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Nr. 66.
Samstag den 18. März 1SS2.
ießeuer Anzeiger
Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen.
Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags.
SMre«et Schulstraß- B. 18.
aus je einem Mitgliede für den Regierungsbezirk Kassel, den Regierungsbezirk Wiesbaden, die Stadt Berlin und die Stadt Frankfurt a. M.,
aus je zwei Mitgliedern für die Provinzen Ostpreußen, Westpreußen, Pommern, Brandenburg, Posen, Schleswig-Holstein, Hannover,
aus je drei Mitgliedern für die Provinzen Schlesien, Sachsen, Westfalen und die Rheinprovinz,
nebst einer gleichen Anzahl von Stellvertretern.
Dieselben werden durch die Bezirks-Eisenbahnräthe aus den Kreisen der Land- und Forstwirthschaft, der Industrie oder des Handelsstandes innerhalb der Provinz, bezw. des Regierungsbezirks oder der Stadt auf die Dauer von drei Jahren gewählt und zwar: , , , m
für die Provinzen Ostpreußen, Westpreußen und Posen durch den Bezirks- Eisenbahnrath zu Bromberg, . . ... ,.
für die Provinzen Pommern, Schlesien und Brandenburg, sowie für tue Stadt Berlin durch den Bezirks-Eifenbahnrath zu Berlin,
für die Provinz Sachfen durch den Bezirks-Eifenbahnrath zu Magdeburg,
für die Provinzen Hannover und Schleswig-Holstein, sowie zur den Regierungsbezirk Kassel durch den Bezirks-Eisenbahnrath zu Hannover,
für die Provinz Westfalen und die Rheinprovinz durch den Bezirks-Esten-
Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mar! 50 Pf.
bahnrath zu Köln, ,. , ~ x ™ ,
für den Regierungsbezirk Wiesbaden und die Stadt Frankfurt a. l)i. durch den Bezirks-Eisenbahnrath zu Frankfurt a. M.
Die Bestimmungen Über die Zusammensetzung des Ausschusses wurden un Wesentlichen nach der Regierungsvorlage angenommen, dagegen wurde die Einberufung des Ausschusses in eiligen Fällen, resp. die Einholung der Aeutzerun- gen auf dem Wege der schriftlichen Anfrage abgelehnt. Am Donnerstag soll die Frage der Controlirung der Tarifirung zur Berathung gelangen.
Berlin. 15. März. In juristischen, wie in weiteren Kreisen des Publi- kunis bereitet sich eine lebhafte Agitation für die Wiederherstellung der Berufungsinstanz in Strafsachen vor. Es werden deshalb Petitionen an den Bun- d-srath und den Reichstag gelangen und die einschlägigen Fragen jomtt wieder öffentlich besprochen werden. Alleni Anscheine nach ist die Regierung nicht abgeneigt, in Debatten über diese Frage einzutreten und in Erwägung zu ziehen, wie weit darauf eingegangen werden kann.
Maadeburg, 14. März. Am Sonnabend fand hier im Odeum unter dem Vorsitze des früheren Abgeordneten Justizrath Schultz eine von dem Vorstände des liberalen Wahlvereins berufene, sehr zahlreich besuchte Versammlung liberaler Wähler statt, in welcher der schon seit längerer Zeit nach Magdeburg von dein Vorstande eingeladene Abg. Rickert über die Steuerreform und das Tabaksmonopol sprach. Im Anschluß an den Vortrag, auf den tue Versammlung mit einem dreimaligen Hoch auf den Redner antwortete, beantragte ein Mitglied des Vorstandes, Herr Beilschmidt, die Resolution anzunehmen : „Eie Versammlung erklärt, das Tabaksmonopol, welches eme große blühende vaterländische Industrie vernichtet und nur bei unverhaltmßma^g starker Belastung der Bevölkerung einen erheblichen finanziellen Ertrag als Ergebniß in Aussicht stellt, ist aus politischen und wirthschastlichen Gründen zu verwerfen. ^n ihrem zweiten Theil erklärt sich die Resolution unter Hinweis auf die Absicht der Bundesregierungen und des Reichstags, mit der höheren Besteuerung von 1879 ein Definitivum zu schaffen, auch gegen eme höhere Tabaksstemr, und schließt mit der Aufforderung an den Vorstand, eine Petition an den Reichstag gegen das Tabaksmonopol zu entwerfen und zur Unterschrift mculiren-zu. lassem Die Resolution wurde einstinimig angenommen. Schließlich stellte Namem- des Vorstandes Herr Sombart ('Magdeburg) die Berufung eines Parteitages der Liberalen für die Provinz Sachsen für den Monat Mai m Aussicht.
zwischen Mainz und Castet. „ . . „ ,
Bezüglich der Wahl der Baustelle für die Mainbiücke ist Folgendes zu bemerken: Bei der Berathung des Gegenstandes in der zweiten Kammer auf dem vorigen Vanblag wurde Seilens der Herren Ausschußreferent-n die Frage angeregt, ob es sich nicht empfehle, die Brückenbaustelle mehr mainauswärts als bei Koslheim zu suchen und auch im Ausschuß elfter Kammer wurde dieselbe Frage amgeworfen und dadei der Gedanke angeregt, in Gemeinschaft mit der Hessischen Ludwigs-Elsen- bahnGesellfchast eine Eisenbahn- und Straßenbrücke in der Nähe van Bischeffshetm zu erbauen. Die diesethalb mit dem Verwallungsralh der Hessischen Ludwigs-Eistn- bahn-Gesellschasl geführten Verhandlungen haben indeß zu keinem entsprech,nden Ne- fultat geführt Nach Etwägung aller einschlägigen Veihältnisse erschien detzhalb die in dem vorliegenden Project gewählte und in dem Erläuterungsbericht näher erläuterte Baustelle am geeignetsten. .
Die Kosten für den Brückenbau mit dessen Nebenanlaqen belaufen sich nach dem Voranschlag auf 1,037,000^4. Auf den Brückenbau entfällt ungefähr die Halste dieses Betrages mit 518,500 M. und die andere Hälfte kommt auf die Nebenanlagen, als: Herstellung von beiderseitigen Zufahrtsstraßen, Verlegung und Herstellung von Dämmen und Herstellung eines Flußbanwetks (Parallelbau) am rechten Ufer. Diese Neben- artagen sind allerdings kostspielig; sie erscheinen aber in Rücksicht auf die Lage von Kostheim und zur Begegnung von Gefahren für diesen Ort nothwendig. Bet der Wahl der Baustelle und zur Bearbeitung des Brückenprojeets wurde insbesondere auch daraus Rücksicht genommen, daß durch die Brückenanlage die Ausführung des Projecls der Königlich Preußischen Regierung wegen der Canalisation des Mains in keiner Weise gehindert wird.
Die voranschlägige Summe für den eigentlichen Brückenbau wird auch dann eingehalten werden könnin, wenn der eiserne Oberbau des Dorliegenben Proiects Modifieatkmen bei bet Ausführung erfahren sollte, weil burch dieselben das Eisengewicht nicht wesentlich verändert wird. .
Dir Großh. Regierung glaubt davon absehen zu sollen, die nächstgelegenen Gemeinden zu Beiträgen für den Brückenbau heranzuziehen, weil das Maß des Interesses der einzelnen Gemeinden und Landestheile gegeneinander schwer abzuwägen ist.
Brückengeld soll sorterhoben werden. Die Einnabme der MaimUeberfahrt zu Kostheim betrug seither ca. 9000 M. jährlich. Bei ungestörtem Verkehr während des ganzen Jahres dürste auf eine Einnahme von ca. 12,000 M. zu rechnen sein. Rechnet man für die Unterhaltung der Brücke und für die Erhebung des Brückengeldes 5000 JL lahrlich, so werden 7000 X Ueberschuß zur Verzinsung eines Theils des Anlagekapitals verbleiben.
Bel dem gegenwärtigen Börsencours der diesseitigen Staats-Obligationen dürste her geringe Betrag von 1,037,000 M eines eierprocentigen Anlehens zu pari begeben werden können, so daß ein höherer Emissionsbelrag nicht in Aussicht zu nehmen ist. Da sich indessen die gegenwärtigen Verhältnisse ändern können, so ist das Erforderliche im Art. 2 des Gesetzentwurfs vorgesehen worden. ....
Berlin, 15. März. Die Eisenbahn - Commission bebattirte IN ihrer gestrigen Abendsitzung zunächst in zweiter Lesung die Creirung eines Landes- Eisenbahnrathes. Die Zusammensetzung desselben wurde nach der von der Regierung vorgeschlagenen Fassung genehmigt, jedoch mit Der Abänderung, daß Mitglieder des Landtags und Ministerial-Commissarien ausgeschlossen bleiben. Demnach hätte der Landes-Eisenbahnrath zu bestehen:
Telegraphische Depeschen.
Wolff's telegr. Correspondenz-Bureau.
Berlin, 16. März. Der permanente Ausschuß des Volkswirthschafts- rathes setzte heute die Berathung der Grundzüge der Krankenversicherung fort und beschloß, daß das von den Ortskassen zu zahlenbe Krankengeld m emzelnei, eine besondere Berücksichtigung erheischenden Fallen erhöht werden kann d ch soll dasselbe =/, des Lohnes nicht uberfchreitem Der Antrag RiMmann an Sterbegeld statt des l Machen nur den Mfachen Betrag des KraÄengewes zu zahlen, wurde angenommen, ebenfo der Antrag Henkel , daßi bi: JWiuet taugen der Fabrik-Krankenkassen wie die^Beiträge.dazu anstatt nachd°m Durch. chnitts-Tagelohn nach dem durchschnittlich»! wirklichen ^tsverb^ Arbeitsklasse, soweit derselbe pro Tag ™
®er Ausschuß erlebte MeßUch ,,"°A ^^züglich der dem Papst zugeschriebenen Aeußerlng^im Emp ang LLer's: Der
daß er unter den eigenen Untergebenen, ben .®uJbeh^racf”enben6f 6^ia^n Hindernisse stoße, ebensowenig bn6 bu ^rMung bes Srubens btoä mm Der preu^en Werung “bÄ dem'bekannten Schreiben des
Kwnpriuzkn vom w Juni 1878 hervorgehobene Schwierigkeit oder *1^ mÖ9ti^utiearaSl16%äT9®“r landwirthschaftliche Bezirksverein des Unter-Nsaß hat den ihm vom Mnisterium zur Begutachtung vorgelegten Ge-
Deutschkand.
Darmstadt, 15. März. Nachfolgender Gesetzentwurf mit Motiven ist den
Standen zugegangen ^e^e9entrourf Motive,
betreffend die Errichtung e.ner ^stehenden Brücke über den Ma.n
Onbmia IV. von Gottes Gnaden, Großherzog von Hessen und bei Rhein !C. !C.
Mr haben mit Zustimmung Unserer getreuen Stände verordnet und verordnen hiermit wie folgte @taat§regieru„g roitb ermächtigt, auf Staatskosten eine stehende Brücke über den Main bei Kostheim auszuführen und hierfür den Betrag von 1'037'0ärt^.3U®’iCet©tnaaCt§regierung wird ferner ermächtigt, die Mittel zur Deckung Kieler Summe im Wege des Staatscredits flü sig zu machen und zu diesem Zwecke in dem enchen Nominalbeträge, welcher zur Beschaffung des angegebenen Betrageerforder- lich sein wird, eine zu vier Procent verzinsliche Anleihe in solchen Zeitabschnilt.n, wie deren Verwendung erforderlich werden wird, auszunehmen. „ , , ,
Art. 3. Unser Ministerium der Finanzen ist mit der Ausführung dieses Gesetzes b-austragt^dlich Unfer£r eigenhändigen Unterschrift und beigedrücktem Großherzog- lichem Siegels.
Darmstadt. M t t v e
>u dem Gesetzentwurf, besteffend die Errichtung einer stehenden Brücke über den Main bei Kostheim. .
In Folge eines Antiages der Herren Londtagsabgeordneten Dr. Dfann und Baur auf dem notigen Landtag haben beide Kammern der Stande an Großherzogliche Regierung das Ersuchen gerichtet, die erforderlichen Vorbereitungen zur Herstellung eines Projecies für die Errichtung einer festen Brücke über den Main bei Kostheim nebst Kostenvoranschlägen zu beschleunigen und alsdann d>n Standen weitere Mtl- tbeliungen zu machen. , „ .
Diesem Ersuchen wird durch die gegenwärtige Vorlage entsprochen. Das im Auftrage Großh. Regierung von dem Großh. Kreisamte Manz bearbeitete Brücken- project mit Nebenanlagen, ein ausführlicher Erläuterungsdericht hierzu, fowie btt Kostenooranschlag nebst Maßenberechnung sind hier beigeschlossen. -
Sur Bemtheilung der Bedürsnißsrage wegen Erbauung einer festen Straßenbrücke über den Marn bei Koslheim enthalten die Verhandlungen auf dem vorigen Landtag ausreichendes IhalsSchliches Material, woraus hier Bezug genonnmn werden kann. Insbesondere geben die Motwe zu dem Antrag der Herren Dr. Osann und Baur (Beilage Nr. 291 zum 39. Protokoll der zweiten Kammer des 23. Landtags), die an die Stände gerichteten Petitionen von 28 Gemeinden des Kreises Groß-Gerau, die Erklärung der Grofherzoglrchen Regierung vom 3- September 1880 (Seite 3-11 der Beilage 324 zum 53. Protokoll zweiter Kammer), sowie die Verhandlungen in der 62. Sitzung dieser Kammer vom 27. November 1880, nähere Ausführungen über bie Bedürsnißsrage wegen Ueberbrückung des Mains bei Kostheim und Herstellung einer zu jeder Jahreszeit benutzbaren Slraßenverbindung der beiden Provinzen Starkenburg und Rheinhessen. Die Grobherzogliche Regierung betrachtet diese Mainüderbruckung als eine Consegmnz und Ergänzung der beschlossenen festen Ueberbrückung des Rheines


