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Telegraphische Depeschen,
Wolff s telegr. Correspondenz-Birreau.
Wiesbaden, 19. April. Se. Majestät der Kaiser ist heute Vormittag um 10 Uhr 20 Min. im besten Wohlbefinden hier eingetroffen und mit Bahnhose von dein Regierungspräsidenten v. Wurmb, dem Oberst v. Kayserlingk, dem Polizeidirector v. Strauß und dem Oberbürgermeister Lanz empfangen worden. Vom Bahnhofe aus begab sich Se. Majestät im offenen Wagen durch die festlich gefchmückten Straßen nach dem Schlosse, überall von der zahlreich herbeige- strömten Volksmenge mit enthusiastischen Zurufen begrüßt. Das Wetter i|t prachtvoll. . ,
— Großfürst Wladimir wird am Freitag zum Besuche der kaiserlichen Majestäten hier erwartet. — Zu dem ersten medicinischen Congresse, welcher heute unter dem Vorsitze des Professors Frerichs von Berlin hier zusammentritt, ist bereits eine große Zahl wissenschastlicher Autoritäten aus Deutschland und dem Auslande eingetroffen. '
Weimar, 19. April. Ihre Mas. die Kaiserin ist heute Abend wohlbehalten hier eingetroffen. ,
Dresden, 19. April. Der König ist hierher zuruckgekehrt und aus deni Bahnhofe vom Prinzen Georg und dessen Faniilie, den Ministern und der Generalität empfangen worden. . .
London, 19. April. In Folge einer Explosion schlagender Wetter m der Kohlengrube zu Tudhoe, unweit Durham, sind 35 Bergleute gelobtet, 6 Bergleute verletzt worden. .
Stockholm, 19. April. Die „Schwed.-Rorweg. Corresp." bezeichnet die durch die Zeitungen gehenden Gerüchte von einer deutsch-schwedijchen Allianz
als eine jeder Begründung entbehrende Erfindung. Von der offiaeHeti „Post-och iurikes tidningar" werden diese Aeußerungen der Correspondenz reproducirt.
Washington, 19. April. Der Präsident Arthur hat dem Congresse eine Botschaft zugehen lassen, in der er demselben die Frage der Zusainmenbe- rufung eines Congresses der amerikanischen Staaten unterbreitet, welcher in Gemäßheit der im vorigen Jahre von dein Staatssecretär Blaine erlassenen Einladung den Zweck verfolge, Kriege zu verhindern.
Berlin, 19. April. Das Abgeordnetenhaus erledigte eine größere Reihe Petitionen meistentheils in unerheblicher Debatte nach den Anträgen der Commission. Die Petition des Gutsbesitzers Mackvwinski-CMnikan auf Zulassung des Mansionars Gronkowski zur Ertheilung des Religionsunterrichts wurde im Widerspruch zu dem Anträge der Commission durch Uebergang zur Tagesordnung erledigt.
— Die „Prov.-Corr " sagt am Schlüsse eines „die parlamentarischen Aufgaben' betitelten Artikels bezüglich der kirchenpolitischen Vorlage, zu welcher, resp. zu den Vorschlägen des Abgeordnetenhauses das Herrenhaus sein Wort noch zu sprechen habe: Möchten alle Stellen, von deren Mitwirken das Gelingen abhängt, sich von demselben Gesichtspunkt wie die Regierung leiten lassen, nämlich unter Aufrechterhaltung der für den Staat unbedingt nothwendigen Befugnisse der katholischen Bevölkerung Preußens so viel Erleichterung für die Befriedigung des religiösen Bedürfnisses als vorläufig möglich zu verschaffen und dadurch den dauernden kirchlichen Frieden zu fördern-
Deutschland.
Darmstadt, 19. April. Se. Königl. Hoheit der Großherzog empfingen heute den Oberstlieutenant v. Prittwitz, die Rittmeister v. Hennings und v. Willich, den Premierlieutenant v. Gemmingen, den Prätat Schmitt, den Forstmeister Reiß, den Oberconststorialrath Linß, den Rendant Deiß, den Arresthausverwalter Walter, eine Deputation des Alterthumsvereins zu Worms, bestehend aus den Herren Dr. med. Münch, Gymnasiallehrer Soldan, Gymnasiallehrer Weckerling aus Worms und Dr. med. Köhl aus Pfeddersheim, den Stationsdiener a. D. Schwöbel aus Friedberg, den Oberstallmeister v. Rabenau, den | Hofjägermeister v. Werner; zum Vortrag die Geh. Staatsräthe Knorr und
— Se. Königl. Hoheit der Großherzog und Ihre Großh. Hoheit die Prinzessin Victoria werden am Sonntag den 23. d. Mts. nach England abreisen, um den Vermählungsfeierlichkeiten Sr. Königl. Hoheit des Herzogs von Albany mit der Prinzessin Helene von Waldeck beizuwohnen. Im Gefolge werden sich die Hofdame Freiin v. Grancy und die Flügeladjutanten Oberst v. Westerweller und Major Wernher befinden. ,
Berlin, 18. April. Zu den vier Handelskammern Hannover, Geestemünde, Aurich und Görlitz, welche Seitens des^Handelsministers mit der Auflösung bedroht sind, ist jetzt als fünfte noch diejenige von Hildesheim gekommen. Rian vermuthet in politischen Kreisen, daß die Angelegenheit im Abgeordnetenhaufe mit Rücksicht auf die neuesten Ministerialrescripte nochmals zur Sprache gebracht werden wird. t
Kastel, 18. April. Kaiser Wilhelm hat der armen katholischen Gemeinde des Dorfes Seiferts an der Rhön als Beitrag zu dem Bau einer neuen Kirche aus seiner Privatschatulle 4000 zuweisen lassen.
England.
London, 19. April. Der Attentäter Mac Lean wurde, als irrsinnig, freigesprochen.
Arankreich.
Paris, 18. April. In dem heute Vormittag stattgehabten Mini- fterrathe gab der Ministerpräsident Freycinet ein Exposä über den Gesetzentwurf, betr. die Herstellung eines Binnenmeeres in Südtunis.
Rußland.
Petersburg, 18. April. Rach einer weiteren Depesche des „Golos" aus Cherson von heute ist in Rowaja Praga die Ruhe wieder hergestellt; weitere Excesse haben nicht mehr stattgefunden. •
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Friedrich pröbel.
Der große Meister der Erziehungskunst wurde am 21. April 1782 im Pfarrhause zu Oberweißbach geboren. Er verlor früh seine Mutter; durch Entbehren und Vennissen mußte er lernen, weich' ein Schatz sür's Leben Mutterliebe ist. Seinen Wiegeliedern, „Mutter- und Koselieder" genannt, setzte er folgende Zeilen voran:
Was sinnig die Mutter wecket und pfleget Mit heiterstem Spiele und Lied, Was ihre Liebe schützend umheget Wirkt segnend fort bis in's tausendste Glied.
Und wieder läßt er die Mutter, im Anschauen ihres Kindes verloren, sagen: Wie klar in der Blume die Sonne sich malt, Die Seele so Deinem Gesichtchen entstrahlt.
Fröbel nahm den innigsten Zusammenhang zwischen Mutter und Kind an und sah in ihrer L>ebe, ihrem Beispiel die wichtigsten Faktoren in Betreff ferner Erziehung, die — so schrieb er — mit dem Tage seiner Geburt anfangen müsse. Eine früh beginnende, einheitliche Erziehung, welche Geist, Gemüth und Körper gleichmäßig umfasse und den Menschen zu dem mache, wozu er berufen sei, wie es in bem schlichten Liedchen heißt: Daß die Menschen schon auf Erden ivllten Gottes Kinder werden das war Fröbel's ganzes Sinnen, all' sein Thun und Streben, der Inhalt seines Lebens. b e ~oI Reihe der Philosophen hat er sich gestellt, er war ein Christ, nichts anderes, und das Christenthum die Grundlage für sein Erriehungssystem. Der Erlöser hatte gesagt: Lasset die Kindlein zu mir kommen und so machte es Fröbel zu seinem Wahlspruch: Kommt! laßt uns den Kindern leben! - Er woll e den innigsten Verkehr, nicht nur zwischen den Erwachsenen und Kindern, sondern in der schönen Kindheitsw-lt selbst. So schuf er den Kindergarten, der sich binnen einem halben Jahrhundert - schneller als die Buchdruckerkunst, ja schneller als Dampfboot und Eisenbahn - über die Erde verbreitet hat. Im fernen Osten, ln Jeddo, im äußersten Westen, in Mexiko, ist der Kindergarten kein Fremdling. Australien hat seine Kindergärten und dem hohen Norden, Petersburg, Schweden, Norwegen^fehlen sie auch nicht. In Europa find sie überhaupt schon langst eingebürgert, aber in Deutschland leider weniger gefördert, als z. B. in Belgien, Ungarn, der Schweiz, wo die Regierung danach sieht, daß, namentlich in größeren Städten, ja kein Mangel barQ” In dieser Kmderwelt nun sollte die einheitliche Entwickelung so geübt werben daß namentlich eine Vermittelung ober Verbindung ber Gegensätze erzielt mürbe, und »mar in bem Smne, mie Schiller sagt: Wo Starkes sich mit Zartem paaret, da gibt e§ einen guten Klang. Harter Sinn und weichliche Willenlosigkeit sollen nicht durch Schelten und Strafen ausgerottet, sondern zu schönem Gleichmuth und klarer feit geeint werden. Wissen und Können sollen nicht Geschiedenes, Getrenntes fein, sondern sich einen in allem Wallen durchs Leben. Der Verstand soll nicht einem voll- I gepfropften Treibhaus gleichen, neben bem als öde unbebaute ßaibe bas Gemüth liegt, I sondern Erkennen ,unb Fühlen, kräftiges Wollen und sanfte Mäßigung sollen sich die
®«™u!Tn®?uff4M"n^®mä6i6, @ntn,Mdu„, und bl.« M«lm °°n Gegensätzen wirken alle Fröbel'schen Spiele, keines ist bedeutungslos, keines zur leeren Tändelei ersonnen Aber bet allem Streben nach Gleichmäßigkeit d.r Entwickelung, nach Harmonie und klarer fester Regel hat Fröbel nie das weise Wort vergessen. Krau Freund ist alle Theorie, Grün ist des Lebens goldner Baum! Einheitlich sollte te sllkbuM «in a6.r »«run, nld>t minier individuell; jedem -Ini-Inen Kmbe und feiner Eigevlhümlichkeii das Verfahren angepaßi. welches man bei ihm in Anwendung bringen würde. ______
Lokale-.
«Heften, 20. April Ein Viehhändler von auswärts, welcher am vorigen Markt die Stad! nur die Abgaben für den Marktstand zu betrügen versuchte indem er en früheres unbrauchbar gewordenes Standzeichen, statt ein solches zu losen, verwendet, wird sich demnächst wegen Betrugversuchs zu verantworten haben.
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Ib.i uns durch inon t)'<r ä .Häuleuelkäufer, wnb fordern u lAüute mindest' u/, Kilo (irocke Hären uns bei versuchenden 4!
für anaebracht, der Regierung offenen Widerstand in dieser Angelegenheit ent- qeqenzusetzen. Offenbar wird der französische Klerus hierbei von tactrschen Erwägungen geleitet, doch ist auch nicht zu vergessen, daß un klerikalen Tager selbst starke Meinungsverschiedenheiten über die dem neuen Schulgesetze gegenüber einzunehmende Haltung herrschen, welcher Umstand dem Cabinet Freycmet natur- lick nur von Nutzen sein kann. c ,
J Die Italiener gehen anscheinend nut dem Plane um, nunmehr gleich andern Mächten Colonial-Politik zu treiben. Bisher besaßen sie an der Bai von Assab, am Rothen Meere, einen kleinen Landstrich , aus welchem flch italienische Colonisten ansiedelten und die kleine Colonie gedieh vortrefflich. Die italienische Negierung beabsichtigt nun, das Gebiet von Assab , das für den Welthandel außerordentlich günstig gelegen ist, zu einer großen italienischen Dauwfer-Station und einem Handelsplätze ersten Ranges zu erheben; außerdem gedenkt die italienische Regierung noch' weitere Landstriche am Rothen Meere sei es voii Egypteii, sei es von den „unabhängigen Sultanen jener Gegend zu erwerben
Die mannigfachsten Gerüchte über weitere Perfonalveränderungen in den Ministerien und der Diplomatie Rußlands durchschwirren noch immer die Luft. Namentlich darüber, ob die Stellung Jgnatteff s als Minister des Innern wirklich erschüttert fei, herrscht große Ungewißheit; es flnd daher alle Gerüchte von der beabsichtigten Ernennung Jgnatieff s zum russischen Botschafter in Paris vorläufig mit Vorsicht aufzunehmen.
Die langwierigen Verhandlungen zwischen der Pforte iuu Rußland bezüglich der russifchen Kriegsentfchädigung sind jetzt gänzlich zum Stillstand gekommen. Die türkische Regierung weigert sich nanientlich entschieden, russische Controleure in der Provinz oder bei der ottomanischen Bank zuzu aßen. Der russische Botschafter in Konstantinopel, Herr v. Novikofs, hat deshalb der Pforte erklärt, daß er, Da die Sache, wie er fehe, zu keinem Ende komme, mit deii russifchen Bevollmächtigten binnen Kurzem Konstantinopel verlassen werde, doch ist diese Drohung von der Pforte sehr kalt ausgenoinmen worden.
Wetzlar, 16. April. Das hiesige Reichskammergerichtsarchiv ist in ein Staats- nrrf.j„ umneinanbelt unb ber bisher mit ber commissarischen Verwaltung beffeiben betraut gewesene Archivar Dr. phil, Bernharb ©nbrulat von Düsseldorf hierher versetzt zum St?Msarchivar ernannt unb mit ben Geschäften bes Vorstehers bei bem neuen Slaat§$ neQUSra Sc^rnb' görtler. Der Antisemitismus hat ausgespielt. Herr gefunben. auf bie er gerechnet, unb wird nunmehr, wie das „K -I Bernhard bigfter Stelle erfährt, vom Schauplatz seiner That'gkeit abtrte • ^ar:rien flberfiebelu. Förster wirb in einigen Wochen Deutschlanb verlaßen un ö R^jse über
Er hat auch bereits einige dreißig Gesinnungsgenossen gefunb , $
bas Weltmeer mit ihm machen werben. ^mirnciD heriditen über
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einen von einem zehnjährigen Knaben an feinem o i ) » « .. c bient Die
Diorb, ber feiner Motive wegen bi. Aufmertf-mte, .
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ms ihm feine Giern befohlen. fein bve.iaftriceB
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