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Gießener Anzeiger

Amts- und Anzeigebialt für den Kreis Gießen.

B«rea«r Schulstraße B. 18.

Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags.

Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn.

Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Wart 50 Pf.

Betreffend: DasWormularpapier in Feldrügesachen. , Gießen, am 14. Jannar 1882.

Das Großherzogliche Kreisamt Gießen

an die Grotzherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises.

betreffenden Gemeinde zn beschaffen. Dr Boekmann.

Bekanntmachung.

sofortige Einsendung.

Gießen, den 16. Januar 1882.

öffenMchen^nntniß ju bringen, daß zur Erreichung der möglichsten Sicherheit vor. Fmersgefahr rc. während der in dein Leibchen Saale dermalen stattfindenden Theatervorstellungen nachstehende Anordnungen von uns getroffen worden stn ,

1) die drei aus dem Saale ins Freie führenden Thüren find so eingerichtet, daß fie ,.ch nach Außen offnen lassen,

9) für die Gallerte ist ein besonderer Em- und Ausgang hergestellt;

3) außer der Gasbeleuchtung ist eine genügende Beleuchtung mit Oellampen eingerichtet,

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Gießen am 14. Januar 1882. Großherzogliche Polizewerwaltung Gießen.

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HWoßherzogllcheii OrlWrichtsvorftehcr des Bezirks.

Diejenigen »m Ihne», «ich- «- b-Icheinigie» Bnn- * E»jI»i»->»«d»»«»»--,->ck>»M- »och »ich, imMgdwl (»(»«, «>*« ~

Großherzogliches Steuer-Eommissariat Gießen.

S ü f f e r t.

Politische Ueberfkcht.

Gießen, 17. Januar.

Der Kaiser erfreut sich fortgesetzt des ausgezeichnetsten Wohlbefindens, so daß der Monarch, vorausgesetzt, daß kein Zwischenfall emtritt, an den nahenden größeren Festlichkeiten am Berliner Hofe, deren Anfang oas Capttels- fest des Schwarzen Adler-Ordens bezeichnet, roirb theilnehmen können.

Den Brennpunkt der Reichstags-Verhandlungen in der ver- aangenen Woche bildete unstreitig die am Mittwoch begonnene und am Donner­stag zu Ende geführte Berathung über den Antrag des Abg. Windthorst auf Aufhebung des fog. Jnternirungsgefetzes. Nach der Stellung, welche die Redner der einzelnen Parteien im Laufe der Debatte zu deru erwähnten Anträge nah­men, konnte rnan über das fchließliche Resultat der Berathung nicht mehr in Zweifel sein und die Annahme des Windthorst'fchen Antrages mit 233 gegen 115 Stimmen überrafchte daher auf keiner Seite des Hanfes.

Der preußische Landtag ist am vergangenen Sonnabend zusammengetreten, doch wurde die sosortige Vertagung desselben auf eine Woche erwartet, um eine Collision mit dem Reichstage, dessen Schluß spätestens für den 21. Januar erwartet wird, zu vermeiden.

Die wiederholt besprochenen Unterredungen des deutfchen Kronprinzen mit dem Reichskanzler Fürsten Bismarck haben , zu den kühnsten Combinationen Anlaß gegeben. Jetzt erfährt man aber, daß es sich hierbei durchaus nicht um eine künftige Mitwirkung des Kronprinzen bei den Regie- rungsgeschäften, sondern um die künftige Verwendung des Hosmarschalls des Kronprinzen, Grasen Eulenburg, gehandelt hat, welcher gewillt ist, in den diplomatischen Dienst einzutreten. Wie dieRat.-Ztg." hört, hat der Kaiser m dieser Angelegenheit nun selbst entschieden und zwar dahm, daf; Graf Eulen- bura zunächst in seiner Stellung am kronprinzlichen Hose bis zu der im Ja­nuar k. Js. stattfindenden Silbernen Hochzeit des kronprinzlichen Paares verbleibt. £ , r r * -

Die sächsische Ständekammer genehmigte am Freitag den Ankauf der Bahn Chemnitz-Würschnitz, und der sächsisch-thüringischen Ostwest-Bahn Zwickau-Weida durch die sächsische Regierung.

In Oesterreich sieht man der Entwickelung der Dinge in Süd-Dalmatien mit einer gewissen Spannung entgegen. Vorläufig unter­handelt man immer noch mit demjenigen Theile der aufständischen Bocchesen, welcher geneigt ist, unter gewissen Bedingungen die Waffen niederzulegen, doch wird aus diesen Verhandlungen wohl nichts herauskommen und die österreichische Regierung bereitet sich daher auf alle Eventualitäten vor. Es verlautet neuer­dings, daß Feldmarschall-Lieutenant v. Phillipowitsch, der Besieger der aufstän­dischen Bosniaken, den Oberbefehl über die Truppen in den aufständifchen Be­zirken übernehmen soll.

Das ausschließliche Jntereffe an den ftanzöstfchen Angelegenheiten concentrirte sich in der vergangenen Woche auf die Rücktrittsdrohung Gam- betta's. Der Ministerpräsident hat bekanntlich den Kammern die Alternative

gestellt: Entweder Annahme des Listen-Scrutiniums oder Rücktritt des Cabinets. Die bestimmte und drohende Sprache, welche das Leiborgan Gam- betta's dieRepublique francaise", besonders gegen die Deputirttnkammer 'führte giebt der Vermuthung Raum, daß Gambetta mit ferner Rucktritts- drobung in erster Linie einen Druck aus das Parlament ausüben will, um die Entscheidung desselben über das Listen-Scrutinium indem von Gambetta ge­wünschten Sinne durchzusetzen. Rach analogen früheren Vorgängen ,zu ichlietzen, wird wohl das Parlament sich dem mächtigen Willen Gambetta s fügen, wenn es anderseits nicht Frankreich vor eine Reihe neuer schwerer Verwickelungen im Innern gestellt sehen will. ... w ,

In England macht fich anläßlich des für Anfang J-ebrnar be­stimmten Zusammentrittes des Parlaments wieder em regeres politisches Leven bemerklich Wenn auch die Cabinets-Sitzuugen, wie sie regelmäßig dem Zu,am- mentritte des Parlaments in England regelmäßig vorauszugehen pflegen, vor- läufig ihr Ende erreicht haben, so hat nichtsdestoweniger das ^utereffe au den inneren Angelegenheiten sich mehr und mehr vergrößert. Em charakteristpcher Beweis hierfür ist die Bildung localer Parlamente an vielen Orten Englands, denen natürlich jede Machlbefngniß abgeht, die aber fonft ein getreues Abbild öeö Parlaments in Westminster mit seiner Regierungspartei, mit feiner Oppo­sition u. bergt, sind. Es soll durch diese localen Par amente em größeres Ver- stäudniß für die Tagesfragen und eine regere Antheilnahme an den politischen

MW.u,-- »b--;-- m des Bauernlandes vor. Hiernach sind im Laufe des Jahresi 18d- noch> M- williae llebereinkommen zwischen den Gutsbefltzern und den Bamin^ l.hufs ^o^- kaufs des Landes noch gestattet. Nach Ablauf des genannten Termins fallt alles nicht losqekaufte Land den Bauern anheim, ivobei Die Krone den Onts- befifiern von, 1 Januar 1883 ab 80 pCt. der Taxationsfumme b£, zu befreien­den Landes entrichtet. Die Gutsbesitzer scheinen also dann, gai: 111^ er)tgetiag zu werden, ob sie überhaupt gewillt sind, ihr"erkaufen echt viiW.-b i ferner roirb aus Petersburg berichtet, daß die bisherigen -"ier e er

miral befördert worben sei. , bt Lissabon war in vergangener

Die portugiesische Faupt "^t 4Ma^^ des Besuches des Woche der Schauplatz großer ^e 4 . c veranstaltet wurden. Unter diesen spanischen KdmgspaareS am Lisiabonner H f^ ^^^bnden Platz ein, welche Festlichkeiten nahmen bie Stiergefechte em ber höchste, Kreise in

barbarische Sitte sich^demnachnoch Bevölkerung gab ihre ^eil«

Spanien und Portugal zu f e burd) welche namentlich König Alfonso ausgezeichnet wniß? Die^Ruhe ist bei diesen Festlichkeiten nirgends gestört wordem 0 wischen fall, welcher in der egyptifcheu Frage durch die au den Khedive gerichtete französisch-englische Collectivnote hervorgerufen wurde, scheint