gebracht, darunter einige schwer Verletzte. Es sollen an der Unglückstelle an 40 Mann beschäftigt gewesen fein.
München, 16. Septbr. In Der heute Morgen um 8 Uhr eröffneten electrischen Ausstellung ist fast Alles vollendet. Einzelne Parthien sind großartig. — Nach dem Rundgang des Prinzen durch die Ausstellung fand in dem daselbst befindlichen Theater eine Darstellung lebender Bilder mij brillantem Erfolge statt. Die Lichteffecte sind blendend.
Wilhelmshaven, 16. September. Se. K. Hoheit Prinz Heinrich ist als Vertreter Sr. Majestät des Kaisers zu der Enthüllung des dem Prinzen Adalbert gewidmeten Denkmals gestern Nachmittag hier eingetroffen und durch die Admirale Berger und Gras Monts, den Oberpräsidenten von Leipziger, den Geheimen Rath Erdmann, Vertreter des Großherzogs von Oldenburg, den Bürgermeister und den Magistrat empfangen worden. Se. K. Hoheit hielt alsdann unter dem Donner der Salutbatterie und unter den jubelnden Begrüßungen der Bevölkerung seinen Einzug durch die prächtige, von der Stadt erbaute Ehrenpforte und die festlich geschmückten Straßen nach seiner Wohnung im Gebäude des Stationschefs. Heute früh brachten die Bürgergesangvereine Sr. K- Hoheit ein Ständchen dar. Das Wetter ist prachtvoll, der Fremdenzufluß vom Lande und der See her ist ein großer.
— Die feierliche Enthüllung des Prinz Adalbert-Denkmals fand heute Mittag um 12 Uhr in Gegenwart Sr. K. Hoheit des Prinzen Heinrich, des Ehefs der Admiralität, der Spitzen der Civil- und Militärbehörden und des Seeoffiziercorps statt. Unter dem Donner der Kanonen von den Kriegsschiffen und den Landbatterten fiel auf einen Wink Sr. K. Hoheit die Hülle, die Matrosen und Seesoldaten, welche im Paradeanzug das Denkmal umstellt hatten, präsentirten das Gewehr, während die Musik die Nationalhymne spielte. Viceadmiral Bätsch hielt die Weiherede und übergab schließlich das Denkmal der Stadt, Alsdann erfolgte der Stapellauf des Aviso „Ersatz Grille" von der kaiserlichen Werft. Der Prinz Heinrich vollzog im Namen Sr. Majestät des Kaisers die Taufe und nannte den neuen Aviso „Pfeil". Dem glänzenden Schauspiel wohnte eine zahlreiche Volksmenge bei, welche Se. K. Hoheit lebhaft begrüßte.
Dresden, 16. September. Se. Majestät der Kaiser hat sich mit dem König, der Königin und der Prinzessin Mathilde, Sr. K. K. Hoheit dem Kronprinzen, dem Großfürsten Wladimir und den anderen hier anwesenden Fürstlichkeiten heute Vormittag 9 Uhr 40 Min. vom Leipziger Bahnhof aus über Riesa zum Manöver des XII. Armeecorps begeben. Vom Schloß bis zum Bahnhof bildeten abermals dichtgedrängte Menschenmassen ein ununterbrochenes Spalier und begrüßten den Kaiser und die Fürstlichkeiten mit Hochrufen. Das Wetter ist prachtvoll. — Morgen Vormittag 10 Uhr gedenkt Se. Majestät der Kaiser dem Festgottesdienst in der evangelischen Hoskirche beizuwobnen.
Eisenach, 16. Septbr. Die hier heute versammelten deutschen Irrenärzte beschlossen, den Reichskanzler zu bitten, zu veranlassen, daß die Psychiatrie in die ärztliche Prüfungsordnung ausgenommen werde. Ferner wurde beschlossen, die Bundesregierungen zu ersuchen, auf die Pflege geisteskranker Sträflinge ihr Augenmerk zu richten.
Hesterreich.
Triest, 16. Septbr. Eine einem Reisenden gehörige Kassette, welche unter verdächtigen Umständen über die Grenze gebracht werden sollte, ist von der Bezirksbehörde bei Ronchi mit Beschlag belegt worden. Bei der Untersuchung fand man zwei Bomben, der Reisende wurde verhaftet.
Jrankreich.
Paris, 16. Septbr. Den Blättern, welche den Engländern jetzt große diplomatische Schwierigkeiten in Aussicht stellen, antwortend, schreibt das Gam- betta'sche „Paris" : „Im diplomatischen Sinne bestehe kein Europa, das sich zur effectiven Intervention in Egypten entschließen wollte. Das Princip der Unabhängigkeit Egyptens und des Suezkanals sei leerer Schall geworden und England werde ganz nach eigenem Ermessen handeln können. Gegenüber des fait accompli stehe Europa absolut entwaffnet da. Es bleibe nichts Anderes mehr übrig, als sich darein zu fügen. Wenn eine neue Concurrenz, die jetzt als blasser Schatten erscheine, zu Stande komme, so werde man dieselbe nur der Form halber zu Rathe ziehen; das englische Cabinet bleibe nichtsdestoweniger Herr seiner Akte." Nur tröstet sich „Paris" Damit, daß es gerade im Interesse Englands liege, mit der französischen Republik in engem Einvernehmen zu bleiben. Daß Unterhandlungen für eine neue Conferenz im Gange sind, wird von allen Seiten bestätigt. Rom soll als Conferenzort vorgeschiagen fein.
England.
London, 15. Septbr. Die Telegraphen- und Eisenbahn-Verbindung mit Kairo wird heute hergestellt, nachdem die Rebellen den großen Damm über die Bahn bei King Osman weggeräumt haben. Ein Zug mit arabischen Osfi- cieren, die sich ergeben wollen, ist nach Benha abgegangen, da Wolseley aus persönlicher Ergebung der höhern Osficiere besteht. Arabi Pascha wurde von bengalischen Reitern, welche sein Haus in Kairo umzingelten, festgenommen. Der Khedive wird nach seiner Ankunst in Kairo ein Tribunal zur Aburtheilung der Rebellenführer niedersetzen, wobei ihnen ein Anwalt zur Bertheidigung gestattet werden soll. Die Truppen in Kafre-Dowar werden augenblicklich entwaffnet, nachdem die Bedingungen der Uebergabe festgestellt sind. Eine Depesche Wol- seley's beziffert Die Zahl derjenigen, welche in Kairo capitulirten, auf 10,000. Die Zahl der englischen Verwundeten ist 300. Das hiesige Kriegsministerium telegraphirte gestern nach Chatham und Woolwich: alle Verpackungen der neuen Ballons seien einzustellen, sowie alle noch nicht abgeschickten Ballen auszupacken. Das ist der erste Befehl, welcher das nahe Ende des Krieges andeutet. „Pall Mall Gazette" vertheidigt übrigens die egyptische Nationalpartei gegen diejenigen, welche nach Arabi's Sturz behaupten, daß keine „Nationalpartei" existire.
London, 16. Septbr. General Wood besetzte Millaha und Kafre- Dowar. — Am Donnerstag nimmt die Börse in Alexandrien ihre Geschäfte wieder auf.
— Aus Kairo wird gemeldet: Einige Eingeborene, die des Mordes verdächtig waren, versuchten zu entfliehen und wurden darin durch den Pöbel unterstützt. Die egyptischen Soldaten dämpften indeß den Aufruhr, indem sie auf die Menge feuerten und dieselbe zerstreuten.
London, 16. Septbr. Verschiedene Morgenblätter melden, das Kriegsamt treffe bereits Anstalten für die Rückkehr der englischen Armee aus Egypten. — Die „Times" meint, Arabi sei ein politischer Verbrecher und müsse als solcher und nicht als gemeiner Verbrecher behandelt werden. England könne jetzt großmüthig handeln, doch dürfe Arabi nicht gestattet werden, in Egypten zu bleiben oder ein Asyl in Konstantinopel zu suchen.
— Sämmtliche Abendblätter melden ans Alexandrien, Millaha sei von allen Mannschaften der Aufständischen geräumt, dieselben hätten sich offenbar in ihre Heimathsorte zurückbegeben.
Rußland.
Petersburg, 16. Septbr. Das „Journal de St. Pötersbourg" sagt,
der Einmarsch der Engländer in Kairo sei eine Enttäuschung des muselmännischen Fanatismus, Der auf Uneinigkeiten unter Den Mächten gerechnet habe. Diese Enttäuschung werde eine noch stärkere werden durch eine Bestätigung des gegenseitigen Vertrauens, das unter den Mächten herrsche, sobald Europa über die neue politische Verwaltung Egyptens beschlossen haben werde.
Aegypten.
Alexandrien, 16. Septbr. Kurschid Pascha, Commandeur von Abukir, erklärte sich bereit, das Fort zu übergeben.
— Der Khedive beabsichtigt, sich nächsten Donnerstag nach Kairo zu begeben. — Das Ministerium Des Auswärtigen hat den Consuln ein Hinaus- schieben des Verfalltags für Handelswechsel vorgeschlagen. — Der Commandant von Damiette Abdellal soll über eine Streitmacht von 5000 Mann, aus Schwarzen bestehend, verfügen.
— Mahmud Barud: Pascha ist gestern Abend in Kairo verhaftet worden, als er sich mit einem Wagen nach Shubra begeben wollte. Ebenso sollen Hassan Pascha Cheri, Minister der Wakfs unter Arabi Pascha, und der ehemalige Director des Octroi in Alexandrien, Vartowley, verhaftet worden sein. Der Journalist Isaak Adid, Unterfecretär der Notabelnkammer, ist verbannt und an Bord eines Schiffes gebracht worden. — Dem Khedive zugegangenen Nachrichten zufolge hätte Abdellal, der Commandant von Damiette, es abgelehnt, sich zu unterwerfen.
— Die Entwaffnung der egyptischen Truppen in Kafre-Dowar wird noch im Laufe des heutigen Tages durch den General vorgenommen werden, dieselbe dürfte vor morgen nicht beendigt sein. General Wolseley hat das Palais Abdin in Kairo bezogen, wo der Khedive denselben eingeladen hatte, Wohnung zu nehmen. Gleichzeitig stellte der Khedive das Palais Kasr-en-Nuskha zur Verfügung des Herzogs von Connaught. Der englische Generalconsul Malet wird heute dem Khedive den General Harman vorstellen, welcher das Commando von Alexandrien übernehmen wird.
Alexandrien, 16. Septbr. Das Fort Aslan, welches eine halbe Stunde von Kafr-Dowar entfernt liegt, hat sich heute früh dem General Wood übergeben. Alsbald nach seinem Eintritt in das Fort frug General Wood, wo sich ein gewisser Porlucci, ein ehemaliger Offizier der italienischen Marine, befinde, der von dem Schiff „Kastel- fidardo" desertirt sei, um mit den Rebellen gemeinsame ^ache zu machen. Nach einigem Zögern wurde Porlucci in der Uniform eines egyptischen Offiziers vor den General Wood geführt, welcher denselben zu einem armirten Zuge schickte, der wm Schutze der behufs Ausbesserung der Eisenbahn engagirten Arbeiter in einiger Entfernung von Kafr-Dowar hielt. Darauf nahm General Wood die Unterwerfung der egyptischen Offiziere entgegen.
— Als die beiden Züge, welche heute Nachmittag von hier abgingen, um Kriegsgefangene von Kafr-Dowar hierherzubringen, in Kafr-Dowar anlangten, waren die Rebellen sammtlich verschwunden und hatten nur ein kleines Detachement zur Bewachung ihrer Waffen zurückgelassen. Die englischen Truppen besetzen gegenwärtig Kafr-Dowar- Das Artillerie-Lager zu Ramleh ist aufgelöst und die Marinesoldaten sind von dort zurückgezogen worden. Es geht das Gerücht, daß Damiette kapitulirt habe.
Türkei.
Konstantinopel, 16. Septbr. Trotz einer langen Audienz, welche Lord Dufferin gestern bei dem Sultan hatte, ist noch kein Einvernehmen betreffs der Militär-Convention hergestellt (!). In türkischen Kreisen schreibt man die Schnelligkeit der Unterdrückung der Rebellion Arabi's Der Proklamation des Sultans zu, welche einen zahlreichen Abfall Der Anhänger Arabi's herbeigeführt habe. Die Letzteren hätten vordem geglaubt, Arabi hanble gemäß Den Befehlen Des Khalifs.
Telegraphische Depesche«.
Wolff'S telegr. Eorresporrden^Burearr.
Dresden, 17. Sept. Se. Maj. Der Kaiser besichtigte heute Vormittag mit Dem König Albert Die neue Jägerkaserne unD Die Albertstadt, nahm dort die Parade seines sächsischen Grenadierregiments ab und dejeunirte später bei dem Officier-Corps desselben. Um 1 Uhr wird Se. Maj. der Kaiser eine Besichtigung der sächsischen Militärvereine abhalten, welche auf dem Alaunplatze Aufstellung nehmen. Se. Maj. der Kaiser und der König Albert wurden überall von der zahlreich anwesenden Bevölkerung enthusiastisch begrüßt. — Se. K. K. Hoheit Der Kronprinz wohnte dem Gottesdienste in der evangelischen Hofkirche bei.
— Se. Maj. der Kaiser begab sich heute Vormittag nach dem Dejeuner bei dem Officier-Corps seines sächsischen Grenadierregiments mit dem Könige und sämmtlichen Fürstlichkeiten nach dem Alaunplatze und besichtigte hier die in 4 Treffen mit ihren Fahnen und Musikcorps aufmarschirten 20,000 Mann starken Kriegervereine Sachsens. Endloser Jubel der Veteranen begrüßte und begleitete den Monarchen. Nachmittags besuchte Se. Maj. der Kaiser das Alberts- fest in dem königlichen Großen Garten und verweilte daselbst ca. 272 Stunde. Nach den glänzend gelungenen Auszügen unternahm Se. Maj. der Kaiser mit der Königin eine Umfahrt durch Die Dichtgedrängte Volksmenge, überall mit enthusiastischen Zurufen begrüßt. Der König folgte zu Fuß, vom Publikum ebenfalls jubelnd empfangen, ihm schlossen sich die übrigen Fürstlichkeiten an. Um 6 Uhr fand Hof täfel statt, an welcher außer den Majestäten sämmtliche hier anwesende Fürstlichkeiten, das Gefolge, die zum Ehrendienst commandirten Offt- ciere, die Minister u. A. theilnahmen. Vormittags hatte Se. Maj. der Kaiser noch das Atelier des Bildhauers, Prof. Schilling, besucht.
Alexandrien, 17. Septbr. Die Uebergabe von Abukir soll heute erfolgen; die Nachricht von der Kapitulation Damiette's bestätigt sich nicht.
Lokales
Gießen, 18. September. Gestern wurde in einem hiesigen Laden einer Bauersfrau das Portemonnaie mit 15 JL Inhalt entwendet. Der Dieb wurde in der Person eines befreundeten Frauenzimmers ermittelt und verhaftet: bis auf einige Mark, die schon verausgabt waren, wurde das Geld noch bei ihr vorgefunden.
— Ein hiesiger Einwohner hatte die unliebsame Bemerkung gemacht, daß seinem Gemüse- und Obstgarten in letzter Zeit von unbefugter Hand Besuche abgeftattet wurden. Er legte sich deshalb heute Morgen auf die Lauer, um den Besucher ubfassen zu können. Um 5 Uhr kommt rote gewöhnlich denn auch derselbe und erntet ein, aber diesmal weniger Obst als sonst etwas. Hoffentlich wird der Diebin das Handwerk vorerst gelegt fein.
r Vermischtes.
, ,... ®ei7 16. September Neuerdings ist die Einrichtung getroffen, daß die halbjährlich mit den Postleitheften erscheinenden 13 Ueberstchtskarten (mit Angabe der Postanstalten, der Eisenbahn-, Post-, Dampfschiffs- und Landbriefträger-Verbindungen und die Entfernung der Postorte von einander) von dem Publikum allgemein gegen Bezahlung durch Vermittelung der Postanstalten bezogen werden können. Die


