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tos. Erstes Blatt Sonntag den 20 August
1882.
ießener Anzeiger
Amts- und Anzeigcblatt für den Kreis Gießen.
r . . q, , . . <_ , ä VreiA vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringersohn.
WMtuNit Schulftraße B. 18. Erscheint täglich mit Ausnahme des Montag-. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mart 50 Pf.
Amtlicher HHeil.
Gefundene Gegenstände:
1 Taschenmesser, 1 Brille mit Futteral, 1 Sommerüberzieher, 2 Sonnenschirme, 2 Portemonnaies mit Inhalt, 1 Broche, 1 Sillscheid, 1 Windel, 1 Handstauchen, mehrere Schlüssel und Hundeblechmarken.
Gießen, am 19. August 1882. Großherzogliches Polizeiamt Gießen.
Fresenius.
Deutschland.
Darmstadt, 17. August. Aus der Nachweisung über die directen und indirecten Auflagen im Jahre 1880—81 ist niitzutheilen: Von 2,480,760 Posten directer Staatssteuern mit einem Betrage von etwa 71/2 Mill. wurden 269,837 Posten mit einem Steuerbetrug von 967,180 «X gemahnt. Daß hierbei Vergeßlichkeit die Hauptrolle gespielt, erhellt aus der Thatsache, daß es nur in 83,417 Fällen zu Pfändungen kam, ein Akt, der, nebenbei bemerkt, nicht nur pro forma vorgenommen wird. Zu wirklichen Verkäufen der aufgenommenen Pfänder brauchte nur in 3773 Fällen geschritten zu werden und es betrug die Zahl der uneinbringlichen Steuerposten im ganzen Lande 49,220 mit einem Steuerbetrag von 120,372 =/& — Wesentlich ungünstiger gestaltet sich dagegen das Verhältniß bei den indireeten Auflagen; hier wurden von 217,395 in Betracht kommenden Posten 31,503 mit einem Betrage von 379,818 Jl. gemahnt, sodann 9628 Pfändungen vorgenommen nnd erschienen gegenüber einer Soll-Einnahme von 1,929,713 an indireeten Auflagen 68,547 «X uneinbringlich.
m. Darmstadt, 18.* August. Der Bestand der Muthungen im Grobherzog- tbum Hessen beziffert sich nach den neuesten Mittheilungen der Großh. Centralstelle für die Landesstatistik Ende 1881 auf 483 gegen 502 zu Ende 1880. Von Ersteren entfallen auf die Provinz Starkenburg 114, auf Oberhessen 356 und auf Nheinhessen 13. Belehnungen bestanden Ende 1881 im Großherzoglhum 1213 gegen 1097 im Vor- jabre und zwar in Starkenburg 186, in Oberhessen 993 und in Rheinhessen 34. Den stärksten Zugang an Belehnungen in der Provinz Starkenburg in 1881 zeigt der Kreis Erbach tntt 23, in Oberbessen der Kreis Gießen mit 36 und in Rheinhessen der Kreis Oppenheim mit 6.
Berlin, 17. August. Dem soeben erscheinenden Quartalsberichte des Vereins der Eisengießereien und Maschinensabr ken im Oberbergamts-Bezirke Essen entnehmen wir: Unverkennbar herrscht auf dem Gebiete der Eisen- wie der Stahlindustrie eine große Thätigkeit und es werden quantitativ Massen hergestellt und gefördert, welche die besten Erwartungen von der fortschreitenden Entwickelung unserer Production weit hinter sich lassen Die Berichte von allen Werken, die für den inneren Jndustriebezirk arbeiten, conftötiren volle und reichliche Beschäftigung.
Schweiz.
Bern, 17. August. Wie die Kenntniß des Griechischen nicht überall als unumgänglich nöthiges Erforderniß für die Bildung des ärztlichen Standes angesehen wird, beweist die Verordnung über die eidgenössischen Medicinat- Prüfungen vom 2. Heumonat 1880. Nach derselben können die Schüler solcher höheren Real an st alten, deren Abgangszeugnisse zum Eintritt in das eidgenössische Polytechnikum ohne Aufnahme-Prüfung berechtigen, an den Universitäten von der Kenntniß des Griechischen entbunden werden, wenn jene Realanstalten zwei neuere fremde Sprachen in ihren Lehrplan ausgenommen haben. Man fürchtet also nicht, daß die ärztliche Ausbildung und Tüchtigkeit bei Kenntniß nur einer der alten klassischen Sprachen (des Latein) beeinträchtigt werden könnte. — (Ob wohl auch bei uns eine solche Anschauung endlich durchdringen wird?)
Frankreich.
Marseille, 17. August. Der frühere Präsident des egyptischen Mini- sterrathes, Riaz Pascha, welcher sich bisher in Genf aufhielt, ist heute, wie es heißt, einer Einladung des Khedive folgend, von hier nach Alexandrien abgereist. Dem „Petit Marseillais" zufolge soll Riaz Pascha sich dahin geäußert haben, er billige die englische Politik und vertraue auf die Erklärung Gladstone's, daß England nur die Herstellung des Status quo in Egypten beabsichtige. Egypten würde sich ein auswärtiges Protektorat niemals gefallen lassen, Arabi Pascha sei ein Abenteurer, den nach seiner Niederlage die verdiente Strafe treffen werde. _______________________
Telegraphische Depeschen.
Wolff's telegr. Eorresporrderrr-Brrreau.
Wien, 18. August. Der „Polit. Correfp." wird aus Konstantinopel gemeldet: Die Conserenz-Delegirten wären bereits inftruirt, gegenüber dem Wunsche der Türkei auf Fortsetzung oer Berathungen an der Vertagung der Conferenz festzuhalten.
Paris, 18. Augusts .Die Ruhe in Monceau les Mines ist wiederhergestellt. 20 Personen, meftz Fremde, wurden verhaftet.
London, 18. August. Beide Häuser des Parlaments haben sich heute nach einer kurzen Sitzung bis zum 24. October vertagt.
London, 18. August. Der Prinz und die Prinzessin von Wales mit Familie haben gestern die Reise über Vlissingen nach Wiesbaden angetreten.
Petersburg, 18. August. Das „Journal de St. Pötersbourg" sagt, wir setzen voraus, daß die Conferenz sich nicht trennen wird, ohne zu erklären, daß sie ausschließlich und allein competent sei, das Regime festzustellen, welches in Egypten eingeführt werden solle, und den Status quo ante wiedererstehen zu lassen.
Konstantinopel, 18. August. Das hier verbreitete Gerücht, der Premierminister Said Pascha habe seine Entlassung gegeben, wird als unbegründet bezeichnet. — Der kurdische Scheck Obeidullah, welcher hier wegen Agitationen an der persischen Grenze mternirt war, hat die Stadt heimlich verlassen.
Alexandrien, 18. August. Die Garde-Division ist heute früh von Ramleh hier eingetroffen und schiffte sich alsbald ein, um an den militärischen Operationen gegen Abukir theilzunehmen. An ihrer Stelle wird die zweite Division noch heute nach Ramleh abgehen.
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Gießen, 19. August. Dem heutigen Wetzlarer Anzeiger zufolge, welcher eine diesbezügliche Miliheilung bringt, wird beabsichtigt, am Fuße des Gleiberg eine Haltestelle der Berlin-Wetzlarer Bahn zu errichten. Für den Besuch des Gleibergs wäre dies jedenfalls von sehr günstigem Erfolg. ,
— In Groß-Linden gerieth gestern ein Kind von 4 Jahren nut der Hand in das Getriebe einer an der Dreschmaschine hängenden Häckselmaschine. Die Hand wurde derart zerfetzt, daß dem Kinde in hiesiger Klinik 4 Finger abgenommen werden '.mußten. Vorsicht bet dem Betriebe der Maschinen aus den Ortschaften dürste jedenfalls mehr obwalten.
Vermischtes.
Darmstadt. sLandwirthschastliche Landesausstellung.! Nachstehend br ngen wir das vorläufige Programm für die Jubiläumsfeier der landwtrthschastlichen Vereine im Großherzogthum Hessen zur Kenntniß unserer Leser. Samstag den 16. September, Nachmittags: Concert im Saalbau. Sonntag den 17. September: Generalversammlung des mittelrhetnischen Geometervereins und der hessischen Gartcnbau- vereine. Concert, Theater und gesellige Vereinigung. Montag den 18. September, Abends: Landwirtschaftliche Besprechung Im Ritsert'schen Saale, Vortrag des Wanderlehrers Wagner von Iserlohn über Futterbau. Dienstag den 19. September, Vormittags 10 Uhr: Delegirtenversammlung des Verbandes der landwirthschaftlichen Consumvereine im Darmstädter Hof. Gemeinschaftliches Mittagessen daselbst. Concert und Theater iFestvorstellung). Mittwoch den 20. September, Vormittags i/210 Uhr: Generalversammlung der drei landwtrthschastlichen Vereine des Großherzog- thums. Festdiner. Großes Concert mit Beleuchtung im Saalbau. Donnerstag den 21. September: Festessen mir den Preisrichtern in der Traube Nachmittags 4 Uhr. Concert in der Vereinigten Gesellschaft und Theater. Freitag den 22. September, Abends: Landwirthschaftliche Besprechung über die Ergebnisse der Vieh-Ausstellung hinsichtlich der Viehzucht Hessens im Ritsert'schen Saale. Concert. Samstag den 23. September: Generalversammlung des Pserdezuchtvereins und Vorführung der Gestütshengste. Theater Nachmittags 5 Uhr. Oeconomenball. Sonntag den 24. September. Gemeinschaftliches Men im Darmstädter Hof. Nachmittags Preisverthetlung mit Vorführung der Thiere. Großes Concert im Saalbau.
Frankfurt, 17. August. Gestern Abend fand zur Feier der Wiederkehr der nach Hamburg gezogenen Sanger und unter Zuziehung derselben der zweite Frauen- Commers in Sachsenhausen statt. Die Unterhaltung war sehr lebhaft, denn die Heimgekehrten wußten von ihren Erlebnissen in Hamburg gar viel zu erzählen.
AusKurhessen, 17. August. Vielfache Klagen kommen über das immer mehr überhand nehmende Zigeunerwesen. Die Gemarkung des Städtchens Aolkmarfen wurde kürzlich von einer 200 Mann starken Bande heimgesucht, welche ihre Pferde auf Wiesen und Aeckern weiden ließen. Die Volkmarsener organisirten schließlich eine Art Landsturm, der die Zigeuner vertrieb. Wie neuerdings das „Casseler Journal hört, hat am Samstag zwischen Hohenkirchen und Holzhausen (bei Dassel) eine kleme Schlachtstattgefunden. In Hohenkirchen soll Sturm gelautet worden sein. Mde Gemeinden haben die Zigeuner zwischen sich gehabt, die Zigeuner haben nicht weichen wollen und sollen hierbei die Bauern zu den Mistgabeln gegriffen haben. Heute Morgen wurde in Cassel ein Trupp zur Polizei geführt.
Bermersheim, 17. August. Kaum hatten sich die Bewohner unseres Dorfes von dem Schrecken des vorgestrigen Gewitters einigermaßen erholt undschon w eder sind wir in der Lage, unangenehme, noch schlimmere Nachrichten von gell. n gu be richten. Gerade um dieselbe Stunde, 3Vr Uhr Nachmittags zog em augensche nlich unscheinbares Gewitter am westlichen Hor^ont herauf. Niemand dachte daran, daß dasselbe seine Wassermassen wieder wolkenbruchartig zur Erde schütten wurde, und doch sollt- eine furchtbare Eatastrophe über unsere G-markunk' ^/"Inbrechen In ewem Nu standen wieder sämmtliche Ortsstraßen subhoch unt-r Wasser Betrug die Wayer- vo?geste?n in Bezua auf die Unterwassersetzung und Fortflößung des Bodens mitgetheilt
SnJnm r (Ar Lffem nur um so nachdrücklicher wiederholen. Aus dem be- nachbarten^Gundershelm wird uns berichtet, daß dort das Was,-r sogar in die Zimmer eingedrungen sein soll. Bundes.! Aus Westphalen schreibt man uns: Der nach- folgende außerordentlich merkwürdige Fall von scharfem Jnstinct eines Hundes dürfte Jh?e Leser und namentlich die Jagdfreunde unter denselben in -ressiren. Vor Kurzem wurde von einem westphLlischen Industriellen in Siegburg ein dreiiahriger schwarz-


