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Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen.
onntag den 22. Oktober
L882.
2L7. Erstes Blatt
Rachen nur höhere lauslich nUt Grütze der der Kinder A. M. 82 an.
hentlich ierhese? : bxped.
Bureau: Schulstraße 7. Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn.
u Durch bie Post bezogen vicrteliährlich 2 Mark 50 Pf.
Amtlicher Hheil.
Gefundene Gegenstände:
1 Knopf einer Haarnadel, 1 Handstauchen, etwas Geld (in ein Taschentuch eingebunden), 1 Schleppehalter, 1 Vorstecknadel, 1 Hunde-Halsband, mehrere Schlüssel. Gießen, den 21. Oktober 1882. Großherzogliches Polizeiamt Gießen.
Fresenius.
Das Deutschthum in Amerika.
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m. Darmstadt, 20. Octbr. Der Finanzausschuß der zweiten Kanimer wird am 1. November zur weiteren Vorberathung der den Ständen vorliegenden Steuergesetz-Entwürfe wieder zusammentreten. Dem Vernehmen nach sind vorerst einige Sitzungen in Gemeinschaft mit Vertretern der Großh. Regierung in Aussicht genommen.
Berlin, 19. Octbr. Die Verkehrsanstalten und Oberpostanstalten sind veranlaßt worden, am 31. d. Mts. festzustellen, welche Beträge an Reichsgoldmünzen , an Einthalerstücken, an Reichssilberrnünzen und an Reichskassenscheinen, nach den vier Geldsorten getrennt, unter ihren Geldbeständen an dem bezeichneten Tage bei Schluß der Dienststunde vorhanden sind. Das Ergebnis soll den vorgesetzten kaiserlichen Oberpost-Directionen unverzüglich mitgetheilt werden, welche sodann auf Grund der eingegangenen Anzeigen eine Hauptzusammenstellung anzufertigen und die in derselben sich ergebende Schlußsumme für jede der vorbezeichneten Geldsorten dem Rechnungs-Bureau des Reichspostamts bis zum 8. November d. Js. mitzuthellen haben.
Vußlarrd.
Petersburg, 19. October. Wie die „Neue Zeit" meldet, ist in der heiligen Synode vor Kurzem unter dem Vorsitze des Erzbischofs von Warschau, Leontius, eine Commission niedergesetzt worden zur eingehenden Berathung der Frage über die Theilnahme der Geistlichkeit an der Volkserziehung und zur Auffindung von Mitteln behufs Sicherstellung dieser Thellnahme.
in WorM irzeit- Äon ing.) - Ein Gedicht von nL.Woltze. lustige Ge- Der kleinste Rebe in die i’l. Mit drei rer. - Die iiß Freiherm iientisch: Ein
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TelMaphische Depesche«.
Wolfl'S ttlegr. Correspondenz-Bureau.
Baden - Baden, 20. Octbr. Se. Maj. der Kaiser nahm heute früh die regelmäßigen Vorträge entgegen und machte nach dem Dejeuner eine Spazierfahrt. Die Abreise Sr. Majestät ist für den 24. d. Mts. in Aussicht genommen. Auch Ihre Maj. die Kaiserin unternahm heute eine Ausfahrt
Karlsruhe, 20. October. Der Großfürst Nikola, Nikolajewitsch hat heute Mittag, von Baden-Baden kommend, dem Großherzoq einen Besuch abgestattet. 7
qjetCr«b«t8, 20. Octbr. Dem „Regier.-Anz." zufolge sind von der -u End- des Monats September, bei Militopol gestohlenen Summe von 301,941 Rubel, nachdem die verhafteten Räuber die Versteckstellen des Geldes angegeben haben, bereits 326,920 Rubel wieder beigebracht worden Nach den bisherigen Ergebnissen der Untersuchung stellt sich das Verbrechen als ein gemeiner Raub ohne jede andere Nebenbedeutung dar.
Kairo, 20 October. Dem Wunsche der britischen Regierung gemäß willigte die egyptische Regierung ein, Arabi einen englischen Vertheidiqer zu geben, unter der Bedingung daß die Vernehmung und das Kreuzverhör der Zeugen nicht m öffentlicher Verhandlung, sondern vor der Untersuchungs-Com- iiufflon stattftnde Die Schlußverhandlung des Proceffes wird erst nach dem Bairamfeste stattfinden. ' 1
™ ^«*"0 hat angeordnet, den englischen Advokaten
Broadlp und Napier heute Nachmittag eine Unterredung mit Arabi zu aektatten Es sind Verhandlungen im Gange, um das Proceßverfahren gegen Arabi fest- zrsetzen, eö soll darüber eine schriftliche Aufstellung gemacht werden um später n Schwierigketten vorzubeugen.
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In unserer Zeit, wo man in Folge der vervollkommneten Verkehrsmittel und Volk« immer näher gerückt steht und die Interessen der cultinirten m ntobe immer mehr zusammenwachsen, ist es gewiß wichtig, daß das Mutterland ück dann Mid wann einmal nach der Stellung erkundigt, welche die Millionen °üsaewanb«t-r Deutschen jenseits des atlantischen Oceans einnehmen. Wie nun d"üben^in Amercka M-s ,n fliegender Hast vor sich geht und in Folge des ungestümen V°rwSrtsd>^g-ns sie ungeheuren Länderflachen zu cultivircn . neben glanzvollen Blütheperioden auck J-Hre schweren Niederganges sich filmen, so ist es auch mit dem Deut chrbum tn fcrita ergangen. Lange galt der Deutsche als Vertreter des Deutsch,bumsnick s .» Amerika, obwohl bereits einige Staaten, wie Pennsylvanien, Illinois und Mickiaan Me unter sich zusammenhaltende deutsche Einwohner besaßen. Eine tieiar« ende Mderung trat in dieser Beziehung erst ein, als in den Jahren 1848-1854 ntele frei» r™&Unobi8Cb Ibilc deutsche Männer nach Amerika gingen und dort das geisttae und Mische Leben beeinflußten. So wurde denn in den Jahren 1855-1865 das Deuttck- chum in Amerika, zumal in den Vereinigten Staaten, eine Macht, die ganz wlsentlick ,ur Hebung dieser großen Staatenrepublik beitrug und zumal in dem großen Seeelllons- stiege den Nordstaaten zum Siege verhalf. B °Bcn toccel'lon®'
>< 3i Indessen einen wirklichen volitrschen Preis hatten sich die damals schon ackt J*- Millionen zahlenden Deutschen in den Vereinigten Staaten noch nicht erwerben können 16 St# K Deutschthum zeigte fogar einen Niedergang und die politische Macht blieben den I» Dnden der Amerikaner englischen Ursprungs, der Anglo-Amerikaner und Neu Eng" 211 Sj7 Alder oder Yankees. Einen gewaltigen Anstoß erhielt dann wieder das nationale ' 16 Dmisckthum in Amerika durch die glorreichen Stege Alt-Dmischlands übe'FrankrAch 9 Ö «.« die Epoche machende W ideraufrichtung des Deutschen Reiches. Diese Ere-gnisse s V>. itefen auch in den Deutsch-Amerikanern Begeisterung für ihre Nationalität bernar und '---nlaßten sie, energischer für dieselbe einzutreten. Deutsche Sprache deutsche SiÜen
und deutsches Leben wurde von jener Zrtt ab mehr denn je in Amerika gepflegt, es entstanden in allen bedeutenden Städten der Vereinigten Staaten deutsche Zeitungen, deutsche Vereine, deutsche Lesekreise, deutsche Turnvereine und vor allen Dingen mehr deutsche Schulen, die in dem deutsch-amerikanischen Lehrerbunde eine ganz ausgezeichnete Stütze haben.
Rechnet man nun den jährlichen Zuwachs an deutschen Einwanderern hinzu, so hätte man wohl annehmen können, daß die in den Vereinigten Staaten lebenden Deutschen, deren Anzahl sich auf mindestens zehn Millionen beläuft, nun doch einen in vielen Beziehungen maßgebenden politischen Einfluß gewinnen würden. Leider ist dies aber immer noch nicht in der für die Interessen des Deutschthums in Amerika wünschenswerthen Weise der Fall und zwar augenscheinlich deßhalb, weil die große Mehrzahl der in den letzten Jahren nach Amerika ausgewanderten Deutschen drüben nur Farmer in entlegenen Ländereien oder Handwerker und Taglöhner in den östlichen Industriestaaten geworden sind und es nur einem sehr kleinen Theile der deutschen Einwanderer gelungen ist, während der Periode der letzten zehn Jahre eine einflußreichere Stellung zu erringen. Beider stetig fortdauernden Einwanderung der Deutichen in die Vereinigten Staaten und der einflußreichen Stellung, welche die Deutsch-Amerikaner dort bereits eiuruhmen, ist indessen wohl anzunehmen, daß in Amerika noch einmal ein Neu-Deutschland mit seinen für das Mutterland günstigen wirthschaftlichrn Consequenz-.n entstehen wird.
K o - a l e
Gießen, 21. Oktober. (Sitzung der Stadtverordneten vom 19. Oktober.) Anwesend Herr Bürgermeister Bramm, Herren Beigeordneten Keller und Heß, von Seiten der Stadtverordneten die Herren: Bai st, Gail, Grüneberg, Han st ein. Hornberger, Kauf, Adolf Noll, Aug. Noll, Petri, Pfannmüller, Scheel, Schopbach, Vogt und Wortmann. — Die Rechnung der Löber'schen Stiftung, welche einen Vcrmögensstand von 48127,24 JL. ergibt, wird genehmigt. — In der Sitzung vom 5. Oktober wurde beschlossen, behufs Erwerbung des A d amt'scheu und Huyn'schen Geländes in der Bleichstraße das Expropriationsoerfahren etnzuleiten unter Festsetzung des Preises von 7 J4. pro lliKlafter und 300 JL Entschädigung für den Wegfall der Huhn'schen Seilerbahn. Herr Huhn ist, was den Preis des Geländes betrifft, einverstanden, beansprucht jedoch für den durch Wegfall der Seilerbahn entstehenden Nachtheil insgesammt 1000 JU Hierzu beantragt die Baudeputation die Bewilligung einer Entschädigungssumme von 500 JL und spricht sich andernfalls für Einleitung des Expropriationsversahrens aus der Basis von 300 JL Entschädigung aus. Die Versammlung erhebt diesen Antrag zum Beschluß; gleichzeitig werden die Herren Hoch und Kauf zu Mitgliedern der Localcommission gewählt. — Zur Verpachtung eines Grundstückes in der Schwarzlach auf ein weiteres Jahr an Friedrich Simon Wwe. wird Genehmigung ertheilt. — Herr Kaspar Vogel VI. hat gegen den Beschluß vom 5. Oktober d. I., nach welchem infolge eines Gesuchs des Herrn Rechtsanwalts Dr. Dittmar um käufliche Ueberlassung eines Stückes zwischen seinem und dem Besitzthum des Herrn Vogel gelegenen Geländes das letztere einer öffentlichen Versteigerung ausgesetzt werden sollte, Einsprache erhoben. Der dieserhalb von der Baudeputation gefaßte Beschluß, die ganze Angelegenheit zwei Jahre zurückzustellen, wird gutgeheißen. — Der sogen, kleine Schwarzlachweg soll ausgebessert werden. — Dem Gesuch des Fruchthändlers Herrn Löb Süß um Erlaubniß zur Anlage eines Luftschachtes wird Genehmigung ertheilt und betreffs des Gesuchs des Herrn Bäckermeisters August Noll um Beseitigung eines Canals b schlossen, dem Gesuchsteller zu eröffnen, daß die Stadt kein Interesse an dem Besitz des fragt. Grabens habe, es dem Gesuchsteller anheimgebend, die durch den Graben entstehenden Mißstände nach Benehmen mit den übrigen Anliegern des Grabens zu beseitigen. — Den eingereichten Beschwerden der Herren Balzer und Wilhelm Klee wegen der durch die Umpflasterung der Marktstraße hergestellten Wasserabführung nach dem Burggraben und dem damit verbundenen Nachtheil für die Pet.nten gegenüber tritt die Versammlung dem Anträge der Baudeputation bei, welche erklärt, daß diese Proteste als unbegründet zurückzuweisen seien. — Die Klageerhebung gegen den Ortsarmenverband Butzbach wegen Verweigerung der Erstattung von Pflegekosten für einen in dessen Bezirk erkrankten und nach hier abgeschickten Hilfsbedürftigen wird genehmigt. — Bezüglich des von der Gießener Freiwilligen Feuerwehr an Großh. Bürgermeisterei und von dieser an Großh- Kreisamt gerichteten Gesuches um Reorganisation der Pflichtfeuerwehr hat Großh. Kreisamt referibirt, daß die Reorganisation bisher noch nicht hat in Angriff genommen werden können, da der mit den Functionen des Branddirectors betraute Kreis-Ingenieur noch anderweitig zu sehr beschäftigt fei. Es wird hierauf beschlossen, die Errichtung einer Pflichtfeuerwehr bei Großh. Polizeiamt Gießen mit dem Antrag anzuregen, daß bei Ausarbeitung des erforderlichen Statuts die städtische Commission für das Feuerlöschwesen und die Hauptleute der beiden freiwilligen Feuerwehren zuzuziehen seien.
S e ? m i f 4 t
Offenbach, 16. Oktober. Daß unsere Landleute gegenwärtig sehr empfindlich unter dem Einfluß der Spekulanten und Fruchtwucherer leiden, ist bekannt, geradezu unerhört ist es aber, wenn man sich die soeben beliebte Methode der Kornmakler, Über welche uns aus vielen Nachbarorten Klagen zugegangen sind, naher ansieht. 5)tefe Herren konnten vor der Ernte gar nicht genügend Korn bekommen und Zahlten per Malter 20 und 22 JL: kaum war die Ernte eingebracht, fiel der Preis plotzIch auf 18 und 16 JL und eben wollen die Herren nur noch 13 und 14 Malter zahlen. In diesem Gebahren liegt Methode. Die Herren haben durch den Einkauf vor der Ernte das Bedürfniß der ersten Zeit gedeckt und darauf spekulirt, daß der Bauer feine neue Ernte um jeden Preis losschlagen müße, da seine Ackertermine fällig gewesen. In dieser Zwangslage muß der Landwirth seinen Vmrath hergeben, der Spekulant kauft billig ein, aber es fällt ihm gar nicht ein, sein Korn an die Müller oder Bäcker auch entsprechend billiger abzulassen. Daher kommt es^denn, daß, wahrend die Landleute über den niedrigen Preis des Kornes klagen, der Backer hohe Mehlpreise hat und der Brod-Consument sein Brod doch fast noch ebenso theuer bezahlen muß, al§ ^Frank7ü?t°a M," 16?&ftob«-’ Was ist bie Liebe? Diese Frage wurde au einen der zwölf jungen Leute, welche sich zu der unlängst stattgifundenrn Elniahrig- Fretwilligen-Prüsung gestellt hatten, gerichtet; doch weder der Gefragte, noch ferne Kollegen konnten sie nach dem Wunsche des Examinators beantworten, Kemer der jungen Leute dachte, daß hier etwas Anderes gemeint sein könne, als die süßen Gefühle


