Ausgabe 
18.5.1882 Erstes Blatt
 
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b-rausa-st-llt, daß dies- Grube in Folge ihrer vorzüglichen Ernnchtungen-tn- sclebh-tft- MÄterNculation hot/daß sie den b-sto-nnl,len Zechen des Bezirks an d,- Seite gestellt

fnnn Es sind auch von der Gewerkschast keine Ausgaben geicheut, indem ^-ftlbe/obgleich für die Betriebe des einen Schachtes s-'t längerer Zeit schon em Welterschacht vorhanden war, auch noch auf dem zweiten Schachte einen V-ntt ato bewährtester Construction auigestellt hat welche beide zusammenwirkeni und den Bauen die nöthigen Weiter in reichlichstem Maße zusuhrem W-nndennoch solche bedamrUch- UnfaUe entsteh n können, so beweisen ste daß trotz der größten Vorsicht durch Unacht, samkeit oder durch sonstige Ursachen Umstand- eintreten können, gegen di- der Mensch liche G-ist machtlos ist,"

Die Antwort, d e Kaiser Wilhelm aus die Nachricht von der gluckl>ch-n G-buri seines Urenkels an den Prinzen Wilhelm schickte, war sehr lakonisch; st/lauttte. fiurroh i Vier Könige! Der hoben Wöchnerin machte er em G-schenk von 10000X, damil sie sich dafür eine Kleinigkeit, die sie sich gerade wünsche, kaufen möge. Der junge Prinz bekommt eine Amme aus Schleswig-Holstein. Dieselbe stammt ans der Nähe von Kiel und ist von him Oheim der hohen Wöchnerin, Dr, Esmarch IN Kiel emvioblen Sie Ist die Frau eines Maurers und hat ihren Einzug IM Marmorpalais mehrer ländlichm Propsteier Tracht gehalten Die Reise nach Potsdam macht st- erster Klasse, Vorerst stilli die Prinzessin Wilhelm den langen König, der die blauen Augen der Hohcnzollern hat, noch selbst,

- Gelegentlich der Geburt des kgl, Prinzen, des Urenkels unseres Kaisers, wurde vielfach IN den Blättern daraus hingewiesen, es dürfte wohl der einzige Fall IN der Geschichte sein, daß ein Herrscher auf dirccte Nachfolger dreier Generationen sehen könne Doch auch h'-r gilt der Spruch Ben Akibas i Alles schon dag-w-s-n! Der K, a« schreibt man nämlich: Das seltene Ereigniß, daß neben dem regierenden Obtt- bauvte eines Fürstenhauses noch drei Linien IN directer männlicher Dcscendcn, gleich- reitig vertreten sind, wird mit Recht als ein besonderes, dem deuischen Kaiser beschiedenes Glück allgemein ^angesehen. Dennoch hat man in der G-schicht- -m- Parallele, wenn auch Jahrhunderte zurückliegend, und auch diese tm Hause der - Hohenzollerm GI.lch Kasier Wilhelm war es der haushälterische, sri-dli-bende, mit K,nd-rs-gen reich bedachte Kurfürst Johann Georg, welchem aus der Ehe seines Enkels, des Markgrasen und nachmaligen Ku,fürsten Johann Sigismund mit der Herzogin Anna von Preußen> am 3. November 1595 ein Urenkel geboren wurde: der Prinz Georg Wllhelm, welcher 1619 rur R-aieruna kam. Der Geoßoater des Kindes, der spätere Kurfürst Joachim Friedrich, war damals noch Nicht 50 Jahre alt und l-bte als Kurprinz und Administrator des Errstiit- S Magdeburg in Wolmirstedt, Trotz der Geburt eines Urenkels befand sich der Kursürst, dessen dritte Gemahlin eine Tochter des Fürsten von Anhalt war, noch In voller Kraft und Rüstigkeit, denn nicht nur wurde ihm f-lbft, was wohl -m Umcum sein dürste, noch ein Prinz bald nachher geboren (Prinz Johann, geb, 13. Juli 1597), sondern noch 7 Monate nach seinem im Jahre 1598 ersolaten Tode gab seine Wsttwe abermals einem Prinzen (Johann Georg, geb, 1598, gest, 1637) das Leben, Mit diesem Nachgeborenen betrug die Zahl der dtrecten Nachkommen Johann Georgs 23, darunter 11 Prinzen und 12 Prinzessinnen,

(Die Censur.) Zu den Institutionen, welche der Neuzeit weichen mußten, gehörte die Büchercensur d-s Mittelalters, welche im 19. Jahrhundert bis 1848 noch für Zeitungen und Broschüren unter 20 Druckbogen erhalten blieb und seit d eser Zeit auch für diese ausgehört hat. In der That wäre ein- moderne Zeitung mit ihren ,»ach Schluß des Blattes" eingelangien Depeschen unter Censurverhältmssen gar nicht möglich Die Einführung der Censur wird gewöhnlich, aber mit Unrecht, dem Papste Alexander VI. zugeschrieben; wie Faulmann in seiner jetzt erscheinendenJlluslrirten Geschichte der Buchdruckerkunst" nachweist, ist die Büchercensur älter als die Buchdrucker- kunsi. Schon im 14. Jahrhundert waren die Pariser Buchhändler verpflichtet, die Gopten der Handschriften vor dem Verkaufe den Abgeordneten der Facultäten zur Prüfung und Genehmigung vorzulegen und diese Verpflichtung ging aus die Buchdrucker über nachdem die Copisten Schriftsetzer geworden waren- Alexander VI. erneuerte nur filtere Vorschriften, indem er di- Bischöfe beauftragte, die Bücher zu prüfen und ketzerische Lehren zu hindern, lieber die Unzweckmäßigkeit der Censur ist kein Wort mehr zu verlieren, die Autoren aller Zeiten haben sich an den Büchercensoren durch Verwünschungen gerächt; von Interesse dürfte es aber sein, die Meinung eines Bücher- censors über sein Amt zu vernehmen. Im Jahr- 1788 bemerkte der geheime Archivar Schlüter der als Historiker auch alle kleinen Schriften, Gedichte, Wochenschriften n. f. ro. zu ceiisiren hatte, in einer Eingabe an den König von Preußen: »Es ist gewiß fein Vergnügen, olle dergleichen Blätter und Piäcen zu lesen, welche größtentheils sehr un- erb-bliid sind, wobei man aber bei der Censur doch mehr der Beurtheilung als bei großen Büchern ausgesetzt ist"; ferner:Was kann der Verfasser oder genfer dafür, wenn Jemand da getroffen zu fein glaubt, wo er nicht gemeint ist? Wenn bei Schriften alles streng beurthellt werden sollte, so würde schwerlich ein Buch sich finden, in welchem nicht dieser oder jener, nach seinem schwachen Verstand iund verschiedenen Ansichten oder n alitiösen Absichten, Jemand zu schaden, etwas Anstößiges finden könnte."

Frankfurt a. M., 15. Mai. Der Ausschuß des Verbandes mittelrh-inischer Bildungs-Vereine hat gestern über die Aenderung der Satzungen des Verbandes berathen, als deren wichtigste die Ausnahme persönlicher Mitglieder zu betrachten ist. Der Ver­band besteht nur aus Vereinen (corporat. Mitgliedern). Trotzdem bis auf ll fämmtliche Verbände der Gesellschast für Verbreitung von Volksbildung persönliche Mitglieder zulassen, hatte sich doch eine Opposition gegen dieseiben gebildet, welche aber jetzt auf einige wenige Strumen eingeschrumpst ist Man Hoffl nach der Erfahrung der andern Verbände der Kasse mehr Mittel und die Theilnahme angesehener Männer zuzusühren, welche nicht zugleich Mitglieder eines Bildungs-Vereines sind.

Die Jahres Versammlung des Verbandes findet am 18. Juni in Gießen statt. Aus der Tagesordnung stehl außer dem Jahresberichte die Abänderung der Satzungen, die Wanderbibliotheken und das Skioptikon, welches letztere vorgezeigt wird. Das Skioptikon dient zur Erläuterung der tn den Vorträgen vorkommenden Gegenstände und hat sich als ein sehr wirksames Vortragsmittel bewährt. Der Verband besitzt 2 Wander-Bibliotheken und hat nun die Anschaffung einer dritten beschlossen Die­selben werben an solche Orte (auch an Nichtmitglieder) abgegeben wo noch keine Bibliotheken sind und sollen nicht blos zum Lesen anregen, sondern auch die Grund­lagen zu ständigen Volksbiblioth-ken bilden, wozu insbesondere die Mithilfe wohlhabender Freunde der Sache erwünscht ist.

Das Programm für die Eröffnung der Gotthardbahn ist wie folgt festgestellt: Den 21. Mai Extrazug für Gäste aus Italien und dem Canion Tessin; Abgang von Mailand 8 Uhr 30 Min. Vormittags, Ankunft in Luzern 7 Uhr Abends. Exirazng für die deutschen und schweizerischen Gäste; Abgang von Basel 5Uhr30Min. Nachmittags, Ankunst in Luzern 8 Uhr 10 Min. Abends. 22. Mai: In Luzern bet gutem Wetter 10 Uhr Vormittags Seefahrt, event. Fahrt auf dem Rigt für deutsche und italienische Gäste. 5 Uhr Abends: Empfang der deutschen, italienischen und schweizerischen Gäste durch den Bundesrath und d-e Gottharddirection im Hotel National; um 6 Uhr Abends Bankett im Schweizerhos, 9 Uhr Illumination und Feuerwerk. 23. Mai: Festfahrt von Luzern nach Mailand; um 7 Uhr, 7 Uhr 25 Min., 7 Uhr 50 Min. Vormittags gehen drei Bahnzüge ab Luzern. Bei den interessantesten Punkten der Bahn wird angehalten, Ersrischung in Göschenen; um 2/a Uhr Nachmittags Dmer in Lugano. Daraus Ab­fahrt des Festzugs von Lugano nach Mailand um 5 Uhr, 5 Uhr 15 Min., 5 Uhr 30 Mm. Nachmittags. 24 Mai: Mailand. Das Programm für die Festlichkeiten wird in Mailand mitgetheilt werden. 25. Mai: Rückfahrt von Mailand nach Luzern 9 Uhr 15 Mim, b-zw 9 Uhr 40 Min. Vormittags (2 Extrazüge); um 7 Uhr Abends langt erster Extrazug in Luzern an, um 8 Uhr, 8 Uhr 20 Mm. anderer in Zürich und 7 Uhr 35 Min. in Luzern. Damit endigen die Festlichkeiten. Den Gästen aus Deutsch­land wird in Luzern freie Wohnung angewiesen.

[Sine Weib-rrevolte.j Der G-meind-arzt des Städtchens P-scaglia bei Lucca, ein junger Mann von einnehmenden Manieren, erfreut sich allgemeiner Beliebt­heit bei der dortigen Bevölkerung. In der vergangenen Woche kam es zwischen dem Arzte und einem G-meinde-Functionär zu einem heftigen Austritte, in Folge dessen Ersterer sogleich seine Entlassung erh-elt. Daraushin versammelten sich di- Frauen und Mädchen des Städtchens aus dem dortigen Marktplatze und zogen von dort zum G-memdehause, wo sie vom Bürgermeister die Wiederanstellung des entlassenen Arztes stürmisch forderten. Es wurde zwar schnell Militär h-rbeig-holt, aber auch dieses ver­mochte nicht die empörten Frauen zu beschwichtigen. Schließlich kroch der Bürger­meister zu Kreuze und versicherte die Frauen, ihr Liebling werde wieder reactivirt werden

(Ein Magnetiseur.) In einer Hamburger Wirthschait erbot sich kürzlich ein junger Mann, einen der Anwesenden zu magnetistren. Derselbe mußte sich auf einen Stuhl nieberlaffen und zwar mit dem Rücken den übrigen Gästen zugekehrt. Sodann bestrich der Manu den Körper des Betreffenden kreuz und quer und gab ihm hierauf einen Glasknopf in die Hand, auf welchen er -ine Zeit lang blicken mußte. Hieraus herrschte der Magnetiseur den angeblich jetzt für feine Experimente empfänglich Ge­wordenen an, di- Augen zu schließen, mit dem gleichzeitigen Bemerken, daß Jener von nun an thun müsse, was er, der Magnetiseur, ihm vormache. Letzterer tanzte hierauf zu der offenstehenden Thür hinaus, doch regte sich der auf dem Stuhle sitzende Mann nicht. Derselbe wartete noch immer auf die Wirkung des Magnetismus. Als sich dieselbe indeß nicht einstellte, sprang er aus und nun gewahrte er erst, daß seine Uhr und Kette verschwunden waren. Man verfolgte den Magnetiseur, doch war derselbe längst über alle Berge.

Eine wunderliche Art, seine säumigen Schuldner zur Bezahlung zu zwingen, wendet ein Schuhmacher zu Cistcop-e in Massachussets an. Derselbe legt di- unbezahlten Rechnungen der schlechten Zahler in seinem Schaufenster aus und kündigt auf einem Zettel an:Diese Rechnungen sind zu verkaufen."

Eine hübsche junge Dame wurde in der Gesellschaft wegen ihres Stumpf­näschens geneckt.Nun ja," sagte sie,die Facon gefällt mir auch gerade nicht, aber es ist ein Geburtstagsgeschenk und da muß man es auä) behalten."

Schtsfsbcrichl. Mitgetheilt von bem Agenten des Norddeutschen Lloyd in Bremen, C W. Dietz Nachfolger Gießen.

Bremen, 15. Mai. (Per transatlantischen Telegraph.) Der Postdampfer Leipzig, Capt. Fr. Pfeiffer, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 26. April von Bremen abgegangen war. ist gestern wohlbehalten in Baltimore angekommen.

Bremen, 15. Mai. (Per transatlantischen Telegraph.) Der Postdampfer Neckar, Capt. R. Bussins, vom Norddeutschen Lloyd tn Bremen, welcher am 30. April von Bremen und am 2. Mai von Southampton abgegangen war, ist gestern 5 Uhr Morgens wohlbehalten in Newyork angekommen.

Bremen, 16 Mai. (Per transatlantischen Telegraph.) Der Postdampfer Salier, Capt. C- Wiegand, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 3. Mai von Bremen abgegangen war, ist heute 1 Uhr Morgens wohlbehalten in Newyork angekommen.

B reinen, 16. Mai. Der Postdampfer Habsburg, Capt. F Warnkes, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 4. Mai von Newyork abgegangen war, ist gestern 2 Uhr Nachmittags wohlbehalten in Southampton angekommen und bat nach Landung der für dort bestimmten Passagiere, Post und Ladung 3* 2 Uhr Nachmittags die Reise nach hier fortgesetzt. Derselbe überbringt 90 Passagiere.

731) lieber die Höhe der Keilen, welche die Einrdekeeg eher Anzeige In eine »der mehre Zeitungon veruriacht, wird een lieh niemeli enttiteeeht sehen, wena men ron der Annoncen - Expedition von Xtt in

Frankfurt ». M. (Karlsruhe, Stuttgart »der München) zuvor Auskunft einfordert, die auch hinsicht» der für den jeweiligen Zweck geeigneten Blätter auf Grund reicher Erfahrungen und gründlicher Beobachtungen W-rverlässigen Rath ertheilt

Kirchliche Anzeigen der Stadt Gießen.

Donnerstag den 18. Mai, am Feste Christi-Himmelfahrt, findet um 9 Uhr Vor­mittags in der Hospttalkirche altkatholischer Gottesdienst statt. Zugleich wird während desselben G-legenh-tt zum empfang d-s heiligen Abendmahls gegeben werden.

Wafferwärme der Lahn.

Am 17. Mai, Mittags zwischen 11 und 12 Uhr: + 9>/r° R-, Luftwärme + 9° R.

L. Chr. Rübsamen-

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Allgemeiner Anzeiger. Bekanntmachung.

Das Hebregister über die Gemeinde-Umlagen für 1882/83 liegt während acht Tagen zur Einsicht eines jeden Interessenten auf dem Bürger­meistereibureau offen, welches mit dem Anfügen bekannt gemacht wird, daß Be­schwerden gegen die im Register enthaltenen Ansätze binnen der ersten 4 Wochen nach Ablauf der Offenlegungsfrist entweder schriftlich oder mündlich zu Protokoll bei Großherzoglichem Kreisamt Gießen vorgebracht werden müssen, und daß später vorgebrachte Beschwerden keine Berücksichtigung mehr finden können.

Gießen, den 17. Mai 1882.

Großherzogliche Wrgermeisterei Gießen.

A. Stamm. 3530

3536

Gewerbeverem Gießen.

Außer den Vormittagsstunden (an 4 Wochentagen) ist unsere Bibliothek auch jeden Montag Abend von 8 bis 1/210 Uhr geöffnet. Die neuesteu bewährtesten Fachschriften werden aufgelegt sein.

Der Vorstand

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Wo? sagt die Erped. bs. Bl.

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