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bet inzwischen bekannt gewordenen Untersuchung machten noch mehrere Personen, die mit Löb in geschäftlichen Beziehungen standen, gleiche Anzeigen gegen denselben, worauf daS Gericht Veranlassung nahm, dessen sämmtltche Papiere und Bücher in Beschlag zu nehmen. Gleichzeitig war es zur Kenntniß des Gerichts gelangt, oaß Löb bei 'seinen diversen Schuldnern herumreise und dieselben zu bestimmen suche, günstig für ihn zu zeugen, weshalb das Gericht seine sofortige Verhaftung verfügte. Nach vorläufiger Sichtung der beschlagnahmten Papiere veranlaßte das Gericht etwa 50 Bürgermeistereien der Umgegend zur Vorladung von mehr als 200 Personen, die zu Löb tm Schultwerhältniß stehen. Bei einem großen Theil dieser Leute kostete es anfänglich viel Mühe, Auskunft über ihren Verkehr mit Löb zu erhalten; erst bei der Vorlage der Schuldscheine und Wechsel war ihnen gewöhnlich der Mund zu öffnen. Die Untersuchung ist noch lange nicht abgeschlossen, aber schon in 40 Fällen ist theils durch Zeugen, theils durch die Papiere und Bücher Material zur Erhebung der Anklage gegeben Wie sich aus den beschlagnahmten Büchern und Notizen ersehen ließ, bewegte sich der Procentsatz, den dieser „Handelsmann" bei seinen Geschäften nahm, zwischen 12 und 140 Procent. Wie verlautet, hat sich aus der Untersuchung auch Material zu gerichtlichem Einschreiten gegen mehrere Geschästsgenossen Löb's ergeben. Zur Führung der Untersuchung ist ein Landgerichtsrath von Mainz eigens hierher committtrt, der täglich mit der Vernehmung von Zeugen zu thun hat.
New york, 9. August, lieber die abnorme Hitze, welche zur Zett in Newyork herrscht, wird berichtet: „Es ist zu heiß, um zu leben; Jammer und Elend herrscht hier in jedem Hause. Worte können diese Hitze nicht beschreiben. Gestern starben in Folge der Hitze 194 Personen und zahllose Pferde."
— In Havre hat sich in der Nacht zum 1. ds. ein junger reicher Engländer Namens Georg Graham den Hals durchschnitten. In einem hinterlassenen Schreiben gibt der Selbstmörder das regnerische Wetter als Ursache seiner That an.
- DaS Reisen ist heutzutage Lebensbedürfntß, meinte der Bostoner Fabrikherr Jordan von der Firma Jordan, Marsh u. Co. Demzufolge veranstaltete er eine Lotterie unter seinen 3000 Angestellten und Arbeitern und führte die Glücklichen, welche die 25 Gewinnlose zogen auf seine Kosten nach Europa, um ihnen die alte Welt zu zeigen. Die Reisegesellschaft hat London bereits besichtigt.
— Ein humoristischer Zwischenfall spielte sich dieser Tage in Alexandrien ab. Ein Herr richtete ein Schreiben an den Admiral, worin er sich beschwerte, daß eine zum „Inflexible" gehörige Granate in seinem Salon liege und bat um deren Fott- schaffung. Der Admiral sandte den Brief an den Capttän des „Inflexible", welcher den Hochbootsmann und ein halbes Dutzend Seesoldaten an's Gestade schickte, welche die große Bombe unexplodirt in dem Salon des Schreibers vorfanden. Da Vorsicht in dem Umgänge mit dem gefährlichen Geschosse geboten schien, wurde nach einiger Ueberlegung folgendes Auskunftsmittel, um es an Bord des Schiffes zu bringen, ersonnen. Ein Federbett wurde herbeigeholt und die Granate fest darin eingewickelt. Dann wurde es sorgfältig die Treppe hinunter und zurück auf das Schiff gerollt.
— sEtne Wucheraeschichte.^ Aus Heidelberg wird eine Wuchergeschichte gemeldet, welche ihrer Großartigkeit und Frechheit wegen weiteste Verbreitung verdient. Ein dortiger Geldverlerher, vulgo „Cravattenfabrtkant", hatte, wie die „Köln. Volks-Ztg." berichtet, in den Jahren 1875 bis 1877 einem Studenten aus guter Familie nach und nach 6200 Mark geliehen, darauf aber Wechsel sich ausstellen lassten, die auf 60000 Mark sich belaufen. Die Wechselklage ist anhängig. Leider ist dem sauberen Geschäftsmann strafrechtlich nicht wohl beizukommen, weil die Bewucherung vor Einführung des Wuchergesetzes stattgefunden hat; civtlrechtlich aber wird sich die Sache hoffentlich doch noch etwas anders gestalten, als der menschenfreundliche „Geschäftsmann" es erwartet.
— Der Schwager eines Angeklagten gehört unter die Personen, welche, auch wenn die Ehe, durch welche die Schwägerschaft begründet ist, nicht mehr besteht, zur
Verweigerung des Zeugniffes berechttgt ist und welche vor jeder Vernehmung über ihr Recht zur Verweigerung des Zeugnisses zu belehren sind. Dieser letzteren Vorschrift muß, rote das Reichsgericht entschieden hat, bet jeder Vernehmung genügt werden, selbst wenn bei einer früheren Vernehmung der Zeuge, über das Recht der Zeugntß- verweigerung belehrt, erklärt hat, er wolle sich vernehmen lassen; denn der damals erklärte Verzicht kann als für die späteren Vernehmungen des Zeugen und namentlich für die Hauptverhandlung fortwtrkend, nicht gelten. Der des Rechtes der Zeugntßverweigerung ost unkundige Zeuge muß vor jeder Vernehmung hierauf htngewtesen werden.
Schisfsbericht. Mttgetheilt von dem Agenten des Norddeutschen Lloyd in Bremen, C. W. Dietz Nachfolger Gießen.
Bremen, 15. Auaust. Der Norddeutsche Lloyddampfer „Elbe" trat seine letzte Reise nach Newyork am 2. August, 2 Uhr 30 Minuten Nachmittags, an und kam am Freitag den 11. August, 1 Uhr Nachmittags, in Newyork an, hat demnach die Reise von Bremen nach Newyork, einschließlich des Aufenthalts in England, in weniger als 9 Tagen und somtt schneller als auf irgend einer vorhergehenden Reise gemacht.
Bremen, 16. August. Der Postdampfer Neckar, Capt. C. Pohle, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 5. August von Newyork abgegangen war, ist heute 9 Uhr Morgens wohlbehalten in Southampton angekommen und hat nach Landung der für dort bestimmten Passagiere, Post und Ladung 10V, Uhr Morgens die Reise nach hier fortgesetzt. Derselbe überbringt 152 Passagiere und volle Ladung.
Handel und verkehr.
Gießen, 16. August. Der gestern dahier abgehaltene Viehmarkt war sehr stark befahren. Es waren aufgetrieben: 1614 Stück Rindvieh und 270 Stück Schweine. Der Handel war lebhaft und standen die Preise bei Rindvieh denen des letzten Marktes gleich, die Preise bei Schweinen billiger.
Nächster Markt Dienstag den 29. und Mittwoch dm 30. d. Mts-, am letzteren Tage auch Krämermarkt.
Limburg, 16. August. Rother Weizen JL. 19.50, Weißer Weizen JL —. Korn JL 12.40, Gerste JL —, Hafer JL 9.35, Erbsen JL —, Kartoffeln .
Frankfurt, 16. August. Auf dem heutigen Markt kostete der Centner Heu JL 2.50—3.50, Stroh JL 1.50—2.00, Eier das Hundert JL 4.50—5.50, Stück 5 u. 6 Ä Butter 1. Qualität JL 1.25, 2. Qualität JL 1.10, Kartoffeln per Centner JL 2.50—3.50, .ausgek. Erbsen das Pfund 50 Buschbohnen per Pfund 8—12 \ Wirsing 8 H, Blumenkohl 15—50 H das Stück, 1 Hahn JL 1.00—1.50, 1 Huhn JL 0.00, 1 Poularde v*L 0—0.00, 1 Ente JL 1.80—2.00, 1 Taube 00 H, 1 Welschen JL 0—00, 1 Gans vtt 4.50-5.00.
frtontfiiri a. M., 17. August, Nachmittags 2 Uhr — Mn. (Telegraphischer Coursbericht. Mitgetheilt durch das Bankgeschäft Albert Kaufmann in Gießen.) Creditactien 273, Staatsbahnactien 2973/«, Galizier 277, Lombarden 125%, Nord- westbahnactien 183 Ve, Darmstädter-Bankactien 159v», Oberschlesische E.-B.-Act. 254Va, Oesterr. Silberrente 66, 4% Ungar. Goldrente 759/ie, 4% 1880er Russen 697/0, 5% 1877r Russen 86’/4, 2. Orient-Anleihe 567/8, Spanier —, 5% Rumänische Rente —, 4% Unific. Egypter 58Ve» Tendenz —.
Briefkasten.
Herrn? Grünberg. Wir wollen die Sache auf sich beruhen lassen, zumal die Prügelei sammt ihren nothwendtgen Folgen unseres Wissens bereits zur Anzeige gebracht ist und demnächst zum Austrag kommen wird.
Bekanntmachung.
Die Erbauung eines Patronenhauses für die Garnison Gießen, veranschlagt zu 4400 Jt., soll in General-Entreprise an qualificirte Unternehmer vergeben werden.
Hierzu ist ein öffentlicher Submisstons- Termin auf Samstag den 19. August, Vormittags 10 Uhr, im Garnison- Verwaltungsbureau anberaumt, woselbst Bedingungen, Kostenanschlag und Zeichnung zur Einsichtnahme ausgelegt sind.
Gießen, den 14. August 1882. 5334 Großh. Garnison-Verwaltung.
Arbeits-Vergebung.
Nachfolgende Arbeiten sollen Samstag den 19. ds. Ms., Nachmittags 2 Uhr, in dem Rachhaus zu Groß- Buseck durch öffentliche Versteigerung vergeben werden:
Maurerarbeiten, veranschlagt zu «X 54,
5348
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75, 126,
12, 441,
66, 25, 10, 135, 20.
Dorn, Bezirksbauaufseher.
Dachdeckerarbeiten, Schreinerarbeiten, Schlosserarbeiten, Weißbinderarbeiten, Spenglerarbeiten, Steinlieferung, Chaussirarbeiten,
Fuhrlöhne, Fertigen v. Faschinen, „
Voranschlag und Bedingungen liegen auf der Großh. Bürgermeisterei daselbst zur Einsicht der Jntereffenten offen.
Groß-Buseck, den 15. August 1882.
Freitag den 15. Septbr..
Nachmittags 2 Uhr, sollen auf hiesigem Ortsgericht die Immobilien des Johannes Schneider II.
FlurXXXIX/77Vio, 1076Mtr. Grabgarten rechts des Wiesccker-Wegs, XXXIX/777/io, 393 Mtr. Hofraithe daselbst, meistbietend versteigert werden.
Gießen, den 4. August 1882.
Großherzogliches Ortsgericht.
5174 Müller.
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T rein wollene Buckskin-Anzüge t I für Herren und Knaben verkaufe, um $ + damit rasch ?u räumen, bedeutend unter + J dem Preis. I
» 5053 Hermann Katz, t ■H I I I I I I I I I 10001 I I I I I i i I 1 it
Allgemeiner Anzeiger. Bekanntmachung.
In Folge Beurlaubung des Großherzoglichen Rendanten Walther ist durch Verfügung Großherzoglichen Ministeriums der Finanzen, Abtheilung für Steuerwesen, zu Darmstadt vom 11. d. Mts. zu Nr. F. M. St. 20377 die Verwaltung der Districts - Einnehmerei Gießen I dem Großherzoglichen Finanz- Aspiranten Meißinger provisorisch übertragen worden, was hiermit zur allgemeinen Kenntniß gebracht wird.
Gießen, den 17. August 1882.
Müller, Ueberlieferungs - Commiffär.
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Vie Vnioerfttäts-Apothelle Zum goldenen Engel
empfiehlt:
Beiten Weinessig ä Liter 20
Starken Einmacheesstg ä Liter 40
Garantirt reine Gewürze (selbst pulverifirt),
Hochfeines Salatöl ä Pfd. JL 1.20,
Himbeersaft, ä Pfd. Jt 1. 4298
Oessentliche Bekanntmachung.
Ackermann Anton Rößer in Kirch- vers hat auf die Verwaltung und den Nießbrauch des Vermögens seiner Kinder verzichtet. Daher können die Früchte des den Kindern gehörigen Guts von Anton Rößer nicht gültig veräußert und auch für Verbindlichkeiten, die Anton Rößer etwa eingehen sollte, nicht mehr in Anspruch genommen werden.
Fronhausen, den 14. August 1882. Königliches Amtsgericht.
5392________Luley.____________
Freitag den 1. September,
Nachmittags 2 Uhr, soll auf hiesigem Ortsgericht die Hofraithe des Karl Baum dahier Flur 1/252, 81 Mtr. Hofraithe am Teufels- Lustgarten
meistbietend versteigert werden.
Gießen, den 20. Juli 1882.
Großh. Ortsgericht.
4840__________________Müller.
Freitag den 1. September,
Nachmittags 2 Uhr, sollen auf hiesigem Ortsgericht die Immobilien des Pumpenmachers Friedrich Weber dahier:
Flur XXXX.418 io, 659 Mtr. Hofraithe, links der Chaussee, meistbietend versteigert werden.
Gießen, den 20. Juli 1882.
Großherzogliches Ortsgericht.
4839 __Müller.__
Montag den 21. August,
Nachmittags 2 Uhr, soll die Ernte von 1 Morgen Hafer auf dem Halm meistbietend versteigert werden.
Zusammenkunft an der Hollergaffe, Seltersweg.
Gießen, den 17. August 1882.
5394 Semmler.
Aeitzeßotettes.
5393 Schönes Kornstroh, sowie eine Parthie Spreu verkauft
Ehr. Spieß, Neuenweg.


