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Alexandrien, 14. Novbr. Die internationale Sanitäts-Commission empfing heute ein Telegramm des türkischen Jnspecteurs in Mekka, in welchem gemeldet wird, daß seit dem 4. ds. keine weiteren Cholera-Erkrankungen in Mekka vorgekominen sind.
Lokales.
Gießen, 15. November. (Sterblichkeit in Gießens Die Zahl der Todesfälle in hiesiger Stadt während der Woche vom 5. bis 11. November betrug im Ganzen 6, wovon sich 3 bet Kindern, 3 bei Erwachsenen ereigneten. Ein Kind (Zwilling) starb kurz nach der Geburt in Folge allgemeiner Schwäche, von 2 Kindern im 2. Lebensjahre erlag das eine Krämpfen, das andere emer Lungenentzündung. Bei den 3 verstorbenen erwachsenen Personen war Lungenschwindsucht, Lungenentzündung, Krebs je einmal Todesursache. G.
Gießen, 15. November. Der gestrige Vortrag des Herrn Professor vr. B u ch n e r im VolksbUdungsverein war leider nicht so sehr besucht als es das interessante Thema: „Uebcr Gl asfabrikat ton" erheischte. Jedenfalls hielt wohl das schlechte Wetter manchen Besucher von dem Vortrage ab. Herr Professor Buchner erläuterte an der Hand von zahlreichen Producten der Glasindustrie und trefflichen Zeichnungen den Proceß der Glasgewinnung und die verschiedensten Fabrikate des Glases. Reicher Beifall lohnte am Schluß den sehr lehrreichen Vortrag.
Eingesandt.
Einsender dieser Zeilen glaubt den Lesern Ihres Blattes, resp. den Besuchern des nächsten Concertes, einen kleinen Dienst zu erweisen, wenn er auf die große Bedeutendheit der in dem nächsten Concerte zum ersten Male hier auftretenden Sopranistin aufmerksam macht. „Fräulein Dyna Beumer, schreiben die Mainzer Blätter, ist eine eminente Coloratursängerin, wie wir sie feit der Charlotte Pattt in dem Concert- saale nicht mehr gehört." —
Wir geben hier eine Recension aus Wiesbaden wieder, die wir aus vielen herauswählen, weit die gewählten Gesänge dort wie hier dieselben sind. Der „Rheinische Courier" schreibt (1. November 1881): Theater-Symphonie-Concer t Daß man es an maßgebender Seite versteht, auch dem Interesse für solisttsche Kräfte entgegenzukommen, bewies das Auftreten von Fräulein Dyna Beumer aus Brüssel, einer Sängerin, die auf dem ihr eigensten Gebiete des Coloraturgesanges ihres Gleichen sucht. Wir haben das Auditorium selten so enthusiasmirt gesehen, als nach den Vorträgen dieser Künstlerin. Sie sang die bekannte Nachtigallenarie aus „Les noces de Jeanette“ von V. Massä und die Proch'schen Variationen. Man sieht an der Wahl dieser Pidcen, daß es Fräulein Beumer hauptsächlich darum zu thun war, ihre Kehlfertigkeit zu zeigen, was ihr auch in der vollkommensten Weise gelang. Sie verfügt über eine staunenerregende Gesangstechnik und führt Legato- wie Staccatopassagen, Triller und andere Verzierungen mit einer Accuratesse und Sicherheit aus, wie man sie von Jnstrumentalkünftlern kaum klarer und runder hören kann. Dabei ist ihre Stimme nicht etwa dünn und zwirnig, sondern ein Sopran von bedeutendem Umfange und von vollem und weichem Klange, durch die Schule in allen Tonlagen vollkommen egalistrt. Besonders tragfähig ist die Stimme in den tieferen Tonlagen, die Töne e, es, d, des und o der eingestrichenen Octave streifen in ihrer Klangfarbe an das sonore Alttimbre. Das Ueberraschende und Brillante der Vortragsweise, die schöne Tongabe und tadellose Reinheit der Intonation verhalfen der Sängerin zu einem sensationellen Erfolge. Ein warer Beifallsorkan brach aus und beruhigte sich erst dann, als Fräulein Beumer die letzte der Proch'schen Variationen da capo sang.
Handel und Verkehr.
Herborn, 13. November. Auf den heutigen Markt wurden gebracht: 427 Ochsen, 619 Kühe und Rinder, 1056 Schweine. Der nächste Markt ist Montag den 4. Dezember l. Js.
Gelnhausen, 14. November. Der heutige Viehmarkt war mit Rücksicht auf die vorgerückte Jahreszeit gut befahren. Angetrteben waren: 355 Stück Ochsen, Kühe, Rinder und Kälber und 130 Schweine. Die Anfuhr bestand zumeist in schönem Vieh, der Verkehr war ein ungemein reger. Frischmelkende Kühe waren sehr gesucht und wurden gut bezahlt. Ueberhaupt waren die Preise hoch und fand sämmtliches gute Vieh raschen Absatz. In Schweinen war das Geschäft ebenfalls gut, es wurde viel von Händlern zu nicht übertriebenen Preisen gekauft.
Der nächste Viehmarkt findet am 13. Februar 1883 statt.
fttantfttrt a. M., 15. November, Nachmittags 2 Uhr — Min. (Telegraphischer Kursbericht. Mrtgetheilt durch das Bankgeschäft Albert Kaufmann in Gießen.) Creditactten 255V«, Staatsbahnactien 298, Galizier —, Lombarden 117V-, Rord- westbahnactien 172%, Darmstädter-Bankactien 155%, Oberschlesische E.-B.-Act. 258V«, Silberrente 65%, 4% Ungar. Goldrente 73%, 4% 1880er Russen 69%, 5°/(,1877r Rusftn 86%, 2. Orient-Anleihe 54«/16, Spanier 62, 5% Rumänische Rente 93%, 40/g Umfic. Egypter 69%, Drsconto Comm. 201%, Gotthardbahnactren 104%. Tendenz schwach.
O, helft dem Aand Tyrot!
Vom Himmel sah hernieder Andreas Hofer jetzt, Da hat ihm eine Thräne die Wange wohl benetzt. Es blutete sein treues Herz, Well er da sah in Noth und Schmerz Sein schönes Land Tyrol.
Die Hände that er falten und Hub zu beten an: „O heilige Mutter Gottes, wollst unserm Land Dich nah'n, „Sieh unsrer Thäler große Zahl, „Verwüstet sind sie allzumal „Im armen Land Tyrol".
Drauf kam der alte Blücher, der war ihm wohlbekannt, Er sprach nur wenig Worte und drückte ihm die Hand. „Im Deutschen Reich vergißt man nicht, „Das Helfen hier ist Christenpflicht „Jnl Bruderland Tyrol.
„Und könnt' man dir nicht danken, so wie du es verdient, „An Kindern und an Enkeln wird heut' die Schuld gesühnt. „Im Unglück standet ihr uns bei.
„Zag nicht! Die alte deutsche Treu'
„Hilst jetzt dem Land Tyrol!"
Da hat der alte Sandwirth die Thräne schnell zerdrückt Und feurig hat nun wieder sein Heldenaug' geblickt. „Das war ein Trost in herbem Schmerz, „Schlägt so wie Deins jed' deutsches Herz, „Dann hoff' mein Land Tyrol!"
Kirchliche Antigen der evangelischen Gemeinde Gießen.
Donnerstag den 16.November, Abends LUhr, imGymnasium: Bibel- stunde, Brief Pauli an die Galater, Kapitel 3,15—29. Pfarrer Dr. Naumann.
Am Sonntag, den 19. November, Feier des hl. Abendmahls, in Verbindung mit der Beichte, im Abendgottesdienst.
OdertMche Eisenbahnen.
Mit dem 1. Januar k. Js gelangt ein neuer Güter- und Vieh- rc. Tarif zwischen Stationen des Eisenbahn-Directionsbezirks Hannover und der Oberhessischen Eisenbahn zur Einführung.
Der Gütertarif enthält theilweise ermäßigte, theilweise erhöhte Frachtsätze, worüber unser Tarifbureau jede gewünschte Auskunft ertheilt.
Vom 15. Dezember ab sind der Güter- wie auch der Vieh-Tarif bei sämmtlichen Verbandsstationen und bei unserer Magazinsverwaltung dahier käuflich zu haben.
Gießen, den 11. November 1882.
7546 Grohh. Direktion.
yerkauf eines Gebäudes auf den Abbruch.
Montag den 27. November,
Nachmittags 2 Uhr, soll in dem Pfarrhof zu Winnen das dortige alte, abgängige Pfarrhaus öffentlich an den Meistbietenden verkauft werden.
Der Verkauf geschieht zuerst in einzelnen Thellen, als Holz, Thüren, Fenster, Dielen, Ziegel, Treppen rc., und dann auf Verlangen auch im Ganzen.
Nordeck und Winnen, 10 Nov. 1882.
Die Bürgermeister:
7541 Wisker. Fischer.
AeitzeSotmes.
Kinderschlitten
wa§l empfiehlt
'550________W. Ferber, Lindenplatz.
Holzschuhe
mit Filzfutter und Ledersohlen (für Knaben u.Mädchen von 8—18Jahren) wegen Aufgabe dieses Artikels zu «AL. 2.80 per Paar. 7553
J. A. Busch Söhne.
Allgemeiner Anzeiger.
Aus der Landrichter Dr. Müller'schen Stiftung in Darmstadt ist an einen bedürftigen elternlosen totubiofen der Rechtswissenschaft aus Starkenburg oder Oberheffen ein Unterstützungslegat von jährlich 500 JL von uns zu ver- geben. Zur Bewerbung, mit Nachweis über die QuaÜfication, wird hiermit Frist von mer Wochen gesetzt.
Darmstadt, am 8. November 1882.
Großherzogliche Civlldiener-Wittwenkasse-Commission.
"543___________________Draudt________ W. Lembke.
Evangelische Gemeindevertretung.
Die geehrten Mitglieder der Genieindevertretung lade ich, vorbehältlich der an die einzelnen Herrn ergehenden besonderen Einladung, hierdurch ergebens! ein zu einer ordentlichen Sitzung, die am Sonntag, den 19. November «S«, Vormittags 11 Ühr, in der Stadtkirche stattfinden soll mit der Tagesordnung:
„Voranschlag der evangelischen Kirche für das Rechnungsjahr 1883/84." Gießen, den 15 November 1882.
Der Vorsitzende des Kirchenvorstandes:
___Dr. Naumann, Pfarrer.
Winterüberzieher, Kaifermäntel sowie eomplete Anzüge für Herren und Knaben empfiehlt billigst
Z Heuzeroth, Mzrkiplsh.
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