emgetroff m
Berlin 23. Juni. Soeben ist dem englischen Parlammte em neues ?3°Äai reicht Trotzdem^ ^«(ato'SS 3 M-Lg^e E sfe «st orientalischen Aspirationen der aUiirten Republik, verdient aber Beachtung als Beitrag zur Klärung — und vielleicht zur Vereinfachung der allgemeinen Situation, ^ne ^deutsame Nachricht überbringt uns der electrische Draht aus St Petersburg Graf Tolstop, der neue Minister des Innern, hat an die Gouverneurs des Czarenreichs ein Rundschreiben versendet, welches den elben die volle Verantwortung sür etwa fortgesetzte Judenverfolgungen aufburdet und alle Beamten mit strengster Ahndung bedroht, ivelche, un Widerspruch mit dem Geist und den Pflichten ihrer Stellung, sich fernerhin zu Werkzeugen der antl- femitifchen Agitation hergeben. Dieser Erlaß des Grafen Tolstoy wird, wie er dem Charakter und der Geschäftsführung des Ministers zur hohen Ehre^^ge- reickt auch nicht verfehlen, in der civilisirten Welt den besten Eindruck zu machen, welch' letztere, wie sie auch sonst über Berechtigung und Opportumtat der ioa Judenfrage" denken mag, den Abscheu niemals verheimlicht Hat , den ihr das Jgnatieff-sche Reeept zur Lösung jener „Frage" alleze t erweckte Hoffen mir daß es dem Grafen Tolstoy gelingen möge, den moralischen Bankerott zu redresstren, welchem sein Anttsvorgänger das russische Staatswesen entgegenge-
Bekanntmachung. r
1() JE lNKgeHK und Bienenzucht-Geräthen zu veranstalten
Gießen, den 24. Ium 1«»2. Boekmanm —
146 Dienstag den 27. Juni 18821
ii'hener Anzeiger Amis- imb Anzeigeblati für den Kreis Gießen.


