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ist Niemand von dessen Mannschaft gerettet.

(Fr. Ztg.)

Das von dem DampferWestfalia" ausgesetzte, mit dein ersten Offi- cier und 5 Mann bemannte Boot zur Recognoscirung des Dampfers, mit welchem die Collision stattgefunden hatte, ist von einem belgischen Lootsenkutter ausgenommen worden. Die Besatzung ist wohlbehalten in Newhafen gelandet und nach Portsmouth befördert worden.

durch die Furchtlosigkeit und Energie, mit welcher er gegen das gesetzlose Treiben der Mondscheinbanden" u. s. w. vorgmg, besonders verhaßt gemacht und die Meinung' daß Patrick Delanay, welcher den glücklicher Weise vergeblichen Mordanfall gegen Lawson unternahm, ein Werkzeug der Landliga sei, hat daher viel Wahrscheinliches für sich. Hoffentlich wird die bereits eingeleitete Unter­suchung die Wahrheit über die Motive zu der That Delanay's zu Tage för-

In der Uuterhauösitzung vom 13. November erklärte Gladstone auf eine Anfrage, Lord Dufferin treffe keine endgültigen Arrangements mit Egypten. Die Regierung und Lord Dufferin seien jetzt damit beschäftigt, die Frage über die Errichtung von Repräsentanten und Institutionen zu erörtern, welche Egypten die repräsentative Controle über die Gesetzgebung, die Verwaltung und über die Staatsausgaben gewährten. Einstweilen sei es noch verfrüht, auf die Frage betreffs Vorlegung von Arrangements an die Pforte und die europäischen Mächte zur Sanction einzugehen. Nach diesen Erklärungen des englischen Pre­miers würde England der egyptifchen Regierung in der That eine selbstständi­gere Stellung einräumen, als man bis jetzt vielfach glaubte.

Die Commissionen, welche aus Befehl des Sultans kürzlich zur Inangriffnahme der für das türkische Reich geplanten Reformen niedergesetzt wurden, gehen mit ächt orientalischem Phlegma zu Werke. Es verlautet weder über die Ausführung der Reformen in Armenien, noch über diejenigen im Justiz­wesen etwas Ernstliches, nur die zur Hebung der Staatseinkünfte eingesetzte Commission macht eine rühmliche Ausnahme. Sie hält regelmäßige Sitzungen ab und bemüht sich hauptsächlich, den Veruntreuungen der Zollbeamten, durch welche der türkische Staatsschatz jährlich um Mionen geschädigt wird, entgegen­zutreten. Es ist dies den Bemühungen der bei der türkischen Regierung ange­stellten deutschen Beamten, der Herren Wettendorf und Bertram, zu danken; doch wird dieser deutsche Einfluß durch allerhand Jntriguen der alttürkischen Partei theilweffe paralysirt. Es ist darum noch fraglich, ob es selbst der deut­schen Arbeitskraft und Ausdauer gelingen wird, den Augiasstall der türkischen Verwaltung zu reinigen.

Heber die endgültige Regelung der egyptifchen Frage verlautet immer noch nichts Gewisses. Es heißt zwar, daß die Pourparlers zwischen Frankreich und England hierüber ein volles Einverständniß zwischen beiden Mächten ergeben hätten, aber diese Versicherungen scheinen der wahren Lage der Dinge noch nicht zu entsprechen, und scheint es vielmehr, als ob das gegen­seitige Mißtrauen zwischen Paris und London bezüglich Egyptens noch lange nicht beseitigt sei. DieTimes" veröffentlicht einen Brief Arabi's, in welchem der Ex-Dictator erklärt, det Krieg sei in Gemäßheit eines Decretes des egypti- schen Cabinetsconseils unter dem Vorsitze des Khedive und im Beisein Derwisch Pascha's beschlossen worden. Diese Nachricht klingt so sensationell, daß man deren Echtheit vorläufig bezweifeln muß.

Deutschland.

Darmstadt, 15. Novbr. Se. Königl. Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht:

Am 24. Octbr. dem Schullehrer an der Volksschule zu Friedberg Johs. Ramfpeck das silberne Kreuz des Verdienst-Ordens Philipps des Großmüthi- gen zu verlechen;

an dems. Tage den Expeditor Ferdinand Wagner bei der Main-Neckar- Eisenbahn auf Nachsuchen, sowie den Districtseinnehmer der Distrietseinnehmerei Dieburg Jacob Schmitt auf sein Nachsuchen wegen geschwächter Gesundheit in den Ruhestand zu versetzen;

an dems. Tage den Hauptsteueramts-Assistenten 2. Klasse bei dem Haupt- steueramte Mainz Adam Ofenloch zum Hauptsteueramts-Assistenten 1. Klasse, sowie den Finanz-Aspiranten Philipp Spiegel aus Michelstadt zum Hauptsteuer- Assistenten 2. Klasse bei diesem Amte,

am 8. Novbr. den Kreisbauaufseher-Aspiranten Gg. Fran; Engelhardt von Darmstadt zum Straßenmeister zu ernennen.

Am 11. Novbr. wurde der Gerichtsvollzieher mit dem Amtssitze zu Bü­dingen Konrad Koch aus sein Nachsuchen seines Dienstes entlassen.

Durch Entschließung Großh. Ministeriums des Innern und der Justiz vom 11. Novbr l. Js. wurde der seitherige Großh. Gerichtsvollzieher Konrad Koch zu Büdingen zum Hülfsgerichsschreiber bei Großh. Amtsgerichte Gießen bestellt.

Darmstadt, 15. Novbr. Se. Königl. Hoheit der Grobherzog werden Sich am 16. ds. nach London begeben, um Allerhöchstseinen Schwager, den Herzog v. Connaught, zu begrüßen und der Parade der unter dessen Befehl in Egypten gestandenen Truppen anzuwohnen.

Nachdem Se. Königl. Hoheit noch der Vertheilung der Medaillen durch Ihre Maj. die Königin an Deputationen der eingeborenen indischen, sowie der l etheiligt gewesenen einheimischen Truppen beigewohnt, werden Allerhöchstdieselben am 22. d. Mts. hierher zurückkehren.

Berlin, 11. November. Der Reichskanzler hat angeordnet, daß Anfang nächsten Jahres von den betheiligten Behörden ein Bericht über den Umfang des Gewerbe­betriebes der Slovaken erstattet werde, welche fertige Weißblech-, Elsen- und Zinkblech-, tawie Drahtbinder-Waaren im Umh^zlehen zum Verkaufe anbieten. Die Berichte sollen das Jahr 1882 umfassen und namentlich feststellen, ob der gedachte Hausierbetrieb zu Klagen der seßhaften Gewerbetr ibenden und Ladenbesitzer oder des Publikums geführt habe, sowie angeben, wie viel Bestrafungen, resp. Landesverweisungen betheiligter Per­sonen verhängt worden sind.

Einer Ministertaloerfügung zufolge soll gegen alle Diejenigen, welche namentlich an Arbeiter Branntwein nicht gegen baar verkaufen, sondern solchen borgen, unnachsichtlich das Verfahren auf Concessionsentziehung eingeleitet werden. Diese Maßregel darf umsomehr allgemein freudig begrüßt werden, als sie geeignet er­scheint, der Unmäß'gkeit im Branntweingenusse, bie auf Grund des vielfach einge- rtssenen Borgsystems einen höchst schädlichen Umfang angenommen hat, erheblichen Eintrag zu thun.

Wie wir erfahren, soll eine statistische Erhebung der in den einzelnen Be­zirken der Landwehrkommandos lebcnden Landsimmpflichtigen, mit Unterscheidung solcher, welche dem Heere angehört haben und solcher, welche demselben nicht angehört, ange­stellt werden.

Hamburg, 15. Novbr. Der große Dampfer, mit welchem dieWest- falia" collidirte und dessen Name noch nicht bekannt, ist gesunken. Angeblich

Telegraphische Depesche«.

Wolff'S telegr. Eorrespondeuz-Burea«.

Berlin, 15. November. DerProv -Corr." zufolge beabsichtigt die Regierung, den durch die Aufhebung der 4 untersten Stufen der Klassensteuer entstehenden Steuer­ausfall dadurch zu decken, daß der Vertrieb einer Reihe von Massenartikeln des Con­sums mit einer der Gewerbesteuer nachgebildeten Steuer belegt wird, welche sich inner­halb der durch die Reichsgesetzgebung beschränkten Landesgesetzgebung hält. Das Reich werde sodann auf eine rationellere Besteuerung dieser Artikel im Wege einer wirklichen Consumtionssteuer Bedacht nehmen müssen, durch deren Erträge nicht nur die provi­sorisch etnzuführende Landessteuer erübrigt, sondern auch den Einzelstaaten Mehr­einnahmen aus dem Ueberschusse des Reiches zugeführt werden.

Das Herrenhaus nahm die Constituirung der Commissionen vor und be­schloß, die Subbastationsordnung und die Brandenburgische Landgüterordnung be­sonderen Commissionen und die Verordnung über den Lamnburg'schen Communal- Verband der Gemeindekommission zu überweisen. Nächste Sitzung unbestimmt.

Wie die Abendzeitungen melden, acceptirten die Natonalliberalen für Benda die zweite Vicepräsidentenstelle. Das Präsidium würde demnach aus v. Köller, v. Heeremann und v. Benda bestehen.

Karlsruhe, 15. November. Seine Königliche Hoheit der Großherzog von Baden stattete heute Nachmittag Ihrer Majestät der Kaiserin einen Besuch in Baden- Baden ab. _ , .

Dem Staatssecretär des Reichspostamts Dr. Stephan rst das Großkreuz des Ordens vom Zähringer Löwen verliehen worden.

Baden-Baden, 15. November. Dem Vernehmen nach wird der Großherzog sich nächsten Samstag nach Stockholm begeben.

Pesth, 15. November. Die Reichsrathsdelegation verhandelte in ihrer heutigen Plenarsitzung das Budget des Ministeriums des Aeußern. In der Generaldebatte hielt der Deputirte Plener eine längere Rede, in welcher er unter Hinweis auf die den Frieden betreffenden Aeußerungen des Ministers des Auswärtigen im Ausschuß, welche durch die preußische Thronrede noch eine Verstärkung erhalten hätten, zugleich die fried­liebenden, jeder Aggression abholden Gesinnungen der gesammten Bevölkerung der Monarchie gegen alle Nachbarstaaten hervorhob Es sei zu hoffen, daß auch in den angrenzenden Staaten, wo sich zuweilen chauvinistische Zeitungsstimmen in dem ent­gegengesetzten Sinne geltend machten, allmälig eine bessere Einsicht platzgreifen werde. Die gemeinsame Regierung befinde sich mit der Gesinnung der Bevölkerung in erfreu­licher Uebereinftimmung. Der Berichterstatter Hübner konstatirt die etnmüthige Zu­stimmung der Delegation zu der auswärtigen Politik der Regierung, worauf das Budget für das Ministerium des Aeußern, das Extraordinarium des Kriegsbudgets und die Etats des Finanzministeriums und des obersten Rechnungshofes genehmigt werden. Ebenso wurde ein Antrag angenommen, in welchem das auswärtige Ministerium aufgefordert wird, auch fernerhin die Interessen der österreichischen Unterthanen in Egyvten hinsichtlich ihrer Entschädigungsansprüche auf das Kräftigste zu schützen. An- lätzlick der Generaldebatte über das Extraordinarium des Kriegsbudgets sprach der Abgeordnete Greuter der Kriegsverwaltung für die rasche und energische Hilfeleistung in Tirol und ebenso den thätig gewesenen Truppen seinen wärmsten Dank aus.

England.

London, 14. November. Unterhaus. Der Unterstaatssicretär der Colonien. Ashley, erwidert auf eine Anfrage Dawnay's, von der Besiegung Montsioa's und der Besetzung seines Gebiets durch die Boeren sei der Regierung nichts bekannt- Hierauf macht Gladstone die Northcote ve.sprochene M ttheilung über Egypten. Gladstone erklärt, die Regierung habe nach der am 14. September erfolgten Besetzung Kairos die Räumung des Landes von Truppen, insoweit solche nicht unter Umständen zur Aufrechterhaltung der Ordnung für eine gewisse Zeitdauer nothwendig sein sollten, auf das Emsigste betrieben. Die Zahl der zu dem angegebenen Zweck in Egypten zurück- gelassenen Truppen betrage 12 000 Mann und es walte bei diesem neuen, wesentlich provisorischen Zustande nicht die Absicht ob, die Truppen lange Zeit in Egypten zu belassen. Der nächste Schritt der Regierung werde fein, eine Convention mit Egypten über die Kosten und über die Dauer der Occupation vorzuschlagen. Eine ähnliche Convention sei nach der Schlacht von Waterloo von den Allitrten mit Frankreich abgeschlossen worden, die Regierung habe damals gleichfalls in der nächsten Session im Kriegsbudget Aufschluß geaebnt, aber für das Occupationscorps feinen Credit gefordert, weil Frankreich verpflichtet gewesen sei, die Kosten zu tragen. Heber die Kosten der Expedition nach Egypten hoffe er, dem Hause in Kurzem Mittheilung machen zu können. Northcote proteftirt gegen das Verfahren der Regierung, behält sich bezüglich der eventuellen Votirung von Geldern vollständig freie Hand vor und legt auch gegen die Haltung der Regierung dem Bourk^schen Anträge gegenüber Ver­wahrung ein. Auf eine Anfrage StanUy's erwiderte Gladstone, die Convention werde auf die militärische Occupation Egyptens beschränkt sein. Im Uebrtgen halte er cs nicht für zweckmäßig, sich darüber auszusprechen, ob es wahrscheinlich sei, daß noch eine andere Convention vorgeschlagen werde und ob noch andere Mächte auf­gefordert werden würden, an einer Convention über die zukünftige Verwaltung Egyptens theilzunehmen. Vom Hause wurde darauf die Berathung der Geschäftsordnung fortgesetzt.

Vermischtes.

Berlin, 9 November. Man erinnert sich noch jenes Aufsehen erregenden Falles, tu welchem ein Schlaffer Wilcke Aerzte in seine Wohnung zu locken suchte, um diese mittelst eines eigens dazu angefertigten Knebels zum Acceptiren von Wechseln zu zwingen, resp. sie zu berauben. Wilcke wurde feiner Zeit zu einer langjährigen -Zuchthausstrafe verurteilt, in Folge seines bedenklichen Geisteszustandes aber seine Ueberfübrung nach der Landes-Irrenanstalt beschlossen, in welcher er bereits mehrere Monate tntemirt war. Am Sonntag ist er von dort entsprungen, ohne bisher wieder ergriffen zu fein.

Ein beliebtes Gratis-Schauspiel in Berlin ist das plötzliche Aufflammen der electrischen Beleuchtung in der Leipzigerstraße. Aber es gibt auch Liebhaber für den Moment des Erlöschens. In Gruppen harren sie, mit der Uhr in der Hand, der Mitternachtsstunde. Einige Sekunden vor 12 Uhr geht ein krampfhaftes Zucken durch die Laternenreihen der Leipzigerstraße, dann Punkt 12 Uhr, erloschen sie ä tempo, wie von Geisterhand berührt und die Scenerie ist verwandelt. Das glänzende, mondschein­artige Licht ist verschwunden und an seiner Stelle präsentiren sich die alten Gaslaternen, roih und glanzlos wie Thranlampen. als ob sie zeigen wollten, wie armselig die Nacht ohne das geheimnißvolle Fluidum der Elcctricität ist. Ein Stück Märchenpoesie ist erloschen und die Alltagspoesie an ihre Stelle getreten.

Berlin, 10 November. Die Revisionsakten des wegen 5sachen Mords zum Tode verurtheilten Familienmörders Conrad sind, wie wir hören, nachdem die Revision Seitens der Vertheidigung gehörig motiwrt, an das Ober-Reichsgericht in Leipzig vor einigen Tagen abgesandt worden. Conrad selbst befindet sich zur Zeit noch anscheinend körperlich wohl im Untersuchungs-Gefängniß in Moabit.

Köln, 9. November. [Sin Auge auögefreffen ] Ein in der Nahe unserer Stadt wohnendes Ehepaar ging dieser Tage aus während es sein kleines Kind, das in der Wie«- lag und schlief, allein zurücklietz. Als die Ellern h-imkehrt-n, anben sie das unglückliche Kind in schreckl'cher Weise verstümmelt. Ein Frettchen, ein kleiner, bösartiger Vierfüßler, welcher zur Kaninchenjagd benutzt wird, hatte sich aus seinem Käfig befreit und dem Kinde ein Auge ausgefressen. r r ,

Straßburg, 8. November. Von der General-Direktion der Eisenbahnen in Elsaß-Lotheingen ist angeordnet worden, den Locomotivführern eines jeden Eisenbahn­zuges dreißig Pechsacreln auszuhändtgen, welche dieselben immerwährend mit sich ZU führen haben. Die Fackeln sird dazu bestimmt, bei eintretenden nächtlichen Unglücks­fällen u. f. w. sofort verwendet zu werden, damit die Strecke alsbald genügend erhellt werden könne.

Wiesbaden, 11. November. In der gestrigen Sitzung der Strafkammer des Kgl- Landgerichts ist ein Gerichtsvollzieher zu 3 Monaten Gefängniß wegen Mißbrauch der Amtsgewalt verurtheilt worden. Der Fall war folgender: Ein hiesiger Metzger hatte eine Forderung von 295 J4 gegen einen L'hrer Hierselbst feststellen lassen und wollte sie zur Vollstreckung bringen; da jedoch Pfandobj-kte nickt vorgefunden wurden, I so war dieselbe fruchtlos verlaufen. Trotzdem nun der Lehrer den Offenbarungseid