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Obermühle. ,

Gesuch der Gewerkschaft Schalter Gruben- und Hüttenvereni zu Bülmke um Erlaubnitz zur Verlegung der Ilsbach in der Gernarkuna Flensungen rc.

Beschwerde der Gemeinde Wohnbach und Eons wegen der Entwässerung o r

Fluren VI., VII. und VIII. der Gemarkung Wolfersheim

Wahl eines Mitgliedes der verstärkten Brandversicherungs-CommiiNon.

Samstag den 22. April:

5. Die Einstellung des sog. K rchenweges von Orleshausen nach Budmgen.

6. Ansinnen Gr. Kreisamtes Büdingen an die Gemeinde Büdingen wegen Lr- höhung des Gehalts des Stadtrechners Albrecht.

7. Klage des Ortsarmenverbandes Gelnhaar gegen den Ortsarmenveroand Conradsdorf wegen Unterstützung der Martin Moser Wittwe.

8. Klage des Ortsarmenoerbandes Nidda gegen den Landarmenverband Büdingen wegen Unterstützung des Andreas Abt

Gießen, 19. April, teilte Morgen 735 Uhr passirte Se. Majestät ,ber Kaiser den hiesigen Bahnhof und setzte die Reise um 8 Uhr nach Wiesbaden fort.

Wie unsere Leser aus dem amtlichen Thest des Anzeigers ersehen, hat Se. Königliche Hoheit der Großherzog zu bestimmen geruht, daß die hiesige Polizei- Verwaltung für die Folge den TitelPolizeiamt Gießen" suhrt.

(Sterblichkeit in Gießens In der Woche vom 9. zum 15. 2lpril hatten wir hier im Ganzen 9 Todesfälle zu verzeichnen, wovon wieder der größte Thest auf Kinder entfiel nämlich 6. R rei von den Kindern lebten in Folge angeborener Schwache nur kurze Reit. Von 4 Kindern im 3. bis 8 Lebensjahre starben 2 an Diphtherie, ems an Scrophelsucht, eins an Keuchhusten. Die drei verstorbenen erwachsenen Personen erlagen sämmtlich Lungenentzündungen. G

Freitag den 21. und Samstag den 22. d. Mts. finden öffentliche Sitzungen Provinzialausschusses statt. Es kommt zur Verhandlung:

Freitag den 21. April:

1. Beschwerde des L. Steller auf der Obermühle bet Hungen gegen eine Verfügung Gr. Kreisamts Gießen wegen Erhöhung des Wehres bei der

Hanau, 16. April. Bei keinem Zweig der Landwirthschaft werdeni dem Land- wirth so ost unerwartet, ja, im wahren Sinne des Wortes über Nacht dieschonst . Hoffnungen auf eine gesegnete Ernte vernichtet, als gerade bei der, ObÜki ttur- D großen Lück.n, welche die beiden vorletzten kalten Winter m den Obstbaumpflanrung gerissen haben, sucht der Landmann mit verdoppelt>m Ester auszusüllen, um mt Zeit auf den früheren Bestand von Obstbäumen zu kommen damit. er darini wieder eme Quelle des Wohlstandes und reichlichen Lohn für lahrelangen Fleiß und Muhe rinde. Noch n.e waren die Aussichten auf eine reiche Obsternte günstiger als 'n diesem Frühjahre. Die sämmtlichen Steinobstarten und verschiedene B'rnsorten standen bereits in einer Blüthenpracht, wie man sie voller und reicher n'chi denken kann. Doch in unserer Gegend nicht seltenen schlimmen Nachtfröste haben namentlich m der Nacht vom 11. auf d n 12. April, wo das Thermometer auf 67« unter Null sank, alle Hoffnungen vernichtet. Auch der Weinstock hat theilweise schwer gelitten; welchen Schaden die spater blühenden Obstarten genommen haben, laßt sich noch mcht ubersehm^riin fur(ofer $ovfa[i versetzte, wie derB. B.-C" erzählt, am Mitt­woch Abend die Passanten der Alsenbrücke iu Aufregung. »Kutscher, anhalten, rief mit lauter Stimme ein Mann, der wenige Minuten vorher m der Karlstraße mst einer schwarzgekleideten, verschleierten Dame eine Droschke bestiegen hatte. Der Kutscher

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_ Wegen Beschimpfung einer Einrichtung der christlichen Kirche ist gestern der Redacteur desDeutschen Montagsblattes", Dr. Levyfohn, zu 14 Tagen Gefängniß verurtheilt, diese Strafe jedoch als Zusatzstrafe zu einer dreimonat­lichen Gefängnißstrafe, die der Verurtheilte noch zu verbüßen hat, auf eme Woche herabgesetzt worden. DasDeutsche Montagsblatt" hatte dem Pariser Intransigeant einen Artikel entnoimnen, in dem Gambetta mit Christus ver­glichen und ihm bei einem Banket Worte in den Mund gelegt waren, welche der Priester bei Spendung des heiligen Abendmahls anwendet.

Straßburg, 17. April. Zu dein vom elsaß-lothringischen Landesaus- schusse in seiner letzten Session bewilligten provisorischen Landesausschuß-Gebäude ist am vergangenen Freitag der erste Spatenstich erfolgt. In dem provisorischen Gebäude, welches außer dem Sitzungssaal für das Plenum nur die nothwen- digen Nebenräumlichkeiten, ein Arbeitszimmer für den Staatssecrätär, ein Be- rathungszimmer für die Regierung, vier Commissionszimmer re. erhalten wird, wird auch zum ersten Male im elsässischen Parlament eine Zuhörer-Tribüne herqestellt werden, nachdem bisher bekanntlich die Sitzungen dieser Körperschaft unter Ausschluß der Oeffentlichkeit stattgefunden hatten. Die Fertigstellung dieses provisorischen Gebäudes ist noch im Laufe dieses Sommers zu erwarten; es steht aber auch zu hoffen, daß in der nächsten Landesausschuß-Sesfion die Mittel für ein der Würde des Reichslandes entsprechendes definitives reichslän­disches Parlamentsgebäude bewilligt werden, und daß damit ein wichtiger Schritt auf dem Wege geschieht, der das reichsländifche Parlament denen der übrigen deutschen Bundesstaaten gleichstellt.

England.

London, 16. April. Die Königin von England, welche sich in Bientone aufhält, hat die berühmten schönen Anlagen von Monte Carlo mit keinem Fuße betreten und einen prächtigen Blumenstrauß, der ihr von dem Besitzer der Spielbank gesandt wurde, nicht angenommen. Sie billigt die Bemühungen des internationalen Vereins zur Unterdrückung dieses letzten Schlupfwinkels des hohen Glückspiels in Europa. Präsident dieses Vereins ist der durch feine großartige Wohlthäügkeit berühmte Herr Henry Thompson. Der Verein, dessen Hauptsitz London ist, beabsichtigt, nachdem er von der italienischen und französischen Re­gierung Beweise der Sympathie erhalten hat, sich auch an den deutschen Reichs- tanzler zu wenden Da fortwährend Selbstmörder aus allen Nationen Europas dem Spiel von Monaco zum Opfer fallen, so haben alle Regierungen ein In­teresse an der Unterdrückung dieses öffentlichen Aergernisses. Von den Freunden des Spiels wurde unlängst die Nachricht verbreitet, der Fürst von Monaco sei kürzlich in Paris gewesen und habe Herrn v. Freycinet erklärt, wenn man das Spiel aufheben wolle, so werde er den Rest seines Ländchens, dessen größten Thell er vor 20 Jahren Napoleon III. für 4 Millionen abtrat, an Rußland oder Nordamerika verkaufen, worauf dann der französische Minister beschlossen habe, von allen Schritten gegen das Spiel von Monte Carlo abzustehen. _ Alles das ist erfunden. Die einzige Schwierigkeit der Sache ist die zweifelhafte Stellung des Fürstenthums Monaco. Es wurde 1875 unter italienischen Schutz gestellt. Jetzt ist es rings von französischem Gebiet umschlossen, aber Kaiser Napoleon 111. hat versäumt, sich bei der Abtretung von Nizza von dem größeren Theil des Fürstenthums das Schutzrecht übertragen zu lassem Indessen, wenn Italien und Frankreich sich vereinigen und die übrigen Staaten sie unterstützen, so wird der Fürst von Monaco sich der Aufhebung des Spiels schwerlich wider­setzen können. Uebrigens ist der Fürst gar nicht in Paris gewesen, sondern nur sein Sohn, der durch seinen Ehescheidungsproceß bekannte Prinz, der sich auf der Durchreise nach.England kurze Zeit in Paris aufgehalten hat.

Italien.

Nom, 16. April, lieber die Audienz des Prinzen Heinrich am 12. ds. in Rom beim Papst Leo XIII. im Vatikan berichtet dieOsservatore Romano" wörtlich folgendermaßen: Heute um 12 Uhr Mittags begab sich Prinz Hein­rich von Preußen, Sohn des deutschen Kronprinzen, in den apostolischen Palast Vatikan", um Sr. Heiligkeit, unserem Herrn Papst Leo XIII., seine Ehr­erbietung zu bezeugen. Se. Hoheit war begleitet von Sr. Excellenz Herrn v. Schlözer, Geheimerath des deutschen Kaisers, vom Fregatten-Capitän Baron v. Seckendorff, dem Linienschiffs-Lieutenant v. Heeringen und Stabsarzt v. Braun, welche sänuntlich ihre Uniform angelegt hatten. Se. Königl. Hoheit gingen den Mitgliedern des päpstlichen und weltlichen Hofstaates, sowie den Herren derGeheimen Kammer" Sr. Heiligkeit unter Beobachtung des üblichen Ceremoniells entgegen; beim Durchschreiten der Vorzimmer erwiesen die dort aufmarschirten Truppen dem Prinzen die militärischen Ehren. Der heil. Vater empfing den Prinzen äußerst liebevoll, indem er sich längere Zeit mit demselben unterhielt. Nachher gestattete Se. Heiligkeit die Zulassung des Gefolges, dessen Mitglieder dem Papst vorgestellt wurden, Nach Aufhebung der Audienz wurde der Prinz mit gleichem (Zeremoniell wieder bis an die Schwelle der päpstlichen Gemächer geführt, von wo denselben der päpstliche Ober-Ceremoniennieister und die Schweizergarden in die Residenz des Kardinal-Staatssecretärs Jacobini be­gleiteten, welcher ihn mit den üblichen vorgeschriebenen Ehrenbezeugungen empfing. DerFracassa" meldet, daß fünf als Soldaten verkleidete Briganten bei Caccamo in Sicüien den Generaldirector der sicilianischen Bank, Notar Bartolo, entführten und 75,000 Lire als Lösegeld verlangen.

Außkand.

Petersburg, 16. April. Der neu ernannte russische Minister des Auswärtigen, Herr v. Giers, hat seine Laufbahn im ConsulatSdienste begonnen. Er war zunächst als Secretür dem Consulate von Jassy beigegeben und wurde von da nach Bukarest versetzt, wo er zum Generalconsul vorrückte. Sein Uebertntt zur Diplomatie erfolgte mit seiner Ernennung zum ersten Botschafts- secretär in Konstantinopel. Darauf erhielt er den Gesandtschaftsposten zunächst in Teheran, und dann in Bern, wo der jüngere Gortschakofs an seine Stelle trat, als Giers als Gesandter nach Stockholm ging (1872). In Schweden wachte er sich durch die Tüchtigkeit seiner Dienstleistungen so bemerkbar, daß er nach dem Tode des 'Ministergehilfen im Auswärtigen Amte, Westmann, nach Petersburg berufen wurde, wo er zunächst die Stelle eines Directors des asia­tischen Departements bekleidete (1875). Von da an ist seine Laufbahn bekannt. Herr v. Giers steht in verwandtschaftlichem Verhältnisse zum Fürsten Gortscha- koff, dessen Nichte, eine Prinzessin Kantakuzener, er geheirathet hat. Er ist schwe­dischen Ursprungs, aber seine Familie ist längst völlig russificirt. Zwei seiner Brüder nehmen im Staatsdienste geachtete Stellungen ein, einer seiner Söhne

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ist Legatioussecretär. Herr v. Giers wird als ein kenntnißreicher, befähigter, gewissenhafter Mann und als sehr fleißiger Arbeiter gerühmt.

Amerika.

New-Hork, 16. April. Da die Pankees in den Vereinigten Staaten der ChinJen-Einwanderung Schwierigkeiten bereiten, wendet sich dieselbe nach British-Nordamerika. Eine Depesche aus Victoria meldet, daß am 3 April zwei Dampfer, mit 3000 chinesischen Auswanderern an Bord, von Hongkong nach Victoria absegelten. Die Chinesen sollen nach ihrer Ankunft an dem Bau der canadischen und Pacisic-Eisenbahu beschäftigt werden.

Telegraphische Depeschen.

Worff's telegr. Correspondeirz»Bureair.

Berlin, 18. April. Das Abgeordnetenhaus erledigte eine Reihe klei­nerer Vorlagen und beschloß, zur Denkschrift über die Ausführung des Noth- standsgesetzes in Oberschlesien die Regierung um Beschleunigung der Regulirung der oberen Oder von Oderberg bis Kofel zu ersuchen.

DerReichs-Anz." macht bekannt, daß die unmittelbare telegraphische Verbindung zwischen Deutschland und Amerika in Folge der Kabel-Legung zwi- scheil Emden und Valencia (Irland) hergestellt ist und am 23. ds. für den all­gemeinen Verkehr eröffnet wird. Die Telegramm-Gebühren ermäßigen sich damit um ein Viertel des bisherigen Betrages.

In der am 17. ds. unter dem Vorsitze des Staatsministers v. Böt­ticher abgehaltenen Plenarsitzung des Bundesraths nahm die Versammlung Kenntniß von der Ernennung und dem Ausscheiden mehrerer Bevollmächtigten zum Bundesrath. Dem Entwürfe einer Verordnung, betr. die Verwendung giftiger Farben zur Herstellung von Nahrungsmitteln, Genußmitteln und Ge­brauchs-Gegenständen, wurde in der oon den Ausschüssen beantragten Fassung die Zustiimnung ertheilt. Die Versammlung beschloß sodann, den Entwurf eines Gesetzes, betr. die Fürsorge sür die Wittwen und Angehörigen des Reichsheeres und der kaiserlichen Marine, sowie mehrere Eingaben von Privaten den zustän­digen Ausschüssen zur Vorberathung zu überweisen.

München, 18. April. Die Kammer der Reichsräthe hat heute mit allen gegen 10 Stimmen den Beschluß der Abgeordnetenkammer betreffs der Tegernsee'er Erklärung abgelehnt.

Neapel, 18. April. Großsürst Wladimir tritt heute Abend seine Rück­reise nach Petersburg an und begiebt sich zunächst nach Deutschland.

Petersburg, 18. April. Wie ein Telegramm desGolos" aus Cherson vom 17. ds. meldet, sind in den Ortschaften Beresnegowatoje und Wissunsk im Kreise Cherson am 10. und 11. ds. Ausschreitungen gegen die jüdischen Einwohner vorgekommen, doch beschränkten sich dieselben auf das Ein­werfen der Fenster. Plünderungen 'haben nicht ftattgefunden, auf Grund aus dem ersteren Orte weiter eingetroffener Nachrichten sind aber Maßregeln zur Entsendung von Truppen getroffen woröen. Auch in Dubaffu sind am 12. ds. Ruhestörungen vorgekommen, so daß Truppen dorthin entsandt wurden; ein dortiger jüdischer Bewohner ist an den erlittenen Mißhandlungen gestorben. In Nowaja Praga erhob sich gestern gleichsalls ein Tumult, indem eine zahlreiche Volksmenge damit begann, Schenken, Buden und Häuser, welche den Juden ge­hörten, zu demolireu. Zur Wiederherstellung der Ruhe wurden Truppen aus Elisawetgrad beordert.

Washington, 18. April. Das Repräsentantenhaus hat nnt^ 201 gegen 37 Stimmen die Bill, welche die Einwanderung der Chinesen auf 10 Jahre suspendirt, angenommen.

Lokales.