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rechtigt seien, politische Fragen zu erörtern, erk art der Jusüznnm ter, er halte es für unzulässig, den Verwaltungs-Chef zur Abgabe eines lurrsüschen Berdwts aufzufordern, welche das sachliche Urthell trüben könnte. Rechter gnffdas Jn- sti ut der Staatsanwaltschaft an. Staatsanwälte, ine mcht politisch rührig, würden beseitigt, er zog aber diese Behauptung zurück als aus emer irrthum- lichen Mittheilung beruhend. t

Toulon, 16. Februar. Im hiesigen Hasen wurden gestern Versuche mit der neuen Revolver-Kanone, Holkitsch's System, angestelli, welche ine Losung der Frage, betr. den Schutz von Kriegsschiffen gegen Torpedo-Boote zum Zweck hatten. Die Versuche sind befriedigend ausgefallen, indem es üch bet entern Scheingefecht zwischen einem Torpedo-Boot und einem mit der Revolver-Kanone versehenen Kriegsschiffe als absolut uninöglich erwies, nut dem Torpedo-Boote nahe genug an das Kriegsschiff zu konimen, um mit Erfolg angretfen zu

" Konstantinopel, 16. Febr. Der englische Botschafter wird sich mor­gen mit einem türkischen Beamten auf dem englischen Stationsdatnpfer nach Artaki begeben, um die Untersuchung wegen des bereits gemeldeten Angriffes albanesischer Hirten auf englische Unterthauen einzuleiten. Der Zustand des schwer verwundeten Lieutenants Selby giebt wenig Hoffnung auf dessen Wieder- Herstellung.

pflege anheimfiel n Außerdem befanden sich 7 Kinder auf Kofi en der Almenkasse in Privatpflege, deren Mütter dahier 'M Gcsindedienst gestanden und den Unteiftützungs- wohnsitz erworben hatten. D'e Zahl derer, welche vorübergehend mit Geld, Kleidern Lebensmittel, Brennmaterial u s. w unterstützt wurden resp die Schulbücher für ihre Kinder auf Kosten der Armenkasse erhielten und von Zahlung des Schulg lves befreit würben, hat auch in dem Jahre 1880 wieder zugenommen. Im Bürger-Hospital be­fanden sich 17 Personen, 8 Männer und 9 Frauen, von welchen je 1 verstarben. Auf Kosten der Armenkasse wurden verpflegt im Landeshospltal Hv'heim 4. in der Landes­irrenanstalt Heppenheim 3, zusammen 7 Personen, darunter 2 für welche dr Orts armenverband Gießen auf Grund des Gesetzes über den Unterstützungs-Wohnsitz die Kosten zu tragen hat. In Besserungsanstalten und in der Jdiotenanstalt in Darm­stadt waren 3 Kinder untergebracht, deren Eltern dah er heimathberecht'gt sind.

Die gestern Abend imCafäEbel" stattgehabte Versammlung des deutschen Schulvereins war leider nicht so zahlreich besucht, wie es das Interesse der Sache erheischen dürfte. Herr Pros. v. Liszt erläuterte in ein?m Vv'trage die Zele des deutschen Schulvereins, betonte dessen Nothwendigkeit und namentlich dteUnterltützung desselben durch zahlreichen Beitritt von Mitgliedern und zeigte an statistischen Notizen die Vergewaltigung der deutsch n Cultur und Sprache, speciell in Ungarn. An den Vortrag schloß sich eine Discussion und wurde sodann beschlossen, demnächst eine w'itere Versammlung anzuberaumen, sowie der auten Sache alle Unterstützung ange- deih'n zu lassen Auch wir möchten nochmals die Aufmerksamkeit der Leser auf den deutschen Schulverein hinlenken und sie animiren demselben beizutreten. Der Mindest­beitrag von jährlich einer Mark dürfte wohl nicht in die Waagschale fallen. Auch erklären wir uns zur Annahme von Beitrittserklärungen recht gerne bereit.

Vermischte-.

Lokales.

Gießen, 17. Februar. Montag den 20. und Dienstag den 21. d Mts. finden öffentliche Sitzungen des Provinztal-Ausschusses der Provinz Oberhrssen statt. Es kommen zur Verhandlung:

Montag den 20. Februar:

1) Klage des Ortsarmenverbandes Unterreichenbach gegen den Ortsarmenverband -»'Xi, Sd.b.

berg ^Gettenbach gegen den Ortsarmenverband

Mittel-Gründau wegen Unterstützung der Katharina Adrian.

4) Das Disziplinarverfahren gegen den Schutzmann Gemmecker zu Gießen. Dienstag den 21. Februar: .... .....

1) Klage der Gemeinde Hopfmannsfeld gegen Johannes Habicht daselbst wegen Großh. Kreisamts Lauterbach, betr. die Entziehung der Concession

der ^J?l?us^Birkenholz zu Vilbel gegen nmn Beschluß des

Gemeinderaths daselbst wegen Herstellung, bezw. Neubau des Darrhauses zu Vilbel.

4) Ansinnen Großh. Kreisamts Gießen an d:e Gemeinde Burkhardsfelden wegen Beschaffung der Mittel zu W.eseiwerbesserungea.

Gießen, 17. Februar, lieber die Thättgkeit der Herren Stadtverordneten im Berichtsjahre 1880/81 entnehmen wir dem uns soeben zugegangenen Rechenschafts­bericht des Herrn Bürgermeisters das nachstehende: Die Stadtverordneten-Versamm- lung hielt im Jahr 1880 34 und im ersten Quartal 1881 9, im Ganzen 43 Sitzungen ab m welchen 838 resp. 213, zusammen 1051 Gegenstände verhandelt wurden. D'e Baudeputation erledigte in 35 resp 9 44 Sitzungen welchen ^ustg Augenscheins- Einnahmen vorausgingen oder nachfolgten, 385 resp. 103, zusammen 488 Gegenstände, die Finanz.Deputation in 12 resp 7 Sitzungen 24 resp. 10 tm Ganzen 34 Gegen­stände, die Armen-Deputatiou in 24 resp. 7 Sitzungen 70b resp. 190) jjufammeu 896 Gegenstände. Ebenso hielten die übrigen ständigen Deputationen und d'e für besondere Angelegenheiten bestellten Commissionen, insbesondere auch die für die Wasserlettung gebildete Commission, zum Zwecke der Volberathung über bie in ihre resp. Ressorts fallenden Gegenstände mehrfach Sitzungen ab

T Im Winter 1880/81 wurde m der obligatorischen Fortbildungsschule für Knaben in 7 Klassen Unterricht ertheilt. Die Gcsammtzahl der Schüler betrug tm Laufe dieses Winters (im Sommer cessirt der Unterricht) 208, wovon entfallen : 1) aus^den I. Jahr­gang (14-15 Lebensjahr- 55 Schüler, 2) auf den II. Jahrgang ^10" 1.6 Lebensnah.) 55 Schüler, 3) auf den Hl Jahrgang (16-17 Lebensjahr) 64 Schüler. Die letzte Classe mit 34 Schülern setzt sich zusammen aus Dem Gffammtbestand der schwachen Schüler jedes Alters zu ziemlich gleichen Tbcittn. Ihrem Berufe nich waren: Hand^ werter 176, Kaufleute 10, Schreiber 5, Fabrikarbeiter, Ausläufer, Dunstknechte und bCr0t Die von dem Volksbildungsverein u-ter Leitung des Herrn Lehrers Zörb ein­gerichteten Leseabende wurden im Winter 1880/81 an 34 Wochenabenden von 8 bis 10 Uhr von durchschnittlich 65 Knaben besucht und zwar bethekligten sich 50 derselben an iedem der festbesttmmten 2 Abende (Mittwoch und Samstag), 30 dagegen nur an einem Abend der Woche. Die Benutzung der Bibliothek des Volksbildungsvereins zur häus­lichen Lectüre war eine sehr erfreuliche. Die Zahl der Kinder, welche Aufnahme in bie Klemkmderschule fanden, betrug im Sommer 1880 134 und tm Winter 1880/81 141 Die Jndustiieschule für erwachsene Mädchen (Alicen-Schule) und die Handwerker- Schule ei freuten sich eines stets wachsenden Besuchs.

Qum CapitelArmenpflege" bemerkt der Rechenschaftsbericht: Der Gesammt- aufwaiid für die öffentliche Armenpflege der Stadt Gießen betrug im Jahr 880 32513 X 42 A woran participiren: 1) die Armenkasse mit 17812 X 10 X 2) die P lo ck'sche Stiftung m t 2160 X, 3) die Stadtkasse mit 12541 X 32 H. Von 288 Familien und einzeln steheuden Personen, wllche ständige Unterstützung erhielten, ge­boten 158 nach dem früheren Heirnathrecht der Stadt Gießen an, während die übrigen 130 auf Grund des Gesetzes über den Unterstützungswohnsitz der öffentlichen Armen-

Berlin. Der Erfinder derWickersheirner'schen Flüssigkeit", Herr Jean Wickers­heimer, w'.rd, wie ein Berichterstatter mittheilt, demnächst mit mehreren neuen Erfind­ungen an die Oeffentlichkeit treten. Durch eine derselben soll Brod, durch eine andere Fleisch gegen jedes Verderben für lange Zeit geschützt werden. Eine dritte Erfindung gilt dem Conserviren des Bieres allen Temperatur- und sonstigen Witterungs-Ein­flüssen zum Trotz. Jst's Thatsache oder Reclame?

Berlin. (Eine neue Militär-Affaire) Am Montag Vormittag hielt eine Compagnie des Kaiser-Alexander-Regiments auf dem Exerzierplatz vor dem Prenzlauer Thore Bayonnet-Fechtübungen ab. Der Exerzierplatz ist noch von der Thonwaaren- Ausftellung her mit einem hohen Bretterzaun umgeben. Ein junger Mann hatte gegen 10 Uhr sich an dem Zaune ausgestellt und schaute durch ein dann befindliches Astloch den Fechtübungen zu. Plötzlich taumelte derselbe mit dem Ausruf :Ich bin mit dem Bayonette gestochen" blutend zurück und man fonftatirte eine tiefe Stichwunde kurz unter dem linken Auge. Der zufällig in der Nähe weilende Polizei-Hauptmann Dry­galski ritt sofort auf den Exerzierplatz, um den Thatde.tand fest zustell en. Die ein: geleitete Untersuchung wird zu ergeben Hasen, ob Absicht oder Zufall hier tm ^Spiele ist. Der Verwundete, ein Tischlergeselle L, Familienvater, wurde m das städtische Krankenhaus am Friedrichshain geschafft. ________

Handel und Verkehr.

Frankfurt a. M., Ir. Februar. Nachmittags 2 Uhr Mm. (Telegraphischer Coursbericht. Mitgetheilt durch das Bankgeschäft Albert Kaufmann in Gießen.) Creditactien 264Vr, Staatsbahnactien 259,Vr Galizier 249%, Oesterr. Silberrente 64V16, 4o/o Ungar. Goldrente 73, 4% 1880er Russen 7012, 2. Orient-Anleihe 57%s, 5% Rumänische Rente 86%, Lombarden 108. Tendenz fest.

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der eoangelischcnGcmeindc suKietzen.

Gottesdienst:

Sonntag den 19. Februar (Estomihi):

Morgens 9% Uhr: Professor D. Weiffenbach.

Nachmittags 5 Uhr: Pfarrer Schlosser.

Mittwoch d e n 2 2. F e b r u a r :

I PasftonsgotteSdienst.

Abends 6 Uhi: Pfarrer Dr. Naumann.

Nächfikünst'gen Sonntag, den 26 Februar, findet die Amtseinführung des neu: ernannten dritten Pfarrei s Dingeldey statt. An demselben Tage wird das hell. Abendmahl gefeiert w:rden, aber um dieser Einfübiung willen erst im Abendgottesdienst.

Die Pfarrgeschäste in der Woche vom 19. bis 25. Februar besorgt Pfarrer Dr. Naumann-

* welche am Tage der Aufgabe erscheinen sollen bitten wir bis längstens Vormittags 10 Uh^ " an uns gelangen zu lassen- Im Jntereffe der - chtieitigen Fertigstellung unseres Blattes find wir zu dieser wiederholten Bekanntgabe genöthigt. M . ol#

Die Expedition deSGießener Anzeigers .

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